Nils Landgren Funk Unit - rawCD / Vinyl / digital
Nils Landgren trombone, vocals
Magnum Coltrane Price bass, vocals
Andy Pfeiler guitar, vocals
Jonas Wall tenor saxophone, bg vocals
Petter Bergander keyboards, bg vocals
Robert Ikiz drums, bg vocals
Das Jahr 1994 war das Gründungsjahr der Nils Landgren Funk Unit. Als ich von Siggi Loch das Angebot bekam, Teil seines neuen Labels ACT werden, änderte er als erstes den ursprünglichen Bandnamen Unit zu Funk Unit. Als ich fragte, warum, antwortete er knapp: "Weil ihr Funk spielt" - und damit hatte er recht. Der Rest ist Geschichte. Nach 30 Jahren, elf Alben, zahllosen Tourneen und allem, was damit zusammenhängt, dachte ich mir, dass es toll wäre, die Aufnahmen zu unserem Jubiläums-Album Raw an einem besonderen Ort zu machen. Wie es der Zufall will, hat mein guter Freund Johan Lundgren, der vor vielen Jahren mein Posaunenschüler war, zusammen mit einem anderen Freund, Fredrik Thomander, ein fantastisches Aufnahmestudio in Palma de Mallorca gebaut. Ich hielt es für eine großartige Gelegenheit, unser neues Album in einer entspannten Umgebung aufzunehmen, in der wir uns voll auf unsere Aufgabe konzentrieren können und damit die 30-jährige Geschichte als schwedische Funk-Band zu feiern.
Ich stellte die Idee meinen Bandkollegen vor und alle waren begeistert. Genauso wie Andreas Brandis, der heutige Chef des ACT-Labels, auf dem seit 1994 alle meine Alben erschienen sind. Jetzt musste ich nur noch die Flüge und das Studio buchen, eine Unterkunft für uns alle organisieren und einen Weg finden, den Aufenthalt zu finanzieren. Und dann war da noch eine Kleinigkeit: Wir alle mussten Musik für das Album schreiben. Bis zu den ersten Proben kurz vor der Abreise nach Mallorca wusste noch niemand, wer welche Songs geschrieben hatte. Ich selbst hatte in meiner Freizeit hart gearbeitet und fünf Stücke dabei. Wir hörten uns gemeinsam die Demos an und bearbeiteten sie dann gemeinsam, bis sie nach uns allen klangen. Jeder von uns leistete seinen Beitrag und es war wirklich wunderbar zu hören, wie unsere Kompositionen zum Leben erwachten. Wir konnten es einfach nicht erwarten. Ein Großteil des Aufbaus war bereits von der Studio-Crew und einigen engagierten Freiwilligen erledigt worden und schneller als es irgendjemand für möglich gehalten hatte, konnten wir mit den Aufnahmen beginnen, wobei der fantastische Tontechniker Shades den gesamten Ablauf leitete. Von diesem Moment an wussten wir, dass dies ein besonderes Album werden würde. Alles passte wie die Faust aufs Auge. Die Stimmung im Studio, der Sound, die Art und Weise, wie die Jungs in der Band spielten, der Kaffee auf dem Dach in den Pausen, die wunderbaren gemeinsamen Abendessen. Um die Aufnahmen zu finanzieren, hatten wir beschlossen, an den letzten beiden Abenden nach den Aufnahmen Hauskonzerte zu geben. Obwohl dies für alle Beteiligten noch längere Tage bedeutete, war es ein wunderbares Gefühl, die neuen Stücke vor einem Live-Publikum zu testen, das uns fast auf dem Schoß saß. Es war so befriedigend, von den Leuten, die zu diesen Shows kamen, ein direktes Feedback zu bekommen. Und ein Filmteam unter der Leitung unseres lieben Freundes Dan Sermand dokumentierte die ganze Sache. Wir alle verließen die Insel am 20. Februar mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit, weil wir wussten, dass wir unser Bestes gegeben hatten und dass unser Bestes vielleicht mehr als nur gut genug war. Nur ein Mann blieb in Palma zurück: Magnum Coltrane Price. Abgesehen davon, dass er ein grandioser Bassist und Sänger ist, ist er auch die einzige Person an meiner Seite, die die ganze Funk Unit Reise von Live in Stockholm bis heute miterlebt hat. Wir hatten beschlossen, das neue Album im selben Studio zu mischen, in dem wir es aufgenommen hatten, doch Shades war erst eine Woche später wieder verfügbar. Ich glaube, Magnum genoss die freie Zeit auf Mallorca und die anschließende Arbeit mit dem Meister. Das Ergebnis ist dieses Album: Raw. Es steht für unsere ehrliche und authentische Art, handgemachte Musik zu spielen, die Körper und Seele berührt. Und ich denke, sie macht klar: Wir sind nicht einfach nur irgendeine Band. Wir sind die Nils Landgren Funk Unit.
The Jakob Manz Project - The AnswerCD / Vinyl / digital
Jakob Manz alto saxophone & recorder
Hannes Stollsteimer piano &keyboards
Frieder Klein electric bass
Paul Albrecht drums
Karl-F. Degenhardt percussion
Guests: Lionel Loueke vocals & guitar on 2 Matthias Schriefl alphorn & trumpet on 5 Alexandra Stollsteimer violin on 6
„Wir sind mit Groove-Jazz groß geworden, mit Marcus Miller,
David Sanborn oder den Brecker Brothers, das ist unsere DNA“ sagt der
Altsaxofonist Jakob Manz „aber wir wollten für das zweite Album von The Jakob
Manz Project auch neue Inspirationen, die uns herausfordern und weiterbringen.“
Diese lieferten vor allem ein Aufritt beim Papjazz Festival auf Haiti. Die
Lebensumstände und die Musik des Landes, sowie die dortige Begegnung dem
Pianisten Meddy Gerville aus La Réunion bewegten die Band zutiefst. So hören
wir auf „The Answer“ wieder Jakob Manz atemberaubende Virtuosität, die jedoch
immer im Dienst der Musik steht. Wir hören von amerikanischem Soul- und
Pop-Jazz geprägte Grooves und Melodien. Aber auch neue Farben und
Schattierungen, welche die Beschäftigung mit Musiken jenseits der westlichen
Welt mit sich gebracht hat.
Diese neuen, erweiterten Klangräume erobert sich Manz mit
seiner Band bestehend aus Hannes Stollsteimer am Piano, Frieder Klein am Bass
und Paul Albrecht am Schlagzeug, nun erweitert um Perkussionisten Karl
Degenhardt. Dazu kommen Gäste aus den unterschiedlichsten Richtungen: Lionel
Loueke steuert mit Gesang und Gitarre eine faszinierende westafrikanische Note
bei, Alexandra Stollsteimer einen klassischen Geigenklang und Matthias Schriefl
Trompete und Alphorn - letzteres sicher ein Novum im Groove-Jazz-Genre. Wie so
oft ist Jazz auch auf „The Answer“ vor allem ein Vokabular, mit dem
Musiker:innen auf der ganzen Welt ausdrücken, was sie bewegt und beeinflusst
und ihr Publikum dies miterleben lassen. Credits:
Produced by the artists
Cover art "California Suite No.7, 2004" by Mimmo Paladino
Wollny - Landgren - Haffner - Danielsson - 4 Wheel Drive IICD / Vinyl / digital
Nils Landgren trombone & vocals
Michael Wollny piano
Lars Danielsson bass & cello
Wolfgang Haffner drums
Vier gewinnt! Das Debüt-Album der deutsch-schwedischen Supergroup "4 Wheel Drive" war 2019 die erfolgreichste Jazzeinspielung in Deutschland. Und auch die Medien geizten nicht mit Lob. „Vier erste-Liga-Jazzer mit reiner Spielfreude und Lust an guter Popmusik“, urteilte das ZDF heute-journal über das geist- wie genussreiche Zusammenwirken von Posaunist und Sänger Nils Landgren, Pianist Michael Wollny, Bassist und Cellist Lars Danielsson und Schlagzeuger Wolfgang Haffner. Die führende amerikanische Jazzwebsite All About Jazz beantwortete die Frage, ob dieses Album in jede gut gepflegte Jazz-Plattensammlung gehöre, denn auch kurz und knapp mit: „4 sure“.Gleiches lässt sich ruhigen Gewissens über das zweite Studiowerk des Quartetts nach dem im Oktober 2019 veröffentlichten Konzertmitschnitt „4 Wheel Drive Live“ sagen. Mehr noch: Auf „4 Wheel Drive II“ wird ein Gang höher geschaltet, wie schon der rockig pulsierende Beginn „Chapter II“ aus der Schreibwerkstatt Wollnys deutlich macht. Da lässt Landgren seine Posaune gerne mal angriffslustig wie einen Sportwagenmotor aufheulen. Ähnlich dynamisch gestalten sich auch Stücke wie Danielssons Albumabschluss „The Wheelers“, in der man sich dank Haffners behänder Besenarbeit in einem Hochgeschwindigkeitszug wähnt, oder Wollnys mächtig swingender „Spring Dance“.Man habe den Anteil von Eigenkompositionen aus der Feder aller Beteiligten im Vergleich zum Erstling etwas erhöht, erklärt Danielsson, der mit „Just Another Hour“ auch eine feinfühlig-poppige Ballade zum neuen Album beigesteuert hat. Da mag sich das Mischverhältnis zwischen Interpretationen von Welthits und Originals, die das Debüt zu so einem großen Erfolg machten, mittlerweile in Richtung 50:50-Hybrid bewegen – der Treibstoff von 4 Wheel Drive ist jedoch der gleiche geblieben.
Es geht darum, aus dem tiefsten Inneren Musik mit Gleichgesinnten zu erschaffen, denen man blind auf dem Fahrersitz vertrauen kann. „Es fließt einfach“, schwärmt Drummer Haffner, „wir sind eine Gruppe enger Freunde, die nichts beweisen will, sondern einfach loslegt. Ich hatte schon so viele magische Momente mit dieser Band, es ist wirklich unglaublich!“
Das Album „4 Wheel Drive II“ fügt der von „gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Liebe“ (Landgren) getragenen Geschichte der Band, deren Geburtsstunde Ende 2017 bei einem Winter-Sonderkonzert des Jazz-Baltica-Festivals schlug, viele neue Augenblicke voller Magie hinzu: Etwa die instrumentale Version des Simon & Garfunkel-Klassikers „Sound of Silence“, die etwas geheimnisvoll Nordisches umwabert. Oder die Übersetzung der bis dato sträflich ungecovert gebliebenen Genesis-Ballade „Hold On My Heart“ in den Jazzkontext. Wenn es einen gibt, der eine Phil-Collins-Nummer singen kann, ohne dass es peinlich wird, ist es Nils Landgren. Was auch für Elton Johns „Your Song“ oder Paul Simons „Still Crazy After All These Years“ gilt. Der Mut, sich in den Köpfen vieler Menschen so alternativlos eingebrannten Pop-Weisen noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu nähern, zahlt sich voll aus. Weil bei 4 Wheel Drive vier Originale am Werk sind, die man schon am ersten Ton erkennt. Michael Wollny sieht das populäre Hit-Material denn auch nicht als Bürde, sondern ganz im Gegenteil als Befreiung. „Songs, die derart bekannt sind, geben einem die Möglichkeit, ganz offen für den Moment zu sein“, sagt der Pianist, „in dieser Band erlaubt uns die Songauswahl große Freiheiten. Es ist wie bei unseren Konzerten: Da kann alles passieren.“ Schlagzeug-Kollege Haffner stimmt zu: „Es ist nichts falsch daran, einen tollen Song auf deine eigene Art zu interpretieren. Wenn du es aus tiefster Überzeugung machst, wirst du immer die Menschen erreichen.“ Credits:
Produced by Andreas Brandis with the artists Recorded by Joar Hallgren and Michael Dahlvid at Nilento Studio, Gothenburg, April 17 - 19, 2023 Additional recording by Lars Nilsson at Nilento Studio, June 2, 2023 Mixed and mastered by Arne Schumann
The Art in Music: Cover art by Peter Krüll
Jakob Manz - Groove ConnectionCD / Vinyl / digital
Jakob Manz alto saxophone & flute Roberto Di Gioia keyboards Karin Hammar trombone Bruno Müller guitar Tim Lefebvre electric bass Per Lindvall drums Guests: Paolo Fresu trumpet (on 01) Nguyên Lê guitar (on 04) Mark Harrington spoken words (on 01) „Jakob Manz überrascht einen immer wieder“, sagt Pianist und Keyboarder Roberto Di Gioia, der zusammen mit Siggi Loch das neue Album des jungen Saxophonisten produziert hat. „Dass Jakob unglaublich gut Saxofon spielt und das in allen möglichen Richtungen des modernen Jazz, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass er auch in Soul, Funk und Rhythm ’n‘ Blues 100% authentisch klingt, wissen sicher noch nicht alle. Und wenn man meint, man hätte nun wirklich alles von ihm gehört, spielt er ein so tiefes, seelenvolles Blues-Solo, dass man es kaum glauben kann.“ Mit der Veröffentlichung seinem Jazz-rockigen Debüt „Natural Energy“ im Jahr 2020 zeigte Jakob Manz wieviel Potenzial in ihm steckt. Es folgten prominente Auftritte auf den Leverkusener Jazztagen, der Jazz Baltica, in der Porsche Arena Stuttgart (als Gastsolist bei „70 Jahren SWR Big Band“) oder auf den ACT30 Jubiläumskonzerten in der Berliner Philharmonie. Im Jahr 2022 erschien das feingliedrige, akustische Duoalbum „The Gallery Concerts I“ mit der Pianistin Johanna Summer, welches Manz als Improvisator von großer Tiefe und Sensibilität zeigt. Und er erhielt viele prominente Auszeichnungen, zuletzt der Landesjazzpreis seines Heimat-Bundeslandes Baden-Württemberg.
War das Debüt-Album noch ein Querschnitt seines breiten musikalischen Spektrums, ist „Groove Connection“ eine Nahaufnahme von Jakob Manz‘ vielleicht größter Stärke: Sein Publikum mit seelenvollen Melodien, knackigen Soli und starkem Rhythmusgespür in Begeisterung zu versetzen. Diese raren Qualitäten mit einer internationalen Top-Besetzung weiter zu befeuern, war Ausgangspunkt für die Produzenten Roberto Di Gioia und Siggi Loch. Letzterer sagt: „Jakob Manz ist ein unglaubliches Talent und er steht für mich in der Tradition großer Saxofonisten wie Lou Donaldson, seinem Hero David Sanborn und auch von Klaus Doldinger. Alles Musiker, die auf der Basis des Jazz in Verbindung mit Soul und Blues zu ihrem charakteristischen Sound fanden und damit weltweit erfolgreich wurden. Im Fall von Klaus Doldinger habe ich das selbst erlebt, als ich ihn 1969, auf dem Höhepunkt des Erfolgs seines Jazz-Quartetts dazu motivierte, mit dem Album „Motherhood“ etwas ganz Neues auszuprobieren. Die Aufnahme wurde zur Blaupause für „Klaus Doldingers Passport“, seinem bis heute erfolgreichsten und meistbeachteten Projekt.“Und so hing die Messlatte für die „Groove Connection“ von Anfang an hoch: Ein Album von internationalem Niveau, mit Musiker:innen, die, wie Jakob Manz, das Vokabular des Soul-Jazz und Rhythm ’n’ Blues tief durchdringen und mit eigenem Leben füllen. Roberto Di Gioia, an den Tasten und auch als Songwriter, war von Anfang an gesetzt – aufgrund seiner Historie mit Klaus Doldingers Passport, der Kultband „Zappelbude“ und seiner aktuellen Band „Web Web“, aber auch wegen seiner Pop & Soul-Sensibilität als Produzent von Max Herre oder Joy Denalane. Erste Wahl für die tiefen Töne war der Amerikaner Tim Lefebvre, ein Hero von Jakob Manz, eine Instanz seines Instruments und Kollaborateur mit so unterschiedlichen Künstlern wie David Bowie, Wayne Krantz, Tedeschi Trucks Band oder Michael Wollny. Den stilsicheren Groove steuert der Schwede Per Lindvall bei - u.a. Mitglied der ersten Nils Landgren Funk Unit und Drummer bei ABBA. Funkige Würze kommt von Bruno Müller, einem der gefragtesten deutschen Session-Gitarristen. Den weichen, warmen Gegenpart zu Jakob Manz‘ brillantem Alt-Saxofon schafft die schwedische Posaunistin Karin Hammar. Und schließlich setzen Gastauftritte von Gitarrist Nguyên Lê, Trompeter Paolo Fresu und Sprecher Mark Harrington weitere Akzente.Beim Treffen der Groove Connection im Studio machte es unmittelbar Klick, wie sich Roberto Di Gioia erinnert: „Wir hatten alles perfekt vorbereitet, inklusive dem besten Bass-Equipment für Tim. Und dann kommt der an, stöpselt seinen 500€ No-Name-Tour-Bass in den Verstärker, beginnt ein bisschen zu spielen, Per Lindvall steigt mit ein und sofort passiert etwas. Da musste ich das erste Mal in die Regie rufen, dass sie sofort mitschneiden sollten.“ Der Vibe der ersten Minuten setzt sich über die Dauer der Aufnahmen fort. Alles fließt, alle scheinen unterbewusst genau zu erfassen, was die Musik wirklich braucht, welche Noten man spielen sollte und welche eben nicht. Am Ende reichen für die meisten der Stücke des Albums ein oder zwei Takes. Dass dies so scheinbar mühelos gelingt und das Ergebnis so leicht und unangestrengt, aber zugleich so mitreißend klingt, ist Beleg der großen Meisterschaft aller Beteiligten. Jeder beherrscht sein Handwerk und noch viel wichtiger: Alle haben das Vokabular dieser Musik tief verinnerlicht, alle kommunizieren auf Augenhöhe und voller Freude. Einer Freude, die sich vom ersten Takt an auf die Zuhörenden überträgt - mit einer Mischung aus Originals und groove-jazzigen Versionen von Adele, Billie Eilish, Whitney Houston, Lionel Richie u.v.m.. Es gibt nicht viele junge Jazzmusiker, die ihr Instrument so virtuos beherrschen, wie Jakob Manz und deren Spiel gleichzeitig so uneitel, klar, songdienlich und seelenvoll klingt. Dass ihm dies gelingt, liegt einerseits an seinem Talent und an der Zielstrebigkeit, mit der er an seinem musikalischen Ausdruck arbeitet. Und andererseits an seinem Willen, das Publikum mit seiner Musik zu begeistern und zu berühren. Er sagt, ihm sei es wichtig, sein sehr spezielles Instrument, das Altsaxofon, auf eine Weise zu spielen, die den Raum ausfüllt, gleichzeitig aber auch jeden einzelnen Zuhörenden direkt und unmittelbar erreicht. Und man kann festhalten, dass ihm das gelingt, ob nun im Club, in großen Konzertsälen, auf Festivalbühnen oder überall dort, wo man sein neues Album hört. Credits:
Recorded by Arne Schumann at Soundfabrik Berlin, 20. - 22.11.2022 Mixed by Arne Schumann Mastered by Klaus Scheuermann Produced by Roberto Di Gioia & Siggi Loch
Nils Landgren - 3 GenerationsCD / Vinyl / digital
Nils Landgren with Joachim Kühn, Michael Wollny, Iiro Rantala, Lars Danielsson, Cæcilie Norby, Viktoria Tolstoy, Wolfgang Haffner, Ulf Wakenius, Jan Lundgren, Ida Sand, Youn Sun Nah, Vincent Peirani, Emile Parisien, David Helbock, Marius Neset, Nesrine, Julian & Roman Wasserfuhr, Anna Gréta, Johanna Summer, Jakob Manz, and many more
We are Family – 30 Jahre ACT
Der Schwede Nils Landgren war und ist das Rückgrat der ACT Familie. Vierzig Alben als Leader und weitere zwanzig als Produzent und Solist sind bisher auf dem Label erschienen. Michael Wollny, der mit Landgren durch viele gemeinsame Projekte verbunden ist, bringt dessen Künstlerpersönlichkeit und eines der entscheidenden Geheimnisse seines Erfolgs auf den Punkt: „Mit Nils wird alles leicht.“ Diese ansteckende Leichtigkeit, welche sich durch das ganze Tun von Mr. Red Horn zieht, ist umso bemerkenswerter, wenn man resümiert, wie viele Rollen er ausübt: Posaunist, Sänger, Bandleader, Produzent, Festival-Leiter, Talent Scout, Professor, Kurator und Mentor. All diese Rollen und damit verbundenen Qualitäten kommen auf „3 Generations“ parallel zum Tragen: Zusammen mit ACT-Gründer und Produzent Siggi Loch bringt Landgren, anlässlich des 30-jährigen Label-Jubiläums, drei Generationen von ACT-Künstler*innen in verschiedenen Besetzungen zusammen. Die Freundschaft und Zusammenarbeit von Landgren und Loch währt fast schon so lange wie das Bestehen von ACT. Im Jahr 1994, nur zwei Jahre nach Gründung, begegneten sich die beiden erstmals auf dem Jazz Baltica Festival. Kurz darauf wurde Landgren exklusiver ACT-Künstler. Über sein Netzwerk kamen in der Folge Künstler*innen wie Esbjörn Svensson, Viktoria Tolstoy, Rigmor Gustafsson, Ida Sand, Wolfgang Haffner und viele mehr zum Label. Die Rolle als Vertrauter und Integrationsfigur für ACT hat Landgren bis heute inne. Das finden und fördern junger Talente war und ist eine Kernkompetenz von ACT. Das galt für Nils Landgren, oder später auch für Michael Wollny, der 2005 zum Label kam und heute zu den wichtigsten Pianisten Europas zählt. Mit Künstler*innen wie Johanna Summer und Jakob Manz, beide noch nicht geboren als ACT gegründet wurde, blickt das Label in die Zukunft, mit einer neuen Generation von Musikern, die der Jazzwelt neue Impulse geben. Die britische Times schrieb: „Seit 1992 hat ACT eine eigene ‘Europäische Union‘ der Musik formiert, die die Freizügigkeit zwischen Nationalitäten und Genres fördert und so einen authentischen Eindruck davon vermittelt, was diesen Kontinent ausmacht.“ An die vierzig Künstler und Künstlerinnen aus dem Kreis der ACT Family untermauern auf „3 Generations“ diese Aussage und machen das Jubiläumsalbum zu einer Feier der Bandbreite, Offenheit und integrativen Kraft des Jazz. Im Mittelpunkt stehen Aufnahmen einer mehrtägigen Studio-Session im Sommer 2022, wie sie wohl nur Nils Landgren und Siggi Loch auf die Beine stellen können. Ein musikalischer Streifzug quer durch Europa, mit Einflüssen aus Jazz, populären Songs, Folk, klassischen Elementen, zeitgenössischer Musik und vielem mehr. Drei Musikergenerationen dokumentieren auf dreißig Stücken dreißig Jahre ACT mit Nils Landgren als Spiritus Rector. Nicht nur eine Retrospektive, sondern vor allem ein Blick in das Heute und Morgen des Entdecker-Labels “in the Spirit of Jazz”.Credits:
Recorded by Thomas Schöttl at Jazzanova Studio, Berlin on June 7 - 9, 2022, assisted by José Victor Torell – except as otherwise indicated Mixed and mastered by Klaus Scheuermann Produced by Siggi Loch and Nils Landgren The Art in Music: Cover Art by Yinka Shonibare CBE: Detail from Creatures of the Mappa Mundi, Mandragora, 2018
Nils Landgren - Funk is my ReligionCD / Vinyl / digital
Nils Landgren trombone &vocals Magnum Coltrane Price bass, vocals & additional keyboards Jonas Wall tenor saxophone & vocals Andy Pfeiler guitar &; vocals Petter Bergander keyboards & vocals Robert Ikiz drums
Als Nils Landgren 1994 mit seiner Funk Unit an den Start ging, war von vielen die Frage zu hören: Wer braucht schon Funk aus Schweden? Heute, 17 Jahre, zehn Alben und hunderte von Konzerten später, fragt das niemand mehr. Weil die Antwort klar ist: Wer die heißeste europäische Version dieser unauflösbar mit Soul, Rhythm and Blues und Jazz verbundenen Musik hören will, der kommt an dieser Band nicht vorbei. Selbst die Pioniere, Godfathers und Granden der Szene ließen sich überzeugen: Ob James Browns musikalische Masterminds Maceo Parker und Fred Wesley, ob Ray Parker jr. und Joe Sample von den Crusaders, sie alle machten schon bei der Funk Unit mit.
Und die Mission ist noch lange nicht zu Ende. Auch die Pandemie konnte das elfte Album nicht verhindern. „Ursprünglich wollten wir in den Palma Studios auf Mallorca aufnehmen, aber Corona schob dem einen Riegel vor,“ erzählt Nils Landgren. „Darauf entschieden wir, es im „Redhorn District“ in Bad Mein-berg einzuspielen, aber auch in Deutschland ging dann nichts mehr. Was also sollten wir tun. Aufgeben? Die Funk Unit? No way! Ich fragte meinen Freund Björn Yttling, ob wir in sein Ingrid-Studio in Stockholm gehen könnten, und er sagte: Kein Problem. Wenige Tage vor der Session bestimmten die schwedischen Autoritäten, dass nicht mehr als acht Leute auf einmal zusammenkommen dürfen. Glücklicherweise blieben wir sechs mit nur einem Toningenieur unter dieser Grenze…“
So ist diesmal also die Kerntruppe der Funk Unit zu hören. Eine verschworene Gemeinschaft, zu der neben Landgren von Anfang an Magnum Coltrane Price am Bass gehört, der hier auch als Produzent auftritt. Und zu der nach und nach Jonas Wall am Tenorsaxofon, Andy Pfeiler an der Gitarre, Petter Bergander an den Keyboards sowie Robert Ikiz am Schlagzeug dazu gestoßen sind. Was sie eint, drückt am besten der Titel des neuen Albums aus: „Funk is my Religion“. Die Verehrung der großen Vorbilder in Kombination mit den eigenen, persönlichen, europäischen Qualitäten - das ist das Geheimnis, warum die Nils Landgren Funk Unit eine der erfolgreichsten und langlebigsten Funkbands ist.Alles, was Funk ausmacht, und mehr findet sich dementsprechend auch auf „Funk is my Religion“. Das beginnt mit dem warmen Soul des Openers „Amanda“, in dem ein softes Key-board, ein weicher Bläsersatz und ein träumerisches Posaunen-Solo die Akzente setzen. Wird bei „Anyway You Want It“ zu im-mer noch ruhigem, aber knallhartem Funk.
Beschleunigt rasant auf „See Ya in Court“, pendelt sich mit dem Titeltrack in federnden Groove ein und zeigt auf „ES in Memoriam“ auch mal die melancholisch, bluesige Seite. Klassischer, pechschwarzer und gospeliger Synkopen-Funk zum Mitsingen und Mitwippen ist mit „Doing It for the People“ ebenso vertreten wie ein an James Brown erinnernder Reißer („Play Funk“), ein jazziges Solistenstück, („Brand New Funk“) und die überschäumende finale Hymne. Das meiste mit charakteristischen Basslines, vieles im Wechsel- und Chorgesang, alles im Teamwork (wie auch ein früheres Funk Unit-Album heißt): Auch die zehn Kompositionen teilten sich Landgren, Price, Pfeiler und Wall auf.
„Jedes Stück erzählt eine Geschichte“, sagt Nils Landgren, „manchmal von Personen, die uns inspiriert haben oder die wir bewundern, manchmal etwas, das einfach gesagt werden musste. So schlicht und einfach, wie es der Titelsong auf den Punkt bringt.“ Zu den Personen, die hier mit Stücken geehrt werden, gehört der große, tragisch und früh verstorbene Esbjörn Svens-son, der seinerzeit die Funk Unit mit aus der Taufe gehoben hatte und für den Landgren „in Memoriam“ hier eine wunderschön traurige Posaunenmelodie spielt. Doch Landgren, der Entdecker und Produzent so vieler Sängerinnen, hat auch schon immer starke Frauen zu Titelfiguren erhoben. Hier sind es die junge Poetin Amanda Gorman, „die uns alle bei der Inauguration von Joe Biden so beeindruckt hat“, und Kamala Harris, die erste weibliche, schwarze und asiatische amerikanische Vizepräsiden-tin, denen er fast schon Liebeslieder im Soul-Gewand widmet.
Da ist er wieder, der Blick in die USA, als „die größte und wichtigste Demokratie, deren Vorgänge ich auch trotz Pandemie verfolge und deren Vorkämpferinnen ich würdigen möchte,“ wie Landgren erklärt. Aber natürlich auch als Land der musikalischen Wurzeln. „Ohne den Trompeten-Jazz meines Vaters und die Soulplatten, die mir mein älter Bruder vorspielte, würde es das, was wir machen, nicht geben. Diese wohlschmeckende Suppe mit vielen Zutaten.“ So ist „Funk is my Religion“ auch das Vermächtnis der vielen Vorgänger und Vorbilder dieser unvergleichlich körperlichen („It‘s no plastic“ heißt es auf „Play Funk“) und vitalen Musik. Eines, das auch in Zukunft von Schweden aus in alle Welt weitergegeben wird, wie der Schlusstitel unmissverständlich klar macht: „NLFU Will Never Stop“!
Ida Sand - My Soul Kitchen Ida Sand vocals & piano Stockholm Underground Jesper Nordenström keys Henrik Janson electric guitar Lars DK Danielsson electric bass Per Lindvall drums Magnus Lindgren reeds special guests: Ola Gustafsson electric & acoustic guitar Paris Renita background vocals André Dahlbäck background vocals Nils Landgren trombone & vocals RecordingWie der Jazz hat sich auch der Soul von einer ursprünglichen amerikanischen, aus der Bluestradition heraus entstandenen Musik zu einer Ausdrucksform entwickelt, die überall auf der Welt zu Hause sein kann. Das bewiesen, auf ACT, unter anderem schon Nils Landgren, Knut Reiersrud, Solveig Slettahjell, Magnus Lindgren, Torsten Goods, und, allen voran, die schwedische Sängerin und Pianistin Ida Sand. In ihre bisherigen vier Alben flossen gleichermaßen auch Jazz-, Pop- und Folk-Einflüsse ein. "My Soul KItchen" ist nun Ida Sands eindeutigstes Bekenntnis ihrer tiefen Verbundenheit und Liebe zur "Sweet Soul Music". Songs von Soulgrößen wie Al Green, Stevie Wonder, Ray Charles oder The Meaters bilden mit Ida Sands eigenen Stücken und souligen Interpretationen der Musik von Künstlern wie John Fogerty oder Mike Shapiro eine seelenvolle Einheit. Ida Sand sagt: "Soul ist solch ein facettenreiches Genre. Es gibt Funky Soul, Blue-Eyed-Soul, Neo Soul, R´n `B, New Orleans Soul, Motown u.v.m. "My Soul Kitchen" ist eine MIschung aus vielen dieser Facetten.
"Das so tight wie organisch groovende Rückgrat für "My Soul Kitchen" bildet die "Stockholm Underground"-Band, bestehend aus einer Créme schwedischen Recording-Szene, welche schon auf dem ACT-Debut des Flötisten Magnus Lindgren eine unverkennbare Handschrift hinterließ. Dieselben Musiker bildeten damals auch den Grundstock von Nils Landgrens erster "Funk Unit".
Ida Sand erinnert sich:"Als ich 17 Jahre Alt war wollte ich im Stockholmer Jazzclub "Fasching" unbedingt Nils Landgren und seine Funk Unit sehen. In der Band spielten damals Gitarrist Henrik Janson, Bassist Last DK Danielsson (nicht zu verwechseln mit Kontrabassist und Cellisten Lars Danielsson) und Schlagzeuger Per Lindvall. Ein paar Jahre später stieß auch Tastenmann Jesper Nordenström zur Band. Ich war sehr aufgeregt, denn das waren die besten Musiker, die ich damals kannte. Aber zu meiner großen Enttäuschung wollte mich der Türsteher nicht in den Club lassen, da ich zu jung war. Ich begann zu weinen, und schließlich wurde er weich und ließ mich das Konzert sehen.
Ich erinnere mich daran, dass ich während der Show dachte: "Ich wünschte, ich könnte eines Tages mit diesen Typen spielen". Und nun ist dieser Wunsch wahr geworden und mir fehlen die Worte, um auszudrücken, was für eine Freude es ist, diese MUsiker auf meinem Album versammelt zu haben. Außerdem steuerte Magnus Lindgren, schlicht und einfach einer der inspirierendsten Musiker, die ich kenne, die Bläserparts bei".
Ein weiterer entscheidender Akteur und Veteran, der "My Soul Kitchen" prägt, ist kein Musiker, sondern ein Tonstudio: Das Atlantis Studio in Stockholm- sein über 80 Jahren eine DER Keimzellen der schwedischen Recording-Szene. Hier entstanden Alben von Jazzkünstlern wie e.s.t., Coleman Hawkins, Jan Lundgren, Magnus Öström, Jan Johansson oder Nils Landgren, vor allem aber legendäre Pop-Aufnahmen von ABBA, Elvis Costello, Lenny Kravitz, Roxette, The Cardigans, Tatboy Slim, Randy Crawford, Mando Diao und vielen mehr. Atlantis-Toningenieur-Ikone Janne Hansson verleiht auch "My Soul Kitchen" einen unverkennbar warmen, erdigen, zugleich weichen wie prägnanten und extrem natürlichen Klang, der beim Hörer unweigerlich Assoziationen an Originalaufnahmen aus der Blütezeit des amerikanischen Soul der und der legendären Labels wie Motown oder Stax Records wach werden lässt.
"Wir verbrachten zusammen mit den beiden Produzenten Nils Landgren und Siggi Loch drei wunderbare Tage im Studio" erinnert sich Ida Sand. "Alles lief so unglaublich smooth und natürlich. Die allermeisten Tracks auf dem Album sind First-Takes. Es war solch ein Vergnügen, diese Band bei der Arbeit zu sehen und ein Teil von ihr zu sein. ZUsammen haben wir einen heißen Soul-Eintopf für unsere Hörer gekocht. Und wir hoffen, die drehen die Musik auf und genießen ihn zusammen mit ein paar guten Freunden. Er wird ihnen schmecken, das garantiere ich".Credits:All songs arranged by Ida Sand Horn arrangements by Magnus Lindgren Recorded by Janne Hansson at Atlantis Studio, Stockholm, January 31 – February 2, 2018 Mixed and mastered by Klaus Scheuermann Produced by Nils Landgren and Siggi Loch Executive Producer: Siggi Loch
Nils Landgren - UnbreakableCD / Vinyl / digital
Nils Landgren Funk Unit: Nils Landgren trombone & vocals Magnum Coltrane Price bass & vocals Andy Pfeiler guitar & vocals Jonas Wall saxes Petter Bergander keyboards Robert Ikiz drums Honorary Funk Unit Member - Ray Parker Jr: Guitar on Unbreakable, Rockin’ After Midnight (& vocals), Just A Kiss Away, Stars In Your Eyes & Bow Down Randy Brecker trumpet on 06 Tim Hagans trumpet on 09
Funk-Bastion seit 25 Jahren
Alles, was man wissen muss, erzählt Nils Landgren im ersten Song selbst, dem Titeltrack des neuen Albums „Unbreakable“. Nach einem krachenden Gitarrenriff und weich groovenden Orgelakkorden singt er: „We’ve been funkin‘ for a long time, more then twenty years. We’ve seen the world like it is, are facing all the fears. From Shanghai to New Jersey, seen the Kreml too. Everywhere we go, funkin‘ is all we do. We‘re unbreakable!“ In der Tat sind es nun genau 25 Jahre, dass er den Grundstein für seine in Europa konkurrenzlose Karriere als Posaunist, Sänger, Produzent, Mentor, Bigband-Leader und Festivalleiter legte – mit seiner Funk Unit.
Auf ureigenem amerikanischen Gebiet, dem jazzigen Soul und Funk nämlich, bewiesen Landgren und seine eingeschworene Truppe, dass europäische Musiker nicht nur mithalten, sondern sogar eigene Akzente setzen können – heute eine Selbstverständlichkeit, damals eine Sensation. Zahllose Funk-Formationen tummeln sich inzwischen zwischen Island und Griechenland, zwischen Frankreich und Polen, doch NLFU, die Nils Landgren Funk Unit, ist immer noch die Speerspitze. Auf „Unbreakable“ kann man wieder hören, warum.
Machen Landgren und die Funk Unit doch stets, was einen Song unmittelbar unter die Haut gehen lässt: Unwiderstehlich wummert der Slow Groove bei Allen Toussaints „Just A Kiss Away“ dahin, ganz relaxed und gerade deshalb mit maximaler Spannung geht es auch bei „Friday Night“ und Herbie Hancocks „Stars In Your Eyes“ zur Sache. Die Soul-Schraube wird aber bei „Old School“ und „NLFU Funk“ problemlos angezogen, um mit „Bow Down“ hymnisch und mit einem Schuss Hip-Hop auszuklingen.
Grandios wie eh und je ist das Netz, das zwischen den Instrumenten und Stimmen geknüpft wird: Das hohe helle Timbre Landgrens harmoniert spannungsvoll mit dem dunklerem, auch mal mit Vocoder verfremdeten von Magnum Coltrane Price (am eindrucksvollsten wohl bei „Get Down On The Funk“), dazu kommen immer wieder „close-harmony“-Chorsätze der ganzen Band im Stile von Earth, Wind & Fire.
Erneut haben sich Landgren und seine Jungs prominente Gäste eingeladen. Allen voran das „Funk Unit-Ehrenmitglied“ Ray Parker Jr. Der mit „Ghostbusters“ berühmt gewordene Gitarrist und Sänger war schon beim Funk Unit-Klassiker „Licence To Funk“ dabei, wie auch bei „Creole Love Call“, der Zusammenarbeit Landgrens mit Joe Sample. Und steuert hier auf fünf Songs seine bluesige Gitarre und bei „Rockin‘ After Midnight“ ebenfalls seine unverwechselbare Stimme bei. Auch US-Trompeter Tim Hagans - 1999 bei „5000 Miles“ ebenfalls bereits mit von der Partie – spielt eines seiner großartigen Soli. Schließlich fehlt auch die amerikanische Jazz- und Funklegende nicht, die bereits auf dem ersten Funk-Unit-Studioalbum „Paint It Blue“ 1996 zu hören war: Randy Brecker. Auf dem wundervollen Marvin-Gaye-Cover „Rockin‘ After Midnight“ zeigt der Trompeter warum er auch heute noch, mit 71 Jahren, zu den gefragtesten Solisten weltweit gehört.
Das ist, um einen der Songtitel zu zitieren, „Old School“ im besten Sinne. Ein Album mit Funk vom Feinsten, bei dem sich Landgren und seine Unit tatsächlich als „unbreakable“, als unkaputtbar erweisen.Credits:
Recorded by Janne Hansson at Atlantis Studios, Stockholm, Nov 14-17, 2016 Assistant engineer: Jan Ugand. Additional recordings by Magnum Coltrane Price at Studio Monica, Skyclose and Beatbox Studios and by Sven Hodam &Sebastian Pilch at Hodam Produktion Dessau. All horns arranged by Jonas Wall Mixed by Magnum Coltrane Price Mastering by Hoffe Stannow & Magnum Coltrane Price at Cosmos Mastering, Stockholm Produced by Magnum Coltrane Price & Nils Landgren for Red Horn Music AB Executive Producer: Siggi Loch Cover art by paul Jenkins (1923-2012), Phenomena Trial By Fire, 1988
Nils Landgren - TeamworkCD / Vinyl / digital
The Funk Unit: Nils Landgren trombone & vocals Magnum Coltrane Price bass & vocals Magnus Lindgren woodwinds & vocals Jonas Wall woodwinds & vocals Sebastian Studnitzky keyboards & trumpet Andy Pfeiler guitar &vocals Robert Ikiz drums Special Guests: Joe Sample rhodes solo on 05 Wilton Felder tenor sax solo on 08 Till Brönner trumpet solo on 06
Vielleicht ist es die beste Funk Unit aller Zeiten die Nils Landgren seit 2010 dauerhaft um sich schart: Eine Groove-Connection mit kombinationsstarken Teamplayern und beschlagenen Edeltechnikern. James Brown meets Parliament meets Crusaders meets Funk Unit, so könnte man Mr. Redhorns Spielkonzept auf „Teamwork“ umschreiben. „Teamwork“ ist Party-Stimmung pur. Locker-lässig zirkulieren die Töne durch die Reihen, brillante Bläsersätze wechseln ab mit ekstatischen Solos, tanzbare Beats und fulminante Tempoverschärfung, cooler Gesang und starke Melodien, aber auch Zeit für Eleganz und den innigen Klammerblues. All das ist „Teamwork“: gespielt von einem Dreamteam aus schweißtreibenden Funk-Arbeitern mit dem Soul im Blut.
“Ich hatte das Gefühl, dass die Funk Unit noch so viel zu geben hat“, erzählt Teamchef Landgren, dessen Funk-Formation nach bislang 8 Alben immer noch keine Ermüdungserscheinungen zeigt. Denn mit „Teamwork“ setzt der Führungsspieler verstärkt auf das Können des Kollektivs. Und verfolgt für „Teamwork“ eine Entstehungsstrategie, die auch Funkgrößen wie James Brown oder George Clintons Parliament groß gemacht haben: sich treiben lassen, dorthin wo der Groove einen hinführt - Work in Progress. „Der Aufnahme sind stundenlange Jams vorausgegangen. Wir haben drauflosgespielt und das Aufnahmegerät mitlaufen lassen. Magnum Coltrane Price und Robert Ikiz zimmerten das Groove-Fundament, das uns zu Melodien und Bläser-Riffs inspirierte. Anschließend haben wir die Aufnahmen gemeinsam gecheckt: Wo ist Potential, wo gibt es starke Melodien, welche Riffs sind einprägsam? Es war wie nach Gold schürfen. Stück für Stück nahmen die Songs Gestalt an. Erst dann ging es ins Atlantis Studio in Stockholm, dorthin wo ABBA früher ihre legendären Aufnahmen gemacht hatten.“ Das Ergebnis: Ein Album, das nicht am Reißbrett entstanden ist, sondern quasi live. Nichts klingt gewollt, alles ganz natürlich.
„Teamwork“ ist somit keine hohle Phrase sondern Programm. Es braucht mehr als nur gute Einzelkönner, sondern ein verschworener Haufen mit dem richtigen Teamgeist. Die Weisheit der Vielen gibt dem Album seinen besonderen Kick: Die 13 Kompositionen entstammen meist dem Input der gesamten Funk Unit unter der Federführung einzelner.
Bei den Horn Arrangements tat sich Jonas Wall besonders hervor. Und Magnum Coltrane Price gab dem Album an der Mixing-Konsole und als Produzent den Feinschliff. „Mit dieser Funk Unit fühle ich mich richtig wohl. Ich bin glücklich, dass wir nun seit 2010 in dieser Formation ununterbrochen zusammenspielen. Die Jungs sind alle gute Freunde.“
Mit seiner 7-köpfigen Europa-Auswahl schafft Landgren die Quadratur des Kreises: authentisch tönende „Black Music“ zu kreieren und dafür noch amerikanische Spitzenkräfte zu gewinnen. Denn auf dem neuen Funk Unit-Album geben die ganz Großen der Szene ein Gastspiel: Die beiden Crusaders-Legenden Joe Sample und Wilton Felder. „Seit einigen Jahren bin ich Mitglied der Crusaders und Joe kenne ich bereits seit dem 80ern. Wir haben ja auch gemeinsam das Album „Creole Love Call“ aufgenommen. Wilton ist vielen vielleicht nicht so bekannt, aber wenn man hört, welch großartiges Solo er auf Mr Masumoto bläst, weiß man, warum er trotz seiner 72 Jahre noch zur Spitzenklasse gehört.“ Spitzenklasse ist ohne Zweifel auch Till Brönner, Deutschlands-Trompeten-Nr. 1, wie auf „Rhythm Is Our Business“ zu hören ist. „Er war ja auch schon auf älteren Funk Unit Platten dabei und gehört quasi zur Familie“, so Landgren.
Der Titel „Rhythm Is Our Business” darf getrost als Untertitel von „Teamwork“ gelten. Selten klang ein Funk Unit Album so mitreißend und frisch. Schon der Opener „Get Serious Get A Job“ bringt den Blutdruck in Wallung. Der Monstergroove von “Mr Masumoto“ wird wie von einer Guillotine immer wieder durchschnitten von knackigen Bläserriffs. Auch bei „Where the Funk Is At“ juckt es unaufhörlich in den Füßen. „Papa Bull“ kommt mit karibischem Flair daher. Ein herausragendes Flötensolo von Magnus Lindgren macht den Unterschied auf „Tracksuit“. Und ein 70er Retro-Einschlag weht über das gesamte Album.
Mit „Teamwork“ erfüllt Nils Landgren abermals seine unaufhörliche Mission, die Herzen und die Beine seiner Zuhörer zu erobern. Eine Expedition, die seinen Platz in der Champions League des internationalen Funks einmal mehr untermauert. Diese Funk Unit begeistert, reist mit und macht eine Menge Spaß. Eine richtige Working Band eben, in die sich jeder einbringen kann. Und das ist gut so – wie „Teamwork“ beweist.Credits:
Produced by Magnum Coltrane Price & Nils Landgren Recorded by Janne Hansson, February 7 - 10, 2013 at Atlantis Studio Stockholm Mixed by Magnum Coltrane Price Mastered by Hoffe Stannow at Cosmos Mastering Stockholm Cover art: Teamgeist II, 2006, by Martin Noël (1956 - 2010), by permission of Margarete Noël
Mo' Blow bringt Energie in den Jazz mit dynamischen Auftritten und Club-Vibes. Mit Saxofon, Posaune, Gitarre und Gesang in einer elektrisierenden Mischung.
Nils Landgren - Funky ABBACD / 2-Vinyl / digital
Nils Landgren trombone and vocals Magnum Coltrane Price vocals, microphone poetry and additional synthesizers Henrik Janson guitar Jesper Nordenström keyboards Roberto Di Gioia keyboards Lars DK Danielsson Fender bass Wolfgang Haffner all drums & backing vocals on SOS Per Lindvall drums on #7, #11 Karl-Martin Almqvist tenor saxophone Special Guests: Till Brönner trumpet and additional horn arrangement on #2 Sharon Dyall vocals on #3, #7 Viktoria Tolstoy vocals on #6, #12 Alex Papaconstantinou bouzouki on #3 Nimo co-flow on #8 Very Special Guest: Benny Andersson piano on #12
Nils Landgren gehört nicht nur „längst zur Spitzenklasse der europäischen Jazzposaunisten“ (Spiegel), sondern ist außerdem einer der vielseitigsten Künstler, die sich derzeit in der europäischen Jazzszene finden lassen: „Ein musikalischer Enzyklopädist“ (FAZ), ein „Flexibilitätswunder“ (Jazzthetik), dessen Interessen und Begabungen weit gestreut sind: Ob der Mann mit der rot-lackierten Posaune frenetisch umjubelte Konzerte mit seiner groovigen Funk Unit gibt, als Sänger „hypnotischen Charme“ (FAZ) entfaltet, sich im intimen Zusammenspiel mit Esbjörn Svensson der Bearbeitung schwedischer Folksongs widmet, kichenmusikalische Kammermusik oder Big Band-Jazz zelebriert – immer spiegeln sich darin die verschiedenen Seiten derselben Persönlichkeit. Nach fast zwei Jahren selbstverordneter „Funk-Stille“, in denen Nils Landgren vornehmlich als Balladensänger und Produzent mit Sentimental Journey (ACT 9409-2) und Rigmor Gustafssons Album I Will Wait For You (ACT 9418-2) beschäftigt war, widmet sich Mr. Red Horn nun wieder mit voller Kraft und Energie seiner Funk Unit, die ganz unbestritten „zu den besten Funk-Bands Europas“ (Stereo) zählt. Gemeinsam mit seiner „groovenden Truppe, die junge Leute zu Tanz-Ekstasen animiert und die auch von ergrauten Jazz-Snobs ernst genommen wird“ (Spiegel), legt Nils - genau 30 Jahre nach dem internationalen Durchbruch von ABBA beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson - eine ganz persönliche Hommage an eine der größten Pop-Bands der Geschichte vor. FUNKY ABBA heißt das neue Album – und Nils darf es so nennen, denn seine Freundschaft mit Benny Andersson reicht lange zurück. 25 Jahre ist es jetzt her, dass Benny den blutjungen Nils bat, ihn ins Studio zu begleiten, um den ABBA-Song „Voulez-Vous“ mit seinem unverwechselbaren Posaunensound zu unterstützen... Diesmal war es übrigens andersherum: Benny hat es sich nicht nehmen lassen, zumindest auf einem Track von FUNKY ABBA selbst mitzuspielen!
Aber lassen wir Nils Landgren selbst zu Wort kommen:
„Als ich Benny Andersson zum ersten Mal von meinem neuen Projekt erzählte und ihn um seinen Segen für ein Album mit dem Titel FUNKY ABBA bat, da fragte er nur:
‚FUNKY ABBA - ist das denn möglich?’
‚Ich denke schon’, antwortete ich.
‚OK, dann mach es!’, meinte Benny mit einem Lächeln auf den Lippen und ich stürzte mich in die Arbeit.
Der Tatort des Geschehens stand schnell fest: Um sich von den richtigen Schwingungen inspirieren zu lassen, buchten wir das legendäre Polar Studio A, in dem einst alle ABBA Songs entstanden sind. Ich sage es euch, diese alten Mauern haben nichts vergessen von all den großartigen Sachen, die hier einmal produziert worden sind! Was für eine Herausforderung für uns!
Björn und Benny - danke euch für all diese großartigen Songs! Ob es uns gelungen ist, sie funky klingen zu lassen, entscheidet ihr alle, unsere Freunde da draußen.
Versprecht mir nur eins: Habt Spaß dabei – wir hatten ganz sicher welchen!“Credits:
Recorded by Stefan Boman at Polar Studio A at Stockholm, September 1 - 4, 2003 Additional recording by Magnum Coltrane Price at Budzilla Studios Mixed by Stefan Boman with MCP, Nils Landgren and Bo Reimers at Polar Studios, October 23 - 27, November 11 and 17, 2003 Mastered by Klaus Scheuermann Produced by Nils Landgren & Magnum Coltrane Price