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Late on Earth
Joel Lyssarides: Late on EarthCD / Vinyl (LP, 180g) / Limited Curacao Blue Vinyl (LP, 180g) / digital Joel Lyssarides piano Niklas Fernqvist bass Rasmus Blixt drumsFür den schwedischen Pianisten Joel Lyssarides stehen Substanz und Tiefe stets über großen Konzepten, Emotion und Ausdruck über bloßer Virtuosität. Musikmachen sei für ihn wie die Suche nach Sandkörnern in der Wüste. Ein andauernder Weg vieler kleiner Schritte. Seine Musik lebt von ihren Details: von feinsten Nuancen, von subtilen Verschiebungen in Harmonie, Groove und Dynamik. Und von einem charakteristischen, glasklaren, aber nie scharfen Sound am Piano. Dass Joel Lyssarides‘ Musik inzwischen über 100 Millionen Streams erreicht hat, zeigt: Diese leise Intensität findet weltweit ihr Publikum.Lyssarides gehört zu jener Generation europäischer Jazzmusiker, die stilistische Grenzen längst hinter sich gelassen haben. Er ist ein gefragter Partner – aktuell an der Seite von Nils Landgren und als Teil des e.s.t.-Tribute-Projekts mit Dan Berglund und Magnus Öström, aber auch als Komponist für Pop-Produktionen oder Musik zu Videospielen. Im Zentrum seines Schaffens steht jedoch weiterhin das Klaviertrio – jene Formation, in der sich sein musikalischer Kosmos am unmittelbarsten entfaltet.Joel Lyssarides‘ neues Album Late on Earth ist das Ergebnis eines ungewöhnlich langen und intensiven Prozesses. Über mehr als vier Jahre hinweg entwickelte sich die Musik in engem Austausch mit Produzent Andreas Brandis – ein kreativer Dialog, der Lyssarides ermutigte, neue Wege zu gehen. „Es war ein fast schon therapeutisch. Einerseits weiß Andreas, wozu ich musikalisch in der Lage bin, aber ich habe auch eine Menge Zweifel mit ihm geteilt. Am Ende haben wir alles zusammen beschlossen, die Auswahl der Besetzung, das Studio (in diesem Fall das legendäre Bauer Studio), die Songs, die finalen Takes. Das alles hat mir enorm geholfen und ich glaube, ich konnte noch nie auf einer Aufnahme so ehrlich festhalten, wer ich bin und was ich empfinde.“ Und er scherzt: „Zum ersten Mal habe ich auf einem Album auch Stücke in Dur!“Ein besonders wichtiger Grund für die emotionale Tiefe der Musik war, dass Brandis Lyssarides ermutigte, mehr Risiken einzugehen und seine Vorstellung von Perfektion loszulassen. „Gerade in einer Zeit, in der Musik immer stärker digital poliert oder gleich komplett von K.I. generiert wird, interessierte Andreas vor allem das Gegenteil: das Menschliche. Am Ende sind es oft die kleinen Unvollkommenheiten, die Musik lebendig machen, es geht darum die Suche nach dem, wer Du bist, nach Deinem Sound, Deinem Ausdruck festzuhalten.“Dabei folgt Joel Lyssarides keiner konzeptionellen Agenda. Seine Musik entsteht aus unmittelbarer Erfahrung. „Ich setze mich ans Klavier, fühle etwas – und spiele, oft stundenlang.“ Viele Stücke auf Late on Earth sind aus solchen Momenten entstanden: aus Schlaflosigkeit, aus Liebe, aus flüchtigen Gedanken oder kleinen Beobachtungen. Und es ist für Lyssarides ein großes Glück, wenn es diese kleinen Momente nach draußen, zu den Hörer*innen schaffen und ihr eigenes Leben entwickeln. Das kann sich auch skurril anfühlen, wie er beschreibt: „Neulich hat mir ein anderer Pianist seine Version eines meiner Stücke geschickt und geschrieben, wieviel es ihm bedeutet. Und ich habe gedacht: Moment, die Nummer habe ich um vier Uhr morgens in meiner Unterwäsche geschrieben.“ Late on Earth ist eine Sammlung aufrichtiger musikalischer Momentaufnahmen – voller Schönheit, manchmal mit rauen Kanten, immer getragen von großer emotionaler Klarheit. CreditsRecorded 07–08 July 2025 at Bauer Studios, Ludwigsburg Recorded, mixed and mastered by Adrian von Ripka Composed by Joel Lyssarides Produced by Andreas Brandis Photos by Andreas Brandis (Joel Lyssarides),Joel Lyssarides (Niklas Fernqvist; Rasmus Blixt)Cover art by Jiří Georg Dokoupil, used by kind permission of the artist© VG Bild-Kunst, Bonn 2026Design by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Joachim Kühn & Young Lions
Joachim Kühn: Joachim Kühn & Young LionsCD / Vinyl (LP, 180g) / digital Joachim Kühn piano Jakob Bänsch trumpet AndrésColl marimba Nils Kugelmann bass Sebastian Wolfgruber drumsWenn man Joachim Kühn um seinen 80. Geburtstag im Jahr 2024 fragte, was er über das Älterwerden denkt, fiel die Antwort erstaunlich klar aus: Es ärgert ihn. Kein Anlass zur Sentimentalität, kein Grund zum Feiern – vielmehr ein Zustand, gegen den anzuspielen ist: gegen den Lauf der Zeit, gegen Ablenkung und Zerstreuung, gegen jeden Anflug von Stillstand.Doch fragt man ihn, wie es ihm wirklich geht, zeigt sich ein anderes, fast widersprüchliches Bild. „Ich bin produktiver denn je. Mein Tagesablauf dreht sich komplett um die Musik. Ich komponiere und improvisiere. Jeden Tag, stundenlang.“ Achtzig-plus bedeutet für Joachim Kühn vor allem eines: keine Zeit verlieren. Üben, kreieren, weitergehen. „Ich möchte noch freier spielen“, sagt er, „wie all die großen Musiker am Ende ihres Lebens – Bach etwa oder John Coltrane.“Dieser unerschöpfliche Drang, besser zu werden, sich nicht zu wiederholen, Neues auszuprobieren, prägt Kühns gesamtes musikalisches Leben. Klassik, Free Jazz, Jazzrock, Modern Jazz, Musiken der Welt – Joachim Kühn ist ständig auf der Suche nach neuen Inspirationen. Und nach Musikern, die ihn herausfordern, zwingen, wach zu bleiben und sich weiterzuentwickeln.Das Album Joachim Kühn & Young Lions erfüllt all diese Bedürfnisse. Kühn schrieb im Dezember 2024 und Januar 2025 neue Musik mit dem Ziel, diese mit Menschen aufzunehmen, mit denen er noch nie zuvor gespielt hatte. „Vom Sound her war meine Idee: Trompete und Marimbaphon“, erinnert er sich. Der Vibraphon-Part war von Anfang an klar: Andrés Coll, den Joachim Kühn in seiner Wahlheimat Ibiza entdeckte. „Ein unglaubliches Talent“, wie er sagt. Man könnte meinen, dass sich zwei Virtuosen an zwei verwandten Instrumenten gegenseitig im Weg stünden. Doch das Gegenteil geschieht: Coll spielt nicht weniger dicht und intensiv als Kühn, aber statt sich gegenseitig den Raum zu nehmen, verschmelzen ihre Noten, mischen sich wie Farbtupfer auf einem Gemälde zu neuen, noch intensiveren Tönen.Die Suche nach dem passenden Trompeter gestaltete sich schwieriger. „Ich habe mir sehr viele Kandidaten angehört, aber keiner hat mich überzeugt. Schließlich empfahl mir mein Freund Roland Spiegel, Jazzredakteur beim Bayerischen Rundfunk, den jungen Jakob Bänsch und spielte mir dessen Musik vor. Ich wusste schon in der ersten Minute: Der muss unbedingt dabei sein.“ Bänsch besuchte Kühn auf Ibiza, und zusammen mit Andrés Coll probten sie vier Tage lang gemeinsam die besonders auf der Trompete extrem anspruchsvoll zu spielende Musik. Die Anstrengung lohnte sich. Bänsch gelingt auf dem Album ein Spagat: klar und intonationsstark in Kühns komplexen Themen und zugleich wendig und nuanciert in den sehr freien Improvisationen.Die Rhythmusgruppe von Young Lions entstand durch eine Begegnung mit ACT-Chef Andreas Brandis. Dieser war von der Idee einer neuen Band mit jungen Musikern sofort begeistert und spielte Kühn das Album Life Score des Nils Kugelmann Trios vor. Kühn und Kontrabassist Kugelmann trafen sich noch am selben Tag im Berliner ACT-Büro. „Wir mochten uns spontan sehr. Ich hörte nach unserem Treffen intensiver seine Musik und dachte: Der passt perfekt“, erinnert sich Kühn. Offen war noch die Frage nach dem Schlagzeuger: Nachdem Kühn Nils Kugelmanns Album mehrmals gehört hatte, wurde ihm klar: „Kugelmann und sein Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber sind doch ein Team! Die kennen einander und funktionieren fantastisch zusammen für die neue Band.“ Wie ihre Mitspieler glänzen auch Kugelmann und Wolfgruber mit Meisterschaft in zwei scheinbar gegensätzlichen Bereichen: Gewicht, Erdung, Stabilität, wenn es die Musik erfordert – und im nächsten Moment vollkommener Freiflug über alle musikalischen Grenzen hinweg. Unterm Strich ist Young Lions, aufgenommen im Studio von Joachim Kühns Freund und Produzent Axel Kroell, ein Glücksfall – für die Zuhörer, die Band und ihren Leader, der sagt: „Diese vier Typen, alle zwischen Anfang 20 und Anfang 30, sind Ausnahmemusiker ihrer Generation. Einer unter tausend hat so ein Talent, bei dem du sofort weißt: Die werden mal ganz groß. Eigentlich sind sie es jetzt schon. Aber was die erst in ein paar Jahren spielen werden – darauf freue ich mich schon heute. Die haben mich echt angezündet, wir spielen absolut auf Augenhöhe, ich bin total begeistert.“ Die vielleicht wichtigste Botschaft des Albums ist die des Miteinanders, des Verbindens von unterschiedlichen Generationen und Persönlichkeiten. In einer Zeit der Polarisierungen ist dies so etwas wie eine musikalische Utopie. Und durch diese entsteht neue Musik, die mehr ist als die Summe ihrer Teile. Young Lions ist die Essenz der Idee des Jazz – und auch die Essenz von Joachim Kühn, einem ihrer weltweit wichtigsten Vertreter. CreditsRecorded August 27th to 28th 2025, at Polyester Studio, Munich, GermanyRecorded, mixed and mastered by Klaus ScheuermannAll music composed by Joachim KühnPiano tuner: Alex MahlerJoachim Kühn is a Steinway ArtistProduced by Axel KroellExecutive Producer: Andreas BrandisPhotos by Tibor Bozi Cover art by SHOSHU © 2025Used by kind permission of the artistDesign by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Echomyr
Lars Danielsson: Echomyr CD / Vinyl (LP, 180g) / digital  Lars Danielsson double bass, cello, gimbri (#10), piano (#10), electric guitar (#6) Gregory Privat pianoJohn Parricelli guitar Magnus Öström drums & percussionGuests: Arve Henriksen trumpet on #3, 7Magnus Lindgren flute & alto flute on #6Carolina Grinne English horn on #8 Echomyr, der Titel des fünften Albums der „Liberetto“-Reihe des schwedischen Kontrabass- und Cellomeisters sowie Komponisten Lars Danielsson, steht für Musik aus dem tiefsten Inneren. „Der Albumtitel ist eine Eigenkreation,“ sagt Danielsson. „Echo beschreibt ein weites Feld von Klang, myr ist ein altes nordisches Wort für ‚Moor‘. Klang aus den Tiefen der Erde, aus dem tiefsten Inneren. Gerade jetzt stellen wir uns die Frage, was uns menschlich und unverwechselbar macht. Danach habe ich mein ganzes Leben lang als Musiker gesucht: nicht einfach etwas zu kopieren, das es schon gibt, sondern etwas zu finden, das aus dem eigenen Herzen und aus einem selbst kommt.“Mit Echomyr führt Lars Danielsson seinen ganz eigenen musikalischen Weg konsequent fort. Er verbindet die Freiheit, Harmonik und rhythmische Intensität des Jazz mit der Klangkultur seiner klassischen Wurzeln sowie der melodischen Eingängigkeit populärer und folkloristischer Lieder. Danielssons Kompositionen erkennt man sofort. Er ist ein Meister der Melodie und besitzt die Fähigkeit, Komplexes stets einfach und natürlich klingen zu lassen. Früher, erzählt Danielsson, der mit Rock’n’Roll und Free Jazz aufwuchs, habe er oft kompliziert komponiert, um sich hinter dieser Komplexität zu verstecken. Heute sucht er das Gegenteil: Klarheit. „Es ist nicht schwierig, komplizierte Musik zu schreiben. Aber Musik zu schreiben, die Menschen verstehen und die dennoch Persönlichkeit und Tiefe besitzt – das ist eine echte Herausforderung, die ich immer wieder annehme.“ Es ist genau diese Balance aus Tiefgang und Leichtigkeit, die Danielssons Musik so besonders macht – und auf Echomyr erreicht sie eine neue Evolutionsstufe. Für Danielsson sind Kontinuität und Weiterentwicklung wertvoller als die ständige Suche nach spektakulären Konzepten. Mit dem Kern seines „Liberetto“-Quartetts – e.s.t.-Drummer Magnus Öström und dem renommierten britischen Gitarristen John Parricelli – arbeitet er seit über 15 Jahren zusammen. Die Klavierposition hatte zunächst Tigran Hamasyan inne; seit 2017 ist Gregory Privat fester Pianist der Band – mit einer idealen Mischung aus Virtuosität und stets songdienlichem Spiel. Dazu kommen drei Solist*innen, die alle eine große Gesanglichkeit an ihren Instrumenten gemein haben und die Stücke des Albums um ihre „Stimmen“ erweitern: Trompeter Arve Henriksen, Flötist Magnus Lindgren und Carolina Grinne am English Horn. Beim Komponieren denke er weder an Markt noch an Erfolg, sagt Danielsson. Mit der Zeit sammle sich genügend Material an; dann arbeite er – oft gemeinsam mit seiner Frau und musikalischen Partnerin Cæcilie Norbe und engen Vertrauten seines Labels ACT – an der Dramaturgie, aus der ein Album entsteht, das Menschen berühren kann. Doch selbst dann gehe es ihm nicht darum, zu gefallen, sondern um einen ehrlichen, tief empfundenen Ausdruck. So entstand „Something She Said“, das letzte Stück auf Echomyr, unter dem Eindruck von Nachrichtenbildern aus aktuellen Kriegsgebieten wie Gaza oder der Ukraine. Danielsson reagiert nicht mit Lautstärke oder Wut, sondern mit Nachdenklichkeit und Mitgefühl. Ein Echo aus dem Inneren – ehrlich, klar und zeitlos.CreditsMusic composed by Lars Danielsson Horn arrangement on #3 by Arve Henriksen Recorded April 6-9 and Oct 28-31, 2025   Recorded and mixed by Bo Savik at Tia Dia Studios, Mölnlycke, Sweden Mastered by Klaus Scheuermann Piano tuning by Bengt Eriksson Photo by Peter PousardProduced by Cæcilie Norby, Magnus Öström & Lars DanielssonCover art Peter Krüll, used by kind permission of the artist Design by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
What We Are Made Of
SHALOSH: What We Are Made OfCD / Vinyl (LP, 180g) / digital Gadi Stern pianoDavid Michaeli double bassMatan Assayag drums Mit SHALOSH war von Anfang an klar, dass wir uns niemals auf ein einziges Genre festlegen, sondern unsere Musik so offen wie möglich halten wollen“, sagt Schlagzeuger Matan Assayag. „Das ist der beste Weg, um uns als Menschen und Musiker vollständig einzubringen – und die einzige Möglichkeit, wirklich authentisch zu bleiben.“ In den mehr als zehn Jahren seit seiner Gründung hat das Trio genau diesen frei atmenden, energiegeladenen und tief empfundenen Stilmix zu seinem Markenzeichen gemacht: Jazz und Improvisation treffen hier auf Rock, arabische Musik, westliche Klassik und Pop. Musik ohne Grenzen, mitreißend und ansteckend – inzwischen mit Fans auf der ganzen Welt. What We Are Made Of, das vierte Album für ACT, macht die Summe aller Einflüsse, die SHALOSH prägen, eindrucksvoll hörbar. Mit verblüffend fantasievollen Bearbeitungen der 90er-Euro-Pop-Hymne Barbie Girl, Oasis’ Don’t Look Back in Anger, Natalie Imbruglias Hit-Ballade Torn, Muses heftig rockendem Hysteria und seinen vielschichtigen Originalkompositionen ist es das bislang offenste Album der Band. Zugleich ist es das erste Album, für das SHALOSH mit einem Produzenten gearbeitet haben: ACT-Chef Andreas Brandis.„Wir sind ein Piano-Trio in einer Welt voller Piano-Trios – und mit bereits sechs Alben im Rücken wollten wir sicherstellen, dass wir uns weiterhin aus unserer Komfortzone herausbewegen“, sagt Pianist Gadi Stern. „Das führte dazu, dass wir versucht haben, eine Menge fremder Kompositionen aus allen möglichen Richtungen neu zu denken. Und es bedeutete auch, dass wir mit Andreas, den wir seit Jahren kennen und schätzen, eine neue Perspektive dazu genommen haben. Er hat uns in unserem Ansatz, ganz neue Dinge auszuprobieren sehr bestärkt und während einer Woche intensiver Proben, im Studio und auch im Nachgang enorm unterstützt – und das Ergebnis ist außerordentlich kreativ geworden.“Die neun finalen Stücke des Albums sind das Destillat aus einem Vielfachen an Eigenkompositionen und Covers. Gadi Stern beschreibt seinen Prozess im Umgang mit bekannten Vorlagen: „Wenn ich mich einem bekannten Song nähere, suche ich immer nach etwas, das mir persönlich fehlt, obwohl es in der Komposition eigentlich angelegt ist. Barbie Girl beispielsweise ist ein brillant sarkastischer Song mit großartigem Text: in Moll, mit einem melancholischen melodischen Kern – aber die Produktion ist eben 90er-Euro-Pop. Ich habe alle Elemente auseinandergenommen, um zu sehen, wie wir sie wieder zusammensetzen können, sodass es dem aus meiner Sicht ziemlich tragischen Wesen der Nummer gerechter wird. Die Version von Don’t Look Back in Anger entstand während eines Spaziergangs auf einer Reise. Plötzlich hatte ich den Groove im Kopf und habe ihn auf dem Handy aufgenommen, das Ganze hat nur 15 Minuten gedauert.“ Andere Stücke brauchten länger, um zu reifen – etwa die Version von Torn. „Wir hatten sie 2018 für ein Album aufgenommen, aber sie hat es nicht auf die Platte geschafft, weil sie zwölf Minuten lang und völlig chaotisch war“, sagt Bassist David Michaeli. „Wir haben sie Andreas während der Berlin-Sessions vorgespielt – und er war großartig darin, uns zu sagen, was wir streichen und was wir behalten sollten. Plötzlich ergab alles Sinn.“ Auch die eigenen Kompositionen des Trios spannen weite Bögen. Sie reichen vom bitter-süßen, entschleunigten Ella Plays, inspiriert von Sterns Tochter, über das dunkle, vom libanesisch-US-amerikanischen Dichter Khalil Gibran beeinflusste Point of Gravity bis zu den meditativen Harmonien von Circle.„Letztlich ist die Band ein geschützter Raum für uns drei, in dem wir uns frei ausdrücken können“, sagt Assayag. „Wir akzeptieren einander, und all unsere Songs sind eine kollektive Arbeit – genau das hört man auch in der fertigen Musik: die Vielfalt an Einflüssen und Erfahrungen, die uns ausmacht. Deshalb haben wir das Album ‚What We Are Made Of‘ genannt.“ SHALOSH zelebrieren die Freiheit, die Schönheit der Kontraste, den Wert des Aufeinander-Hörens, den zutiefst menschlichen Prozess des Kreativen Suchens und Findens – Qualitäten, die gerade jetzt besonders wichtig scheinen. CreditsRecorded September 10–11, 2025Recorded by Klaus ScheuermannMixed and mastered by Klaus ScheuermannProduced by Andreas BrandisCover art by Ross Bleckner, used by kind permission of the artistDesign by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Walking Distance
Peter Somuah: Walking Distance CD / Vinyl (LP, 180g) / digital  Peter Somuah trumpet, flugelhorn                    Anton de Bruin rhodes, organ, keys Jens Meijer drumsMarijn van de Ven bassDanny Rombout percussion Heleen Vellekoop flute on #2Nia Ralinova cello on #2, 3 Spätestens seit der Veröffentlichung seines ACT-Debüts Letter to the Universe (2023) und dem Nachfolger Highlife (2024) hat sich der aus Ghana stammende und aktuell in Rotterdam lebende Trompeter Peter Somuah als Brückenbauer zwischen Kulturen und Kontinenten etabliert. “Jazz als Weltsprache.”, nennt es die Süddeutsche Zeitung. Für Peter Somuah sind musikalische Einflüsse geografisch weit auseinander liegender Kulturen immer nur einen Schritt weit voneinander entfernt. Darum, und um die integrative Kraft dieser Idee, geht es in seinem neuen Album Walking Distance.Alles auf dem Album dreht sich um das Erforschen von Gemeinsamkeiten. Walking Distance ist eine Reise durch unterschiedlichste Genres, die trotz ihrer Verschiedenheit tief miteinander verbunden sind. Peter Somuah vereint Elemente des Post-Bop-Jazz mit arabischer Musik, lateinamerikanische Grooves, Blues, und Funk verschmelzen mit Einflüssen aus Ghana. So entsteht eine hörbare Repräsentation von Somuah’s Überzeugung, dass all diese Kulturen und Einflüsse buchstäblich nur einen Spaziergang voneiander entfernt sind. Mithilfe dieser breit gefächerten Einflüsse erzählen die Stücke des Albums von alltäglichen Erfahrungen: vom Unterwegssein im Trubel des Lebens, vom Losgehen und Ankommen, von universellen Handlungen, die alle Menschen verbinden. Dieses „Erzählen“ erweist sich auf Walking Distance – wie bereits auf den Vorgängeralben – als eine der großen Stärken Peter Somuahs. Mit mal strahlendem, mal brüchigem Ton nimmt er die Hörer*innen mit auf seinen ganz persönlichen Weg: aus Ghanas Hauptstadt Accra mit ihrer vitalen Highlife-Szene über Stationen in Asien bis nach Europa. Getragen wird die Musik von den luftigen Grooves von Somuahs multinationaler Band, die er in Rotterdam zusammengestellt hat. Auch sie verkörpert die Offenheit ihres Leaders: den Glauben daran, dass alle Musiker*innen – unabhängig von ihrer Herkunft – in der Lage sind, jede Musik der Welt zu spielen, wenn sie deren Vokabular und Geschichte aufmerksam und respektvoll durchdringen. Peter Somuah erläutert: „Ich möchte, dass sich die Hörerinnen und Hörer zugleich geerdet und inspiriert fühlen, sich durch die Musik wieder mit sich selbst und der Welt um sie herum verbinden. Walking Distance steht für meine Suche zwischen Tradition und Innovation. Es ist die Geschichte einer Erkundung der Räume zwischen den Welten, dem Finden von Gemeinsamkeiten in der Vielfalt und davon, Musik als Brücke zu nutzen, um uns alle einander wieder ein Stück näherzubringen.“ Die Art, auf die der 29-Jährige dies tut, ist ein Spiegel seiner Persönlichkeit: Souverän, gelassen, aufrichtig, furchtlos - und immer mit einem Lächeln. CreditsRecorded between 25 and 27 August 2025 at The Womb Studios, The Hague, NetherlandsRecorded by Tijmen van WageningenMixed by Anton de BruinMastered by Stuart HawkesProduced by Peter Somuah, Anton de BruinComposed by Peter Somuah

Ab 18,90 €*
Time to Live
Marius Neset & Bergen Big Band: Time to LiveCD / digital Marius Neset tenor & soprano saxophonesAnton Eger drums & percussionBergen Big Band Der Norweger Marius Neset ist einer der virtuosesten und komplexesten Saxofonisten unserer Zeit - und ein meisterhafter Komponist und Arrangeur für große Ensembles vom Orchester bis zur Bigband. Sein Album Time to Live zusammen mit der Bergen Big Band und Schlagzeuger Anton Eger spiegelt eine Idee wider, die sich konsequent durch Neset's Werk zieht: Musik als Quelle von Kraft und Zuversicht in dunklen Zeiten.  CreditsRecorded by Elaine Maltezos at Lungegårdens Kulturarena, Bergen, Norway, June 2022 Recording Assistant: Mathias Røyrvik Recording Producer: Martin Winter Mixed by August Wanngren at Virkeligheden Mastered by Sofia von Hage and Thomas Eberger at Stockholm Mastering Additional keyboards on #1, 2, 4 and 7: Morten Schantz Editing: Elaine Maltezos and Michael Barnes Artist photos by Helge Hansen, band photo by Stein Hødnebø Design by Jonas BoströmProduced by Marius Neset & Anton Eger All music composed and arranged by Marius Neset Cover photo by Helge Hansen

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Circadia
Mammal Hands: Circadia CD / Vinyl (LP, 180g) / Limited transparent vinyl (LP, 180g) / digital  Nick Smart pianoJordan Smart saxophoneRob Turner drums Mammal Hands stehen an der Spitze einer neuen Generation britischer Musiker*innen, für die Jazz vor allem Ausgangspunkt für einen neuen, eigenen Ausdruck ist. Das Trio rund um die Brüder Nick Smart (Piano) und Jordan Smart (Saxofon) verbindet zeitgenössischen europäischen Jazz mit von Rock und Electronica geprägten Rhythmen sowie cineastischen Klanglandschaften – und erreicht damit ein internationales Publikum weit über Genregrenzen hinaus.Das sechste Album Circadia markiert in mehrerer Hinsicht einen Wendepunkt: Es ist die erste Veröffentlichung der Band auf ACT was, wie die Musiker selbst sagen, eine neue Dimension von Sichtbarkeit und künstlerischer Freiheit eröffnet. Und es ist das erste Album mit neuem Schlagzeuger – Rob Turner, dem langjährigen Motor der britischen Jazz-Erfolgsgeschichte GoGo Penguin. Der Wechsel in der Besetzung war Anstoß für Nick und Jordan Smart, den Kern der Band neu zu definieren. „Wir kennen Rob seit über einem Jahrzehnt“, sagt Nick. „Wir stammen aus derselben Szene und teilen musikalische Instinkte. Mit ihm konnten wir die Seele unserer Musik neu freilegen und weiterentwickeln.“ Nach einer gemeinsamen Tour reifte die Entscheidung, ein Album aufzunehmen. „Wir haben unterwegs viel gesprochen – über Musik und über das Leben“, sagt Jordan. „Die neuen Stücke entstanden aus offenen Skizzen und basierten auf unseren Grundprinzipien: Improvisation, Intensität im Moment und ein starkes gemeinsames Timing.“ Nach der Tour zog sich das Trio für Probesessions in das Briggs Building im Osten Londons zurück. Dort entwickelten sie ihren seit dem Debüt Animalia (2012) charakteristischen, melodisch-hypnotischen Sound weiter und luden ihn mit neuer Energie auf. „Jordan und ich kommen stark aus der elektronischen Musik, Rob eher aus einer offenen, fast spirituellen Improvisationshaltung“, so Nick. „Die Arbeit war geprägt von Gleichberechtigung, Empathie und dem Erzählen von Geschichten.“Das Ergebnis sind die neun eindringlichen Stücke von Circadia: vom melodisch-dichten Opener „Window To Your World“ über die fließenden Harmonien von „Paper Boats“ und das spannungsgeladene von „Alia’s Abandon“ bis zum dunklen „Submerge“. Das Album schlägt eine Brücke zurück zum vertrauten Mammal-Hands-Sound und öffnet zugleich neue klangliche Räume. „Nicks Synth-Bass und Robs Schlagzeug haben eine neue rhythmische Basis geschaffen, die das ganze Album trägt“, sagt Jordan. „Wir fühlten uns frei, Grenzen zu verschieben und stärker mit elektronischen, beat-orientierten Texturen zu arbeiten – als würden all unsere bisherigen Erfahrungen in Mammal Hands zusammenfinden.“Diese zyklische Entwicklung, die dem Album seinen Titel gibt, spiegelt sich auch im Labelwechsel von Gondwana Records zu ACT wider. „Das Esbjörn Svensson Trio war ein großer Einfluss für mich“, sagt Rob. „Bei ACT zu veröffentlichen fühlt sich wie Heimkommen und Neuanfang zugleich an.“ Auch für Nick und Jordan bedeutet der Wechsel kreative Freiheit: „Es gab keine Vorgaben, keinen Ballast“, so Jordan. „Es ist wie ein offener Raum – für uns und für die Zuhörer*innen.“ Frei fließend und zugleich geerdet: Circadia markiert den Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte von Mammal Hands. CreditsRecorded March 20th to March 24th 2025 at Giant Wafer Studios, WalesRecorded by Ben CappMixed by Ben Capp Mastered by Shawn JosephComposed by Mammal HandsProduced by Mammal Hands and Ben CappCover Art by Cecily Eno

Ab 18,90 €*
Love of my Life
Nils Landgren: Love of My Life CD / Double vinyl (2xLP, 180g) / limited red transparent double vinyl (2xLP, 180g) / digital  Nils Landgren vocals, tromboneThe Swedish Radio Symphony OrchestraUlf Forsberg concertmasterJoel Lyssarides pianoLars Danielsson bassRobert Ikiz drumsIda Sand vocals on #1, 4, 9, 10, 11, piano on #4 Wenn man rund um seinen 70. Geburtstag am 15.2.2026 über Nils Landgren spricht, tut man sich schwer, nur eine Eigenschaft hervorzuheben – es braucht schon den Versuch einer Aufzählung: Einer der erfolgreichsten europäischen Jazzmusiker der letzten Jahrzehnte. Posaunist, Sänger, Festivalleiter, Mentor, Förderer, Brückenbauer. Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Sir George Martin Music Awards und der höchsten Orden für Kunst und Kultur des schwedischen Königshauses. Unermüdlicher Arbeiter mit zu Spitzenzeiten 150 – 200 Konzerten pro Jahr. Und, vielleicht am wichtigsten: überzeugter Optimist, Herzensmensch. Alles, was Nils Landgren macht, hat irgendwie mit Liebe zu tun: zur Musik, zu seinem Instrument, der roten Posaune, zu den Menschen auf und vor der Bühne. Und zu seiner Frau, der Schauspielerin Beatrice Järås, mit der er seit 48 Jahren verheiratet ist. Und so gibt es für sein neues Album auch keinen treffenderen Titel als „Love of My Life“.»Als ich jung war, wollte ich Popstar werden, aber mit Posaune. Alle sagten mir: Vergiss es und setz dich wieder hinten ins Orchester. Aber ich wollte das nicht akzeptieren.«Eingespielt mit einer Band enger Freunde, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und opulent arrangiert vom siebenfachen Grammy-Gewinner Vince Mendoza, spannt Nils Landgrens neues Album einen weiten Bogen: Von anrührenden Eigenkompositionen über Songs von Cat Stevens, Leonard Bernstein, Kurt Weill, Herbie Hancock und Weggefährt*innen wie Joe Sample oder Ida Sand. Das breit gefächerte Repertoire steht für die integrative Kraft des Menschen und Musikers Nils Landgren.»Das Allerwichtigste in der Musik ist für mich: Keine Schubladen. Lieber ein bisschen zusammen forschen und neue Dinge ausprobieren.«Wie so oft bei Nils Landgren, ist auch „Love of My Life“ eine musikalische Familienangelegenheit: Es begleiten ihn Schwedens Piano-Shooting-Star Joel Lyssarides, Kontrabass-Meister Lars Danielsson, Schlagzeuger Robert Ikiz – auch festes Mitglied der Nils Landgren Funk Unit – und Sängerin und langjährige Weggefährtin Ida Sand. Für Nils Landgren geht so ein Lebenstraum in Erfüllung. In den Liner Notes zum Album schreibt er: “Im Grunde bin ich immer noch der Junge aus dem kleinen schwedischen Stahlarbeiter-Ort Degerfors. Dass ich eingeladen wurde um Musik mit einem ganzen Symphonieorchester und einigen meiner besten Freund*innen zu spielen, kann ich immer noch nicht so ganz glauben.“ Wenn man Nils Landgren kennt oder live erlebt hat, weiß man: Diese Aussage ist keine falsche, sondern echte Bescheidenheit. Und auch wenn er in den größten Konzerthäusern und auf Festivals vor tausenden von Menschen spielt, bleibt er immer nahbar und ganz er selbst.»Viele Menschen sagen, ich sei bodenständig. Wenn man bekannt wird, kann das ja auch total schiefgehen… Mein Vater hat mir gesagt: Erheb dich nicht über andere. Bleib auf dem Teppich. Das ist eine sehr schwedische, nordische Haltung – du sollst nie glauben, dass du besser bist als andere.« Nils Landgren auf oder abseits der Bühne, das ist genau dieselbe Person. Er nimmt er sich nach jedem Konzert die Zeit, mit jedem einzelnen Besucher und jeder Besucherin, zu reden, einander zu umarmen, Fotos zu machen, Alben zu signieren, manchmal stundenlang. Er sagt: „Mein Antrieb ist das Treffen mit dem Publikum. Davon bekommt man wahnsinnig viel Energie.“ Deshalb habe er auch keine Hobbys. Wenn er mal zu Hause ist, im kleinen südschwedischen Dorf Skillinge, direkt am Meer, dann verbringt er am liebsten Zeit mit seiner Frau Bea und übt Posaune in einem eigens dafür eingerichteten Holzhäuschen, in dem auch seine zahllosen Preise stehen, schwimmt in der Ostsee, auch gerne bei Temperaturen unter zehn Grad.»Ich brauche kein Bungee-Jumping oder Extremsport – jedes Mal, wenn ich auf die Bühne gehe, ist das wie Freeclimbing. Das reicht mir völlig.«Und so dürften sich auch die Nils70 Geburtstagskonzerte wie Familienfeiern anfühlen: Zum Auftakt, am 14.2. in der Hamburger Elbphilharmonie mit Band, den Symphonikern Hamburg und dem Programm von „Love Of My Life“ und dann am 5. Mai in der Berliner Philharmonie – zusammen mit engen Freund*innen wie Michael Wollny, Wolfgang Haffner, China Moses, Viktoria Tolstoy, Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und vielen mehr. Und eigentlich ist das ganze Jahr 2026 Nils-Landgren-Jahr: Gemeinsam mit namhaften lokalen Orchestern wird Nils Landgren das Programm von „Love Of My Life“ in die schönsten Konzerthäuser ganz Deutschlands bringen.»Die Orchester treffe ich für Proben in der Regel einen Tag vor dem Konzert. Meistens nur ich und mein Trio – es dirigiert nicht mal jemand. Es geht wie immer im Jazz um Kommunikation. Ich hoffe, dass die Orchestermusiker*innen meine Ideen verstehen. Und wenn nicht, dann muss ich eben versuchen, sie zu überzeugen.« Der Pianist Michael Wollny sagte einmal: „Mit Nils wird alles leicht.“ Es scheint, als gäbe es für Landgren – zumindest in der Musik – keine Probleme, keine Ängste, nur immer wieder neue Gelegenheiten, um aus dem Moment heraus etwas Schönes, vielleicht sogar etwas Magisches zu erschaffen. Dahinter steht ein tiefer Glaube an das Gute – nicht nur in der Musik, sondern auch in den Menschen. Und die Überzeugung von der Wirksamkeit des Einzelnen in einer Welt, in der man sich schnell verloren und machtlos fühlen kann. „Die Dinge positiv zu sehen, gibt so viel mehr Kraft, um weiterzumachen“, sagt Nils Landgren. „Und die Liebe, die man dadurch erfährt, kann man wieder weitergeben – und es kommt noch mehr zurück. CreditsAll orchestra arrangements by Vince Mendoza – except Waiting (by Magnus Lindgren)Recorded live at Berwaldhallen, Stockholm — September 2024 & August 2025Recording engineer: Ulf ÖstlingFOH: Jan UgandProduced by Jan B. LarssonExecutive producers: Nils Landgren & Andreas BrandisPhotography: Nikola StankovicCover art by Martin NoelDesign by Siggi Loch

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in the fields
vision string quartet: in the fields CD / Vinyl (LP, 180g) / digital  Florian Willeitner violinDaniel Stoll violinLeonard Disselhorst celloSander Stuart viola Fünf Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung meldet sich das vision string quartet mit sreinem ACT-Debüt "in the fields" eindrucksvoll zurück. Das Album ist ein Manifest für die Vielseitigkeit des Streichquartetts und ein Statement für musikalische Neugier. Die Berliner Formation, bestehend aus Florian Willeitner (Violine), Daniel Stoll (Violine), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Cello), hat sich in den letzten Jahren als „string quartet of the future“ (The Sydney Morning Herald) etabliert und ist bekannt für ihre Grenzgänge zwischen Klassik, Folk, Jazz und eigenen Kompositionen. Für ACT ist die Zusammenarbeit mit dem Quartett eine Erweiterung der ohnehin großen musikalischen Bandbreite. ACT-Chef Andreas Brandis: „Meine Verbindung zu den visions begann mit den von mir geleiteten Concerto.21-Meisterklassen und setzte sich in einer engen Zusammenarbeit mit ihrem Geiger Florian Willeitner fort. In Zukunft wird ACT sich noch stärker für Verbindungen zwischen klassischer Musik, zeitgenössischer Musik und Improvisation öffnen – und das vision string quartet ist ein brillanter Vertreter dieses Ansatzes.“ Das vision string quartet agiert weniger wie ein klassisches Streichquartet, eher wie eine Band: Die vier Musiker spielen immer im Stehen, beherrschen ihr Repertoire auswendig und ohne Noten. „Das bedeutet für uns die maximale Freiheit und Lebendigkeit“, erklärt Florian Willeitner. Und auch sonst sind die visions offen für Neues: Konzerte im Dunkeln, genreübergreifende Kooperationen mit Künstler*innen wie Fatma Said, Gabriel Kahane oder Golnar Shahyar zeigen jeher die Vielseitigkeit des Quartetts.Der dramaturgische Bogen von „in the fields“ orientiert sich am fünfsätzigen 4. Streichquartett Béla Bartóks, das sich als roter Faden durch das Album zieht. „Von Bartóks Faszination für das Unbekannte haben wir uns anstecken lassen“, schreiben die Musiker in den Liner Notes. Dessen Sätze werden nicht nur klassisch interpretiert, sondern gemeinsam mit dem österreichischen Percussionisten Bernhard Schimpelsberger um eine „percussive dimension“ erweitert. Im gleichen Geiste erklingt auch das Eröffnungsstück des Albums, das bulgarische Volkslied „Kopanitsa“, das mit seinem rhythmischen Feuer im 11/8-Takt die Richtung vorgibt.Mit dem Streichquartett in F-Dur von Maurice Ravel bildet ein Evergreen des Quartettrepertoires eine klassische Inspirationsquelle. Florian Willeitner und Schwedens Piano-Shootingstar Joel Lyssarides öffnen mit „Ravel Reloaded“ das Tor zu einer neuen, postimpressionistischen Klangwelt. Zudem bringt Lyssarides mit seinem Arrangement von „Grimasch om morgonen“ des schwedisch-niederländischen Singer-Songwriters Cornelis Vreeswijk eine weitere, sehr persönliche Facette ein. Gemeinsam mit Joel Lyssarides und dem aus dem Iran stammenden Gitarristen Mahan Mirarab hat das vision string quartet darüber hinaus mehrere Eigenkompositionen entwickelt und aufgenommen. „Lydian Rose“ feiert die Farbenpracht des lydischen Modus, „Raindance“ lässt gezupfte Melodien im Regen tanzen, „Convalescence“ entfesselt einen wilden Ritt zwischen poetischer Sanftheit und halsbrecherischem Drive, und das Folksong-hafte „Skymning“ bildet den sanften Schlusspunkt des Albums. . Es lohnt sich, „in the fields“ von Anfang bis Ende in der vorgesehenen Reihenfolge zu hören. Mit der Vielfalt des musikalischen Materials erzählen das vision string quartet eine wendungsreiche, immer wieder überraschende Geschichte und beweist einmal mehr, wie lebendig, neugierig und grenzenlos ein Streichquartett des 21. Jahrhunderts sein kann. CreditsRecorded between 7–12 October 2024 and 29–30 October 2024 at Studio 1,BR Franken, NürnbergProduced by vision string quartetExecutive producer for BR: Beate SampsonRecording producer, engineer, editing, mixing: Christian JaegerRecording and editing technician: Tatjana SchewtschenkoPiano tuner: Theo KretzschmarMastered by Christoph Stickel, ViennaCover photo by Sander Stuart

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Who We Are
Viktoria Tolstoy & Jacob Karlzon: Who We Are CD / Vinyl (LP, 180g) / digital  Viktoria Tolstoy vocalsJacob Karlzon piano, keyboards, programming Wenn zwei musikalische Weggefährten und Freunde nach fast drei Jahrzehnten Zusammenarbeit ein Album mit dem Titel Who We Are veröffentlichen, ist das mehr als ein Name – es ist ein Statement. Die Sängerin Viktoria Tolstoy und der Pianist und Keyboarder Jacob Karlzon legen mit diesem Album eine Art musikalisches Selbstporträt vor: die Summe aus gemeinsamen Erfahrungen, gegenseitigem Vertrauen und einer künstlerischen Sprache, die nur entstehen kann, wenn zwei Menschen über Jahre hinweg auf derselben Frequenz schwingen. Die gemeinsame Reise von Viktoria Tolstoy und Jacob Karlzon begann Mitte der 1990er-Jahre während einer UK-Tour Tolstoys. Seitdem haben sie immer wieder miteinander gespielt und sechs Alben aufgenommen, zuletzt: Letter To Herbie im Jahr 2011 – eine Verneigung vor dem gemeinsamen Idol Herbie Hancock – und A Moment of Now 2013 – ihre erste, vielbeachtete Duo-Einspielung.Durch die enge, jahrzehntelange Zusammenarbeit sind Viktoria Tolstoy und Jacob Karlzon heute an einem Punkt angekommen, an dem sie ihre Geschichte nicht mehr neu erfinden müssen – sie müssen sie nur erzählen. Tolstoy beschreibt das Zusammenspiel als eine Mischung aus Freiheit und Geborgenheit: „Was wir im Duo machen, ist wirklich anspruchsvoll – aber es fühlt sich leicht an. Jacob spricht meine Sprache komplett, wir folgen einander auf eine magische Art.“ Diese starke Verbindung macht es dem Duo möglich, im Studio wie auf der Bühne permanent Neues zu riskieren – ein entscheidender Teil dessen, wer sie sind. Karlzon erlebt diese Verbindung ähnlich: „Zwischen Viktoria und mir gibt es keine Trennung zwischen Solist und Begleiter, wir sind einfach zwei Seelenverwandte auf Augenhöhe.“ Diese enge Kommunikation ist das Fundament des Albums – und vielleicht die präziseste Antwort auf den Titel: Who We Are ist ein Zustand. Ein Einverständnis. Ein musikalisches Wir. Ein zentrales Bild, das Karlzon formuliert, bringt diese Identität besonders klar zum Ausdruck: Die Songwriter, deren Stücke das Duo interpretiert – Billy Joel, Tori Amos, Thom Yorke –, singen und spielen oft gleichzeitig Klavier. „In gewisser Weise versuchen wir genau das – nur zu zweit. Zwei Menschen, ein musikalischer Organismus.“ Diese Vorstellung – ein zweistimmiger, aber gemeinsamer Ausdruck – zieht sich als roter Faden durch die Produktion. Who We Are klingt oft größer als ein Duo, weil Tolstoys soul-getränkter Jazzgesang und Karlzons energetisches, harmonisch weit ausschwingendes Spiel sich nicht ergänzen, sondern verschmelzen. Neben sehr eigenen Versionen der Stücke ikonischer Songwriter enthält Who We Are auch eine Reihe von Eigenkompositionen von Jacob Karlzon, der hier nicht nur die Musik, sondern zum ersten Mal auch alle Texte beisteuerte. Tolstoy war das ein überraschender, ja berührender Schritt: „Nach der Musik landeten plötzlich Song für Song Texte in mein Postfach – und ich war sprachlos, wie gut diese waren.“ Karlzon beschreibt das Schreiben als eine Rückkehr zu dem, was für ihn den Kern von Kunst ausmacht: nicht Konzept oder Verkaufbarkeit, sondern Wahrhaftigkeit. Die Texte spiegeln persönliche Erlebnisse ebenso wie Beobachtungen – ein Patchwork, das dennoch eine klare Haltung trägt. Tolstoy wiederum macht diese Lieder zu ihren eigenen Geschichten. Weil sie Karlzon so gut kennt, wie sie sagt: „Ich fühle die Worte. Ich weiß, woher sie kommen.“Who We Are ist ein reifes, warmes, in sich ruhendes Album zweier Künstler, die einander in ihrer ganzen Komplexität kennen – und darin eine Form von Freiheit gefunden haben, die selten geworden ist. Ein Werk, das nicht erklärt, wer sie sein möchten, sondern wer sie wirklich sind. CreditsRecorded at Musikaliska Kvarteret, Stockholm, August 25 & 26, 2025, by Lars NilssonAdditional recordings at ChassRoomMixed and mastered at Nilento Studio by Lars NilssonNilento team: Lars Nilsson, Michael Dalvid, and Jenny NilssonProduced by Jacob Karlzon & Lars NilssonJacob Karlzon is a Steinway Artist

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Palmer Edition III: Trinity
iiro Rantala Trio - TrinityCD / Limited and Hand-Numbered Deluxe Vinyl Box / digital„Eine bezaubernde, großartige Darbietung und eines der besten Alben dieses Jahres.“ The Ear / GBFür die dritte Ausgabe der exklusiven Kooperation zwischen ACT und dem renommierten “Château Palmer” widmet sich der finnische Meister-Pianist Iiro Rantala seiner Liebe zu den großen Standards des Jazz. Dafür haben er und Produzent Andreas Brandis ein neues Trio zusammen gestellt, mit der finnischen, in New York lebenden Bassistin Kaisa Mäensivu und dem dänischen Schlagzeuger Morten Lund. Man hört den mal zärtlich-melodischen, mal intensiv swingenden Aufnahmen die Magie des historischen Châteaus im Bordeaux an. Inhalt über Form, Ausdruck über Effekt, Herz über Kopf! Auch als streng limitierte EDITION PALMER III:• Hochwertige, Leinen-bezogene Box• 180-Gramm-Vinyl• Handsignierter Kunstdruck von Katja Strunz • Umfangreiches Booklet in LP-Größe • Hi-Res-Downloadkarteiiro Rantala pianoKaisa Mäensivu double bassMorten Lund drumsText in English by Alex Dutilh, Open Jazz Translated by Sebastian Scotney2+2=3. The idea is mischievous, but maybe when a trio of musicians as good as these conspire together to make something very unusual, the breaking of rules is going to happen anyway. iiro Rantala and Morten Lund have known each other ever since the pianist joined the ACT family. Back then, in 2012, iiro called out to the Danish drummer to record ‘My History of Jazz’ with him. "Since then, I've become more convinced than ever that Morten really is the best in Europe at playing alongside a walking bass. And there’s a simple reason for that: he is steeped in Copenhagen’s long and illustrious jazz tradition. He has worked alongside the players who performed with Dexter Gordon, Stan Getz and Ben Webster, with Ed Thigpen, with Niels-Henning Ørsted Pedersen, pretty much everyone...he has inherited all of that history. " As regards the double bassist on this album, Kaisa met iiro at a jam session in Helsinki during Covid. Despite her being based in New York, the pianist recently hired her to celebrate Independence Day with him at the Finnish President’s residence in Helsinki, Mäntyniemi, in December 2024. "Morten, Kaisa and I had never actually played together before the Château Palmer gig. And I had never recorded an album of standards with a trio of piano, double bass and drums,” explains the pianist. “The usual way is to rehearse... then to play a few concerts or even a tour... we normally put ourselves to the test before we record. Not this time."That wish, to capture and preserve the freshness and wonder of things being done for the very first time is in the DNA of the Edition Palmer Collection, a superb initiative conceived and co-led by Thomas Duroux, director of Château Palmer, and Andreas Brandis, CEO and producer at ACT, with ‘Trinity’ as the third in the series. In 2023, the inaugural meeting between Joachim Kühn and Michael Wollny (‘Duo’) was very much a one-off encounter, and that set the tone. The emphasis in this series is on having the expectation that each ‘millésime’ will be resolutely, definingly unique... In 2024, the recording at the Château of Lars Danielsson's Trio with Verneri Pohjola and John Parricelli was also the result of following an intuition that the combination would be miraculous... all of this is very much aligned with Château Palmer’s way of making wine, which is to vary the proportions of Merlot, Cabernet Sauvignon and Petit Verdot in the blend of each year’s vintage. For this trio, iiro has opted for a repertoire of standards. This is a first for him, and in two respects. "I had been thinking about doing it for many years. I felt that at some point in my life, I had to pay tribute to this repertoire, which represents the foundations. Like a classical musician who must one day tackle the toccatas of Bach's or the sonatas of Mozart and Beethoven. That said, I think that jazz pianists as a rule are better off not starting from there. Because there is such a weight of expectation from those who came before: Bill Evans, Oscar Peterson, Keith Jarrett... But one thing is certain. I wanted to approach the standards without arranging them or, more importantly, without deranging them, without the obsession of wanting to reharmonise them or feeling any need to transform a waltz into 5/4... I wanted it all to be as pared-down as possible, to approach them in the purest way we could." To make this intent even clearer, iiro chose not to seek out rare or forgotten standards, but to revisit some of the best-known ones. He stays as close as possible to their essence, allowing the listener to hear the ‘specific touch’ he brings to them... in the same way that a great wine strives to reveal the truth of its ‘terroir’. Alongside the Broadway classics, Rantala has smuggled in two sly acknowledgements of the French popular heritage. First, there is Hymne à l'amour, immortalised by Edith Piaf in 1950; second, the oldest lullaby known in France, Fais Dodo, Colas Mon P’tit Frère do, which dates back to the 18th century and has a melody which incorporates the sound of church bells ringing the Angelus. Every toddler remembers it, whether they live in the Médoc, Burgundy or Languedoc, so it's a particularly delightful moment when this lullaby is performed as a duet by iiro and Kaisa. It is also noteworthy that when the bassist recorded this, she was expecting a child... her pregnancy bump nestling against the double bass. A lullaby, then, which also embodies an annunciation. iiro is one of those musicians who – quite literally – has the lyrics of all of the standards he plays at his fingertips. So, the fact that the journey takes us from the cheerful I Love You to the tenderness of Smile says a lot about the atmosphere of the session: it was one in which a huge sense of empathy prevailed. Between the three musicians, there is a heightened sense of mutual listening, not least because there is no scope for patching, hiding away or trickery in this studio set-up: all three musicians are in the same room, a ‘salon’ on the ground floor of the Château. And their eyes are as wide open as their ears. Arnaud Houpert, the sound engineer, has installed a transparent screen in front of the drums and double bass to keep their sounds away from the piano microphones. The music is therefore captured as close as possible to the natural sound of three musicians making music ‘together’. And that brings a musical echo here of Palmer's biodynamic approach to winegrowing. In terms of closeness to nature, the recording venue took things even further, as the living room's French windows let in daylight and views of the landscape. Morten, Kaisa and iiro would all readily admit later that they were greatly inspired by the clouds, the blue sky and a breeze blowing through the trees as they improvised. Another indication of this trio’s natural and empathetic teamwork during their two days in the studio was that they never needed to go beyond three takes for any of the standards, and, in the case of four of them, the first take was the best, and the one used on the album. It must be said that as artistic director, Andreas Brandis, who was in the next room with the sound engineer, made the decisions with his very keen ear, discussing with iiro whether a particular take might need redoing, or if the magic had simply taken hold straight away. During one of the breaks, Andreas spoke of the respect he has for Thomas Duroux, the director of Château Palmer, with whom a long-standing partnership has been established. "Most of the other châteaux in the Médoc have classical music programmes, because it makes sense to have a violinist or solo pianist in a place associated with great wines. Jazz, with its adventurous side, is something very different. But Thomas Duroux, with his idea of combining his own passion for jazz with the world of wine, strikes a chord, and that's a stroke of luck. He tries to innovate in his holistic view of the relationship between the vineyard and its environment, which, I suppose, is not always the most obvious option. But, as in jazz, the most direct path is rarely the most interesting." In the same way as a new perspective on the trio comes from the insertion of the track for the duo of piano and double bass, a solo piano gem has also been cleverly slipped in, rather like a less common grape varietal which adds depth to the classic blend of a vintage. Iiro chose In a Sentimental Mood at the very end of the second session. And it would have been wrong for him to deprive us of it. We hear five minutes in which the pianist's truth creeps in beneath the melody – playing with a touch of bewildering grace. It takes complete maturity to dare such simplicity, to just let the fingers do the singing.Another memorable moment comes with the rhythm which Morten Lund has chosen for The Days of Wine and Roses. It might have brought a glimmer of approval to Ahmad Jamal (who never recorded the tune), remembering the days of his classic trio with Vernell Fournier and Israel Crosby. The energy in Lund’s drumming is a tonic, and it has more than a hint of tannic spice about it too. Perhaps that’s no accident, because Morten Lund is a devoted wine connoisseur and collector. His playing is in perfect sympathy with Kaisa Mäensivu's walking bass throughout the session. Kaisa now lives in New York, where she has formed a band to playing her own original music. "It was so nice to go back to the standards," she admits with a smile. "I found it enjoyable to be so free, because I usually play quite complex or difficult music. And here, suddenly, it all fits on one page, with simple chord changes, and you feel really free. It becomes a real playground." For Morten, this repertoire is more like a second skin: "It's quite natural in Copenhagen. First you have to get your ‘jazz licence’ by playing standards. It was and still is the way to get on the scene, get noticed and get gigs. I was deeply inspired by this tradition, which was, and still is, very strong in Denmark. Having learned from Alex Riel and Ed Thigpen, I have the standards in my blood." iiro, Kaisa and Morten share a commitment to communicate these standards as they really are, as if turning the pages of a short story with each one. The three have done the music a great service, by allowing these songs to sing, to breathe, to be both deeply felt and truly heard. This trilogy, just like its counterpart in wine, is best savoured slowly, one little sip at a time. These are songs which have not just stood the test of time; there is also something timeless about them.CreditsRecorded at Château Palmer in Margaux-Cantenac, France, May 19–22, 2025Recorded by Arnaud HoupertMixed and mastered by Klaus ScheuermannProduced by Andreas BrandisCover art © Katja Strunz Unfolding Process (2025) Courtesy of Contemporary Fine ArtsDesign by Siggi Loch

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Play
Theo Croker und Sullivan FortnerCD / Vinyl / Limited Green Vinyl / digital Theo Croker trumpetSullivan Fortner piano Forget the boxes.Forget the compositions.Forget the market.Forget if people will get it.Forget everything. Let's just PLAY. Das Album PLAY vereint zum ersten Mal zwei der wichtigsten amerikanischen Jazz-&-Beyond-Musiker der aktuellen Generation: Trompeter Theo Croker und Pianist Sullivan Fortner. Die beiden kennen einander seit mehr als 20 Jahren, aber PLAY ist ihre erste gemeinsame Aufnahme als Leader. Die ursprüngliche Idee für das Album: eine Sammlung von modernen Jazz-Standards, vielleicht auch einige Versionen populärer Songs. Mit dieser Idee gingen Croker und Fortner ins Studio, nahmen auf… und verwarfen anschließend das komplette Material. Theo Croker erinnert sich: „Während wir spielten, fühlte es sich irgendwie schal an. Nicht in dem Sinne, dass die Songs nicht gut waren. Aber wir spürten, dass wir Dinge spielen, die schon viele Male zuvor aufgenommen wurden.“ Und Sullivan Fortner fügt hinzu: „Wir hatten das Gefühl, nicht wirklich wir selbst zu sein, es fühlte sich mehr wie eine Fingerübung an. Wir haben in der Vergangenheit viel Musik aus dem Great American Songbook gespielt. Das sind großartige Songs und wir haben durch sie sehr viel gelernt. Aber es ist nicht unbedingt die Musik, zu der wir uns heute bei Auftritten hingezogen fühlen. Die Musik, die wir heute machen ist in etwas verwurzelt, das über den Jazz hinausgeht. Sie spiegelt immer die gesamte Diaspora der schwarzen amerikanischen Musik wider und nicht nur ein einziges festes Genre.“Also gingen Croker und Fortner am Folgetag erneut ins Studio. Der Plan diesmal: kein Plan. Keine Kompositionen (bis auf den Opener A Prayer for Peace). Let’s just PLAY. Theo Croker beschreibt den Prozess so: „Wir kamen einfach mit spontanen kleinen Ideen: Dieses Stück spielen wir schnell. Für dieses Stück wählen wir vier Noten, die wir NICHT spielen werden. Bei diesem Stück spiele ich lange Töne, du spielst schnelle. Ich denke mir eine Melodie aus und wir sehen, wohin es führt. Und in einer Stunde waren wir fertig.“ Was formal so einfach klingt, ist in Wirklichkeit die Essenz eines ganzen Lebens des Lernens und Improvisierens. Sullivan Fortner sagt: „Es fühlte sich einfach richtig an: das sind wirklich wir. Der komplett freie Ansatz zog uns auf eine sehr spirituelle und inspirierende Art an und brachte vieles hervor, was wir gemeinsam gelernt haben. Es ist wirklich die Essenz aller unserer individuellen Einflüsse und unserer gemeinsamen musikalischen Beziehung.“Dass diese außergewöhnliche Aufnahme auf ACT erscheint, hat eine Vorgeschichte: Theo Croker wirkte schon auf mehreren ACT-Produktionen mit, zum ersten Mal bei Jazz at Berlin Philharmonic XII – Sketches of Miles und dann im Studio und live bei Emile Parisiens transatlantischem Projekt Louise. In der Folge schlug ACT-CEO Andreas Brandis Theo Croker vor, ein eher akustisches, kammermusikalisch geprägtes Album zu veröffentlichen – während sich dessen Arbeit als Leader derzeit vor allem im Grenzbereich von Jazz, Hiphop und Pop bewegt. Croker dachte sofort an ein Duo mit Sullivan Fortner, eine Idee, über die die beiden Musiker bereits seit Langem sprachen. PLAY ist ein Glücksfall. Und im aktuellen Musikbetrieb nicht nur selten sondern fast schon ein Wunder: Keine Regeln, keine Fragen nach Genres, Zielgruppen, Single- und Streaming-Tauglichkeit. Und auch wenn hier die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse zusammenkommen, macht das Album doch den Spirit des Jazz besonders eindringlich erlebbar – die Freiheit, Interaktion, die Möglichkeit, sich uneingeschränkt auszudrücken und miteinander zu kommunizieren. Oder, wie es Sullivan Fortner auf den Punkt bringt: „This is just two brothers playing.” Credits#1 composed by Theo Croker, all other tracks are improvisationsRecorded June 6, 2023 at The Bunker Studio, Brooklyn, NYRecorded by Todd CarterMixed by Todd CarderMastered by Klaus ScheuermannProduced by Theo Croker & Sullivan FortnerPhoto by @ogata_photoSpiral motif used under license from Giorgio Morara Alamy (vector graphic)Cover design by Siggi Loch

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Shiraz
Dhafer Youssef - ShirazCD / Vinyl / digital Dhafer Youssef oud, vocalsDaniel García Diego pianoMario Rom trumpetSwaeli Mbappe electric bassTao Ehrlich drumsNguyên Lê electric guitar, sound design (#4,10,11,13)Shiraz, Dhafer Youssefs erstes ACT-Album als Leader, ist eine tief empfundene Geschichte von Liebe und Dankbarkeit, von Licht und Dunkelheit. Die Musik des tunesischen Oud-Meisters und Sängers ist noch intimer als zuvor – denn dies ist die wohl persönlichste Geschichte seiner gesamten Laufbahn. Das Album ist seiner Frau Shiraz Fradi gewidmet, der gemeinsamen, engen Beziehung und ihrem wendungsreichen Weg. Die Stücke sind durchzogen von der Energie zahlloser Begegnungen und Entdeckungen aus Dhafer Youssefs jahrzehntelanger musikalischer Reise und zugleich geprägt von zärtlicher Demut für das Hier und Jetzt. Dhafer Youssef hat viel erreicht: vom Wanderer mit dem Instrument unter dem Arm wurde er zu einem der erfolgreichsten Grenzgänger zwischen Jazz, Weltmusik und spiritueller Klangerkundung. Zugleich gilt er weithin als eine der markantesten musikalischen Stimmen unserer Zeit; seine Kunst überschreitet Grenzen, Sprachen und Genres. Schon als Kind lernte er in seiner Heimat Tunesien die Sufi-Tradition der islamischen Musik kennen. Meist ging es um die Liebe, ein mystisches Verständnis des Menschseins und die Spiritualität hinter der Wirklichkeit. Das weckte seine Neugier, und Orte wie Teboulbá wurden für einen jungen Mann, der mehr von der Welt sehen wollte, schnell zu eng. 1990 machte sich Dhafer Youssef auf den Weg, landete in Wien und hielt sich zunächst mit Gelegenheitsjobs wie Fensterputzen, Geschirrspülen oder Kellnern über Wasser. Er suchte gezielt Kontakte und kam über eine Theatergruppe mit einheimischen Musiker:innen in Berührung. Schon früh hatte Dhafer Youssef eine klare Vorstellung davon, wie seine Musik klingen sollte: verwurzelt in den Traditionen der arabischen Musik und des Sufismus, zugleich offen für den Sound der Gegenwart. Das konnte Jazz sein, Kammermusik, Rockiges oder auch Elektronik. Mit diesen Ideen fand der Newcomer schnell Anschluss. Bald gehörten Kollegen wie Christian Muthspiel, Renaud Garcia-Fons oder Markus Stockhausen zu seinen Bands. Von da an ging es zügig voran, die Hallen wurden größer, die Projekte ambitionierter. Neben europäischen Kollegen wie Eivind Aarset traten bald auch amerikanische Größen wie Marcus Miller oder Herbie Hancock hinzu. Seine erste Berührung mit ACT hatte Dhafer Youssef 2006 auf Nguyên Lês hypnotischem, farbenreichem Album Homescape. Das wichtigste Ereignis in Dhafer Youssefs jüngerer Vergangenheit hatte jedoch wenig mit Musik zu tun: Ende der Nullerjahre lernte er die tunesische Filmemacherin und Regisseurin Shiraz Fradi kennen – eine Begegnung, die, wie er sagt, sein Leben auf den Kopf stellte. Die beiden wurden ein Paar. Der bis dahin rastlose Oud Meister fand sein Zentrum, und die Regisseurin gab auch seinem Künstlerleben eine neue Richtung. Es lief gut, bis die Corona Pandemie alles lahmlegte. Und es waren Shiraz und ihr Blick auf die Welt, die Youssef halfen, seine Kreativität in dieser Zeit zu bewahren. Er erinnert sich: „Shiraz ist eine sensible Filmemacherin, sie sieht das Leben wie Kino, als würden sich meine Tage in endlose Szenen verwandeln und ich sei dazu gezwungen – oder vielleicht gesegnet –, ohne Unterlass Musik zu komponieren. Musik, Film, Schreiben bestimmten den Rhythmus unseres Alltags.“ Kurz nach Covid änderte sich das Leben erneut – unerwartet und dramatisch: „Bei Shiraz wurde Krebs diagnostiziert“, so Dhafer Youssef. „Doch mit dieser Realität konfrontiert, lehnte sie das Wort ‚Kampf‘ ab. Stattdessen sagte sie: Ich gehe auf eine neue Reise. Und sie ging sie mit einer Anmut und Widerstandskraft, die mich bis heute inspiriert.“ Doch Zeit war eine enorme Herausforderung: „Die dritte Chemotherapie war ein Moment, den ich nie vergessen werde. Ich betrat den Raum: Shiraz’ Körper war da, doch ihre Seele war abwesend. Ich sah sie an; sie sah nicht zurück. Sie weinte, und ich war hilflos, ratlos. Nur die Musik konnte sie erreichen, sie beruhigen, sie zu uns zurückbringen. Und mir wurde klar: Mein nächstes Album kann nur einen Namen tragen: Shiraz. Für sie könnte ich ganze Bücher schreiben – über die Türen, die sie geöffnet hat, über das Licht, das sie gebracht hat. Doch hier will ich sie einfach feiern: ihre Reise, ihre Anmut.“ Die Musik von Shiraz erzählt daher als Essenz dieser bewegten Jahre viel über Dankbarkeit. Entstanden ist sie mit einer neuen, jungen Band bestehend aus Pianist und ACT Artist Daniel García, Trompeter Mario Rom, Bassist Swaéli Mbappé, Schlagzeuger Tao Ehrlich und Nguyên Lê als Gast an Gitarre und Sounddesign. Neun Stücke entstanden im Studio und zeichnen die Reise der Emotionen nach, die Dhafer Youssef in dieser Zeit durchlebt hat: „Die Musik ist auch als Reflexion darüber entstanden, was Shiraz denkt und hört. Generalife Gardens zum Beispiel bezieht sich auf Lole y Manuel, ein Flamenco Duo, das wir gemeinsam in Spanien entdeckten.“ Andere Lieder wie The Epistle Of Love entwickeln sich vom sanft phrasierenden Intro über eine dialogische Wachstumsphase bis zum groovenden Finale – richtige Hörfilme. Dhafer Youssefs Oud entfaltet sich dabei stärker als früher zu einem kammermusikalischen Instrument, das er wie eine klassische arabische Laute einsetzt. Die Gesangs-Stimme von Dhafer Youssef wiederum wird im zweiten Teil des Albums wichtig, hymnisch wie in Shajan oder im melodischen Falsett-Gespräch mit der samten irrlichternden Trompete von Mario Rom. Es gibt zärtliche Widmungen an die Schönheit von Klang und Emotion wie in Rose Fragrance und üppige Energieausbrüche wie in Eyeblink And Eternity. Über die persönliche Geschichte hinaus besitzt diese Musik – wie die von Dhafer Youssef insgesamt – eine kulturelle Relevanz, die heute vielleicht wichtiger ist denn je: Sie verkörpert den Dialog zwischen Tradition und Moderne. In einer von Spaltung und Lärm geprägten Gegenwart spendet sie Ruhe und baut Brücken, zwischen Ost und West, zwischen dem Ich und dem Kollektiv. Und sie macht deutlich, dass kulturelle Identität keine Abgrenzung bedeutet ist, sondern Entfaltung, Vielstimmigkeit und Gemeinschaft. Shiraz ist Musik, so farbenfroh und wendungsreich wie das Leben. Credits All compositions and arrangements by Dhafer Youssef Recording by Tony Paeleman at Studio des Bruères, October 21 & 22, 2024Terpsichorean recorded in Paris March 28th by Giulio Gallo Mixing & additional recordings (vocal, oud) by Nguyên Lê at Big Rock Studio, Lyon (December 2024-June 2025) Mastered by Bruno Gruel at Elektra MasteringVisual Storyteller / Photographer: Skander Khlif Creative Director: Shiraz Fradi Cover art by Skander Khlif

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Christmas with my Friends IX
Nils Landgren - Christmas with my Friends IXCD / Purple Vinyl / digital Nils Landgren trombone, vocalsSharon Dyall vocalsJeanette Köhn vocals Jessica Pilnäs vocals Ida Sand vocals, piano Jonas Knutsson saxophones Johan Norberg guitars Clas Lassbo bass Trombones from the Swedish Radio Symphony OrchestraHåkan Björkman, Mikael Oscarsson, James Kent, Martha Eikemo Andersen Was wäre Weihnachten ohne Lieder? Und ohne Freunde und Familie? Posaunist, Sänger und Produzent Nils Landgren träumte lange davon, ein musikalisches Weihnachtsfest mit guten Freund*innen zu feiern. 2006 wurde dieser Traum Wirklichkeit: Christmas With My Friends erschien und entwickelte sich rasch zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Weihnachtsalben des europäischen Jazz – und zu einer liebgewonnenen Tradition. Seither erscheint die Serie im zweijährigen Rhythmus und wird von ebenso regelmäßigen Tourneen begleitet. Nun geht die Reihe mit Christmas With My Friends IX in die neunte Runde.„Jemand hat mich einmal gefragt: Sind nicht irgendwann einmal alle Weihnachtslieder gesungen?“, erinnert sich Nils Landgren. Seine Antwort ist einfach: „Nein, sind sie nicht. Solange wir Weihnachten feiern, wird es Lieder geben – alte und neue.“ Für Landgren und seine Mitmusiker*innen sind sowohl die Aufnahmen als auch die Konzerte eine besondere Freude: „Ich kann das Gefühl kaum beschreiben, wenn eine weitere Aufnahmesession abgeschlossen ist. Wir stecken unser Herz und unsere Seele in jedes einzelne Album, und im Laufe der Jahre sind wir zu einer sehr eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Nach acht Alben und zehn langen Tourneen kennen wir uns mittlerweile richtig gut.“Wie in jeder Ausgabe trafen sich Landgren & Friends auch für die neunte Folge von Chrismas bei Kaffee und Zimtbrötchen, um eine Auswahl klassischer europäischer und amerikanischer Weihnachtslieder quer durch Stile und Epochen sowie Neukompositionen zu besprechen und auszuprobieren. Die Besetzung umfasst erneut Jonas Knutsson (Saxofon), Johan Norberg (Gitarre), Clas Lassbo (Bass) und Ida Sand (Piano, Gesang) sowie die Sängerinnen Sharon Dyall, Jessica Pilnäs und Jeanette Köhn. Traditionell fanden die Aufnahmen in den renommierten Atlantis Studios in Stockholm statt – unter der Leitung von Nils Landgren und Co-Produzent Johan Norberg. Als besonderes Extra hat Landgren diesmal die Posaunensektion des schwedischen Radiosinfonieorchesters für einige besonders ergreifende Choräle eingeladen.Die Vielfalt der Stimmen, die enge Vertrautheit aller Mitwirkenden und der warme, akustische zugleich festliche wie intime Charakter der Musik prägen den unverwechselbaren Zauber dieser Musik. Christmas With My Friends IX ist eine Feier der Freundschaft, des Friedens und der Freude – eine musikalische Weihnachtsgeschichte, die Nils Landgren und seine Freund*innen mit ihrem Publikum teilen.Credits Recorded March 3–4, 2025, at Atlantis Studios, Stockholm Recorded by Niclas Lindström Trombones on #1 recorded by Hans Gardemar at KMH Kungasalen Stockholm Mixed by Johan Norberg Mastered by Klaus ScheuermannProduced by Nils Landgren & Johan Norberg

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Inkyra
Emma Rawicz - INKYRACD / Vinyl / Limited Purple Vinyl / digitalEmma Rawicz tenor, soprano saxophonesGareth Lockrane flute, alto flute, bass flute, piccolo David Preston guitar Scottie Thompson Rhodes, piano, Prophet Kevin Glasgow electric bassJamie Murray drums„Im Jazz kann man nie genug wissen“, meint die Saxofonistin Emma Rawicz. 2002 geboren, gehört sie spätestens seit ihrem ACT-Debüt Chroma zu dem meistbeachteten und gefragtesten europäischen Jazzmusiker*innen ihrer Generation. Jazz ist für Emma Rawicz vor allem eine nie versiegende Quelle der Kreativität. Sie sagt: „Es gibt immer etwas zu entdecken. Während man selbst übt, wird schon wieder so viel Neues entwickelt.“ Emma Rawicz ist eine besessene Arbeiterin. In der Corona-Zeit begann sie, ihre Übe-Routinen auf Instagram zu dokumentieren. Zehntausende Menschen verfolgen seitdem ihr „Werden“. Sie ist in ganz Europa unterwegs, spielt in den größten Konzerthäusern, tritt als Headliner auf wichtigen Festivals auf, schreibt beständig neue Musik, leitet ihr eigenes Emma Rawicz Jazz Orchestra und wurde unlängst von der BBC in den Kreis ihrer New Generation Artists aufgenommen – genreübergreifend die absolute Oberliga des Landes. Der Guardian konstatiert: „Emma Rawicz ist im Sprint gestartet – und die Warpgeschwindigkeit ihrer Entwicklung zeigt keine Spur einer Verlangsamung.“In dieser Entwicklung wählt Emma Rawicz nie den einfachen Weg – weder für sich selbst noch für ihr Publikum. Und sie tut das immer mit einem Lächeln, einem, dass sich auf die Zuhörenden überträgt. Es geht ihr nicht um Konfrontation, sondern um das gemeinsame Entdecken und Erleben von neuer, un-gehörter Musik jenseits gängiger Klischees. Das Album Inkyra, aufgenommen im Sextett Gareth Lockrane (Flöte), David Preston (Gitarre), Scottie Thompson (Keys), Kevin Glasgow (E-Bass) und Jamie Murray (Schlagzeug), sprengt in vielerlei Hinsicht Grenzen. Es strotzt vor Energie, Ideen, Farben sowie rhythmischer und harmonischer Komplexität. Rawicz selbst beeindruckt mit einem so gewichtigen wie wendigen Ton, tiefem musikalischem Intellekt, gepaart mit großer Sinnlichkeit und einem Gespür für Schattierungen, Texturen, Zwischentöne. Zum ersten Mal ausprobiert haben Rawicz & Band die neue Musik in einem kleinen Londoner Nachtclub – unbestuhlt und vor sehr gemischtem Publikum. Auch das ein Statement: Hier geht es nicht um Fingerübungen, sondern darum, die Zuhörer*innen mitzunehmen, sie zu bewegen – innerlich wie äußerlich.Emma Rawicz sagt über die Entwicklung von Inkyra: „Das Album bedeutet mir viel. Es ist etwas Besonderes, ich spiele mit dieser Band bereits seit mehr als drei Jahren zusammen. Wir haben sehr intensiv an dieser Musik gearbeitet. Nach dem ersten Konzert im vergangenen Sommer haben wir alle viel Zeit investiert, geübt und das Programm in Workshops weiterentwickelt. So haben alle ihren Stempel darauf hinterlassen.“ Die Einflüsse der Musik kommen aus vielen Quellen – auch aus solchen, die man nicht sofort erwartet: „Einige Inspiration für die Musik kommt von Joni Mitchell. Das klingt zunächst abwegig, denn die Stücke klingen nicht nach Singer/Songwriter. Trotzdem hatte ich mich sehr in ihre Musik vertieft, bevor ich das Programm komponiert habe. Mich fasziniert ihre Art, Melodien zu strukturieren, ihre Verwendung von Harmonie, besondere Tunings und ungewohnte Akkorde, die man aus dem Jazz nicht kennt. Das hat mich am Klavier beeinflusst und damit wiederum meine Arbeit als Komponistin geprägt. Daraus ist eine eigene Identität entstanden. Ich habe mich auch an den Lyrics orientiert, die wiederum in den Titeln der Stücke auftauchen und auch den Fantasienamen des Albums inspiriert haben.“ Musikalisch klingt Inkyra mindestens so farbenreich wie der mit anderer Band eingespielte Vorgänger Chroma (griechisch für Farbe und eine Referenz an Emma’s besondere Wahrnehmung als Synesthetikerin). Das hymnische Intro etwa wurzelt im spirituellen Sound der Sechziger. Es gibt dichte, sich auftürmende, bis in den Prog Rock reichende Flächen wie in Moondrawn (dreaming), oder Verweise auf brasilianische rhythmische Wurzeln wie in Marshmallow Tree. Manches wirkt wie Anima Rising, als würde nicht nur ein Sextett, sondern ein ganzes Jazz-Orchester spielen; anderes klingt – wie Time, And Other Thieves – nach einer Mischung aus schwerem Indie-Beat und flirrender Psychedelik, besonders durch Gareth Lockranes weit schweifende Flöte. Das Album wirkt damit ein wenig wie ein Raumschiff, mit dem Emma Rawicz – die nach ihren Londoner Jahren aktuell in Berlin lebt – in neue Richtungen strebt: „Manchmal fühlte es sich an, als würden wir den Orbit verlassen, grenzenlos in den Improvisationen. Als könnten wir einfach abheben und den Rest hinter uns lassen. Es ist für mich wie eine kosmische Reise. Wir wissen nicht, wo wir landen – nur, dass wir wieder gemeinsam ankommen.“CreditsAll music composed by Emma RawiczProduced by Emma Rawicz, co-produced by David PrestonRecorded at Livingston Studios, on the 7th, 8th and 9th of October 2024Recorded by Sonny Johns Mixed by Alex KillpartrickMastered by Klaus ScheuermannCover art by Yukimasa Ida, Flowers (2022) © Yukimasa Ida, courtesy of Mariane Ibrahim Gallery

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it's still snowing on my piano - LIVE
Bugge Wesseltoft - It's still snowing on my pianoLiveCD / Vinyl / Limited Sky Blue Vinyl / digital Bugge Wesseltoft piano Das Solo-Piano-Album It‘s Snowing On My Piano des Norwegers Bugge Wesseltoft zählt zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen in der Geschichte von ACT. Und für viele Menschen, besonders in Deutschland und Norwegen, gehört das Album seit seinem Erscheinen 1997 fest zur Weihnachtszeit. Dabei ist es alles andere als ein typisches Weihnachtsalbum. Schon der erste Ton offenbart die meditative Kraft dieser Musik und schafft einen Ort des Friedens und der Ruhe – ein Zustand, der heute noch kostbarer erscheint als damals. Seitdem hat Bugge Wesseltoft die Musik des Albums immer wieder live gespielt – und jedes Mal neu interpretiert. Die Kompositionen und Melodien dienen dabei als Ausgangspunkt für musikalische Meditationen. Nach fast 20 Jahren war es an der Zeit, diese Entwicklung festzuhalten - uns so erscheint nun mit It’s still snowing on my piano erstmals eine Live-Version des vielgeliebten Albums, aufgenommen bei Konzerten in fünf norwegischen Kulturhäusern und Kirchen. Als Bugge Wesseltoft die Musik von Snowing vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal live spielte, im Kalkmølla, einem kleinen, gemütlichen Kulturzentrum außerhalb von Oslo, war er zunächst unsicher, ob sich die magische Atmosphäre der Studioaufnahme wiederherstellen ließe. Er erinnert sich: „Hundert Menschen saßen in einem kleinen akustischen Raum. Ich begann leise und langsam zu spielen, genau wie auf dem Album. Nach ein paar Songs konnte ich das tiefe Atmen des Publikums hören. ‚Oh Gott, das muss für sie so langweilig sein‘, dachte ich und war mir sicher, dass sie zur Pause alle gehen würden.“ Gegangen ist natürlich niemand. Im Gegenteil: „Nach dem Konzert erzählten mir alle, was für eine großartige Erfahrung das für sie gewesen war. Seitdem spiele ich diese Musik jedes Jahr im Dezember in Norwegen vor großem Publikum. Es ist unglaublich, die gemeinsame Energie zu spüren, die Musik und Publikum zusammen im Konzertsaal erzeugen.“ Von der Idee des ACT-Gründers Siggi Loch, ein Weihnachtsalbum aufzunehmen, war Bugge Wesseltoft im 1997 zunächst wenig begeistert. Und er kann auch heute noch gut erklären, warum: „Ich bin kein großer Fan des Weihnachts-Shoppingwahns und des gestressten Glücks. In den frühen Neunzigerjahren hatte ich in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und schockiert festgestellt, dass Weihnachten eine Hochsaison für Depressionen, Nervenzusammenbrüche und Familienprobleme war. Ich schätzte mich glücklich, in einer Familie aufgewachsen zu sein, in der Heiligabend ein herzerwärmender, ruhiger Abend im Kreise der engsten Familie war.“ Das brachte Wesseltoft schließlich auf die Idee, ein Weihnachtsalbum in diesem Geiste aufzunehmen – eines, das seiner damals zweieinhalbjährigen Tochter Maren später vielleicht einmal gefallen würde. In seinen Worten: „Ruhig, langsam, mit Schwerpunkt auf liebevollen Kindheitserinnerungen und den Liedern, die wir sangen, während wir uns an den Händen hielten und um den Weihnachtsbaum herumstanden.“ Große Erwartungen waren mit der tatsächlich noch vor Weihnachten 1997 erscheinenden Einspielung nicht verbunden. Und erst einmal passierte auch nicht viel. Im folgenden Jahr aber breitete sich die Kunde von dieser ganz besonderen Weihnachtsmusik aus, die Menschen schlossen das Album ins Herz, empfahlen und verschenkten es immer wieder, bis heute. Die Liveaufnahme It’s still snowing on my piano wirkt vertraut und neu zugleich. Die Melodien der zumeist traditionellen Originalkompositionen bleiben erhalten. Wesseltofts Umgang mit den Stücken ist nicht der des Dekonstruierens oder Re-Komponierens, eher der eines behutsamen Durchwanderns und Erkundens der Räume zwischen den Noten. Doch genau auf diesem Weg entsteht innerhalb der Songs ganz neue Musik. Es scheint, als wiese jeder vorhergehende Ton dem nächsten den Weg, als folge auf jede Verzweigung eine weitere. Oft scheint es, als sei Wesseltoft dabei selbst gleichermaßen Spieler und Zuhörer. Bei den Aufnahmen zum Originalalbum saß Tochter Maren auf seinem Schoß - kein typisches Verhältnis von Künstler und Publikum, eher die eines gemeinsamen Lauschens und Fühlens. Genauso ist es auch bei den Konzerten und im heimischen Wohnzimmer. Und es ist genau dieses Gefühl der Verbindung zwischen Musiker und Zuhörer, die besondere Magie dieser Musik ausmacht.CreditsMusic arranged and produced by Bugge Wesseltoft Mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Ardy Strüwer

Ab 18,90 €*
Magic Moments 18 "In the Spirit of Jazz"

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Lumen
Bill Laurance - LumenCD / Vinyl / Limited Turquoise Vinyl / digitalBill Laurance Yamaha CFX2 grand pianoYamaha UX3 upright piano with feltBill Laurance tauchte ab. Mehrere Tage und Nächte lang verschwand er allein am Piano in der Musik und ließ sich treiben – mal mehr, mal weniger von vorhandenen Kompositionen geleitet. Die Mauern der St Faith’s Church des Südlondoner Stadtteils Dulwich dämpften die Außenwelt, ein spirituell durchzogener Klangraum entstand. „Ich bin kein sehr religiöser Mensch“, erinnert sich Laurance an die Aufnahmesituation Anfang April diesen Jahres. „Aber es war etwas Besonderes, an diesem Ort zu spielen, während um mich herum der Alltag ruhte. Und es ist etwas anderes, wenn man in so einem Ambiente nur mit sich selbst kommuniziert. Ich wollte die Freiheit in der Musik festhalten, die in solchen Momenten entsteht.“ Es geht ihm dabei um das Ausloten des gesamten Spektrums eines klassisch klingenden Konzertflügels im Raum zwischen Komposition und Freiheit: „Wenn man solo spielt, gibt es die einzigartige Möglichkeit, das zu erforschen. In einer Kirche aufzunehmen war dafür perfekt und ich konnte mich ganz in der Musik fallen lassen. Der wundervolle Gitarrist Isaiah Sharkey meinte einmal zu mir, die Musik selbst würde ihm erzählen, was er spielen solle. Das hat mich sehr beeindruckt. Wir werden üblicherweise trainiert, alles zu kontrollieren und zu üben, bis es perfekt sitzt. Aber ich glaube, ich komme inzwischen an einen Punkt, an dem ich es einfach laufen lassen will. Das Gegenteil tun und der Musik die Führung überlassen.“ Das heißt nicht, dass Bill Laurance plötzlich völlig regelfrei spielt. Während viele der Stücke von Lumen eine starke improvisatorische Komponente enthalten, sind andere durchkomponiert und klar in ihren Strukturen festgelegt. Den 44-jährigen Pianisten, Komponisten und Bandleader interessiert nicht die Auflösung, sondern die Kraft, die aus dem Kontrast entsteht. Er hat zahlreiche Projekte, bei denen er intensiv mit seinen Partner:innen kommuniziert – etwa das Duo mit Michael League, sein eigenes Trio, die Programme mit Snarky Puppy oder orchestrale Kooperationen wie Bloom mit dem The Untold Orchestra. In solchen Momenten fügt man sich in die Gemeinschaft und lässt sich vom Flow des Teamworks tragen. Solo aber funktioniert anders. Man sieht sich im Spiegel, setzt die Regeln – und kann sich auch wieder von ihnen lösen: „Ich tauchte wirklich in den Moment ein. Für mich fühlte es sich wie eine Solo-Pilgerreise an. Etwas passierte, ich habe insgesamt vielleicht drei Stunden Musik aufgenommen und musste dann einiges weglassen. Im Kern aber war es für mich eine spirituelle Erfahrung, ein Prozess des Ankommens, eine Frage des Vertrauens. Ein bisschen wie Indiana Jones beim letzten Kreuzzug, als er diesen Schritt in den Abgrund wagte. Ein Sprung ins Ungewisse. Ich hätte mich kaum mehr exponieren können als mit dieser Musik. Früher hatte ich viele Synthesizer, Drum Machines – alles Mögliche, auch im Solo-Umfeld. Aber als Künstler fühle ich mich inzwischen so weit, das alles wegzulassen, um organischer und purer zu sein.“ Neben dem Flügel verwendete Bill Laurance ein mit Filz gedämpftes Klavier. Es ist der klangliche Gegenpol zur Weite des Grand Pianos: Weniger Anschlag und Dynamik zugunsten eines intimeren, wärmeren Tons. Das Felted Piano ist tonale, melodische Percussion und Kontrapunkt zum großen Raum, den die Kirche bot. Er setzte es dezent als Akzent ein, um den zehn Stücken von Lumen weitere Farben zu verleihen – etwa als melodisch markantes Intro von „Mantra“, das vom kleinen Motiv schrittweise und beinahe unmerklich in die Opulenz des Flügelklangs übergeht. Das Titelstück wiederum hat Impressionismus im Stammbaum und wirkt wie ein neu entdecktes Prélude, während „Dove“ im Zusammenspiel von Dämpfung, fröhlicher Phrasierung und einer Prise swingbluesiger Lässigkeit zu einer Art Modern Stride Piano wird. Mit dem Album "Lumen" öffnet sich die Weite von Bill Laurances Selbsterforschung. Es ist der hinreißende Beginn seiner neuen Vorstellung von melodisch fundierter Klangfreiheit. Man hat das Gefühl: Bill Laurance's Solo-Piano-Reise hat gerade erst angefangen und man möchte nur allzu gerne auf ihren kommenden Stationen dabei sein. CreditsAll music composed by Bill Laurance Published by Flint Music, administered by BMG PublishingRecorded at St Faith’s Church, Dulwich, London on the 3rd and 4th April 2025 Recorded by Camilo SalazarMixed by Steve Poppleton and Bill LauranceProduced by Bill LauranceMastered by Christoph Stickel @csmastering.com Bill Laurance is managed by Mike Chadwick for Mike Chadwick Management Cover art by Michael Kidner, Butterfly Wings, 1966 Oil on canvas, 168 x 183 cm (Image has been adjusted for print) © Estate of Michael Kidner, courtesy of Flowers Gallery

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Living Being IV
Vincent Peirani - Living Being IVCD / Vinyl / Limited red transparent Vinyl / digital Vincent Peirani accordion, accordina Emile Parisien soprano saxophone  Julien Herne bass Tony Paeleman piano, keyboards, Fender Rhodes Yoann Serra drums Mit Living Being IV: Time Reflections präsentiert der französische Akkordeon-Star Vincent Peirani die Fortsetzung seines – neben dem Duo mit Saxofonist Émile Parisien – langjährigsten Projekts. Gemeinsam mit Émile Parisien, Tony Paeleman (Keyboards), Julien Herné (E-Bass) und Yoann Serra (Schlagzeug) entfaltet Peirani ein musikalisches Panorama, das weit über die Grenzen des Jazz hinausreicht. Die Corona-Pandemie zwang die Band Living Being zu einer Pause und raubte ihr die Chance auf ein bereits geplantes drittes Album. Heute, einen großen Schritt weiter, überspringt die Band diesen Plan: Auf Album Nummer zwei folgt deshalb Nummer vier. Sinnbildlich für Peiranis Haltung: immer vorwärts – „geht nicht“ gibt’s nicht. Das gilt auch für seine Beziehung zum Instrument, dem Akkordeon, auf dem Peirani so ziemlich alles erzeugt, nur keine typische „Akkordeon-Musik“.Die Ursprünge von Living Being reichen zurück bis ins Jahr 2011: Fünf Freunde, deren Wege sich – unabhängig voneinander – von Südfrankreich nach Paris kreuzten, verbunden durch eine intuitive musikalische Nähe und ein gemeinsames Ziel: klangliche Freiheit und kollektive Kreativität. Heute bildet dieses Quintett eine eingeschworene Einheit, die auf der Bühne wie im Studio mit beeindruckender Selbstverständlichkeit agiert. Peiranis Ansatz als Leader bleibt dabei unverkennbar: kammermusikalisches Denken – wenige Stimmen, aber jede mit einzigartiger Rolle – und der Fokus auf das Zusammenspiel, nicht den Solisten.Bereits der Auftakt des Albums zeigt mit „Le Cabinet des Énigmes“ Vincent Peiranis Gespür für melodische Klarheit und raffinierte Klangschichtung – ein kindlich anmutendes Thema, kunstvoll überlagert, voller Bewegung und feiner Details. In „Better Days“, entstanden während des Corona-Lockdowns, entwickelt sich eine fragile Walzer-Melodie aus der Dunkelheit – ein Hoffnungsschimmer in der Isolation. Mit den ausladenden Kompositionen „Clessidra“, „Inner Pulse“ und der „Bremain Suite“ lotet das Ensemble erzählerische Tiefe aus. Die Länge ergibt sich organisch aus der Struktur – getragen vom gewachsenen Vertrauen der Musiker. Trotz unterschiedlicher Klangfarben erzählen sie dieselbe Geschichte. Im Zentrum des Albums steht die dreiteilige Suite „Time Reflections“ – ein vielschichtig verschachteltes Werk, das Peiranis architektonisches Denken widerspiegelt. Jedes Detail ist bewusst gesetzt, nichts dem Zufall überlassen. Mit „Phantom Resonanz“ gelingt eine überraschende Verbindung: Renaissance-Polyphonie trifft auf zeitgenössische Improvisation – das Akkordeon als Brücke zwischen den Jahrhunderten. In „L.L.“, einer Hommage an Lionel Loueke, und der „Bremain Suite“, die Songs von Queen, Portishead und den Beatles vereint, spielt Peirani mit Tempi und Formen – mutig, stilübergreifend, hochmusikalisch.Living Being ist mehr als ein Bandname – es ist eine Haltung. Fünf eigenständige Persönlichkeiten verschmelzen zu einem lebendigen Organismus, der atmet, kommuniziert und inspiriert. Mit Time Reflections setzen Vincent Peirani und sein Ensemble ein weiteres Ausrufezeichen in der europäischen Musiklandschaft – ein Album voller Tiefe, Vision und musikalischer Poesie.Credits: All tracks composed by Vincent Peirani except #8 – medley from UnderPressure, Glory Box & I Want YouUnder Pressure composed by Freddie Mercury, David BowieGlory Box composed by Isaac Lee Hayes, Geoff Barrow, Adrian Utley,Beth GibbonsI Want You composed by John Lennon, Paul McCartneyL.L is dedicated to Lionel LouekePhantom Resonanz is dedicated to Céline FoucautRecorded by Boris Darley at Studio des Bruères, FranceProduced by Amélie Salembier & Vincent Peirani / Yes les Guy’zzMixed by Nic HardMastered by Dave McNairArtwork by Jérôme WitzBand photo by Elisa RamirezCover photo by Frank SiemersWith the support of SCPP, CNM    

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Faces of Night
David Helbock - Faces of NightCD / Vinyl / digital David Helbock pianoJulia Hofer electric bass, fretless bass, celloGuests:Lorenz Raab flugelhornMahan Mirarab guitarVeronika Harcsa vocals  Pianist David Helbock und Bassistin / Cellistin Julia Hofer haben viel gemeinsam. Beide sind verspielt, neugierig und experimentieren gerne. Und beide denken perfektionistisch. Das ist eine musikalische Kombination, die sich ausgeht. „Ich war auf der Suche nach einem neuen Gegenüber für eine kleine Besetzung“, erzählt David Helbock, „denn mein letztes Projekt ‚Austrian Syndicate‘ ist zwar eine Herzensangelegenheit, aber auch sehr aufwändig, mit großer Band und vielen Keyboards. Gemeinsam mit ACT-Chef und Produzent Andreas Brandis entstand schließlich die Idee eines akustischen, auf die emotionale Essenz reduzierten Duos – ein Format, in dem die musikalische Kommunikation so direkt funktioniert wie in keiner anderen Besetzung. Und schnell kam ich dafür auf Julia Hofer. An ihr hat mich vor allem die Vielseitigkeit gereizt – und die Fülle der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Schon in der ersten Probe hat mich ihre Energie sofort fasziniert. Man merkt ihr den Spaß an der Musik schon bei der ersten gespielten Note an und das motivierte mich enorm und ist außerdem sehr ansteckend.“Bassistin und Cellistin Julia Hofer geht ihren künstlerischen Weg in umgekehrer Reihenfolge als normalerweise üblich. In der Regel lernen Musiker:innen ihre Handwerk, werden bekannt und fangen dann an, Unterricht zu geben. Julia Hofer hatte nach dem Bachelor in Wien und noch während ihres Masters an der Popakademie Mannheim bereits millionenfach geklickte Teaching-Videos für den Online-Musikhändler Thomann am Start. Sie unterrichtet außerdem in Klagenfurt und gehört zum Team der Vereinigten Bühnen in Wien. Julia Hofer ist eine Schnellstarterin der österreichischen Szene, Spross aus musikalischem Elternhaus, klassisch als Cellistin ausgebildet, aber stilistisch umfassend aufgestellt. Sie streicht nicht nur poetisch Cello, sondern groovt auch mit energiebasierter Lässigkeit durch das Pop-, Funk- und Fusion-Repertoire von Earth, Wind & Fire und Jamiroquai bis zu den Yellowjackets. Das Besondere dabei: Julia Hofer klebt nicht am Notenblatt. Sie hört lieber genau zu, transkribiert selbst und  kommt den Originalen besonders nahe, indem sie manchmal auch etwas passend verändert.Kein Wunder, dass David Helbock von seiner neuen Duo-Partnerin begeistert ist. Schließlich ist der Pianist und Komponist aus Vorarlberg selbst extrem wandelbar. Mit dem Trio Random Control hat er seinen Ruf als Grenzgänger mit humorvoll virtuosen Fähigkeiten am Instrument begründet. Projekte wie sein „Playing John Williams“ (2019) oder „Austrian Syndicate“ (2023) wiederum verankern ihn im kammermusikalischen Solo-Klavier ebenso wie im Neo-Fusion mit jazzrockiger Wucht. David Helbock ist einer der vielseitigsten Musiker der österreichischen Musikwelt. Und er liebt eben Duos wie zum Beispiel „Playground“ (2022), das ihn zusammen mit der Sängerin Camille Bertault auf die europäischen Club- und Festivalbühnen geführt hat.„Faces Of Night“ mit Julia Hofer, spannt den stilistischen Bogen noch weiter. Denn zum Repertoire des Albums gehören Songs von Prince ebenso wie Thelonious Monks „‘Round Midnight“, die cellofarbige Version von Georges I. Gurdjieffs „Woman’s Dance“, eine soul-funkige Interpretation von Eddie Harris‘ „Freedom Jazz Dance“ oder die überraschende Adaption von Motiven aus Robert Schumanns „Klavierkonzert A-moll“. „Wir haben am Anfang auch noch Effekte ausprobiert, das wurde aber immer weniger. Inzwischen ist es ein bis auf den E-Bass nahezu akustisches Album. Und wir haben wirklich viel geprobt und ausprobiert. Ein schöner Prozess“.Ein paar Gäste kamen dazu, der balladenhaft lyrische Trompeter Lorenz Raab, mit dem David Helbock schon seit zwei Jahrzehnten spielt und die Sängerin Veronika Harcsa, ebenfalls eine langjährige Bekannte, die bei „Freedom Jazz Dance“ scattend improvisiert und Monks „Round Midnight“ einen ungarischen Text verpasst. „Und mit Mahan Mirarab wollte ich auch lange schon etwas machen. Er spielt eine Gitarre mit zwei Hälsen, einer davon fretless, was wiederum sehr gut zu Gurdjieff passt“, erzählt David Helbock von dem zweiten Beteiligten auf „Faces Of Night“, mit dem er zuvor noch nicht gearbeitet hat.Und so hat schließlich im Studio gemeinsam mit Produzent Andreas Brandis ein sehr kommunikatives und musikalisch wild energisches Team zusammengefunden. Im Zentrum agieren mit großer Spieloffenheit und Präzision Julia Hofer und als Gegenstück der auf inspirierte Art getriebene David Helbock. Die Gäste erweitern die Basis und führen die Musik mit neuen Farben über diese Konstellation hinaus. „Am Ende passt das alles auch gut zu dem Titel ‚Faces Of Night‘. Die Nacht ist für mich ein Grenzraum, wo Gegensätze möglich sind und sich ergänzen“. Die Gesichter der Nacht öffnen die Pforten für ein neues Duo, das mit seinem Debüt-Album voller Spiellust und Energie in die Musikwelt startet.  Credits: Produced by Andreas Brandis & David Helbock  Recorded on May 20th and 21st at Wavegarden Studio, Mitterretzbach, AustriaRecorded and mixed by Werner AngererMastered by Klaus ScheuermannCover art (detail) by Tanka Fonta The Meditative Movements; The Dawn Incantations III (2024) Acrylic on canvas,160 cm x 120 cmDesign by Siggi Loch

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ok
daoud - okCD / farbiges Vinyl (pink) / digital daoud trumpet, flugelhorn, synthesizers, ondes MartenotSilvan Strauss drums, percussionsLouis Navarro double bassLeo Colman synthesizers, piano, Fender RhodesJules Minck synthesizers, electric bass, electric guitarQuentin Braine additional percussionsKuz additional keyboards, sound design, additional production Special guests: corto.alto trombone, Mehdi Nassouli guembri, Charlie Burg tenor saxophone, Teis Semey electric guitar, Kuba Więcek alto saxophone, Julien Fillion tenor saxophone, Ludivine Issambourg flutes, Rosie Frater-Taylor vocals / electric guitarDas ACT-Debüt „ok“ des französischen Trompeters daoud ist geprägt von Kontrasten und Widersprüchen, vom Akt des Scheiterns und sturen Wieder-Aufstehens. Und es erzählt auch von der Akzeptanz des Unabänderlichen. daoud erklärt: "Das gesamte Album dreht sich um das Konzept der widerstrebenden Akzeptanz von Dingen, die man nicht kontrollieren kann. Na gut, ok, f***k it, dann ist es eben so." Auf 14 Tracks verbindet daoud Tragik und Humor, Chaos und Zärtlichkeit, Melodie und Lärm."ok" ist ein Jazzalbum mit Pop-Denke. Die Basis der Stücke nahm daoud live im Studio auf - zusammen mit Keyboarder Leo Coleman, Kontrabassist Louis Navarro, Schlagzeuger Silvan Strauss, E-Bassist / Gitarrist / Keyboarder Jules Minck und Keyboarder Kuz. Die vielen nachträglich hinzugefügten Sounds, Flächen und Texturen sind so subtil und raffiniert, dass man den Produktionsaufwand eher fühlt als hört. Augenfälliger ist die Riege internationaler Gäste, die der Musik noch mehr Farben verleihen: corto.alto (Posaune / GB), Rosie Frater-Taylor (Gitarre & Gesang / UK), Mehdi Nassouli (Guembri / MAR), Ludivine Issambourg (Flöte / FR), Teis Semey (Gitarre / NL), Kuba Więcek (Altsaxofon / PL) und Julien Fillion (Tenorsaxofon / FR). Alle Mitwirkenden haben die Vielfalt der Einflüsse des Albums tief durchdrungen: Jazz, Hip-Hop, Rock, Disco, Afrobeat und Drum'n'Bass stehen hier nicht im Genre-Sinne nebeneinander, sondern liefern das natürliche Vokabular einer wendungsreichen musikalischen Erzählung.daoud liebt das Spiel mit den Gegensätzen. Ironie trifft auf Melancholie, Humor verdrängt Traurigkeit, kindliche Verspieltheit verschleiert innere Kämpfe, das Schwere wird leicht, das Ernste wird ironisch. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in der visuellen Welt von „ok“ wider. Das Albumcover zeigt daoud als Kind - das Foto fängt die Verletzlichkeit ein, die auch die Musik des Albums prägt. Und auch die einfachen, kindlichen Zeichnungen der digitalen Single-Covers stehen für eine bittersüße Spannung zwischen Verspieltheit und Schmerz.Hinter alledem steht daouds persönliche Geschichte „Schon mit drei Jahren war ich von der Idee besessen, ein Clown zu sein“, erinnert sich dieser. „Ich muss wohl im Fernsehen oder sonst wo einen Clown gesehen haben, der Trompete spielte und gedacht haben: Das ist genau das Instrument, welches ein Clown spielen muss. So bin ich auf zur Trompete gekommen." Die Verbindung aus Komik und Tragik der Figur des Clowns prägt fortan daouds Haltung zur Musik. Er studiert Trompete, zuerst klassisch, dann im Jazz, doch bricht beide Wege wieder ab und gibt das Musikmachen mehrmals komplett auf. Stattdessen reist er quer durch Europa und Amerika, lebt in Hinterzimmern, arbeitet als Pizzabote, Kellner, Assistent eines Beerdigungsinstituts, spielt wie besessen Fußball und boxt. Er sagt über diese Zeit: „Ich glaube, ich habe das Trompete Spielen aufgegeben, weil es mir so viel bedeutet hat, dass ich mir selbst beweisen musste, dass ich auch ohne existiere."Schließlich kehrt daoud zur Musik zurück, nach seinen eigenen Regeln, als Trompeter, Bandleader, Produzent, Beat-Maker, Komponist, Texter und Toningenieur. Er lernt all dies durchs Machen. "Ich bin so dankbar, dass ich in der Ära des Internets lebe,“ sagt er. „Man buchstäblich alles herausfinden und lernen, was man will.“ daoud ist ein besessener Arbeiter, 18 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sein 2024 erschienenes Debütalbum „GOOD BOY“ produziert er in Eigenregie, die Aufnahmen dauern mangels Budgets nur drei Tage. Das Album setzt daoud auf die Landkarte der französischen und europäischen Jazz-Szene. Parallel produziert er kontinuierlich Musik anderer Künstler:inen in Pop und Hip-Hop, schreibt Songs und arbeitet als Session-Musiker in den unterschiedlichsten Genres.Das Album „ok“ macht daouds kontrastreichen Weg als Mensch und Musiker erfahrbar. "Kontraste und Wiedersprüche lösen etwas in uns aus, bringen uns aus dem Gleichgewicht und lassen uns Dinge auf eine Art und Weise empfinden, als es in homogenen Umgebungen der Fall wäre,“ sagt daoud. „Für mich sind das die Momente, in denen die stärksten Gefühle entstehen." "Kontraste und Wiedersprüche lösen etwas in uns aus, bringen uns aus dem Gleichgewicht und lassen uns Dinge auf eine Art und Weise empfinden, als es in homogenen Umgebungen der Fall wäre,“ sagt daoud. „Für mich sind das die Momente, in denen die stärksten Gefühle entstehen."Credits:All tracks composed by daoudProduced and arranged by daoud & Jules Minck, additional production by KuzRecorded by Julien Couralet at Studio Capitole, mixed by Olivier Cussac, mastered by Alexis Bardinet at Globe Audio MasteringCover art by daoud  

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Eigengrau
Vincent Meissner - EigengrauCD / Vinyl / digitalVincent Meissner pianoJosef Zeimetz bassHenri Reichmann drums „Man kommt immer wieder an den Anfang zurück, je mehr man Neues entdeckt“, sagt Pianist Vincent Meissner. Die Musik seines dritten Albums „Eigengrau“ ist geprägt von einem sehr reflektierten Blick nach innen. Und von sehr persönlichen Erlebnissen und Begegnungen. Gemeinsam mit seinem Working-Trio mit Bassist Josef Zeimetz und Schlagzeuger Henri Reichmann hat Vincent Meissner eine eigene Sprache entwickelt – inspiriert von Künstlern wie The Bad Plus, Esbjörn Svensson, Vijay Iyer oder seinem Mentor Michael Wollny.Der Albumtitel „Eigengrau beschreibt den Moment der Dunkelheit hinter geschlossenen Augen,“ erklärt Meissner. „Aber wenn man sich dann die Augen reibt, sieht man plötzlich Muster. Jeder sieht etwas anderes, Strukturen, Objekte, oder vielleicht auch gar nichts. Ähnlich ist das mit unserer Musik – für jeden erzeugt sie eigene Bilder.“ Auf der Bühne ist das Trio stetig in Bewegung, explodiert oft vor schierer Energie. Im Studio sucht Vincent Meissner mit seinen Mitmusikern und Produzent Andreas Brandis nach Reduktion und Konzentration – von Melodien, Texturen und Stimmungen. Für das Album zoomen die drei näher heran, jeder Ton ist Erkundung, jedes Stück ein Wechselspiel – feingeschliffen und tiefgründig.Dass man seinen Mentor Michael Wollny immer wieder durchhören kann, ist für Vincent Meissner ein Kompliment. Gemeinsam haben Beide besonders den Drang, sich auf das Unbekannte einzulassen, Dinge anzunehmen, die einfach passieren. „Manchmal sind Fehler das Beste, was man machen kann,“ sagt Meissner. „Duch sie versteht man peu a peu immer mehr, ein Mysterium löst sich auf, ein neues Tool in der großen Spielwiese taucht auf. Wollny sagt dazu: Jetzt hast du wieder etwas Neues, mit dem Du experimentieren kannst.“ Vincent Meissner schaufle nonstop Musik rein, um besser zu verstehen, was andere machen, um dann besser zu verstehen, was er selber macht. Ohne zu hören könne er auch nicht spielen. Er brauche Begegnungen mit Menschen und auch Zeit ohne Klavier, die ihn zurück zum Klavier führt. „Es kann schon mal sein, dass ich das Klavier nicht anfasse. Das ist essentiell, wie ne Beziehung. Wenn man sich die ganze Zeit sieht, 24/7, was will man sich dann denn noch erzählen?“Bei aller Tiefe und Komplexität ist „Eigengrau“ ein Song-Album geworden. Das passt zu Vincent Meissners uneitler Persönlichkeit. Nicht immer alles zeigen, spielen, was die Musik braucht, nicht das, was das Ego verlangt. Die neun sehr fokussierten Stücke öffnen, jedes für sich, emotionale Räume - oft pastellfarben, voller feiner Schattierungen und von hypnotischer Anziehungskraft. Credits:Music composed by Vincent Meissner - except #A03 (Prince) and #B05 (T. Yorke, J. Greenwood, E. O`Brien, P. Selway)Produced by Andreas BrandisRecorded by Johannes Kellig, between 8-10 September 2024 at Jazzanova Studios Berlin, GermanyMixed and mastered by Klaus ScheuermannLacquer disc cutting by scape masteringPhoto by Niklas Wagenbrenner Cover art by Mascha Schultz, used by kind permission of the artistCover design by Siggi Loch

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Jazz at Berlin Philharmonic XVII: Gnawa World Blues
Jazz at Berlin Philharmonic XVII: Gnawa World BluesCD / Vinyl / digitalMajid Bekkas guembri, oud & vocalsNguyên Lê guitar & backing vocalsHamid Drake drums Drei Kontinente - drei musikalische Weltbürger: Beim Gipfeltreffen im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie bündeln ein Marokkaner, ein Franko-Vietnamese und ein US-Amerikaner ihre Roots und ihre globalen Erfahrungen zu einem soghaften Bühnengeschehen. Das Ergebnis oszilliert zwischen Desert Blues, Gnawa-Trance, Orient-Jazz, Sixties-Rock und südostasiatischer Gelassenheit. Stimme, Oud und die Bass-Laute Guembri, eine E-Gitarre mit einem weiten Spektrum schillernder Klangfarben, ein Schlagwerkarsenal zwischen Feinsinn und Physis - das sind die Werkzeuge der drei kosmopolitischen Protagonisten Majid Bekkas, Nguyên Lê und Hamid Drake. Im Zentrum des Geschehens steht der Marokkaner Bekkas: Seit einem halben Jahrhundert gilt der Multiinstrumentalist aus Salé als Türenöffner für die marokkanische Musikkultur. Tief verwurzelt vor allem in der Musik der schwarzen Gnawa-Minderheit seines Landes, gleiste er mit Jazz-Granden wie Joachim Kühn, Archie Shepp, Pharoah Sanders und Klaus Doldinger Teamworks auf und hat auf ACT zuletzt mit dem Magic Spirit Quartet eine Brücke zwischen nordischen und afrikanischen Soundwelten geschlagen. Der Franko-Vietnamese Nguyên Lê zählt zu den aufregendsten Persönlichkeiten unter den Gitarristen der Moderne. Eine unverwechselbare Fusion-Handschrift hat der Autodidakt entwickelt: Sie integriert den Melodiefluss Südostasiens, komplexe Jazzharmonik, ruppige und hochvirtuose Rock-Exkursionen, Flamenco und Afro-Töne. Für die weit aufgefächerten Schlagwerk-Impulse in diesem Trio sorgt der in Chicago geborene Hamid Drake: Mit einem Hintergrund von World- bis zum Free Jazz und einem Spielhorizont vom Trompeter Don Cherry über den Saxofonisten Peter Brötzmann bis zur Soul-Diva Melba Moore verfügt Drake über Einfühlungsvermögen in diverse Schlagwerktraditionen der Welt.Das Live-Repertoire dieses denkwürdigen 10. November 2024 spiegelt einen ungeheuren Reichtum an Ideen und Verschmelzungen wider: Eine nachsinnende Bluesmelodie im Unisono von Oud und Stimme über den Liegeflächen der Gitarre im eröffnenden „Gore Blues“, gefolgt von angeregtem, fünftönigem „Trialog“ zwischen Laute, E-Gitarre und feiner Becken-Arbeit. Mit „Mrahba“ begibt sich der Dreier aufs Parkett der traditionellen Gnawa-Musik: Lê und Drake schaffen eine rockig-funkige Grundstimmung, die machtvollen Anrufungen von Bekkas über einem sich aufbäumenden Bass-Riff kreieren Trance. Als Reverenz an John Lee Hooker kommt „Boom Boom“ wie eine schwer heranrollende, doch organische Blues-Maschine in Gang – verblüffend, wie Bekkas sich hier ganz von seinen Roots löst.„Ascending Dragon “ dagegen bietet ein meditatives Interludium mit Daumenklavier und geraunter Melodie, Nguyên Lê spielt hier brillant seine unverkennbar vietnamesische Ornamentik aus. Als aufgekratztes Gegengift hierzu interpretieren Bekkas, Lê und Drake Jimi Hendrix‘ „Purple Haze“ zunächst sehr nah am Original, bevor der neue Mittelteil auf die Reise des Gitarrenhelden in die Gnawa-Hochburg Essaouira im Juli 1969 erinnert. „Tair“ startet als freie Oud-Improvisation, die dann mit gemächlichem Galopp das Wechselspiel der beiden Saitenmeister anregt. Und im Finale „Sidi Bouganga“ zündet das Trio die fröhliche Seite der Gnawa-Sprache mit einem hymnisch-ausgelassenen Ton.Drei Ausnahmekönner schöpfen aus ihren Wurzeln – und schaffen eine Spannung, aus der statt Differenz atemberaubende Diversität erwächst.Credits: Recorded live at Philharmonie Berlin on November 10, 2024 Recorded, mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Mohamed Melehi © 1969 (untitled), Casablanca Art School © VG Bild-Kunst, Bonn 2025

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Jazz at Berlin Philharmonic XVI: Piano Night II
Jazz at Berlin Philharmonic XVI: Piano Night IICD / Doppelvinyl / digitalLeszek Możdżer pianoGrégory Privat pianoiiro Rantala pianoMichael Wollny pianoVier unverwechselbare Charaktere des europäischen Jazzpianos im ausverkauften großen Saal der Berliner Philharmonie. Grenzenlose Freiheit, grenzenloser Jubel. Und, vielleicht am wichtigsten: Eine große Gemeinschaft, zwei Stunden lang vereint durch die Kraft der Musik. Es war diese besondere Magie, die im Jahr 2012 den Startschuss gab für eine einzigartige Serie von Konzerten und Aufnahmen: Jazz at Berlin Philharmonic. Im Mittelpunkt der Premiere standen damals die Pianisten Iiro Rantala, Michael Wollny und Leszek Mozdzer. Was als einmaliges Experiment gedacht war, ein eigens für den Anlass kuratiertes Jazzkonzert im Klassik-Tempel Berliner Philharmonie, wurde zu einer Institution.Mehr als ein Jahrzehnt später treffen sich Rantala, Wollny und Mozdzer an diesem legendären Ort wieder, diesmal gemeinsam mit Grégory Privat, einem weiteren Unikat an den 88 Tasten. Die Rahmenbedingungen sind also dieselben wie bei der Premiere, die Welt „draußen“ jedoch ist eine ande-re als vor zehn Jahren. Es scheint, als spiegelten Repertoire, Interpretation und Improvisationen die vielen, teils wider-sprüchlichen Facetten unserer Zeit wider. Stärker als beim ersten Zusammentreffen: Ernst, Nachdenklichkeit, Introspek-tion. Aber auch: Hoffnung, Freude, Neugier. Und, wie um all den Wirren und Unsicherheiten der Welt die Stirn zu bieten: Ausbrüche von kindlich-verspieltem Spaß. Rantala, Wollny, Mozdzer und Privat lassen die Zuhörer die Essenz der Kunstform Musik erleben: Als Spiegelbild ihrer Zeit, als Ausdrucksmittel purer Emotion und als eine Form der Kommunikation, die ganz ohne Worte auskommt und Menschen in ihrem Innersten berührt.Credits:Produced by Siggi Loch Recorded live at Philharmonie Berlin on December 3, 2024 Recorded, mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Stanley Whitney © 2024, “Song”, ACT Art Collection, Cover design by Siggi Loch

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