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Theo Croker und Sullivan FortnerCD / Vinyl / Limited Green Vinyl / digital Theo Croker trumpetSullivan Fortner piano Forget the boxes.Forget the compositions.Forget the market.Forget if people will get it.Forget everything. Let's just PLAY. Das Album PLAY vereint zum ersten Mal zwei der wichtigsten amerikanischen Jazz-&-Beyond-Musiker der aktuellen Generation: Trompeter Theo Croker und Pianist Sullivan Fortner. Die beiden kennen einander seit mehr als 20 Jahren, aber PLAY ist ihre erste gemeinsame Aufnahme als Leader. Die ursprüngliche Idee für das Album: eine Sammlung von modernen Jazz-Standards, vielleicht auch einige Versionen populärer Songs. Mit dieser Idee gingen Croker und Fortner ins Studio, nahmen auf… und verwarfen anschließend das komplette Material. Theo Croker erinnert sich: „Während wir spielten, fühlte es sich irgendwie schal an. Nicht in dem Sinne, dass die Songs nicht gut waren. Aber wir spürten, dass wir Dinge spielen, die schon viele Male zuvor aufgenommen wurden.“ Und Sullivan Fortner fügt hinzu: „Wir hatten das Gefühl, nicht wirklich wir selbst zu sein, es fühlte sich mehr wie eine Fingerübung an. Wir haben in der Vergangenheit viel Musik aus dem Great American Songbook gespielt. Das sind großartige Songs und wir haben durch sie sehr viel gelernt. Aber es ist nicht unbedingt die Musik, zu der wir uns heute bei Auftritten hingezogen fühlen. Die Musik, die wir heute machen ist in etwas verwurzelt, das über den Jazz hinausgeht. Sie spiegelt immer die gesamte Diaspora der schwarzen amerikanischen Musik wider und nicht nur ein einziges festes Genre.“Also gingen Croker und Fortner am Folgetag erneut ins Studio. Der Plan diesmal: kein Plan. Keine Kompositionen (bis auf den Opener A Prayer for Peace). Let’s just PLAY. Theo Croker beschreibt den Prozess so: „Wir kamen einfach mit spontanen kleinen Ideen: Dieses Stück spielen wir schnell. Für dieses Stück wählen wir vier Noten, die wir NICHT spielen werden. Bei diesem Stück spiele ich lange Töne, du spielst schnelle. Ich denke mir eine Melodie aus und wir sehen, wohin es führt. Und in einer Stunde waren wir fertig.“ Was formal so einfach klingt, ist in Wirklichkeit die Essenz eines ganzen Lebens des Lernens und Improvisierens. Sullivan Fortner sagt: „Es fühlte sich einfach richtig an: das sind wirklich wir. Der komplett freie Ansatz zog uns auf eine sehr spirituelle und inspirierende Art an und brachte vieles hervor, was wir gemeinsam gelernt haben. Es ist wirklich die Essenz aller unserer individuellen Einflüsse und unserer gemeinsamen musikalischen Beziehung.“Dass diese außergewöhnliche Aufnahme auf ACT erscheint, hat eine Vorgeschichte: Theo Croker wirkte schon auf mehreren ACT-Produktionen mit, zum ersten Mal bei Jazz at Berlin Philharmonic XII – Sketches of Miles und dann im Studio und live bei Emile Parisiens transatlantischem Projekt Louise. In der Folge schlug ACT-CEO Andreas Brandis Theo Croker vor, ein eher akustisches, kammermusikalisch geprägtes Album zu veröffentlichen – während sich dessen Arbeit als Leader derzeit vor allem im Grenzbereich von Jazz, Hiphop und Pop bewegt. Croker dachte sofort an ein Duo mit Sullivan Fortner, eine Idee, über die die beiden Musiker bereits seit Langem sprachen. PLAY ist ein Glücksfall. Und im aktuellen Musikbetrieb nicht nur selten sondern fast schon ein Wunder: Keine Regeln, keine Fragen nach Genres, Zielgruppen, Single- und Streaming-Tauglichkeit. Und auch wenn hier die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse zusammenkommen, macht das Album doch den Spirit des Jazz besonders eindringlich erlebbar – die Freiheit, Interaktion, die Möglichkeit, sich uneingeschränkt auszudrücken und miteinander zu kommunizieren. Oder, wie es Sullivan Fortner auf den Punkt bringt: „This is just two brothers playing.” Credits#1 composed by Theo Croker, all other tracks are improvisationsRecorded June 6, 2023 at The Bunker Studio, Brooklyn, NYRecorded by Todd CarterMixed by Todd CarderMastered by Klaus ScheuermannProduced by Theo Croker & Sullivan FortnerPhoto by @ogata_photoSpiral motif used under license from Giorgio Morara Alamy (vector graphic)Cover design by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Christmas with my Friends IX
Nils Landgren - Christmas with my Friends IXCD / Purple Vinyl / digital Nils Landgren trombone, vocalsSharon Dyall vocalsJeanette Köhn vocals Jessica Pilnäs vocals Ida Sand vocals, piano Jonas Knutsson saxophones Johan Norberg guitars Clas Lassbo bass Trombones from the Swedish Radio Symphony OrchestraHåkan Björkman, Mikael Oscarsson, James Kent, Martha Eikemo Andersen Was wäre Weihnachten ohne Lieder? Und ohne Freunde und Familie? Posaunist, Sänger und Produzent Nils Landgren träumte lange davon, ein musikalisches Weihnachtsfest mit guten Freund*innen zu feiern. 2006 wurde dieser Traum Wirklichkeit: Christmas With My Friends erschien und entwickelte sich rasch zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Weihnachtsalben des europäischen Jazz – und zu einer liebgewonnenen Tradition. Seither erscheint die Serie im zweijährigen Rhythmus und wird von ebenso regelmäßigen Tourneen begleitet. Nun geht die Reihe mit Christmas With My Friends IX in die neunte Runde.„Jemand hat mich einmal gefragt: Sind nicht irgendwann einmal alle Weihnachtslieder gesungen?“, erinnert sich Nils Landgren. Seine Antwort ist einfach: „Nein, sind sie nicht. Solange wir Weihnachten feiern, wird es Lieder geben – alte und neue.“ Für Landgren und seine Mitmusiker*innen sind sowohl die Aufnahmen als auch die Konzerte eine besondere Freude: „Ich kann das Gefühl kaum beschreiben, wenn eine weitere Aufnahmesession abgeschlossen ist. Wir stecken unser Herz und unsere Seele in jedes einzelne Album, und im Laufe der Jahre sind wir zu einer sehr eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Nach acht Alben und zehn langen Tourneen kennen wir uns mittlerweile richtig gut.“Wie in jeder Ausgabe trafen sich Landgren & Friends auch für die neunte Folge von Chrismas bei Kaffee und Zimtbrötchen, um eine Auswahl klassischer europäischer und amerikanischer Weihnachtslieder quer durch Stile und Epochen sowie Neukompositionen zu besprechen und auszuprobieren. Die Besetzung umfasst erneut Jonas Knutsson (Saxofon), Johan Norberg (Gitarre), Clas Lassbo (Bass) und Ida Sand (Piano, Gesang) sowie die Sängerinnen Sharon Dyall, Jessica Pilnäs und Jeanette Köhn. Traditionell fanden die Aufnahmen in den renommierten Atlantis Studios in Stockholm statt – unter der Leitung von Nils Landgren und Co-Produzent Johan Norberg. Als besonderes Extra hat Landgren diesmal die Posaunensektion des schwedischen Radiosinfonieorchesters für einige besonders ergreifende Choräle eingeladen.Die Vielfalt der Stimmen, die enge Vertrautheit aller Mitwirkenden und der warme, akustische zugleich festliche wie intime Charakter der Musik prägen den unverwechselbaren Zauber dieser Musik. Christmas With My Friends IX ist eine Feier der Freundschaft, des Friedens und der Freude – eine musikalische Weihnachtsgeschichte, die Nils Landgren und seine Freund*innen mit ihrem Publikum teilen.Credits Recorded March 3–4, 2025, at Atlantis Studios, Stockholm Recorded by Niclas Lindström Trombones on #1 recorded by Hans Gardemar at KMH Kungasalen Stockholm Mixed by Johan Norberg Mastered by Klaus ScheuermannProduced by Nils Landgren & Johan Norberg

Ab 18,90 €*
Inkyra
Emma Rawicz - INKYRACD / Vinyl / Limited Purple Vinyl / digitalEmma Rawicz tenor, soprano saxophonesGareth Lockrane flute, alto flute, bass flute, piccolo David Preston guitar Scottie Thompson Rhodes, piano, Prophet Kevin Glasgow electric bassJamie Murray drums„Im Jazz kann man nie genug wissen“, meint die Saxofonistin Emma Rawicz. 2002 geboren, gehört sie spätestens seit ihrem ACT-Debüt Chroma zu dem meistbeachteten und gefragtesten europäischen Jazzmusiker*innen ihrer Generation. Jazz ist für Emma Rawicz vor allem eine nie versiegende Quelle der Kreativität. Sie sagt: „Es gibt immer etwas zu entdecken. Während man selbst übt, wird schon wieder so viel Neues entwickelt.“ Emma Rawicz ist eine besessene Arbeiterin. In der Corona-Zeit begann sie, ihre Übe-Routinen auf Instagram zu dokumentieren. Zehntausende Menschen verfolgen seitdem ihr „Werden“. Sie ist in ganz Europa unterwegs, spielt in den größten Konzerthäusern, tritt als Headliner auf wichtigen Festivals auf, schreibt beständig neue Musik, leitet ihr eigenes Emma Rawicz Jazz Orchestra und wurde unlängst von der BBC in den Kreis ihrer New Generation Artists aufgenommen – genreübergreifend die absolute Oberliga des Landes. Der Guardian konstatiert: „Emma Rawicz ist im Sprint gestartet – und die Warpgeschwindigkeit ihrer Entwicklung zeigt keine Spur einer Verlangsamung.“In dieser Entwicklung wählt Emma Rawicz nie den einfachen Weg – weder für sich selbst noch für ihr Publikum. Und sie tut das immer mit einem Lächeln, einem, dass sich auf die Zuhörenden überträgt. Es geht ihr nicht um Konfrontation, sondern um das gemeinsame Entdecken und Erleben von neuer, un-gehörter Musik jenseits gängiger Klischees. Das Album Inkyra, aufgenommen im Sextett Gareth Lockrane (Flöte), David Preston (Gitarre), Scottie Thompson (Keys), Kevin Glasgow (E-Bass) und Jamie Murray (Schlagzeug), sprengt in vielerlei Hinsicht Grenzen. Es strotzt vor Energie, Ideen, Farben sowie rhythmischer und harmonischer Komplexität. Rawicz selbst beeindruckt mit einem so gewichtigen wie wendigen Ton, tiefem musikalischem Intellekt, gepaart mit großer Sinnlichkeit und einem Gespür für Schattierungen, Texturen, Zwischentöne. Zum ersten Mal ausprobiert haben Rawicz & Band die neue Musik in einem kleinen Londoner Nachtclub – unbestuhlt und vor sehr gemischtem Publikum. Auch das ein Statement: Hier geht es nicht um Fingerübungen, sondern darum, die Zuhörer*innen mitzunehmen, sie zu bewegen – innerlich wie äußerlich.Emma Rawicz sagt über die Entwicklung von Inkyra: „Das Album bedeutet mir viel. Es ist etwas Besonderes, ich spiele mit dieser Band bereits seit mehr als drei Jahren zusammen. Wir haben sehr intensiv an dieser Musik gearbeitet. Nach dem ersten Konzert im vergangenen Sommer haben wir alle viel Zeit investiert, geübt und das Programm in Workshops weiterentwickelt. So haben alle ihren Stempel darauf hinterlassen.“ Die Einflüsse der Musik kommen aus vielen Quellen – auch aus solchen, die man nicht sofort erwartet: „Einige Inspiration für die Musik kommt von Joni Mitchell. Das klingt zunächst abwegig, denn die Stücke klingen nicht nach Singer/Songwriter. Trotzdem hatte ich mich sehr in ihre Musik vertieft, bevor ich das Programm komponiert habe. Mich fasziniert ihre Art, Melodien zu strukturieren, ihre Verwendung von Harmonie, besondere Tunings und ungewohnte Akkorde, die man aus dem Jazz nicht kennt. Das hat mich am Klavier beeinflusst und damit wiederum meine Arbeit als Komponistin geprägt. Daraus ist eine eigene Identität entstanden. Ich habe mich auch an den Lyrics orientiert, die wiederum in den Titeln der Stücke auftauchen und auch den Fantasienamen des Albums inspiriert haben.“ Musikalisch klingt Inkyra mindestens so farbenreich wie der mit anderer Band eingespielte Vorgänger Chroma (griechisch für Farbe und eine Referenz an Emma’s besondere Wahrnehmung als Synesthetikerin). Das hymnische Intro etwa wurzelt im spirituellen Sound der Sechziger. Es gibt dichte, sich auftürmende, bis in den Prog Rock reichende Flächen wie in Moondrawn (dreaming), oder Verweise auf brasilianische rhythmische Wurzeln wie in Marshmallow Tree. Manches wirkt wie Anima Rising, als würde nicht nur ein Sextett, sondern ein ganzes Jazz-Orchester spielen; anderes klingt – wie Time, And Other Thieves – nach einer Mischung aus schwerem Indie-Beat und flirrender Psychedelik, besonders durch Gareth Lockranes weit schweifende Flöte. Das Album wirkt damit ein wenig wie ein Raumschiff, mit dem Emma Rawicz – die nach ihren Londoner Jahren aktuell in Berlin lebt – in neue Richtungen strebt: „Manchmal fühlte es sich an, als würden wir den Orbit verlassen, grenzenlos in den Improvisationen. Als könnten wir einfach abheben und den Rest hinter uns lassen. Es ist für mich wie eine kosmische Reise. Wir wissen nicht, wo wir landen – nur, dass wir wieder gemeinsam ankommen.“CreditsAll music composed by Emma RawiczProduced by Emma Rawicz, co-produced by David PrestonRecorded at Livingston Studios, on the 7th, 8th and 9th of October 2024Recorded by Sonny Johns Mixed by Alex KillpartrickMastered by Klaus ScheuermannCover art by Yukimasa Ida, Flowers (2022) © Yukimasa Ida, courtesy of Mariane Ibrahim Gallery

Ab 18,90 €*
it's still snowing on my piano - LIVE
Bugge Wesseltoft - It's still snowing on my pianoLiveCD / Vinyl / Limited Sky Blue Vinyl / digital Bugge Wesseltoft piano Das Solo-Piano-Album It‘s Snowing On My Piano des Norwegers Bugge Wesseltoft zählt zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen in der Geschichte von ACT. Und für viele Menschen, besonders in Deutschland und Norwegen, gehört das Album seit seinem Erscheinen 1997 fest zur Weihnachtszeit. Dabei ist es alles andere als ein typisches Weihnachtsalbum. Schon der erste Ton offenbart die meditative Kraft dieser Musik und schafft einen Ort des Friedens und der Ruhe – ein Zustand, der heute noch kostbarer erscheint als damals. Seitdem hat Bugge Wesseltoft die Musik des Albums immer wieder live gespielt – und jedes Mal neu interpretiert. Die Kompositionen und Melodien dienen dabei als Ausgangspunkt für musikalische Meditationen. Nach fast 20 Jahren war es an der Zeit, diese Entwicklung festzuhalten - uns so erscheint nun mit It’s still snowing on my piano erstmals eine Live-Version des vielgeliebten Albums, aufgenommen bei Konzerten in fünf norwegischen Kulturhäusern und Kirchen. Als Bugge Wesseltoft die Musik von Snowing vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal live spielte, im Kalkmølla, einem kleinen, gemütlichen Kulturzentrum außerhalb von Oslo, war er zunächst unsicher, ob sich die magische Atmosphäre der Studioaufnahme wiederherstellen ließe. Er erinnert sich: „Hundert Menschen saßen in einem kleinen akustischen Raum. Ich begann leise und langsam zu spielen, genau wie auf dem Album. Nach ein paar Songs konnte ich das tiefe Atmen des Publikums hören. ‚Oh Gott, das muss für sie so langweilig sein‘, dachte ich und war mir sicher, dass sie zur Pause alle gehen würden.“ Gegangen ist natürlich niemand. Im Gegenteil: „Nach dem Konzert erzählten mir alle, was für eine großartige Erfahrung das für sie gewesen war. Seitdem spiele ich diese Musik jedes Jahr im Dezember in Norwegen vor großem Publikum. Es ist unglaublich, die gemeinsame Energie zu spüren, die Musik und Publikum zusammen im Konzertsaal erzeugen.“ Von der Idee des ACT-Gründers Siggi Loch, ein Weihnachtsalbum aufzunehmen, war Bugge Wesseltoft im 1997 zunächst wenig begeistert. Und er kann auch heute noch gut erklären, warum: „Ich bin kein großer Fan des Weihnachts-Shoppingwahns und des gestressten Glücks. In den frühen Neunzigerjahren hatte ich in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und schockiert festgestellt, dass Weihnachten eine Hochsaison für Depressionen, Nervenzusammenbrüche und Familienprobleme war. Ich schätzte mich glücklich, in einer Familie aufgewachsen zu sein, in der Heiligabend ein herzerwärmender, ruhiger Abend im Kreise der engsten Familie war.“ Das brachte Wesseltoft schließlich auf die Idee, ein Weihnachtsalbum in diesem Geiste aufzunehmen – eines, das seiner damals zweieinhalbjährigen Tochter Maren später vielleicht einmal gefallen würde. In seinen Worten: „Ruhig, langsam, mit Schwerpunkt auf liebevollen Kindheitserinnerungen und den Liedern, die wir sangen, während wir uns an den Händen hielten und um den Weihnachtsbaum herumstanden.“ Große Erwartungen waren mit der tatsächlich noch vor Weihnachten 1997 erscheinenden Einspielung nicht verbunden. Und erst einmal passierte auch nicht viel. Im folgenden Jahr aber breitete sich die Kunde von dieser ganz besonderen Weihnachtsmusik aus, die Menschen schlossen das Album ins Herz, empfahlen und verschenkten es immer wieder, bis heute. Die Liveaufnahme It’s still snowing on my piano wirkt vertraut und neu zugleich. Die Melodien der zumeist traditionellen Originalkompositionen bleiben erhalten. Wesseltofts Umgang mit den Stücken ist nicht der des Dekonstruierens oder Re-Komponierens, eher der eines behutsamen Durchwanderns und Erkundens der Räume zwischen den Noten. Doch genau auf diesem Weg entsteht innerhalb der Songs ganz neue Musik. Es scheint, als wiese jeder vorhergehende Ton dem nächsten den Weg, als folge auf jede Verzweigung eine weitere. Oft scheint es, als sei Wesseltoft dabei selbst gleichermaßen Spieler und Zuhörer. Bei den Aufnahmen zum Originalalbum saß Tochter Maren auf seinem Schoß - kein typisches Verhältnis von Künstler und Publikum, eher die eines gemeinsamen Lauschens und Fühlens. Genauso ist es auch bei den Konzerten und im heimischen Wohnzimmer. Und es ist genau dieses Gefühl der Verbindung zwischen Musiker und Zuhörer, die besondere Magie dieser Musik ausmacht.CreditsMusic arranged and produced by Bugge Wesseltoft Mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Ardy Strüwer

Ab 18,90 €*
Lumen
Bill Laurance - LumenCD / Vinyl / Limited Turquoise Vinyl / digitalBill Laurance Yamaha CFX2 grand pianoYamaha UX3 upright piano with feltBill Laurance tauchte ab. Mehrere Tage und Nächte lang verschwand er allein am Piano in der Musik und ließ sich treiben – mal mehr, mal weniger von vorhandenen Kompositionen geleitet. Die Mauern der St Faith’s Church des Südlondoner Stadtteils Dulwich dämpften die Außenwelt, ein spirituell durchzogener Klangraum entstand. „Ich bin kein sehr religiöser Mensch“, erinnert sich Laurance an die Aufnahmesituation Anfang April diesen Jahres. „Aber es war etwas Besonderes, an diesem Ort zu spielen, während um mich herum der Alltag ruhte. Und es ist etwas anderes, wenn man in so einem Ambiente nur mit sich selbst kommuniziert. Ich wollte die Freiheit in der Musik festhalten, die in solchen Momenten entsteht.“ Es geht ihm dabei um das Ausloten des gesamten Spektrums eines klassisch klingenden Konzertflügels im Raum zwischen Komposition und Freiheit: „Wenn man solo spielt, gibt es die einzigartige Möglichkeit, das zu erforschen. In einer Kirche aufzunehmen war dafür perfekt und ich konnte mich ganz in der Musik fallen lassen. Der wundervolle Gitarrist Isaiah Sharkey meinte einmal zu mir, die Musik selbst würde ihm erzählen, was er spielen solle. Das hat mich sehr beeindruckt. Wir werden üblicherweise trainiert, alles zu kontrollieren und zu üben, bis es perfekt sitzt. Aber ich glaube, ich komme inzwischen an einen Punkt, an dem ich es einfach laufen lassen will. Das Gegenteil tun und der Musik die Führung überlassen.“ Das heißt nicht, dass Bill Laurance plötzlich völlig regelfrei spielt. Während viele der Stücke von Lumen eine starke improvisatorische Komponente enthalten, sind andere durchkomponiert und klar in ihren Strukturen festgelegt. Den 44-jährigen Pianisten, Komponisten und Bandleader interessiert nicht die Auflösung, sondern die Kraft, die aus dem Kontrast entsteht. Er hat zahlreiche Projekte, bei denen er intensiv mit seinen Partner:innen kommuniziert – etwa das Duo mit Michael League, sein eigenes Trio, die Programme mit Snarky Puppy oder orchestrale Kooperationen wie Bloom mit dem The Untold Orchestra. In solchen Momenten fügt man sich in die Gemeinschaft und lässt sich vom Flow des Teamworks tragen. Solo aber funktioniert anders. Man sieht sich im Spiegel, setzt die Regeln – und kann sich auch wieder von ihnen lösen: „Ich tauchte wirklich in den Moment ein. Für mich fühlte es sich wie eine Solo-Pilgerreise an. Etwas passierte, ich habe insgesamt vielleicht drei Stunden Musik aufgenommen und musste dann einiges weglassen. Im Kern aber war es für mich eine spirituelle Erfahrung, ein Prozess des Ankommens, eine Frage des Vertrauens. Ein bisschen wie Indiana Jones beim letzten Kreuzzug, als er diesen Schritt in den Abgrund wagte. Ein Sprung ins Ungewisse. Ich hätte mich kaum mehr exponieren können als mit dieser Musik. Früher hatte ich viele Synthesizer, Drum Machines – alles Mögliche, auch im Solo-Umfeld. Aber als Künstler fühle ich mich inzwischen so weit, das alles wegzulassen, um organischer und purer zu sein.“ Neben dem Flügel verwendete Bill Laurance ein mit Filz gedämpftes Klavier. Es ist der klangliche Gegenpol zur Weite des Grand Pianos: Weniger Anschlag und Dynamik zugunsten eines intimeren, wärmeren Tons. Das Felted Piano ist tonale, melodische Percussion und Kontrapunkt zum großen Raum, den die Kirche bot. Er setzte es dezent als Akzent ein, um den zehn Stücken von Lumen weitere Farben zu verleihen – etwa als melodisch markantes Intro von „Mantra“, das vom kleinen Motiv schrittweise und beinahe unmerklich in die Opulenz des Flügelklangs übergeht. Das Titelstück wiederum hat Impressionismus im Stammbaum und wirkt wie ein neu entdecktes Prélude, während „Dove“ im Zusammenspiel von Dämpfung, fröhlicher Phrasierung und einer Prise swingbluesiger Lässigkeit zu einer Art Modern Stride Piano wird. Mit dem Album "Lumen" öffnet sich die Weite von Bill Laurances Selbsterforschung. Es ist der hinreißende Beginn seiner neuen Vorstellung von melodisch fundierter Klangfreiheit. Man hat das Gefühl: Bill Laurance's Solo-Piano-Reise hat gerade erst angefangen und man möchte nur allzu gerne auf ihren kommenden Stationen dabei sein. CreditsAll music composed by Bill Laurance Published by Flint Music, administered by BMG PublishingRecorded at St Faith’s Church, Dulwich, London on the 3rd and 4th April 2025 Recorded by Camilo SalazarMixed by Steve Poppleton and Bill LauranceProduced by Bill LauranceMastered by Christoph Stickel @csmastering.com Bill Laurance is managed by Mike Chadwick for Mike Chadwick Management Cover art by Michael Kidner, Butterfly Wings, 1966 Oil on canvas, 168 x 183 cm (Image has been adjusted for print) © Estate of Michael Kidner, courtesy of Flowers Gallery

Ab 18,90 €*
Living Being IV
Vincent Peirani - Living Being IVCD / Vinyl / Limited red transparent Vinyl / digital Vincent Peirani accordion, accordina Emile Parisien soprano saxophone  Julien Herne bass Tony Paeleman piano, keyboards, Fender Rhodes Yoann Serra drums Mit Living Being IV: Time Reflections präsentiert der französische Akkordeon-Star Vincent Peirani die Fortsetzung seines – neben dem Duo mit Saxofonist Émile Parisien – langjährigsten Projekts. Gemeinsam mit Émile Parisien, Tony Paeleman (Keyboards), Julien Herné (E-Bass) und Yoann Serra (Schlagzeug) entfaltet Peirani ein musikalisches Panorama, das weit über die Grenzen des Jazz hinausreicht. Die Corona-Pandemie zwang die Band Living Being zu einer Pause und raubte ihr die Chance auf ein bereits geplantes drittes Album. Heute, einen großen Schritt weiter, überspringt die Band diesen Plan: Auf Album Nummer zwei folgt deshalb Nummer vier. Sinnbildlich für Peiranis Haltung: immer vorwärts – „geht nicht“ gibt’s nicht. Das gilt auch für seine Beziehung zum Instrument, dem Akkordeon, auf dem Peirani so ziemlich alles erzeugt, nur keine typische „Akkordeon-Musik“.Die Ursprünge von Living Being reichen zurück bis ins Jahr 2011: Fünf Freunde, deren Wege sich – unabhängig voneinander – von Südfrankreich nach Paris kreuzten, verbunden durch eine intuitive musikalische Nähe und ein gemeinsames Ziel: klangliche Freiheit und kollektive Kreativität. Heute bildet dieses Quintett eine eingeschworene Einheit, die auf der Bühne wie im Studio mit beeindruckender Selbstverständlichkeit agiert. Peiranis Ansatz als Leader bleibt dabei unverkennbar: kammermusikalisches Denken – wenige Stimmen, aber jede mit einzigartiger Rolle – und der Fokus auf das Zusammenspiel, nicht den Solisten.Bereits der Auftakt des Albums zeigt mit „Le Cabinet des Énigmes“ Vincent Peiranis Gespür für melodische Klarheit und raffinierte Klangschichtung – ein kindlich anmutendes Thema, kunstvoll überlagert, voller Bewegung und feiner Details. In „Better Days“, entstanden während des Corona-Lockdowns, entwickelt sich eine fragile Walzer-Melodie aus der Dunkelheit – ein Hoffnungsschimmer in der Isolation. Mit den ausladenden Kompositionen „Clessidra“, „Inner Pulse“ und der „Bremain Suite“ lotet das Ensemble erzählerische Tiefe aus. Die Länge ergibt sich organisch aus der Struktur – getragen vom gewachsenen Vertrauen der Musiker. Trotz unterschiedlicher Klangfarben erzählen sie dieselbe Geschichte. Im Zentrum des Albums steht die dreiteilige Suite „Time Reflections“ – ein vielschichtig verschachteltes Werk, das Peiranis architektonisches Denken widerspiegelt. Jedes Detail ist bewusst gesetzt, nichts dem Zufall überlassen. Mit „Phantom Resonanz“ gelingt eine überraschende Verbindung: Renaissance-Polyphonie trifft auf zeitgenössische Improvisation – das Akkordeon als Brücke zwischen den Jahrhunderten. In „L.L.“, einer Hommage an Lionel Loueke, und der „Bremain Suite“, die Songs von Queen, Portishead und den Beatles vereint, spielt Peirani mit Tempi und Formen – mutig, stilübergreifend, hochmusikalisch.Living Being ist mehr als ein Bandname – es ist eine Haltung. Fünf eigenständige Persönlichkeiten verschmelzen zu einem lebendigen Organismus, der atmet, kommuniziert und inspiriert. Mit Time Reflections setzen Vincent Peirani und sein Ensemble ein weiteres Ausrufezeichen in der europäischen Musiklandschaft – ein Album voller Tiefe, Vision und musikalischer Poesie.Credits: All tracks composed by Vincent Peirani except #8 – medley from UnderPressure, Glory Box & I Want YouUnder Pressure composed by Freddie Mercury, David BowieGlory Box composed by Isaac Lee Hayes, Geoff Barrow, Adrian Utley,Beth GibbonsI Want You composed by John Lennon, Paul McCartneyL.L is dedicated to Lionel LouekePhantom Resonanz is dedicated to Céline FoucautRecorded by Boris Darley at Studio des Bruères, FranceProduced by Amélie Salembier & Vincent Peirani / Yes les Guy’zzMixed by Nic HardMastered by Dave McNairArtwork by Jérôme WitzBand photo by Elisa RamirezCover photo by Frank SiemersWith the support of SCPP, CNM    

Ab 18,90 €*
ok
daoud - okCD / farbiges Vinyl (pink) / digital daoud trumpet, flugelhorn, synthesizers, ondes MartenotSilvan Strauss drums, percussionsLouis Navarro double bassLeo Colman synthesizers, piano, Fender RhodesJules Minck synthesizers, electric bass, electric guitarQuentin Braine additional percussionsKuz additional keyboards, sound design, additional production Special guests: corto.alto trombone, Mehdi Nassouli guembri, Charlie Burg tenor saxophone, Teis Semey electric guitar, Kuba Więcek alto saxophone, Julien Fillion tenor saxophone, Ludivine Issambourg flutes, Rosie Frater-Taylor vocals / electric guitarDas ACT-Debüt „ok“ des französischen Trompeters daoud ist geprägt von Kontrasten und Widersprüchen, vom Akt des Scheiterns und sturen Wieder-Aufstehens. Und es erzählt auch von der Akzeptanz des Unabänderlichen. daoud erklärt: "Das gesamte Album dreht sich um das Konzept der widerstrebenden Akzeptanz von Dingen, die man nicht kontrollieren kann. Na gut, ok, f***k it, dann ist es eben so." Auf 14 Tracks verbindet daoud Tragik und Humor, Chaos und Zärtlichkeit, Melodie und Lärm."ok" ist ein Jazzalbum mit Pop-Denke. Die Basis der Stücke nahm daoud live im Studio auf - zusammen mit Keyboarder Leo Coleman, Kontrabassist Louis Navarro, Schlagzeuger Silvan Strauss, E-Bassist / Gitarrist / Keyboarder Jules Minck und Keyboarder Kuz. Die vielen nachträglich hinzugefügten Sounds, Flächen und Texturen sind so subtil und raffiniert, dass man den Produktionsaufwand eher fühlt als hört. Augenfälliger ist die Riege internationaler Gäste, die der Musik noch mehr Farben verleihen: corto.alto (Posaune / GB), Rosie Frater-Taylor (Gitarre & Gesang / UK), Mehdi Nassouli (Guembri / MAR), Ludivine Issambourg (Flöte / FR), Teis Semey (Gitarre / NL), Kuba Więcek (Altsaxofon / PL) und Julien Fillion (Tenorsaxofon / FR). Alle Mitwirkenden haben die Vielfalt der Einflüsse des Albums tief durchdrungen: Jazz, Hip-Hop, Rock, Disco, Afrobeat und Drum'n'Bass stehen hier nicht im Genre-Sinne nebeneinander, sondern liefern das natürliche Vokabular einer wendungsreichen musikalischen Erzählung.daoud liebt das Spiel mit den Gegensätzen. Ironie trifft auf Melancholie, Humor verdrängt Traurigkeit, kindliche Verspieltheit verschleiert innere Kämpfe, das Schwere wird leicht, das Ernste wird ironisch. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in der visuellen Welt von „ok“ wider. Das Albumcover zeigt daoud als Kind - das Foto fängt die Verletzlichkeit ein, die auch die Musik des Albums prägt. Und auch die einfachen, kindlichen Zeichnungen der digitalen Single-Covers stehen für eine bittersüße Spannung zwischen Verspieltheit und Schmerz.Hinter alledem steht daouds persönliche Geschichte „Schon mit drei Jahren war ich von der Idee besessen, ein Clown zu sein“, erinnert sich dieser. „Ich muss wohl im Fernsehen oder sonst wo einen Clown gesehen haben, der Trompete spielte und gedacht haben: Das ist genau das Instrument, welches ein Clown spielen muss. So bin ich auf zur Trompete gekommen." Die Verbindung aus Komik und Tragik der Figur des Clowns prägt fortan daouds Haltung zur Musik. Er studiert Trompete, zuerst klassisch, dann im Jazz, doch bricht beide Wege wieder ab und gibt das Musikmachen mehrmals komplett auf. Stattdessen reist er quer durch Europa und Amerika, lebt in Hinterzimmern, arbeitet als Pizzabote, Kellner, Assistent eines Beerdigungsinstituts, spielt wie besessen Fußball und boxt. Er sagt über diese Zeit: „Ich glaube, ich habe das Trompete Spielen aufgegeben, weil es mir so viel bedeutet hat, dass ich mir selbst beweisen musste, dass ich auch ohne existiere."Schließlich kehrt daoud zur Musik zurück, nach seinen eigenen Regeln, als Trompeter, Bandleader, Produzent, Beat-Maker, Komponist, Texter und Toningenieur. Er lernt all dies durchs Machen. "Ich bin so dankbar, dass ich in der Ära des Internets lebe,“ sagt er. „Man buchstäblich alles herausfinden und lernen, was man will.“ daoud ist ein besessener Arbeiter, 18 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sein 2024 erschienenes Debütalbum „GOOD BOY“ produziert er in Eigenregie, die Aufnahmen dauern mangels Budgets nur drei Tage. Das Album setzt daoud auf die Landkarte der französischen und europäischen Jazz-Szene. Parallel produziert er kontinuierlich Musik anderer Künstler:inen in Pop und Hip-Hop, schreibt Songs und arbeitet als Session-Musiker in den unterschiedlichsten Genres.Das Album „ok“ macht daouds kontrastreichen Weg als Mensch und Musiker erfahrbar. "Kontraste und Wiedersprüche lösen etwas in uns aus, bringen uns aus dem Gleichgewicht und lassen uns Dinge auf eine Art und Weise empfinden, als es in homogenen Umgebungen der Fall wäre,“ sagt daoud. „Für mich sind das die Momente, in denen die stärksten Gefühle entstehen." "Kontraste und Wiedersprüche lösen etwas in uns aus, bringen uns aus dem Gleichgewicht und lassen uns Dinge auf eine Art und Weise empfinden, als es in homogenen Umgebungen der Fall wäre,“ sagt daoud. „Für mich sind das die Momente, in denen die stärksten Gefühle entstehen."Credits:All tracks composed by daoudProduced and arranged by daoud & Jules Minck, additional production by KuzRecorded by Julien Couralet at Studio Capitole, mixed by Olivier Cussac, mastered by Alexis Bardinet at Globe Audio MasteringCover art by daoud  

Ab 18,90 €*
Life Score
Nils Kugelmann - Life ScoreCD / Vinyl / digitalNils Kugelmann double bassLuca Zambito pianoSebastian Wolfgruber drumsNils Kugelmann will erzählen. Man merkt es an den Titeln seiner Stücke, den Ansagen bei seinen Konzerten und natürlich an der Musik selbst. „Die Verbindung von Musik mit Geschichten, Gefühlen und Situationen ist für mich essenziell“, meint der Wahl-Berliner Bassist, Komponist und Bandleader. „Bei Konzerten spreche ich bewusst und gerne mit dem Publikum und gehe ausführlich auf die jeweiligen Hintergründe der Stücke ein. Ohne diese Art der Kommunikation kann ich mir kaum vorstellen, Musik auf der Bühne zu präsentieren.“ Vor allem aber spielt und komponiert Nils Kugelmann musikalisch nachdrücklich und mit betörender Energie. Und es gelingt ihm wie keinem anderen deutschen Kontrabassisten der U30-Generation, sein Instrument zur Front-Figur seiner Musik zu machen. Direkt nach seinem Master im Jahr 2022 startete Kugelmann mit dem Debüt-Album „Stormy Beauty“ auf ACT durch: „Bass-Berserker“ (SZ), „Mega-Talent.“ (BR Klassik), Auszeichnungen, ausverkaufte Konzerte. Und auch über sein Kern-Trio hinaus spielt Kugelmann stiloffen, was ihm gefällt. Im Duo mit der Pianistin und Komponistin Shuteen Erdenebaatar beispielsweise begibt er sich in verhalten kontemplative und der Klassik zugewandte Klangwelten, neben dem Kontrabass hauptsächlich mit der im Jazz-Kontext selten verwendeten Kontra-Alt-Klarinette. Als Teil des Shuteen Erdenebaatar Quartetts wiederum agiert er kraftvoll und mit profunder gestalterischer Kraft. Es sind viele Schattierungen seiner Musikerpersönlichkeit, die Kugelmann in seinem eigenen Trio mit dem Pianisten Luca Zambito und dem Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber besonders prägnant formuliert. „Life Score“ ist in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung und Konzentration der Qualitäten der Band und ihres Leaders. „Unser erstes Album kam ja noch aus der Corona-Zeit heraus. Wir hatten kaum Möglichkeiten, live zu spielen und die Aufnahmen im Studio waren die erste richtige Gelegenheit, die Stücke auszuprobieren.“ erinnert sich Kugelmann. „Mit ‚Life Score‘ ist das ganz anders. Inzwischen haben wir viele Konzerte hinter uns, das Trio ist enger zusammengewachsen. Die Stücke wirken viel kompakter und konkreter“. Wesentlichen Anteil daran hat ACT-Chef und Produzent Andreas Brandis. Auf mehreren Livekonzerten testete das Trio das neue, von Nils Kugelmann geschriebenen Repertoire. Es folgten intensive gemeinsame Diskussionen über Stückauswahl, Arrangements, Sound und Dynamik. So konnte das Trio zusammen mit seinem Produzenten perfekt vorbereitet ins Studio gehen, sich auf die Arbeit an Feinheiten konzentrieren und die idealen Album-Fassungen der Stücke finden. Andreas Brandis sagt: „Nils Kugelmann ist nicht nur ein unglaublicher Bassist, sondern vor allem auch ein großartiger Songwriter. Und gerade weil seine Musik so prägnant und eingängig ist, war es wichtig, die Stücke auf ihren Kern zu reduzieren.“ Die Kompositionen des Albums haben allesamt eine cineastische Qualität, sind kurze Lebensfilme ihrer Protagonisten, „Life Scores“, die sich von Erlebnissen auf Tournee wie einem Besuch der Galapagos-Inseln, aber auch von allgemeineren Stimmungen wie dem Gefühl von lauen Sommerabenden, dem Duft der Nacht und dem unvergleichlich Erleben der Liebe inspirieren lassen. Das sind alles Geschichten, die sich in den Kompositionen wiederfinden, in klaren, präsenten Melodien, im groovenden, fließenden Rhythmus eines homogen klingenden Trios und auch in der Natürlichkeit melodischer Musik. Denn Nils Kugelmann will nicht nur erzählen. Er will auch gehört und verstanden werden – von einem breiten Publikum und auch von Zuhörer:innen seiner eigenen Generation. „Life Score“ bietet dafür, als so komplexer, wie mitreißender Entwurf eines cineastischen Gen-Z-Trio-Jazz, perfekte Voraussetzungen.Credits:Recorded by Klaus Scheuermann, on September 24–25, 2024, at Soundfabrik in Berlin, Germany Mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Bernd Zimmer, “Cosmos”, 2003

Ab 18,90 €*
Passacaglia
Adam Bałdych & Leszek Możdżer - PassacagliaCD / Vinyl / digital Adam Bałdych violin, renaissance violin Leszek Możdżer piano Auf „Passacaglia“ treffen zwei der prominentesten Charaktere des Jazz aus Polen aufeinander: Violinist Adam Bałdych und Pianist Leszek Możdżer. Das erste gemeinsame Album „Passacaglia“ ist die musikalische Essenz seiner Protagonisten. Das Repertoire reicht von freien Improvisationen über Werke, die die Musiker selbst geschrieben haben, bis hin zu ihren ganz persönlichen Interpretationen von Themen von Erik Satie, Josquin des Prez und anderen. Die Kombination von Instrumenten, die Bałdych und Możdżer auf dem Album verwenden, ist sehr ungewöhnlich: Eine Renaissance-Violine, zwei Flügel - einer auf 442 Hz und der andere auf 432 Hz gestimmt - und ein präpariertes Klavier. Diese Konstellation ermöglicht eine enorm vielfältige Palette musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten, die sich über Stile, Genres und sogar tonale und harmonische Konventionen hinwegsetzt. Die Welt, die Bałdych und Możdżer erschaffen, ist eine Welt von ausgewogener Schönheit, die sich in der edlen Form der Kammermusik ausdrückt, aber auch in intensiven Improvisationen.Im Kern geht es Bałdych und Możdżer um die Suche nach dem vollkommenden Klang. Und auch wenn der Ausgangspunkt dieser Suche oft das Schöne, Warme, Sanfte ist, wird man immer wieder von den Wendungen überrascht, die die Musik nimmt. Wie viele Alben, die nachhaltig fesseln ist Passacaglia anziehend und nahbar, gibt aber nicht gleich alle seine Geheimnisse preis, sondern lässt einen immer wieder zurückzukehren um mehr zu entdecken.Credits: Produced by the artists

Ab 18,90 €*
Funk is my Religion
Nils Landgren - Funk is my ReligionCD / Vinyl / digital Nils Landgren trombone &vocals Magnum Coltrane Price bass, vocals & additional keyboards Jonas Wall tenor saxophone & vocals Andy Pfeiler guitar &; vocals Petter Bergander keyboards & vocals Robert Ikiz drums Als Nils Landgren 1994 mit seiner Funk Unit an den Start ging, war von vielen die Frage zu hören: Wer braucht schon Funk aus Schweden? Heute, 17 Jahre, zehn Alben und hunderte von Konzerten später, fragt das niemand mehr. Weil die Antwort klar ist: Wer die heißeste europäische Version dieser unauflösbar mit Soul, Rhythm and Blues und Jazz verbundenen Musik hören will, der kommt an dieser Band nicht vorbei. Selbst die Pioniere, Godfathers und Granden der Szene ließen sich überzeugen: Ob James Browns musikalische Masterminds Maceo Parker und Fred Wesley, ob Ray Parker jr. und Joe Sample von den Crusaders, sie alle machten schon bei der Funk Unit mit. Und die Mission ist noch lange nicht zu Ende. Auch die Pandemie konnte das elfte Album nicht verhindern. „Ursprünglich wollten wir in den Palma Studios auf Mallorca aufnehmen, aber Corona schob dem einen Riegel vor,“ erzählt Nils Landgren. „Darauf entschieden wir, es im „Redhorn District“ in Bad Mein-berg einzuspielen, aber auch in Deutschland ging dann nichts mehr. Was also sollten wir tun. Aufgeben? Die Funk Unit? No way! Ich fragte meinen Freund Björn Yttling, ob wir in sein Ingrid-Studio in Stockholm gehen könnten, und er sagte: Kein Problem. Wenige Tage vor der Session bestimmten die schwedischen Autoritäten, dass nicht mehr als acht Leute auf einmal zusammenkommen dürfen. Glücklicherweise blieben wir sechs mit nur einem Toningenieur unter dieser Grenze…“ So ist diesmal also die Kerntruppe der Funk Unit zu hören. Eine verschworene Gemeinschaft, zu der neben Landgren von Anfang an Magnum Coltrane Price am Bass gehört, der hier auch als Produzent auftritt. Und zu der nach und nach Jonas Wall am Tenorsaxofon, Andy Pfeiler an der Gitarre, Petter Bergander an den Keyboards sowie Robert Ikiz am Schlagzeug dazu gestoßen sind. Was sie eint, drückt am besten der Titel des neuen Albums aus: „Funk is my Religion“. Die Verehrung der großen Vorbilder in Kombination mit den eigenen, persönlichen, europäischen Qualitäten - das ist das Geheimnis, warum die Nils Landgren Funk Unit eine der erfolgreichsten und langlebigsten Funkbands ist.Alles, was Funk ausmacht, und mehr findet sich dementsprechend auch auf „Funk is my Religion“. Das beginnt mit dem warmen Soul des Openers „Amanda“, in dem ein softes Key-board, ein weicher Bläsersatz und ein träumerisches Posaunen-Solo die Akzente setzen. Wird bei „Anyway You Want It“ zu im-mer noch ruhigem, aber knallhartem Funk. Beschleunigt rasant auf „See Ya in Court“, pendelt sich mit dem Titeltrack in federnden Groove ein und zeigt auf „ES in Memoriam“ auch mal die melancholisch, bluesige Seite. Klassischer, pechschwarzer und gospeliger Synkopen-Funk zum Mitsingen und Mitwippen ist mit „Doing It for the People“ ebenso vertreten wie ein an James Brown erinnernder Reißer („Play Funk“), ein jazziges Solistenstück, („Brand New Funk“) und die überschäumende finale Hymne. Das meiste mit charakteristischen Basslines, vieles im Wechsel- und Chorgesang, alles im Teamwork (wie auch ein früheres Funk Unit-Album heißt): Auch die zehn Kompositionen teilten sich Landgren, Price, Pfeiler und Wall auf. „Jedes Stück erzählt eine Geschichte“, sagt Nils Landgren, „manchmal von Personen, die uns inspiriert haben oder die wir bewundern, manchmal etwas, das einfach gesagt werden musste. So schlicht und einfach, wie es der Titelsong auf den Punkt bringt.“ Zu den Personen, die hier mit Stücken geehrt werden, gehört der große, tragisch und früh verstorbene Esbjörn Svens-son, der seinerzeit die Funk Unit mit aus der Taufe gehoben hatte und für den Landgren „in Memoriam“ hier eine wunderschön traurige Posaunenmelodie spielt. Doch Landgren, der Entdecker und Produzent so vieler Sängerinnen, hat auch schon immer starke Frauen zu Titelfiguren erhoben. Hier sind es die junge Poetin Amanda Gorman, „die uns alle bei der Inauguration von Joe Biden so beeindruckt hat“, und Kamala Harris, die erste weibliche, schwarze und asiatische amerikanische Vizepräsiden-tin, denen er fast schon Liebeslieder im Soul-Gewand widmet. Da ist er wieder, der Blick in die USA, als „die größte und wichtigste Demokratie, deren Vorgänge ich auch trotz Pandemie verfolge und deren Vorkämpferinnen ich würdigen möchte,“ wie Landgren erklärt. Aber natürlich auch als Land der musikalischen Wurzeln. „Ohne den Trompeten-Jazz meines Vaters und die Soulplatten, die mir mein älter Bruder vorspielte, würde es das, was wir machen, nicht geben. Diese wohlschmeckende Suppe mit vielen Zutaten.“ So ist „Funk is my Religion“ auch das Vermächtnis der vielen Vorgänger und Vorbilder dieser unvergleichlich körperlichen („It‘s no plastic“ heißt es auf „Play Funk“) und vitalen Musik. Eines, das auch in Zukunft von Schweden aus in alle Welt weitergegeben wird, wie der Schlusstitel unmissverständlich klar macht: „NLFU Will Never Stop“!

Ab 17,50 €*