Zum Hauptinhalt springen
Menü

Filter

in the fields
Vision String Quartet: in the fieldsCD / Vinyl / digital  Florian Willeitner violinDaniel Stoll violinLeonard Disselhorst celloSander Stuart viola Fünf Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung meldet sich das vision string quartet mit sreinem ACT-Debüt "in the fields" eindrucksvoll zurück. Das Album ist ein Manifest für die Vielseitigkeit des Streichquartetts und ein Statement für musikalische Neugier. Die Berliner Formation, bestehend aus Florian Willeitner (Violine), Daniel Stoll (Violine), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Cello), hat sich in den letzten Jahren als „string quartet of the future“ (The Sydney Morning Herald) etabliert und ist bekannt für ihre Grenzgänge zwischen Klassik, Folk, Jazz und eigenen Kompositionen. Für ACT ist die Zusammenarbeit mit dem Quartett eine Erweiterung der ohnehin großen musikalischen Bandbreite. ACT-Chef Andreas Brandis: „Meine Verbindung zu den visions begann mit den von mir geleiteten Concerto.21-Meisterklassen und setzte sich in einer engen Zusammenarbeit mit ihrem Geiger Florian Willeitner fort. In Zukunft wird ACT sich noch stärker für Verbindungen zwischen klassischer Musik, zeitgenössischer Musik und Improvisation öffnen – und das vision string quartet ist ein brillanter Vertreter dieses Ansatzes.“ Das vision string quartet agiert weniger wie ein klassisches Streichquartet, eher wie eine Band: Die vier Musiker spielen immer im Stehen, beherrschen ihr Repertoire auswendig und ohne Noten. „Das bedeutet für uns die maximale Freiheit und Lebendigkeit“, erklärt Florian Willeitner. Und auch sonst sind die visions offen für Neues: Konzerte im Dunkeln, genreübergreifende Kooperationen mit Künstler*innen wie Fatma Said, Gabriel Kahane oder Golnar Shahyar zeigen jeher die Vielseitigkeit des Quartetts.Der dramaturgische Bogen von „in the fields“ orientiert sich am fünfsätzigen 4. Streichquartett Béla Bartóks, das sich als roter Faden durch das Album zieht. „Von Bartóks Faszination für das Unbekannte haben wir uns anstecken lassen“, schreiben die Musiker in den Liner Notes. Dessen Sätze werden nicht nur klassisch interpretiert, sondern gemeinsam mit dem österreichischen Percussionisten Bernhard Schimpelsberger um eine „percussive dimension“ erweitert. Im gleichen Geiste erklingt auch das Eröffnungsstück des Albums, das bulgarische Volkslied „Kopanitsa“, das mit seinem rhythmischen Feuer im 11/8-Takt die Richtung vorgibt.Mit dem Streichquartett in F-Dur von Maurice Ravel bildet ein Evergreen des Quartettrepertoires eine klassische Inspirationsquelle. Florian Willeitner und Schwedens Piano-Shootingstar Joel Lyssarides öffnen mit „Ravel Reloaded“ das Tor zu einer neuen, postimpressionistischen Klangwelt. Zudem bringt Lyssarides mit seinem Arrangement von „Grimasch om morgonen“ des schwedisch-niederländischen Singer-Songwriters Cornelis Vreeswijk eine weitere, sehr persönliche Facette ein. Gemeinsam mit Joel Lyssarides und dem aus dem Iran stammenden Gitarristen Mahan Mirarab hat das vision string quartet darüber hinaus mehrere Eigenkompositionen entwickelt und aufgenommen. „Lydian Rose“ feiert die Farbenpracht des lydischen Modus, „Raindance“ lässt gezupfte Melodien im Regen tanzen, „Convalescence“ entfesselt einen wilden Ritt zwischen poetischer Sanftheit und halsbrecherischem Drive, und das Folksong-hafte „Skymning“ bildet den sanften Schlusspunkt des Albums. . Es lohnt sich, „in the fields“ von Anfang bis Ende in der vorgesehenen Reihenfolge zu hören. Mit der Vielfalt des musikalischen Materials erzählen das vision string quartet eine wendungsreiche, immer wieder überraschende Geschichte und beweist einmal mehr, wie lebendig, neugierig und grenzenlos ein Streichquartett des 21. Jahrhunderts sein kann. CreditsRecorded between 7–12 October 2024 and 29–30 October 2024 at Studio 1,BR Franken, NürnbergProduced by vision string quartetExecutive producer for BR: Beate SampsonRecording producer, engineer, editing, mixing: Christian JaegerRecording and editing technician: Tatjana SchewtschenkoPiano tuner: Theo KretzschmarMastered by Christoph Stickel, ViennaAll photos by Sander Stuart

Ab 18,90 €*
Who We Are
Viktoria Tolstoy & Jacob Karlzon: Who We AreCD / Vinyl / digital  Viktoria Tolstoy vocalsJacob Karlzon piano, keyboards, programming Wenn zwei musikalische Weggefährten und Freunde nach fast drei Jahrzehnten Zusammenarbeit ein Album mit dem Titel Who We Are veröffentlichen, ist das mehr als ein Name – es ist ein Statement. Die Sängerin Viktoria Tolstoy und der Pianist und Keyboarder Jacob Karlzon legen mit diesem Album eine Art musikalisches Selbstporträt vor: die Summe aus gemeinsamen Erfahrungen, gegenseitigem Vertrauen und einer künstlerischen Sprache, die nur entstehen kann, wenn zwei Menschen über Jahre hinweg auf derselben Frequenz schwingen. Die gemeinsame Reise von Viktoria Tolstoy und Jacob Karlzon begann Mitte der 1990er-Jahre während einer UK-Tour Tolstoys. Seitdem haben sie immer wieder miteinander gespielt und sechs Alben aufgenommen, zuletzt: Letter To Herbie im Jahr 2011 – eine Verneigung vor dem gemeinsamen Idol Herbie Hancock – und A Moment of Now 2013 – ihre erste, vielbeachtete Duo-Einspielung.Durch die enge, jahrzehntelange Zusammenarbeit sind Viktoria Tolstoy und Jacob Karlzon heute an einem Punkt angekommen, an dem sie ihre Geschichte nicht mehr neu erfinden müssen – sie müssen sie nur erzählen. Tolstoy beschreibt das Zusammenspiel als eine Mischung aus Freiheit und Geborgenheit: „Was wir im Duo machen, ist wirklich anspruchsvoll – aber es fühlt sich leicht an. Jacob spricht meine Sprache komplett, wir folgen einander auf eine magische Art.“ Diese starke Verbindung macht es dem Duo möglich, im Studio wie auf der Bühne permanent Neues zu riskieren – ein entscheidender Teil dessen, wer sie sind. Karlzon erlebt diese Verbindung ähnlich: „Zwischen Viktoria und mir gibt es keine Trennung zwischen Solist und Begleiter, wir sind einfach zwei Seelenverwandte auf Augenhöhe.“ Diese enge Kommunikation ist das Fundament des Albums – und vielleicht die präziseste Antwort auf den Titel: Who We Are ist ein Zustand. Ein Einverständnis. Ein musikalisches Wir. Ein zentrales Bild, das Karlzon formuliert, bringt diese Identität besonders klar zum Ausdruck: Die Songwriter, deren Stücke das Duo interpretiert – Billy Joel, Tori Amos, Thom Yorke –, singen und spielen oft gleichzeitig Klavier. „In gewisser Weise versuchen wir genau das – nur zu zweit. Zwei Menschen, ein musikalischer Organismus.“ Diese Vorstellung – ein zweistimmiger, aber gemeinsamer Ausdruck – zieht sich als roter Faden durch die Produktion. Who We Are klingt oft größer als ein Duo, weil Tolstoys soul-getränkter Jazzgesang und Karlzons energetisches, harmonisch weit ausschwingendes Spiel sich nicht ergänzen, sondern verschmelzen. Neben sehr eigenen Versionen der Stücke ikonischer Songwriter enthält Who We Are auch eine Reihe von Eigenkompositionen von Jacob Karlzon, der hier nicht nur die Musik, sondern zum ersten Mal auch alle Texte beisteuerte. Tolstoy war das ein überraschender, ja berührender Schritt: „Nach der Musik landeten plötzlich Song für Song Texte in mein Postfach – und ich war sprachlos, wie gut diese waren.“ Karlzon beschreibt das Schreiben als eine Rückkehr zu dem, was für ihn den Kern von Kunst ausmacht: nicht Konzept oder Verkaufbarkeit, sondern Wahrhaftigkeit. Die Texte spiegeln persönliche Erlebnisse ebenso wie Beobachtungen – ein Patchwork, das dennoch eine klare Haltung trägt. Tolstoy wiederum macht diese Lieder zu ihren eigenen Geschichten. Weil sie Karlzon so gut kennt, wie sie sagt: „Ich fühle die Worte. Ich weiß, woher sie kommen.“Who We Are ist ein reifes, warmes, in sich ruhendes Album zweier Künstler, die einander in ihrer ganzen Komplexität kennen – und darin eine Form von Freiheit gefunden haben, die selten geworden ist. Ein Werk, das nicht erklärt, wer sie sein möchten, sondern wer sie wirklich sind. CreditsRecorded at Musikaliska Kvarteret, Stockholm, August 25 & 26, 2025, by Lars NilssonAdditional recordings at ChassRoomMixed and mastered at Nilento Studio by Lars NilssonNilento team: Lars Nilsson, Michael Dalvid, and Jenny NilssonProduced by Jacob Karlzon & Lars NilssonJacob Karlzon is a Steinway Artist

Ab 18,90 €*
Palmer Edition III: Trinity
iiro Rantala Trio - TrinityCD / Limited and Hand-Numbered Deluxe Vinyl Box / digital„Eine bezaubernde, großartige Darbietung und eines der besten Alben dieses Jahres.“ The Ear / GBFür die dritte Ausgabe der exklusiven Kooperation zwischen ACT und dem renommierten “Château Palmer” widmet sich der finnische Meister-Pianist Iiro Rantala seiner Liebe zu den großen Standards des Jazz. Dafür haben er und Produzent Andreas Brandis ein neues Trio zusammen gestellt, mit der finnischen, in New York lebenden Bassistin Kaisa Mäensivu und dem dänischen Schlagzeuger Morten Lund. Man hört den mal zärtlich-melodischen, mal intensiv swingenden Aufnahmen die Magie des historischen Châteaus im Bordeaux an. Inhalt über Form, Ausdruck über Effekt, Herz über Kopf! Auch als streng limitierte EDITION PALMER III:• Hochwertige, Leinen-bezogene Box• 180-Gramm-Vinyl• Handsignierter Kunstdruck von Katja Strunz • Umfangreiches Booklet in LP-Größe • Hi-Res-Downloadkarteiiro Rantala pianoKaisa Mäensivu double bassMorten Lund drumsText in English by Alex Dutilh, Open Jazz Translated by Sebastian Scotney2+2=3. The idea is mischievous, but maybe when a trio of musicians as good as these conspire together to make something very unusual, the breaking of rules is going to happen anyway. iiro Rantala and Morten Lund have known each other ever since the pianist joined the ACT family. Back then, in 2012, iiro called out to the Danish drummer to record ‘My History of Jazz’ with him. "Since then, I've become more convinced than ever that Morten really is the best in Europe at playing alongside a walking bass. And there’s a simple reason for that: he is steeped in Copenhagen’s long and illustrious jazz tradition. He has worked alongside the players who performed with Dexter Gordon, Stan Getz and Ben Webster, with Ed Thigpen, with Niels-Henning Ørsted Pedersen, pretty much everyone...he has inherited all of that history. " As regards the double bassist on this album, Kaisa met iiro at a jam session in Helsinki during Covid. Despite her being based in New York, the pianist recently hired her to celebrate Independence Day with him at the Finnish President’s residence in Helsinki, Mäntyniemi, in December 2024. "Morten, Kaisa and I had never actually played together before the Château Palmer gig. And I had never recorded an album of standards with a trio of piano, double bass and drums,” explains the pianist. “The usual way is to rehearse... then to play a few concerts or even a tour... we normally put ourselves to the test before we record. Not this time."That wish, to capture and preserve the freshness and wonder of things being done for the very first time is in the DNA of the Edition Palmer Collection, a superb initiative conceived and co-led by Thomas Duroux, director of Château Palmer, and Andreas Brandis, CEO and producer at ACT, with ‘Trinity’ as the third in the series. In 2023, the inaugural meeting between Joachim Kühn and Michael Wollny (‘Duo’) was very much a one-off encounter, and that set the tone. The emphasis in this series is on having the expectation that each ‘millésime’ will be resolutely, definingly unique... In 2024, the recording at the Château of Lars Danielsson's Trio with Verneri Pohjola and John Parricelli was also the result of following an intuition that the combination would be miraculous... all of this is very much aligned with Château Palmer’s way of making wine, which is to vary the proportions of Merlot, Cabernet Sauvignon and Petit Verdot in the blend of each year’s vintage. For this trio, iiro has opted for a repertoire of standards. This is a first for him, and in two respects. "I had been thinking about doing it for many years. I felt that at some point in my life, I had to pay tribute to this repertoire, which represents the foundations. Like a classical musician who must one day tackle the toccatas of Bach's or the sonatas of Mozart and Beethoven. That said, I think that jazz pianists as a rule are better off not starting from there. Because there is such a weight of expectation from those who came before: Bill Evans, Oscar Peterson, Keith Jarrett... But one thing is certain. I wanted to approach the standards without arranging them or, more importantly, without deranging them, without the obsession of wanting to reharmonise them or feeling any need to transform a waltz into 5/4... I wanted it all to be as pared-down as possible, to approach them in the purest way we could." To make this intent even clearer, iiro chose not to seek out rare or forgotten standards, but to revisit some of the best-known ones. He stays as close as possible to their essence, allowing the listener to hear the ‘specific touch’ he brings to them... in the same way that a great wine strives to reveal the truth of its ‘terroir’. Alongside the Broadway classics, Rantala has smuggled in two sly acknowledgements of the French popular heritage. First, there is Hymne à l'amour, immortalised by Edith Piaf in 1950; second, the oldest lullaby known in France, Fais Dodo, Colas Mon P’tit Frère do, which dates back to the 18th century and has a melody which incorporates the sound of church bells ringing the Angelus. Every toddler remembers it, whether they live in the Médoc, Burgundy or Languedoc, so it's a particularly delightful moment when this lullaby is performed as a duet by iiro and Kaisa. It is also noteworthy that when the bassist recorded this, she was expecting a child... her pregnancy bump nestling against the double bass. A lullaby, then, which also embodies an annunciation. iiro is one of those musicians who – quite literally – has the lyrics of all of the standards he plays at his fingertips. So, the fact that the journey takes us from the cheerful I Love You to the tenderness of Smile says a lot about the atmosphere of the session: it was one in which a huge sense of empathy prevailed. Between the three musicians, there is a heightened sense of mutual listening, not least because there is no scope for patching, hiding away or trickery in this studio set-up: all three musicians are in the same room, a ‘salon’ on the ground floor of the Château. And their eyes are as wide open as their ears. Arnaud Houpert, the sound engineer, has installed a transparent screen in front of the drums and double bass to keep their sounds away from the piano microphones. The music is therefore captured as close as possible to the natural sound of three musicians making music ‘together’. And that brings a musical echo here of Palmer's biodynamic approach to winegrowing. In terms of closeness to nature, the recording venue took things even further, as the living room's French windows let in daylight and views of the landscape. Morten, Kaisa and iiro would all readily admit later that they were greatly inspired by the clouds, the blue sky and a breeze blowing through the trees as they improvised. Another indication of this trio’s natural and empathetic teamwork during their two days in the studio was that they never needed to go beyond three takes for any of the standards, and, in the case of four of them, the first take was the best, and the one used on the album. It must be said that as artistic director, Andreas Brandis, who was in the next room with the sound engineer, made the decisions with his very keen ear, discussing with iiro whether a particular take might need redoing, or if the magic had simply taken hold straight away. During one of the breaks, Andreas spoke of the respect he has for Thomas Duroux, the director of Château Palmer, with whom a long-standing partnership has been established. "Most of the other châteaux in the Médoc have classical music programmes, because it makes sense to have a violinist or solo pianist in a place associated with great wines. Jazz, with its adventurous side, is something very different. But Thomas Duroux, with his idea of combining his own passion for jazz with the world of wine, strikes a chord, and that's a stroke of luck. He tries to innovate in his holistic view of the relationship between the vineyard and its environment, which, I suppose, is not always the most obvious option. But, as in jazz, the most direct path is rarely the most interesting." In the same way as a new perspective on the trio comes from the insertion of the track for the duo of piano and double bass, a solo piano gem has also been cleverly slipped in, rather like a less common grape varietal which adds depth to the classic blend of a vintage. Iiro chose In a Sentimental Mood at the very end of the second session. And it would have been wrong for him to deprive us of it. We hear five minutes in which the pianist's truth creeps in beneath the melody – playing with a touch of bewildering grace. It takes complete maturity to dare such simplicity, to just let the fingers do the singing.Another memorable moment comes with the rhythm which Morten Lund has chosen for The Days of Wine and Roses. It might have brought a glimmer of approval to Ahmad Jamal (who never recorded the tune), remembering the days of his classic trio with Vernell Fournier and Israel Crosby. The energy in Lund’s drumming is a tonic, and it has more than a hint of tannic spice about it too. Perhaps that’s no accident, because Morten Lund is a devoted wine connoisseur and collector. His playing is in perfect sympathy with Kaisa Mäensivu's walking bass throughout the session. Kaisa now lives in New York, where she has formed a band to playing her own original music. "It was so nice to go back to the standards," she admits with a smile. "I found it enjoyable to be so free, because I usually play quite complex or difficult music. And here, suddenly, it all fits on one page, with simple chord changes, and you feel really free. It becomes a real playground." For Morten, this repertoire is more like a second skin: "It's quite natural in Copenhagen. First you have to get your ‘jazz licence’ by playing standards. It was and still is the way to get on the scene, get noticed and get gigs. I was deeply inspired by this tradition, which was, and still is, very strong in Denmark. Having learned from Alex Riel and Ed Thigpen, I have the standards in my blood." iiro, Kaisa and Morten share a commitment to communicate these standards as they really are, as if turning the pages of a short story with each one. The three have done the music a great service, by allowing these songs to sing, to breathe, to be both deeply felt and truly heard. This trilogy, just like its counterpart in wine, is best savoured slowly, one little sip at a time. These are songs which have not just stood the test of time; there is also something timeless about them.CreditsRecorded at Château Palmer in Margaux-Cantenac, France, May 19–22, 2025Recorded by Arnaud HoupertMixed and mastered by Klaus ScheuermannProduced by Andreas BrandisCover art © Katja Strunz Unfolding Process (2025) Courtesy of Contemporary Fine ArtsDesign by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Play
Theo Croker und Sullivan FortnerCD / Vinyl / Limited Green Vinyl / digital Theo Croker trumpetSullivan Fortner piano Forget the boxes.Forget the compositions.Forget the market.Forget if people will get it.Forget everything. Let's just PLAY. Das Album PLAY vereint zum ersten Mal zwei der wichtigsten amerikanischen Jazz-&-Beyond-Musiker der aktuellen Generation: Trompeter Theo Croker und Pianist Sullivan Fortner. Die beiden kennen einander seit mehr als 20 Jahren, aber PLAY ist ihre erste gemeinsame Aufnahme als Leader. Die ursprüngliche Idee für das Album: eine Sammlung von modernen Jazz-Standards, vielleicht auch einige Versionen populärer Songs. Mit dieser Idee gingen Croker und Fortner ins Studio, nahmen auf… und verwarfen anschließend das komplette Material. Theo Croker erinnert sich: „Während wir spielten, fühlte es sich irgendwie schal an. Nicht in dem Sinne, dass die Songs nicht gut waren. Aber wir spürten, dass wir Dinge spielen, die schon viele Male zuvor aufgenommen wurden.“ Und Sullivan Fortner fügt hinzu: „Wir hatten das Gefühl, nicht wirklich wir selbst zu sein, es fühlte sich mehr wie eine Fingerübung an. Wir haben in der Vergangenheit viel Musik aus dem Great American Songbook gespielt. Das sind großartige Songs und wir haben durch sie sehr viel gelernt. Aber es ist nicht unbedingt die Musik, zu der wir uns heute bei Auftritten hingezogen fühlen. Die Musik, die wir heute machen ist in etwas verwurzelt, das über den Jazz hinausgeht. Sie spiegelt immer die gesamte Diaspora der schwarzen amerikanischen Musik wider und nicht nur ein einziges festes Genre.“Also gingen Croker und Fortner am Folgetag erneut ins Studio. Der Plan diesmal: kein Plan. Keine Kompositionen (bis auf den Opener A Prayer for Peace). Let’s just PLAY. Theo Croker beschreibt den Prozess so: „Wir kamen einfach mit spontanen kleinen Ideen: Dieses Stück spielen wir schnell. Für dieses Stück wählen wir vier Noten, die wir NICHT spielen werden. Bei diesem Stück spiele ich lange Töne, du spielst schnelle. Ich denke mir eine Melodie aus und wir sehen, wohin es führt. Und in einer Stunde waren wir fertig.“ Was formal so einfach klingt, ist in Wirklichkeit die Essenz eines ganzen Lebens des Lernens und Improvisierens. Sullivan Fortner sagt: „Es fühlte sich einfach richtig an: das sind wirklich wir. Der komplett freie Ansatz zog uns auf eine sehr spirituelle und inspirierende Art an und brachte vieles hervor, was wir gemeinsam gelernt haben. Es ist wirklich die Essenz aller unserer individuellen Einflüsse und unserer gemeinsamen musikalischen Beziehung.“Dass diese außergewöhnliche Aufnahme auf ACT erscheint, hat eine Vorgeschichte: Theo Croker wirkte schon auf mehreren ACT-Produktionen mit, zum ersten Mal bei Jazz at Berlin Philharmonic XII – Sketches of Miles und dann im Studio und live bei Emile Parisiens transatlantischem Projekt Louise. In der Folge schlug ACT-CEO Andreas Brandis Theo Croker vor, ein eher akustisches, kammermusikalisch geprägtes Album zu veröffentlichen – während sich dessen Arbeit als Leader derzeit vor allem im Grenzbereich von Jazz, Hiphop und Pop bewegt. Croker dachte sofort an ein Duo mit Sullivan Fortner, eine Idee, über die die beiden Musiker bereits seit Langem sprachen. PLAY ist ein Glücksfall. Und im aktuellen Musikbetrieb nicht nur selten sondern fast schon ein Wunder: Keine Regeln, keine Fragen nach Genres, Zielgruppen, Single- und Streaming-Tauglichkeit. Und auch wenn hier die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse zusammenkommen, macht das Album doch den Spirit des Jazz besonders eindringlich erlebbar – die Freiheit, Interaktion, die Möglichkeit, sich uneingeschränkt auszudrücken und miteinander zu kommunizieren. Oder, wie es Sullivan Fortner auf den Punkt bringt: „This is just two brothers playing.” Credits#1 composed by Theo Croker, all other tracks are improvisationsRecorded June 6, 2023 at The Bunker Studio, Brooklyn, NYRecorded by Todd CarterMixed by Todd CarderMastered by Klaus ScheuermannProduced by Theo Croker & Sullivan FortnerPhoto by @ogata_photoSpiral motif used under license from Giorgio Morara Alamy (vector graphic)Cover design by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Shiraz
Dhafer Youssef - ShirazCD / Vinyl / digital Dhafer Youssef oud, vocalsDaniel García Diego pianoMario Rom trumpetSwaeli Mbappe electric bassTao Ehrlich drumsNguyên Lê electric guitar, sound design (#4,10,11,13)Shiraz, Dhafer Youssefs erstes ACT-Album als Leader, ist eine tief empfundene Geschichte von Liebe und Dankbarkeit, von Licht und Dunkelheit. Die Musik des tunesischen Oud-Meisters und Sängers ist noch intimer als zuvor – denn dies ist die wohl persönlichste Geschichte seiner gesamten Laufbahn. Das Album ist seiner Frau Shiraz Fradi gewidmet, der gemeinsamen, engen Beziehung und ihrem wendungsreichen Weg. Die Stücke sind durchzogen von der Energie zahlloser Begegnungen und Entdeckungen aus Dhafer Youssefs jahrzehntelanger musikalischer Reise und zugleich geprägt von zärtlicher Demut für das Hier und Jetzt. Dhafer Youssef hat viel erreicht: vom Wanderer mit dem Instrument unter dem Arm wurde er zu einem der erfolgreichsten Grenzgänger zwischen Jazz, Weltmusik und spiritueller Klangerkundung. Zugleich gilt er weithin als eine der markantesten musikalischen Stimmen unserer Zeit; seine Kunst überschreitet Grenzen, Sprachen und Genres. Schon als Kind lernte er in seiner Heimat Tunesien die Sufi-Tradition der islamischen Musik kennen. Meist ging es um die Liebe, ein mystisches Verständnis des Menschseins und die Spiritualität hinter der Wirklichkeit. Das weckte seine Neugier, und Orte wie Teboulbá wurden für einen jungen Mann, der mehr von der Welt sehen wollte, schnell zu eng. 1990 machte sich Dhafer Youssef auf den Weg, landete in Wien und hielt sich zunächst mit Gelegenheitsjobs wie Fensterputzen, Geschirrspülen oder Kellnern über Wasser. Er suchte gezielt Kontakte und kam über eine Theatergruppe mit einheimischen Musiker:innen in Berührung. Schon früh hatte Dhafer Youssef eine klare Vorstellung davon, wie seine Musik klingen sollte: verwurzelt in den Traditionen der arabischen Musik und des Sufismus, zugleich offen für den Sound der Gegenwart. Das konnte Jazz sein, Kammermusik, Rockiges oder auch Elektronik. Mit diesen Ideen fand der Newcomer schnell Anschluss. Bald gehörten Kollegen wie Christian Muthspiel, Renaud Garcia-Fons oder Markus Stockhausen zu seinen Bands. Von da an ging es zügig voran, die Hallen wurden größer, die Projekte ambitionierter. Neben europäischen Kollegen wie Eivind Aarset traten bald auch amerikanische Größen wie Marcus Miller oder Herbie Hancock hinzu. Seine erste Berührung mit ACT hatte Dhafer Youssef 2006 auf Nguyên Lês hypnotischem, farbenreichem Album Homescape. Das wichtigste Ereignis in Dhafer Youssefs jüngerer Vergangenheit hatte jedoch wenig mit Musik zu tun: Ende der Nullerjahre lernte er die tunesische Filmemacherin und Regisseurin Shiraz Fradi kennen – eine Begegnung, die, wie er sagt, sein Leben auf den Kopf stellte. Die beiden wurden ein Paar. Der bis dahin rastlose Oud Meister fand sein Zentrum, und die Regisseurin gab auch seinem Künstlerleben eine neue Richtung. Es lief gut, bis die Corona Pandemie alles lahmlegte. Und es waren Shiraz und ihr Blick auf die Welt, die Youssef halfen, seine Kreativität in dieser Zeit zu bewahren. Er erinnert sich: „Shiraz ist eine sensible Filmemacherin, sie sieht das Leben wie Kino, als würden sich meine Tage in endlose Szenen verwandeln und ich sei dazu gezwungen – oder vielleicht gesegnet –, ohne Unterlass Musik zu komponieren. Musik, Film, Schreiben bestimmten den Rhythmus unseres Alltags.“ Kurz nach Covid änderte sich das Leben erneut – unerwartet und dramatisch: „Bei Shiraz wurde Krebs diagnostiziert“, so Dhafer Youssef. „Doch mit dieser Realität konfrontiert, lehnte sie das Wort ‚Kampf‘ ab. Stattdessen sagte sie: Ich gehe auf eine neue Reise. Und sie ging sie mit einer Anmut und Widerstandskraft, die mich bis heute inspiriert.“ Doch Zeit war eine enorme Herausforderung: „Die dritte Chemotherapie war ein Moment, den ich nie vergessen werde. Ich betrat den Raum: Shiraz’ Körper war da, doch ihre Seele war abwesend. Ich sah sie an; sie sah nicht zurück. Sie weinte, und ich war hilflos, ratlos. Nur die Musik konnte sie erreichen, sie beruhigen, sie zu uns zurückbringen. Und mir wurde klar: Mein nächstes Album kann nur einen Namen tragen: Shiraz. Für sie könnte ich ganze Bücher schreiben – über die Türen, die sie geöffnet hat, über das Licht, das sie gebracht hat. Doch hier will ich sie einfach feiern: ihre Reise, ihre Anmut.“ Die Musik von Shiraz erzählt daher als Essenz dieser bewegten Jahre viel über Dankbarkeit. Entstanden ist sie mit einer neuen, jungen Band bestehend aus Pianist und ACT Artist Daniel García, Trompeter Mario Rom, Bassist Swaéli Mbappé, Schlagzeuger Tao Ehrlich und Nguyên Lê als Gast an Gitarre und Sounddesign. Neun Stücke entstanden im Studio und zeichnen die Reise der Emotionen nach, die Dhafer Youssef in dieser Zeit durchlebt hat: „Die Musik ist auch als Reflexion darüber entstanden, was Shiraz denkt und hört. Generalife Gardens zum Beispiel bezieht sich auf Lole y Manuel, ein Flamenco Duo, das wir gemeinsam in Spanien entdeckten.“ Andere Lieder wie The Epistle Of Love entwickeln sich vom sanft phrasierenden Intro über eine dialogische Wachstumsphase bis zum groovenden Finale – richtige Hörfilme. Dhafer Youssefs Oud entfaltet sich dabei stärker als früher zu einem kammermusikalischen Instrument, das er wie eine klassische arabische Laute einsetzt. Die Gesangs-Stimme von Dhafer Youssef wiederum wird im zweiten Teil des Albums wichtig, hymnisch wie in Shajan oder im melodischen Falsett-Gespräch mit der samten irrlichternden Trompete von Mario Rom. Es gibt zärtliche Widmungen an die Schönheit von Klang und Emotion wie in Rose Fragrance und üppige Energieausbrüche wie in Eyeblink And Eternity. Über die persönliche Geschichte hinaus besitzt diese Musik – wie die von Dhafer Youssef insgesamt – eine kulturelle Relevanz, die heute vielleicht wichtiger ist denn je: Sie verkörpert den Dialog zwischen Tradition und Moderne. In einer von Spaltung und Lärm geprägten Gegenwart spendet sie Ruhe und baut Brücken, zwischen Ost und West, zwischen dem Ich und dem Kollektiv. Und sie macht deutlich, dass kulturelle Identität keine Abgrenzung bedeutet ist, sondern Entfaltung, Vielstimmigkeit und Gemeinschaft. Shiraz ist Musik, so farbenfroh und wendungsreich wie das Leben. Credits All compositions and arrangements by Dhafer Youssef Recording by Tony Paeleman at Studio des Bruères, October 21 & 22, 2024Terpsichorean recorded in Paris March 28th by Giulio Gallo Mixing & additional recordings (vocal, oud) by Nguyên Lê at Big Rock Studio, Lyon (December 2024-June 2025) Mastered by Bruno Gruel at Elektra MasteringVisual Storyteller / Photographer: Skander Khlif Creative Director: Shiraz Fradi Cover art by Skander Khlif

Ab 18,90 €*
Christmas with my Friends IX
Nils Landgren - Christmas with my Friends IXCD / Purple Vinyl / digital Nils Landgren trombone, vocalsSharon Dyall vocalsJeanette Köhn vocals Jessica Pilnäs vocals Ida Sand vocals, piano Jonas Knutsson saxophones Johan Norberg guitars Clas Lassbo bass Trombones from the Swedish Radio Symphony OrchestraHåkan Björkman, Mikael Oscarsson, James Kent, Martha Eikemo Andersen Was wäre Weihnachten ohne Lieder? Und ohne Freunde und Familie? Posaunist, Sänger und Produzent Nils Landgren träumte lange davon, ein musikalisches Weihnachtsfest mit guten Freund*innen zu feiern. 2006 wurde dieser Traum Wirklichkeit: Christmas With My Friends erschien und entwickelte sich rasch zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Weihnachtsalben des europäischen Jazz – und zu einer liebgewonnenen Tradition. Seither erscheint die Serie im zweijährigen Rhythmus und wird von ebenso regelmäßigen Tourneen begleitet. Nun geht die Reihe mit Christmas With My Friends IX in die neunte Runde.„Jemand hat mich einmal gefragt: Sind nicht irgendwann einmal alle Weihnachtslieder gesungen?“, erinnert sich Nils Landgren. Seine Antwort ist einfach: „Nein, sind sie nicht. Solange wir Weihnachten feiern, wird es Lieder geben – alte und neue.“ Für Landgren und seine Mitmusiker*innen sind sowohl die Aufnahmen als auch die Konzerte eine besondere Freude: „Ich kann das Gefühl kaum beschreiben, wenn eine weitere Aufnahmesession abgeschlossen ist. Wir stecken unser Herz und unsere Seele in jedes einzelne Album, und im Laufe der Jahre sind wir zu einer sehr eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Nach acht Alben und zehn langen Tourneen kennen wir uns mittlerweile richtig gut.“Wie in jeder Ausgabe trafen sich Landgren & Friends auch für die neunte Folge von Chrismas bei Kaffee und Zimtbrötchen, um eine Auswahl klassischer europäischer und amerikanischer Weihnachtslieder quer durch Stile und Epochen sowie Neukompositionen zu besprechen und auszuprobieren. Die Besetzung umfasst erneut Jonas Knutsson (Saxofon), Johan Norberg (Gitarre), Clas Lassbo (Bass) und Ida Sand (Piano, Gesang) sowie die Sängerinnen Sharon Dyall, Jessica Pilnäs und Jeanette Köhn. Traditionell fanden die Aufnahmen in den renommierten Atlantis Studios in Stockholm statt – unter der Leitung von Nils Landgren und Co-Produzent Johan Norberg. Als besonderes Extra hat Landgren diesmal die Posaunensektion des schwedischen Radiosinfonieorchesters für einige besonders ergreifende Choräle eingeladen.Die Vielfalt der Stimmen, die enge Vertrautheit aller Mitwirkenden und der warme, akustische zugleich festliche wie intime Charakter der Musik prägen den unverwechselbaren Zauber dieser Musik. Christmas With My Friends IX ist eine Feier der Freundschaft, des Friedens und der Freude – eine musikalische Weihnachtsgeschichte, die Nils Landgren und seine Freund*innen mit ihrem Publikum teilen.Credits Recorded March 3–4, 2025, at Atlantis Studios, Stockholm Recorded by Niclas Lindström Trombones on #1 recorded by Hans Gardemar at KMH Kungasalen Stockholm Mixed by Johan Norberg Mastered by Klaus ScheuermannProduced by Nils Landgren & Johan Norberg

Ab 18,90 €*
Inkyra
Emma Rawicz - INKYRACD / Vinyl / Limited Purple Vinyl / digitalEmma Rawicz tenor, soprano saxophonesGareth Lockrane flute, alto flute, bass flute, piccolo David Preston guitar Scottie Thompson Rhodes, piano, Prophet Kevin Glasgow electric bassJamie Murray drums„Im Jazz kann man nie genug wissen“, meint die Saxofonistin Emma Rawicz. 2002 geboren, gehört sie spätestens seit ihrem ACT-Debüt Chroma zu dem meistbeachteten und gefragtesten europäischen Jazzmusiker*innen ihrer Generation. Jazz ist für Emma Rawicz vor allem eine nie versiegende Quelle der Kreativität. Sie sagt: „Es gibt immer etwas zu entdecken. Während man selbst übt, wird schon wieder so viel Neues entwickelt.“ Emma Rawicz ist eine besessene Arbeiterin. In der Corona-Zeit begann sie, ihre Übe-Routinen auf Instagram zu dokumentieren. Zehntausende Menschen verfolgen seitdem ihr „Werden“. Sie ist in ganz Europa unterwegs, spielt in den größten Konzerthäusern, tritt als Headliner auf wichtigen Festivals auf, schreibt beständig neue Musik, leitet ihr eigenes Emma Rawicz Jazz Orchestra und wurde unlängst von der BBC in den Kreis ihrer New Generation Artists aufgenommen – genreübergreifend die absolute Oberliga des Landes. Der Guardian konstatiert: „Emma Rawicz ist im Sprint gestartet – und die Warpgeschwindigkeit ihrer Entwicklung zeigt keine Spur einer Verlangsamung.“In dieser Entwicklung wählt Emma Rawicz nie den einfachen Weg – weder für sich selbst noch für ihr Publikum. Und sie tut das immer mit einem Lächeln, einem, dass sich auf die Zuhörenden überträgt. Es geht ihr nicht um Konfrontation, sondern um das gemeinsame Entdecken und Erleben von neuer, un-gehörter Musik jenseits gängiger Klischees. Das Album Inkyra, aufgenommen im Sextett Gareth Lockrane (Flöte), David Preston (Gitarre), Scottie Thompson (Keys), Kevin Glasgow (E-Bass) und Jamie Murray (Schlagzeug), sprengt in vielerlei Hinsicht Grenzen. Es strotzt vor Energie, Ideen, Farben sowie rhythmischer und harmonischer Komplexität. Rawicz selbst beeindruckt mit einem so gewichtigen wie wendigen Ton, tiefem musikalischem Intellekt, gepaart mit großer Sinnlichkeit und einem Gespür für Schattierungen, Texturen, Zwischentöne. Zum ersten Mal ausprobiert haben Rawicz & Band die neue Musik in einem kleinen Londoner Nachtclub – unbestuhlt und vor sehr gemischtem Publikum. Auch das ein Statement: Hier geht es nicht um Fingerübungen, sondern darum, die Zuhörer*innen mitzunehmen, sie zu bewegen – innerlich wie äußerlich.Emma Rawicz sagt über die Entwicklung von Inkyra: „Das Album bedeutet mir viel. Es ist etwas Besonderes, ich spiele mit dieser Band bereits seit mehr als drei Jahren zusammen. Wir haben sehr intensiv an dieser Musik gearbeitet. Nach dem ersten Konzert im vergangenen Sommer haben wir alle viel Zeit investiert, geübt und das Programm in Workshops weiterentwickelt. So haben alle ihren Stempel darauf hinterlassen.“ Die Einflüsse der Musik kommen aus vielen Quellen – auch aus solchen, die man nicht sofort erwartet: „Einige Inspiration für die Musik kommt von Joni Mitchell. Das klingt zunächst abwegig, denn die Stücke klingen nicht nach Singer/Songwriter. Trotzdem hatte ich mich sehr in ihre Musik vertieft, bevor ich das Programm komponiert habe. Mich fasziniert ihre Art, Melodien zu strukturieren, ihre Verwendung von Harmonie, besondere Tunings und ungewohnte Akkorde, die man aus dem Jazz nicht kennt. Das hat mich am Klavier beeinflusst und damit wiederum meine Arbeit als Komponistin geprägt. Daraus ist eine eigene Identität entstanden. Ich habe mich auch an den Lyrics orientiert, die wiederum in den Titeln der Stücke auftauchen und auch den Fantasienamen des Albums inspiriert haben.“ Musikalisch klingt Inkyra mindestens so farbenreich wie der mit anderer Band eingespielte Vorgänger Chroma (griechisch für Farbe und eine Referenz an Emma’s besondere Wahrnehmung als Synesthetikerin). Das hymnische Intro etwa wurzelt im spirituellen Sound der Sechziger. Es gibt dichte, sich auftürmende, bis in den Prog Rock reichende Flächen wie in Moondrawn (dreaming), oder Verweise auf brasilianische rhythmische Wurzeln wie in Marshmallow Tree. Manches wirkt wie Anima Rising, als würde nicht nur ein Sextett, sondern ein ganzes Jazz-Orchester spielen; anderes klingt – wie Time, And Other Thieves – nach einer Mischung aus schwerem Indie-Beat und flirrender Psychedelik, besonders durch Gareth Lockranes weit schweifende Flöte. Das Album wirkt damit ein wenig wie ein Raumschiff, mit dem Emma Rawicz – die nach ihren Londoner Jahren aktuell in Berlin lebt – in neue Richtungen strebt: „Manchmal fühlte es sich an, als würden wir den Orbit verlassen, grenzenlos in den Improvisationen. Als könnten wir einfach abheben und den Rest hinter uns lassen. Es ist für mich wie eine kosmische Reise. Wir wissen nicht, wo wir landen – nur, dass wir wieder gemeinsam ankommen.“CreditsAll music composed by Emma RawiczProduced by Emma Rawicz, co-produced by David PrestonRecorded at Livingston Studios, on the 7th, 8th and 9th of October 2024Recorded by Sonny Johns Mixed by Alex KillpartrickMastered by Klaus ScheuermannCover art by Yukimasa Ida, Flowers (2022) © Yukimasa Ida, courtesy of Mariane Ibrahim Gallery

Ab 18,90 €*
it's still snowing on my piano - LIVE
Bugge Wesseltoft - It's still snowing on my pianoLiveCD / Vinyl / Limited Sky Blue Vinyl / digital Bugge Wesseltoft piano Das Solo-Piano-Album It‘s Snowing On My Piano des Norwegers Bugge Wesseltoft zählt zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen in der Geschichte von ACT. Und für viele Menschen, besonders in Deutschland und Norwegen, gehört das Album seit seinem Erscheinen 1997 fest zur Weihnachtszeit. Dabei ist es alles andere als ein typisches Weihnachtsalbum. Schon der erste Ton offenbart die meditative Kraft dieser Musik und schafft einen Ort des Friedens und der Ruhe – ein Zustand, der heute noch kostbarer erscheint als damals. Seitdem hat Bugge Wesseltoft die Musik des Albums immer wieder live gespielt – und jedes Mal neu interpretiert. Die Kompositionen und Melodien dienen dabei als Ausgangspunkt für musikalische Meditationen. Nach fast 20 Jahren war es an der Zeit, diese Entwicklung festzuhalten - uns so erscheint nun mit It’s still snowing on my piano erstmals eine Live-Version des vielgeliebten Albums, aufgenommen bei Konzerten in fünf norwegischen Kulturhäusern und Kirchen. Als Bugge Wesseltoft die Musik von Snowing vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal live spielte, im Kalkmølla, einem kleinen, gemütlichen Kulturzentrum außerhalb von Oslo, war er zunächst unsicher, ob sich die magische Atmosphäre der Studioaufnahme wiederherstellen ließe. Er erinnert sich: „Hundert Menschen saßen in einem kleinen akustischen Raum. Ich begann leise und langsam zu spielen, genau wie auf dem Album. Nach ein paar Songs konnte ich das tiefe Atmen des Publikums hören. ‚Oh Gott, das muss für sie so langweilig sein‘, dachte ich und war mir sicher, dass sie zur Pause alle gehen würden.“ Gegangen ist natürlich niemand. Im Gegenteil: „Nach dem Konzert erzählten mir alle, was für eine großartige Erfahrung das für sie gewesen war. Seitdem spiele ich diese Musik jedes Jahr im Dezember in Norwegen vor großem Publikum. Es ist unglaublich, die gemeinsame Energie zu spüren, die Musik und Publikum zusammen im Konzertsaal erzeugen.“ Von der Idee des ACT-Gründers Siggi Loch, ein Weihnachtsalbum aufzunehmen, war Bugge Wesseltoft im 1997 zunächst wenig begeistert. Und er kann auch heute noch gut erklären, warum: „Ich bin kein großer Fan des Weihnachts-Shoppingwahns und des gestressten Glücks. In den frühen Neunzigerjahren hatte ich in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und schockiert festgestellt, dass Weihnachten eine Hochsaison für Depressionen, Nervenzusammenbrüche und Familienprobleme war. Ich schätzte mich glücklich, in einer Familie aufgewachsen zu sein, in der Heiligabend ein herzerwärmender, ruhiger Abend im Kreise der engsten Familie war.“ Das brachte Wesseltoft schließlich auf die Idee, ein Weihnachtsalbum in diesem Geiste aufzunehmen – eines, das seiner damals zweieinhalbjährigen Tochter Maren später vielleicht einmal gefallen würde. In seinen Worten: „Ruhig, langsam, mit Schwerpunkt auf liebevollen Kindheitserinnerungen und den Liedern, die wir sangen, während wir uns an den Händen hielten und um den Weihnachtsbaum herumstanden.“ Große Erwartungen waren mit der tatsächlich noch vor Weihnachten 1997 erscheinenden Einspielung nicht verbunden. Und erst einmal passierte auch nicht viel. Im folgenden Jahr aber breitete sich die Kunde von dieser ganz besonderen Weihnachtsmusik aus, die Menschen schlossen das Album ins Herz, empfahlen und verschenkten es immer wieder, bis heute. Die Liveaufnahme It’s still snowing on my piano wirkt vertraut und neu zugleich. Die Melodien der zumeist traditionellen Originalkompositionen bleiben erhalten. Wesseltofts Umgang mit den Stücken ist nicht der des Dekonstruierens oder Re-Komponierens, eher der eines behutsamen Durchwanderns und Erkundens der Räume zwischen den Noten. Doch genau auf diesem Weg entsteht innerhalb der Songs ganz neue Musik. Es scheint, als wiese jeder vorhergehende Ton dem nächsten den Weg, als folge auf jede Verzweigung eine weitere. Oft scheint es, als sei Wesseltoft dabei selbst gleichermaßen Spieler und Zuhörer. Bei den Aufnahmen zum Originalalbum saß Tochter Maren auf seinem Schoß - kein typisches Verhältnis von Künstler und Publikum, eher die eines gemeinsamen Lauschens und Fühlens. Genauso ist es auch bei den Konzerten und im heimischen Wohnzimmer. Und es ist genau dieses Gefühl der Verbindung zwischen Musiker und Zuhörer, die besondere Magie dieser Musik ausmacht.CreditsMusic arranged and produced by Bugge Wesseltoft Mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Ardy Strüwer

Ab 18,90 €*
Lumen
Bill Laurance - LumenCD / Vinyl / Limited Turquoise Vinyl / digitalBill Laurance Yamaha CFX2 grand pianoYamaha UX3 upright piano with feltBill Laurance tauchte ab. Mehrere Tage und Nächte lang verschwand er allein am Piano in der Musik und ließ sich treiben – mal mehr, mal weniger von vorhandenen Kompositionen geleitet. Die Mauern der St Faith’s Church des Südlondoner Stadtteils Dulwich dämpften die Außenwelt, ein spirituell durchzogener Klangraum entstand. „Ich bin kein sehr religiöser Mensch“, erinnert sich Laurance an die Aufnahmesituation Anfang April diesen Jahres. „Aber es war etwas Besonderes, an diesem Ort zu spielen, während um mich herum der Alltag ruhte. Und es ist etwas anderes, wenn man in so einem Ambiente nur mit sich selbst kommuniziert. Ich wollte die Freiheit in der Musik festhalten, die in solchen Momenten entsteht.“ Es geht ihm dabei um das Ausloten des gesamten Spektrums eines klassisch klingenden Konzertflügels im Raum zwischen Komposition und Freiheit: „Wenn man solo spielt, gibt es die einzigartige Möglichkeit, das zu erforschen. In einer Kirche aufzunehmen war dafür perfekt und ich konnte mich ganz in der Musik fallen lassen. Der wundervolle Gitarrist Isaiah Sharkey meinte einmal zu mir, die Musik selbst würde ihm erzählen, was er spielen solle. Das hat mich sehr beeindruckt. Wir werden üblicherweise trainiert, alles zu kontrollieren und zu üben, bis es perfekt sitzt. Aber ich glaube, ich komme inzwischen an einen Punkt, an dem ich es einfach laufen lassen will. Das Gegenteil tun und der Musik die Führung überlassen.“ Das heißt nicht, dass Bill Laurance plötzlich völlig regelfrei spielt. Während viele der Stücke von Lumen eine starke improvisatorische Komponente enthalten, sind andere durchkomponiert und klar in ihren Strukturen festgelegt. Den 44-jährigen Pianisten, Komponisten und Bandleader interessiert nicht die Auflösung, sondern die Kraft, die aus dem Kontrast entsteht. Er hat zahlreiche Projekte, bei denen er intensiv mit seinen Partner:innen kommuniziert – etwa das Duo mit Michael League, sein eigenes Trio, die Programme mit Snarky Puppy oder orchestrale Kooperationen wie Bloom mit dem The Untold Orchestra. In solchen Momenten fügt man sich in die Gemeinschaft und lässt sich vom Flow des Teamworks tragen. Solo aber funktioniert anders. Man sieht sich im Spiegel, setzt die Regeln – und kann sich auch wieder von ihnen lösen: „Ich tauchte wirklich in den Moment ein. Für mich fühlte es sich wie eine Solo-Pilgerreise an. Etwas passierte, ich habe insgesamt vielleicht drei Stunden Musik aufgenommen und musste dann einiges weglassen. Im Kern aber war es für mich eine spirituelle Erfahrung, ein Prozess des Ankommens, eine Frage des Vertrauens. Ein bisschen wie Indiana Jones beim letzten Kreuzzug, als er diesen Schritt in den Abgrund wagte. Ein Sprung ins Ungewisse. Ich hätte mich kaum mehr exponieren können als mit dieser Musik. Früher hatte ich viele Synthesizer, Drum Machines – alles Mögliche, auch im Solo-Umfeld. Aber als Künstler fühle ich mich inzwischen so weit, das alles wegzulassen, um organischer und purer zu sein.“ Neben dem Flügel verwendete Bill Laurance ein mit Filz gedämpftes Klavier. Es ist der klangliche Gegenpol zur Weite des Grand Pianos: Weniger Anschlag und Dynamik zugunsten eines intimeren, wärmeren Tons. Das Felted Piano ist tonale, melodische Percussion und Kontrapunkt zum großen Raum, den die Kirche bot. Er setzte es dezent als Akzent ein, um den zehn Stücken von Lumen weitere Farben zu verleihen – etwa als melodisch markantes Intro von „Mantra“, das vom kleinen Motiv schrittweise und beinahe unmerklich in die Opulenz des Flügelklangs übergeht. Das Titelstück wiederum hat Impressionismus im Stammbaum und wirkt wie ein neu entdecktes Prélude, während „Dove“ im Zusammenspiel von Dämpfung, fröhlicher Phrasierung und einer Prise swingbluesiger Lässigkeit zu einer Art Modern Stride Piano wird. Mit dem Album "Lumen" öffnet sich die Weite von Bill Laurances Selbsterforschung. Es ist der hinreißende Beginn seiner neuen Vorstellung von melodisch fundierter Klangfreiheit. Man hat das Gefühl: Bill Laurance's Solo-Piano-Reise hat gerade erst angefangen und man möchte nur allzu gerne auf ihren kommenden Stationen dabei sein. CreditsAll music composed by Bill Laurance Published by Flint Music, administered by BMG PublishingRecorded at St Faith’s Church, Dulwich, London on the 3rd and 4th April 2025 Recorded by Camilo SalazarMixed by Steve Poppleton and Bill LauranceProduced by Bill LauranceMastered by Christoph Stickel @csmastering.com Bill Laurance is managed by Mike Chadwick for Mike Chadwick Management Cover art by Michael Kidner, Butterfly Wings, 1966 Oil on canvas, 168 x 183 cm (Image has been adjusted for print) © Estate of Michael Kidner, courtesy of Flowers Gallery

Ab 18,90 €*
Living Being IV
Vincent Peirani - Living Being IVCD / Vinyl / Limited red transparent Vinyl / digital Vincent Peirani accordion, accordina Emile Parisien soprano saxophone  Julien Herne bass Tony Paeleman piano, keyboards, Fender Rhodes Yoann Serra drums Mit Living Being IV: Time Reflections präsentiert der französische Akkordeon-Star Vincent Peirani die Fortsetzung seines – neben dem Duo mit Saxofonist Émile Parisien – langjährigsten Projekts. Gemeinsam mit Émile Parisien, Tony Paeleman (Keyboards), Julien Herné (E-Bass) und Yoann Serra (Schlagzeug) entfaltet Peirani ein musikalisches Panorama, das weit über die Grenzen des Jazz hinausreicht. Die Corona-Pandemie zwang die Band Living Being zu einer Pause und raubte ihr die Chance auf ein bereits geplantes drittes Album. Heute, einen großen Schritt weiter, überspringt die Band diesen Plan: Auf Album Nummer zwei folgt deshalb Nummer vier. Sinnbildlich für Peiranis Haltung: immer vorwärts – „geht nicht“ gibt’s nicht. Das gilt auch für seine Beziehung zum Instrument, dem Akkordeon, auf dem Peirani so ziemlich alles erzeugt, nur keine typische „Akkordeon-Musik“.Die Ursprünge von Living Being reichen zurück bis ins Jahr 2011: Fünf Freunde, deren Wege sich – unabhängig voneinander – von Südfrankreich nach Paris kreuzten, verbunden durch eine intuitive musikalische Nähe und ein gemeinsames Ziel: klangliche Freiheit und kollektive Kreativität. Heute bildet dieses Quintett eine eingeschworene Einheit, die auf der Bühne wie im Studio mit beeindruckender Selbstverständlichkeit agiert. Peiranis Ansatz als Leader bleibt dabei unverkennbar: kammermusikalisches Denken – wenige Stimmen, aber jede mit einzigartiger Rolle – und der Fokus auf das Zusammenspiel, nicht den Solisten.Bereits der Auftakt des Albums zeigt mit „Le Cabinet des Énigmes“ Vincent Peiranis Gespür für melodische Klarheit und raffinierte Klangschichtung – ein kindlich anmutendes Thema, kunstvoll überlagert, voller Bewegung und feiner Details. In „Better Days“, entstanden während des Corona-Lockdowns, entwickelt sich eine fragile Walzer-Melodie aus der Dunkelheit – ein Hoffnungsschimmer in der Isolation. Mit den ausladenden Kompositionen „Clessidra“, „Inner Pulse“ und der „Bremain Suite“ lotet das Ensemble erzählerische Tiefe aus. Die Länge ergibt sich organisch aus der Struktur – getragen vom gewachsenen Vertrauen der Musiker. Trotz unterschiedlicher Klangfarben erzählen sie dieselbe Geschichte. Im Zentrum des Albums steht die dreiteilige Suite „Time Reflections“ – ein vielschichtig verschachteltes Werk, das Peiranis architektonisches Denken widerspiegelt. Jedes Detail ist bewusst gesetzt, nichts dem Zufall überlassen. Mit „Phantom Resonanz“ gelingt eine überraschende Verbindung: Renaissance-Polyphonie trifft auf zeitgenössische Improvisation – das Akkordeon als Brücke zwischen den Jahrhunderten. In „L.L.“, einer Hommage an Lionel Loueke, und der „Bremain Suite“, die Songs von Queen, Portishead und den Beatles vereint, spielt Peirani mit Tempi und Formen – mutig, stilübergreifend, hochmusikalisch.Living Being ist mehr als ein Bandname – es ist eine Haltung. Fünf eigenständige Persönlichkeiten verschmelzen zu einem lebendigen Organismus, der atmet, kommuniziert und inspiriert. Mit Time Reflections setzen Vincent Peirani und sein Ensemble ein weiteres Ausrufezeichen in der europäischen Musiklandschaft – ein Album voller Tiefe, Vision und musikalischer Poesie.Credits: All tracks composed by Vincent Peirani except #8 – medley from UnderPressure, Glory Box & I Want YouUnder Pressure composed by Freddie Mercury, David BowieGlory Box composed by Isaac Lee Hayes, Geoff Barrow, Adrian Utley,Beth GibbonsI Want You composed by John Lennon, Paul McCartneyL.L is dedicated to Lionel LouekePhantom Resonanz is dedicated to Céline FoucautRecorded by Boris Darley at Studio des Bruères, FranceProduced by Amélie Salembier & Vincent Peirani / Yes les Guy’zzMixed by Nic HardMastered by Dave McNairArtwork by Jérôme WitzBand photo by Elisa RamirezCover photo by Frank SiemersWith the support of SCPP, CNM    

Ab 18,90 €*
Faces of Night
David Helbock - Faces of NightCD / Vinyl / digital David Helbock pianoJulia Hofer electric bass, fretless bass, celloGuests:Lorenz Raab flugelhornMahan Mirarab guitarVeronika Harcsa vocals  Pianist David Helbock und Bassistin / Cellistin Julia Hofer haben viel gemeinsam. Beide sind verspielt, neugierig und experimentieren gerne. Und beide denken perfektionistisch. Das ist eine musikalische Kombination, die sich ausgeht. „Ich war auf der Suche nach einem neuen Gegenüber für eine kleine Besetzung“, erzählt David Helbock, „denn mein letztes Projekt ‚Austrian Syndicate‘ ist zwar eine Herzensangelegenheit, aber auch sehr aufwändig, mit großer Band und vielen Keyboards. Gemeinsam mit ACT-Chef und Produzent Andreas Brandis entstand schließlich die Idee eines akustischen, auf die emotionale Essenz reduzierten Duos – ein Format, in dem die musikalische Kommunikation so direkt funktioniert wie in keiner anderen Besetzung. Und schnell kam ich dafür auf Julia Hofer. An ihr hat mich vor allem die Vielseitigkeit gereizt – und die Fülle der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Schon in der ersten Probe hat mich ihre Energie sofort fasziniert. Man merkt ihr den Spaß an der Musik schon bei der ersten gespielten Note an und das motivierte mich enorm und ist außerdem sehr ansteckend.“Bassistin und Cellistin Julia Hofer geht ihren künstlerischen Weg in umgekehrer Reihenfolge als normalerweise üblich. In der Regel lernen Musiker:innen ihre Handwerk, werden bekannt und fangen dann an, Unterricht zu geben. Julia Hofer hatte nach dem Bachelor in Wien und noch während ihres Masters an der Popakademie Mannheim bereits millionenfach geklickte Teaching-Videos für den Online-Musikhändler Thomann am Start. Sie unterrichtet außerdem in Klagenfurt und gehört zum Team der Vereinigten Bühnen in Wien. Julia Hofer ist eine Schnellstarterin der österreichischen Szene, Spross aus musikalischem Elternhaus, klassisch als Cellistin ausgebildet, aber stilistisch umfassend aufgestellt. Sie streicht nicht nur poetisch Cello, sondern groovt auch mit energiebasierter Lässigkeit durch das Pop-, Funk- und Fusion-Repertoire von Earth, Wind & Fire und Jamiroquai bis zu den Yellowjackets. Das Besondere dabei: Julia Hofer klebt nicht am Notenblatt. Sie hört lieber genau zu, transkribiert selbst und  kommt den Originalen besonders nahe, indem sie manchmal auch etwas passend verändert.Kein Wunder, dass David Helbock von seiner neuen Duo-Partnerin begeistert ist. Schließlich ist der Pianist und Komponist aus Vorarlberg selbst extrem wandelbar. Mit dem Trio Random Control hat er seinen Ruf als Grenzgänger mit humorvoll virtuosen Fähigkeiten am Instrument begründet. Projekte wie sein „Playing John Williams“ (2019) oder „Austrian Syndicate“ (2023) wiederum verankern ihn im kammermusikalischen Solo-Klavier ebenso wie im Neo-Fusion mit jazzrockiger Wucht. David Helbock ist einer der vielseitigsten Musiker der österreichischen Musikwelt. Und er liebt eben Duos wie zum Beispiel „Playground“ (2022), das ihn zusammen mit der Sängerin Camille Bertault auf die europäischen Club- und Festivalbühnen geführt hat.„Faces Of Night“ mit Julia Hofer, spannt den stilistischen Bogen noch weiter. Denn zum Repertoire des Albums gehören Songs von Prince ebenso wie Thelonious Monks „‘Round Midnight“, die cellofarbige Version von Georges I. Gurdjieffs „Woman’s Dance“, eine soul-funkige Interpretation von Eddie Harris‘ „Freedom Jazz Dance“ oder die überraschende Adaption von Motiven aus Robert Schumanns „Klavierkonzert A-moll“. „Wir haben am Anfang auch noch Effekte ausprobiert, das wurde aber immer weniger. Inzwischen ist es ein bis auf den E-Bass nahezu akustisches Album. Und wir haben wirklich viel geprobt und ausprobiert. Ein schöner Prozess“.Ein paar Gäste kamen dazu, der balladenhaft lyrische Trompeter Lorenz Raab, mit dem David Helbock schon seit zwei Jahrzehnten spielt und die Sängerin Veronika Harcsa, ebenfalls eine langjährige Bekannte, die bei „Freedom Jazz Dance“ scattend improvisiert und Monks „Round Midnight“ einen ungarischen Text verpasst. „Und mit Mahan Mirarab wollte ich auch lange schon etwas machen. Er spielt eine Gitarre mit zwei Hälsen, einer davon fretless, was wiederum sehr gut zu Gurdjieff passt“, erzählt David Helbock von dem zweiten Beteiligten auf „Faces Of Night“, mit dem er zuvor noch nicht gearbeitet hat.Und so hat schließlich im Studio gemeinsam mit Produzent Andreas Brandis ein sehr kommunikatives und musikalisch wild energisches Team zusammengefunden. Im Zentrum agieren mit großer Spieloffenheit und Präzision Julia Hofer und als Gegenstück der auf inspirierte Art getriebene David Helbock. Die Gäste erweitern die Basis und führen die Musik mit neuen Farben über diese Konstellation hinaus. „Am Ende passt das alles auch gut zu dem Titel ‚Faces Of Night‘. Die Nacht ist für mich ein Grenzraum, wo Gegensätze möglich sind und sich ergänzen“. Die Gesichter der Nacht öffnen die Pforten für ein neues Duo, das mit seinem Debüt-Album voller Spiellust und Energie in die Musikwelt startet.  Credits: Produced by Andreas Brandis & David Helbock  Recorded on May 20th and 21st at Wavegarden Studio, Mitterretzbach, AustriaRecorded and mixed by Werner AngererMastered by Klaus ScheuermannCover art (detail) by Tanka Fonta The Meditative Movements; The Dawn Incantations III (2024) Acrylic on canvas,160 cm x 120 cmDesign by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
ok
daoud - okCD / farbiges Vinyl (pink) / digital daoud trumpet, flugelhorn, synthesizers, ondes MartenotSilvan Strauss drums, percussionsLouis Navarro double bassLeo Colman synthesizers, piano, Fender RhodesJules Minck synthesizers, electric bass, electric guitarQuentin Braine additional percussionsKuz additional keyboards, sound design, additional production Special guests: corto.alto trombone, Mehdi Nassouli guembri, Charlie Burg tenor saxophone, Teis Semey electric guitar, Kuba Więcek alto saxophone, Julien Fillion tenor saxophone, Ludivine Issambourg flutes, Rosie Frater-Taylor vocals / electric guitarDas ACT-Debüt „ok“ des französischen Trompeters daoud ist geprägt von Kontrasten und Widersprüchen, vom Akt des Scheiterns und sturen Wieder-Aufstehens. Und es erzählt auch von der Akzeptanz des Unabänderlichen. daoud erklärt: "Das gesamte Album dreht sich um das Konzept der widerstrebenden Akzeptanz von Dingen, die man nicht kontrollieren kann. Na gut, ok, f***k it, dann ist es eben so." Auf 14 Tracks verbindet daoud Tragik und Humor, Chaos und Zärtlichkeit, Melodie und Lärm."ok" ist ein Jazzalbum mit Pop-Denke. Die Basis der Stücke nahm daoud live im Studio auf - zusammen mit Keyboarder Leo Coleman, Kontrabassist Louis Navarro, Schlagzeuger Silvan Strauss, E-Bassist / Gitarrist / Keyboarder Jules Minck und Keyboarder Kuz. Die vielen nachträglich hinzugefügten Sounds, Flächen und Texturen sind so subtil und raffiniert, dass man den Produktionsaufwand eher fühlt als hört. Augenfälliger ist die Riege internationaler Gäste, die der Musik noch mehr Farben verleihen: corto.alto (Posaune / GB), Rosie Frater-Taylor (Gitarre & Gesang / UK), Mehdi Nassouli (Guembri / MAR), Ludivine Issambourg (Flöte / FR), Teis Semey (Gitarre / NL), Kuba Więcek (Altsaxofon / PL) und Julien Fillion (Tenorsaxofon / FR). Alle Mitwirkenden haben die Vielfalt der Einflüsse des Albums tief durchdrungen: Jazz, Hip-Hop, Rock, Disco, Afrobeat und Drum'n'Bass stehen hier nicht im Genre-Sinne nebeneinander, sondern liefern das natürliche Vokabular einer wendungsreichen musikalischen Erzählung.daoud liebt das Spiel mit den Gegensätzen. Ironie trifft auf Melancholie, Humor verdrängt Traurigkeit, kindliche Verspieltheit verschleiert innere Kämpfe, das Schwere wird leicht, das Ernste wird ironisch. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in der visuellen Welt von „ok“ wider. Das Albumcover zeigt daoud als Kind - das Foto fängt die Verletzlichkeit ein, die auch die Musik des Albums prägt. Und auch die einfachen, kindlichen Zeichnungen der digitalen Single-Covers stehen für eine bittersüße Spannung zwischen Verspieltheit und Schmerz.Hinter alledem steht daouds persönliche Geschichte „Schon mit drei Jahren war ich von der Idee besessen, ein Clown zu sein“, erinnert sich dieser. „Ich muss wohl im Fernsehen oder sonst wo einen Clown gesehen haben, der Trompete spielte und gedacht haben: Das ist genau das Instrument, welches ein Clown spielen muss. So bin ich auf zur Trompete gekommen." Die Verbindung aus Komik und Tragik der Figur des Clowns prägt fortan daouds Haltung zur Musik. Er studiert Trompete, zuerst klassisch, dann im Jazz, doch bricht beide Wege wieder ab und gibt das Musikmachen mehrmals komplett auf. Stattdessen reist er quer durch Europa und Amerika, lebt in Hinterzimmern, arbeitet als Pizzabote, Kellner, Assistent eines Beerdigungsinstituts, spielt wie besessen Fußball und boxt. Er sagt über diese Zeit: „Ich glaube, ich habe das Trompete Spielen aufgegeben, weil es mir so viel bedeutet hat, dass ich mir selbst beweisen musste, dass ich auch ohne existiere."Schließlich kehrt daoud zur Musik zurück, nach seinen eigenen Regeln, als Trompeter, Bandleader, Produzent, Beat-Maker, Komponist, Texter und Toningenieur. Er lernt all dies durchs Machen. "Ich bin so dankbar, dass ich in der Ära des Internets lebe,“ sagt er. „Man buchstäblich alles herausfinden und lernen, was man will.“ daoud ist ein besessener Arbeiter, 18 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sein 2024 erschienenes Debütalbum „GOOD BOY“ produziert er in Eigenregie, die Aufnahmen dauern mangels Budgets nur drei Tage. Das Album setzt daoud auf die Landkarte der französischen und europäischen Jazz-Szene. Parallel produziert er kontinuierlich Musik anderer Künstler:inen in Pop und Hip-Hop, schreibt Songs und arbeitet als Session-Musiker in den unterschiedlichsten Genres.Das Album „ok“ macht daouds kontrastreichen Weg als Mensch und Musiker erfahrbar. "Kontraste und Wiedersprüche lösen etwas in uns aus, bringen uns aus dem Gleichgewicht und lassen uns Dinge auf eine Art und Weise empfinden, als es in homogenen Umgebungen der Fall wäre,“ sagt daoud. „Für mich sind das die Momente, in denen die stärksten Gefühle entstehen." "Kontraste und Wiedersprüche lösen etwas in uns aus, bringen uns aus dem Gleichgewicht und lassen uns Dinge auf eine Art und Weise empfinden, als es in homogenen Umgebungen der Fall wäre,“ sagt daoud. „Für mich sind das die Momente, in denen die stärksten Gefühle entstehen."Credits:All tracks composed by daoudProduced and arranged by daoud & Jules Minck, additional production by KuzRecorded by Julien Couralet at Studio Capitole, mixed by Olivier Cussac, mastered by Alexis Bardinet at Globe Audio MasteringCover art by daoud  

Ab 18,90 €*
Eigengrau
Vincent Meissner - EigengrauCD / Vinyl / digitalVincent Meissner pianoJosef Zeimetz bassHenri Reichmann drums „Man kommt immer wieder an den Anfang zurück, je mehr man Neues entdeckt“, sagt Pianist Vincent Meissner. Die Musik seines dritten Albums „Eigengrau“ ist geprägt von einem sehr reflektierten Blick nach innen. Und von sehr persönlichen Erlebnissen und Begegnungen. Gemeinsam mit seinem Working-Trio mit Bassist Josef Zeimetz und Schlagzeuger Henri Reichmann hat Vincent Meissner eine eigene Sprache entwickelt – inspiriert von Künstlern wie The Bad Plus, Esbjörn Svensson, Vijay Iyer oder seinem Mentor Michael Wollny.Der Albumtitel „Eigengrau beschreibt den Moment der Dunkelheit hinter geschlossenen Augen,“ erklärt Meissner. „Aber wenn man sich dann die Augen reibt, sieht man plötzlich Muster. Jeder sieht etwas anderes, Strukturen, Objekte, oder vielleicht auch gar nichts. Ähnlich ist das mit unserer Musik – für jeden erzeugt sie eigene Bilder.“ Auf der Bühne ist das Trio stetig in Bewegung, explodiert oft vor schierer Energie. Im Studio sucht Vincent Meissner mit seinen Mitmusikern und Produzent Andreas Brandis nach Reduktion und Konzentration – von Melodien, Texturen und Stimmungen. Für das Album zoomen die drei näher heran, jeder Ton ist Erkundung, jedes Stück ein Wechselspiel – feingeschliffen und tiefgründig.Dass man seinen Mentor Michael Wollny immer wieder durchhören kann, ist für Vincent Meissner ein Kompliment. Gemeinsam haben Beide besonders den Drang, sich auf das Unbekannte einzulassen, Dinge anzunehmen, die einfach passieren. „Manchmal sind Fehler das Beste, was man machen kann,“ sagt Meissner. „Duch sie versteht man peu a peu immer mehr, ein Mysterium löst sich auf, ein neues Tool in der großen Spielwiese taucht auf. Wollny sagt dazu: Jetzt hast du wieder etwas Neues, mit dem Du experimentieren kannst.“ Vincent Meissner schaufle nonstop Musik rein, um besser zu verstehen, was andere machen, um dann besser zu verstehen, was er selber macht. Ohne zu hören könne er auch nicht spielen. Er brauche Begegnungen mit Menschen und auch Zeit ohne Klavier, die ihn zurück zum Klavier führt. „Es kann schon mal sein, dass ich das Klavier nicht anfasse. Das ist essentiell, wie ne Beziehung. Wenn man sich die ganze Zeit sieht, 24/7, was will man sich dann denn noch erzählen?“Bei aller Tiefe und Komplexität ist „Eigengrau“ ein Song-Album geworden. Das passt zu Vincent Meissners uneitler Persönlichkeit. Nicht immer alles zeigen, spielen, was die Musik braucht, nicht das, was das Ego verlangt. Die neun sehr fokussierten Stücke öffnen, jedes für sich, emotionale Räume - oft pastellfarben, voller feiner Schattierungen und von hypnotischer Anziehungskraft. Credits:Music composed by Vincent Meissner - except #A03 (Prince) and #B05 (T. Yorke, J. Greenwood, E. O`Brien, P. Selway)Produced by Andreas BrandisRecorded by Johannes Kellig, between 8-10 September 2024 at Jazzanova Studios Berlin, GermanyMixed and mastered by Klaus ScheuermannLacquer disc cutting by scape masteringPhoto by Niklas Wagenbrenner Cover art by Mascha Schultz, used by kind permission of the artistCover design by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Jazz at Berlin Philharmonic XVII: Gnawa World Blues
Jazz at Berlin Philharmonic XVII: Gnawa World BluesCD / Vinyl / digitalMajid Bekkas guembri, oud & vocalsNguyên Lê guitar & backing vocalsHamid Drake drums Drei Kontinente - drei musikalische Weltbürger: Beim Gipfeltreffen im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie bündeln ein Marokkaner, ein Franko-Vietnamese und ein US-Amerikaner ihre Roots und ihre globalen Erfahrungen zu einem soghaften Bühnengeschehen. Das Ergebnis oszilliert zwischen Desert Blues, Gnawa-Trance, Orient-Jazz, Sixties-Rock und südostasiatischer Gelassenheit. Stimme, Oud und die Bass-Laute Guembri, eine E-Gitarre mit einem weiten Spektrum schillernder Klangfarben, ein Schlagwerkarsenal zwischen Feinsinn und Physis - das sind die Werkzeuge der drei kosmopolitischen Protagonisten Majid Bekkas, Nguyên Lê und Hamid Drake. Im Zentrum des Geschehens steht der Marokkaner Bekkas: Seit einem halben Jahrhundert gilt der Multiinstrumentalist aus Salé als Türenöffner für die marokkanische Musikkultur. Tief verwurzelt vor allem in der Musik der schwarzen Gnawa-Minderheit seines Landes, gleiste er mit Jazz-Granden wie Joachim Kühn, Archie Shepp, Pharoah Sanders und Klaus Doldinger Teamworks auf und hat auf ACT zuletzt mit dem Magic Spirit Quartet eine Brücke zwischen nordischen und afrikanischen Soundwelten geschlagen. Der Franko-Vietnamese Nguyên Lê zählt zu den aufregendsten Persönlichkeiten unter den Gitarristen der Moderne. Eine unverwechselbare Fusion-Handschrift hat der Autodidakt entwickelt: Sie integriert den Melodiefluss Südostasiens, komplexe Jazzharmonik, ruppige und hochvirtuose Rock-Exkursionen, Flamenco und Afro-Töne. Für die weit aufgefächerten Schlagwerk-Impulse in diesem Trio sorgt der in Chicago geborene Hamid Drake: Mit einem Hintergrund von World- bis zum Free Jazz und einem Spielhorizont vom Trompeter Don Cherry über den Saxofonisten Peter Brötzmann bis zur Soul-Diva Melba Moore verfügt Drake über Einfühlungsvermögen in diverse Schlagwerktraditionen der Welt.Das Live-Repertoire dieses denkwürdigen 10. November 2024 spiegelt einen ungeheuren Reichtum an Ideen und Verschmelzungen wider: Eine nachsinnende Bluesmelodie im Unisono von Oud und Stimme über den Liegeflächen der Gitarre im eröffnenden „Gore Blues“, gefolgt von angeregtem, fünftönigem „Trialog“ zwischen Laute, E-Gitarre und feiner Becken-Arbeit. Mit „Mrahba“ begibt sich der Dreier aufs Parkett der traditionellen Gnawa-Musik: Lê und Drake schaffen eine rockig-funkige Grundstimmung, die machtvollen Anrufungen von Bekkas über einem sich aufbäumenden Bass-Riff kreieren Trance. Als Reverenz an John Lee Hooker kommt „Boom Boom“ wie eine schwer heranrollende, doch organische Blues-Maschine in Gang – verblüffend, wie Bekkas sich hier ganz von seinen Roots löst.„Ascending Dragon “ dagegen bietet ein meditatives Interludium mit Daumenklavier und geraunter Melodie, Nguyên Lê spielt hier brillant seine unverkennbar vietnamesische Ornamentik aus. Als aufgekratztes Gegengift hierzu interpretieren Bekkas, Lê und Drake Jimi Hendrix‘ „Purple Haze“ zunächst sehr nah am Original, bevor der neue Mittelteil auf die Reise des Gitarrenhelden in die Gnawa-Hochburg Essaouira im Juli 1969 erinnert. „Tair“ startet als freie Oud-Improvisation, die dann mit gemächlichem Galopp das Wechselspiel der beiden Saitenmeister anregt. Und im Finale „Sidi Bouganga“ zündet das Trio die fröhliche Seite der Gnawa-Sprache mit einem hymnisch-ausgelassenen Ton.Drei Ausnahmekönner schöpfen aus ihren Wurzeln – und schaffen eine Spannung, aus der statt Differenz atemberaubende Diversität erwächst.Credits: Recorded live at Philharmonie Berlin on November 10, 2024 Recorded, mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Mohamed Melehi © 1969 (untitled), Casablanca Art School © VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Ab 18,90 €*
Jazz at Berlin Philharmonic XVI: Piano Night II
Jazz at Berlin Philharmonic XVI: Piano Night IICD / Doppelvinyl / digitalLeszek Możdżer pianoGrégory Privat pianoiiro Rantala pianoMichael Wollny pianoVier unverwechselbare Charaktere des europäischen Jazzpianos im ausverkauften großen Saal der Berliner Philharmonie. Grenzenlose Freiheit, grenzenloser Jubel. Und, vielleicht am wichtigsten: Eine große Gemeinschaft, zwei Stunden lang vereint durch die Kraft der Musik. Es war diese besondere Magie, die im Jahr 2012 den Startschuss gab für eine einzigartige Serie von Konzerten und Aufnahmen: Jazz at Berlin Philharmonic. Im Mittelpunkt der Premiere standen damals die Pianisten Iiro Rantala, Michael Wollny und Leszek Mozdzer. Was als einmaliges Experiment gedacht war, ein eigens für den Anlass kuratiertes Jazzkonzert im Klassik-Tempel Berliner Philharmonie, wurde zu einer Institution.Mehr als ein Jahrzehnt später treffen sich Rantala, Wollny und Mozdzer an diesem legendären Ort wieder, diesmal gemeinsam mit Grégory Privat, einem weiteren Unikat an den 88 Tasten. Die Rahmenbedingungen sind also dieselben wie bei der Premiere, die Welt „draußen“ jedoch ist eine ande-re als vor zehn Jahren. Es scheint, als spiegelten Repertoire, Interpretation und Improvisationen die vielen, teils wider-sprüchlichen Facetten unserer Zeit wider. Stärker als beim ersten Zusammentreffen: Ernst, Nachdenklichkeit, Introspek-tion. Aber auch: Hoffnung, Freude, Neugier. Und, wie um all den Wirren und Unsicherheiten der Welt die Stirn zu bieten: Ausbrüche von kindlich-verspieltem Spaß. Rantala, Wollny, Mozdzer und Privat lassen die Zuhörer die Essenz der Kunstform Musik erleben: Als Spiegelbild ihrer Zeit, als Ausdrucksmittel purer Emotion und als eine Form der Kommunikation, die ganz ohne Worte auskommt und Menschen in ihrem Innersten berührt.Credits:Produced by Siggi Loch Recorded live at Philharmonie Berlin on December 3, 2024 Recorded, mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Stanley Whitney © 2024, “Song”, ACT Art Collection, Cover design by Siggi Loch

Ab 18,90 €*
Trigger
Sharon Mansur: TriggerCD / Vinyl / digitalSharon Mansur piano & keyboards David Michaeli double bass David Sirkis drumsJazz, mittelöstliche Musik, Metal, Electronica, Klassik: Das ACT-Debüt „Trigger“ von Sharon Mansur markiert einen Punkt, an die vielen unterschiedlichen Pfade zusammenlaufen, die die israelische Pianistin und Keyboarderin seit ihrer Kindheit beschritten hat. Und ihre tief empfundenen musikalischen Geschichten eröffnen aus sehr persönlicher Perspektive einen hoffnungsvollen Blick auf eine Welt voller Spannungen und Widersprüche.„Meine erste prägende Berührung mit Musik war der Soundtrack zu Disneys „König der Löwen“ im Alter von fünf Jahren,“ erinnert sich Sharon Mansur. „Es gab einige orchestrale Passagen, die sich so anfühlten, als würde mein Herz explodieren.“ Das Erlebnis wirkt nach. Sharon Mansur beginnt eine klassische Klavierausbildung, vertieft sich in die Werke von Chopin und Rachmaninov, entwickelt aber auch eine Liebe zu großen Orchesterwerken. Neben klassischer Musik hört sie eine Menge Metal, Psychedelic und Progressive Rock und spielt Keyboards in einer Symphonic Metal Band – große, intensive, laute Musik mit einer klassischen Opernsängerin als Front-Frau. Später entdeckt sie in Funk- und Blues-Bands die Faszination für Improvisation und beginnt schließlich ein Studium an der Jerusalem Academy of Music and Dance. „Am Anfang passte ich dort nicht gut rein,“ erinnert sich Sharon Mansur. „Ich wusste nichts über Jazz und die leichte, filigrane Art zu spielen passte nicht zur mir vertrauten Rohheit und dem Drama in Rock und Klassik. Doch was ich am Jazz sofort liebte, war die Freiheit und Verspieltheit und die Möglichkeit, seine ganz eigene Stimme zu finden.“Ein weiteres Schlüsselerlebnis war ein Konzert der Fakultät für arabische Musik der Akademie. „Diese Musik hat sich sofort vertraut angefühlt,“ erinnert sich Sharon Mansur. „Mein Vater stammt aus dem Irak und so erinnerten mich die Melodien an meine Kindheit. Und auch die typischen ungeraden Metren fühlten sich durch meinen Background im Progressive Rock sehr natürlich an.“ Die Selbstverständlichkeit, mit der sich Sharon Mansur den verschiedensten musikalischen Einflüssen nähert, zeigt viele Parallelen zur Musik ihres Heimatlandes: „Es gibt keine explizit traditionelle, israelische Musik. Weil das Land so jung ist, ist israelische Musik immer eine Mischung verschiedener Einflüsse - aus Europa, dem Nahen Osten, dem Mittelmeerraum und Nordafrika.“Diese Mischung verschiedenster Traditionen prägt auch Israels heutige Pop- und Indie-Szene in sich Sharon Mansur schnell einen Namen macht. So spielte sie mit Rock-, Pop- und Crossover-Acts wie „Orphaned Land“, dem Duo „Yossi Fine & Ben Aylon“ oder dem „Jerusalem Orchestra East and West“ und lernte hierfür auch, die charakteristischen Viertelton-Melodien der arabischen und mittelöstlichen Musik auf ein elektrisches Keyboard zu übertragen. Unter ihrem Spitznamen „Shasha“ produziert Sharon Mansur zudem elektronische Musik und tritt in Clubs und EDM-Festivals auf. Sie erklärt: “Auch arabischer und elektronischer Musik habe ich mich sehr intuitiv und spielerisch angenähert. Das wiederum passt zu meiner Vorstellung von Jazz – davon, zuzuhören, zu improvisieren und seinen Instinkten zu folgen. Ich glaube, dass auch die Pioniere des Jazz wie Louis Armstrong so ihren Stil entwickelt – sie lernten die Musik auf der Straße, einfach durch Zuhören und Improvisieren.“Auf ihrem ACT-Debüt „Trigger” vereint Sharon Mansur gemeinsam mit David Michaeli, Kontrabassist von Israels Jazz-Export-Erfolg „Shalosh“ und Schlagzeuger und Wahl-New-Yorker David Sirkis all ihre musikalischen Einflüsse zu einem farbenreichen, verblüffend stimmigen großen Ganzen. Kraftvolle, zugleich an Sharon Mansurs Metal- und Klassik-Background erinnernde Rhythmen und Melodien wie im Opener „Outside In“ stehen neben cineastisch-spärischen Stücken wie „If I Can“, Viertelton-Linien wie im Keyboard-Solo von „Big Dreams In Kadikoy“ wechseln sich ab mit Piano-Eruptionen wie auf dem Titelstück „Trigger“. Und die mittelöstliche, ungerade Rhythmik zieht sich durch das gesamte Album – es gibt kein einziges Stück im 4/4 Takt. Man merkt all den so unterschiedlichen Elementen dieser Musik an, dass ihre Schöpferin sie tief durchdrungen hat. Es ist diese Mischung aus Vielfalt und Tiefe, die die Musik des Albums so besonders macht. Und es sind Sharon Mansurs persönliche, emotionale Geschichten, mit denen die Musik aufgeladen ist. Sie erklärt „Viele der Stücke handeln von Verlust und Trennung, davon, wie man daran wachsen und selbst in den dunkelsten Dingen etwas Gutes und Schönes finden kann. Change Your Narrative“ ist ein gutes Beispiel dafür. Das Stück erzählt davon, wie man Dinge durch eine veränderte Sichtweise beeinflussen kann. Ich habe zum Beispiel große Angst vor dem Fliegen, besonders wenn das Flugzeug bei Turbulenzen wackelt. Und um das zu bekämpfen, versuche ich, statt "Ich habe solche Angst" meine Sichtweise zu ändern in "Hey, das macht Spaß, wir fahren Achterbahn!“ Sharons Mansurs Musik offenbart einen hoffnungsvollen Blick auf die Welt: „Musik zeigt, dass wir zusammenarbeiten können, dass wir dieselben Emotionen teilen, auch wenn wir unterschiedliche Sprachen sprechen. Musik ist die Sprache des Herzens, die Sprache der Natur. Ich hoffe, dass ich durch Musik die Welt um mich herum ein kleines bisschen positiv beeinflussen kann. Ich bin in der Hinsicht sehr bescheiden, ich weiss, dass ich nichts weiss. Ich tue nur das, was ich am besten kann. Und wenn ich Menschen aus verschiedenen Kulturen an einem Ort zum Lachen und Weinen bringen kann, dann bedeutet das alles für mich."Credits:Recorded by Marko Gurkan at Kicha Studio between 26-28th of February 2024Mixed and mastered by Lars Nilsson & Joar Hallgren at Nilento Studio Cover art by Katja Strunz

Ab 18,90 €*
Life Rhythm Live
Wolfgang Haffner - Life Rhythm Live2-CD / Doppelvinyl / digitalWolfgang Haffner drums  Sebastian Studnitzky trumpet Arto Mäkelä guitar Simon Oslender keyboards Thomas Stieger  bass  Wolfgang Haffner ist ein vielbeschäftigter Mann. Eben noch Konzerte in Japan, dann quer durch Europa, kurze Pause zum Meeting in Ingolstadt, wo er seit vergangenem Jahr die Programmleitung der Jazztage übernommen hat, dann wieder weiter. Und Wolfgang Haffner ist das Kunststück gelungen, als einer der gefragtesten Schlagzeuger der europäischen Jazzwelt aus dem Bühnenhintergrund von Kollegen wie Al Jarreau, Jan Garbarek oder Nils Landgren herauszutreten, um als Bandleader den Ton anzugeben. Während seine Studioalben wie zuletzt „Life Rhythm“ einen starken Fokus auf einer raffinierten Produktion mit tiefenentspannter Stimmung setzen, hält das neue Album „Life Rhythm Life“ neben diesen Stimmungen besonders die mitreißende Energie und Dynamik von Haffners Konzerten fest. Und das Album macht hörbar, warum es Haffner wie aktuell keinem anderen europäischen Jazz-Drummer gelingt, mit seiner eigenen Musik auch die größten Konzerthäuser zu füllen. Für das Album und die Tour zu „Life Rhythm“ hat sich Wolfgang Haffner seine Idealbesetzung zusammengestellt. „Simon Oslender an den Keyboards und Thomas Stieger am Bass sind bei fast allen meinen musikalischen Unternehmungen der vergangenen Jahre dabei“, erzählt er. „Trompeter Sebastian Studnitzky war schon Teil einiger meiner früheren Bands. Und den Gitarristen Arto Mäkelä habe ich etwa vor zwei Jahren kennengelernt und war sofort von seinem einfühlsamen Spiel begeistert. Mit ihm war die Band komplett und ich hatte mein Dream-Team zusammen". Mit dieser Besetzung im Hinterkopf schrieb Haffner die Songs zum Album "Life Rhythm", welches im Sommer 2024 erschien. Im Herbst desselben Jahres ging es dann auf Tournee durch viele der schönsten Konzerthäuser Deutschlands. Und auch hier erfüllte sich Haffner einen Traum: „Das war eine ziemlich aufwändige Produktion inklusive 5-köpfiger Crew, ausgeklügeltem Licht und Ton, eine wirkliche Inszenierung von Anfang bis Ende, ohne Abstriche oder Kompromisse.“ Der Plan ging auf, wie Haffner sich erinnert: „Die Band hat von der ersten Sekunde an super harmoniert, und ist von Tag zu Tag noch weitergewachsen. Es war schon ein ziemliches Brett, was wir zusammen Abend für Abend hingestellt haben. Und mir war von Anfang an klar, dass wir das unbedingt auf einem Livealbum festhalten sollten.“ Wolfgang Haffner liebt die Live-Situation mit allem, was auch zwischen den Noten passiert. Dabei gelingt es ihm, die Waage zwischen Planung und Freiheit zu halten, zwischen kleinen Akustik-Passagen und großen, exakt geplanten und in Sachen Sound und Licht durchchoreographierten Momenten. Seine Mitmusiker, allesamt erfahren sowohl in Jazz als auch im Pop, folgen dem Leader mit Leichtigkeit und Präzision in dessen ganz eigene, charakteristische Zwischenwelt von Fusion, elektrischem Jazz und Passagen, die eher an Rock als Jazz erinnern. Und das Publikum zog mit. Standing Ovations allerorts. Neben den Stücken aus der letzten Studioproduktion ist „Life Rhythm Live“ eine Art "Best of" durch den Haffner-Kosmos. Songs wie "Leo", „Nacho“, "Simple Life", „Homerun“ oder das mittlerweile zum Klassiker gewordene "Keep Going" hat der Bandleader für die aktuelle Besetzung neu arrangiert und sie fügen sich nahtlos in eine sehr dynamische Choreographie mit den neueren Stücken ein. So ist das Album auf der einen Seite eine Positionsbestimmung, auf der anderen ein Resümee, das bereits die Seiten zu den nächsten Kapiteln aufschlägt. Denn Wolfgang Haffner, der in diesem Jahr sein 50jähriges Bühnenjubiläum feiert, hat noch viel vor: „Ich bin sehr dankbar dafür, mein Leben mit Musik bestreiten zu dürfen. Mehr denn je macht es mir ungeheuren Spaß Schlagzeug zu spielen, neue Musik zu schreiben, neue musikalische Ideen mit wunderbaren Menschen auf Bühnen in aller Welt für mein geliebtes Publikum zu spielen". So einfach und ehrlich lässt sich ein Erfolgsrezept auf den Punkt bringen.Credits:Album produced, arranged & mixed by Wolfgang Haffner Mastered by Marko Schneider at Skywalk Mastering Recorded live by Jochen Etzel during the Life Rhythm tour in Germany, November 2024 Tour organized by Karsten Jahnke Konzertdirektion Cover art by Peter Krüll

Ab 24,90 €*
Sandström: Sonnets of Darkness and Love
Nils Landgren & Swedish Radio ChoirSandström: Sonnets of Darkness and LoveCD / digitalNils Landgren trombone & vocalsSwedish Radio ChoirKaspars Putniņš music directorNILS LANDGREN ÜBER DAS ALBUMAm 18. Oktober 2018 erhielt ich eine E-Mail vom dänischen Chorleiter und ehemaligen Posaunenkollegen Mogens Dahl: „Ich habe die Idee, den schwedischen Komponisten Sven-David Sandström ein Stück für gemischten Chor schreiben zu lassen, dazu Deine Posaune und Deine Stimme – nichts weiter. Als ehemaliger Posaunist habe ich eine Affinität für das Instrument und ich mag wirklich, wie Du spielst und singst. Sven-David geht es nicht gut, aber er würde sofort mit der Arbeit beginnen. Können wir uns im Büro seines Verlegers treffen?“Das war der Beginn eines wundervollen Projekts. Wir trafen uns am 13. November um 10.00 Uhr vormittags im Büro von Gehrmans Musikverlag in Stockholm. Es wurde eine herzerwärmende Begegnung. Mogens Dahl und den Librettisten Jakob Holtze traf ich zum ersten Mal, Sven-David Sandström kannte ich bereits von mehreren Veranstaltungen an der Königlich Schwedischen Musikakademie, wo wir uns oft unsere gegenseitige Wertschätzung versichert hatten.Trotz seiner Krankheit sprühte Sven-David vor Energie. Es war eine aufregende Erfahrung, mit einem der großen Komponisten unserer Zeit zusammenzusitzen und über ein Stück zu reden, das er für den Swedish Radio Choir und für mich schreiben würde, mit von Jakob Holtze ausgewählten, literarischen Liedtexten. Was für eine unglaubliche Ehre! Am 4. April 2019 schrieb uns Gunnar Helgesson, der Direktor von Gehrmans, eine E-Mail: „Überraschende Neuigkeiten. Sven-David hat das Stück schon vollendet! Bei unserem nächsten Treffen wird es ein fertiges Manuskript geben.“ Am 6. Mai desselben Jahres traf ich mich mit Mogens, Jakob and Sven-Davids Frau Anne-Marie im Dalen Krankenhaus am Stadtrand von Stockholm. Obwohl Sven-David von seiner Krankheit gezeichnet war, hatte er dieses Feuer in den Augen. Er zeigte uns Teile seiner Musik und es war tief bewegend, den Meister bei der Arbeit zu erleben.Es war unsere letzte Begegnung. Am 10. Juni starb Sven-David im Kreise seiner Familie – was für ein trauriger Tag! Ich muss oft daran denken, was Sven-David bei unserer ersten Begegnung sagte: „Deine Stimme ist wirklich schräg, aber hey, sie klingt trotzdem gut und ich mag sie!“ Das ist mit fest in Erinnerung geblieben und zaubert immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht.Vielleicht hat Sven-David recht mit dem, was er über meine Stimme sagte – kann sein, dass sie nicht jeden anspricht, aber einige eben doch. Ich bin diesem Stück Musik zutiefst verbunden. Sven-David hat keine Aufführung mehr erlebt, aber seine Witwe Anne-Marie sagte einmal, er hätte unsere Version geliebt, wäre er dabei gewesen. Dieser Gedanke tröstet mich genauso wie die Musik selbst und die von Jakob Holtze ausgewählten Gedichte – Shakespeare, Lorca, Nietzsche und Sandström. Was für eine außergewöhnliche Zusammenstellung!Als Nächstes suchte ich Kontakt zu Christian Kuhnt, dem Intendanten des Schleswig-Holstein Musik Festivals, um herauszufinden, ob er sich eine Aufführung vorstellen könnte. Er war tatsächlich interessiert. Dann wandte ich mich an den Baltic Song Contest in der Stockholmer Berwaldhalle und deren Chef Staffan Becker schlug eine Zusammenarbeit mit dem weltberühmten Rundfunkchor Stockholm vor, der lange und erfolgreich mit Sven-David Sandström kollaboriert hatte. Der Ball kam ins Rollen – doch dann schlug die Pandemie zu, alles fand ein abruptes Ende. Jahre später wurde ich vom schwedischen Rundfunk angesprochen. Ob ich mir vorstellen könnte, mir Sonnets für zwei Aufführungen mit dem Rundfunkchor in der Berwaldhalle noch einmal vorzunehmen. Natürlich konnte ich mir das vorstellen. Es war der Start einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Chor und dem lettischen Dirigenten Kaspars Putniņš. Beide Konzerte waren ausverkauft und wurden vom schwedischen Radio P2 aufgenommen. Alles, was Sie auf diesem Album hören, ist live!Nils Landgren, Skillinge, Januar 2025 CreditsRecorded live on March 15–16, 2024, at Berwaldhallen in Stockholm, Sweden Recording Producer: Jens Braun Sound engineer: Johan Hyttnäs Mixing Engineer: Jens Braun Mastering: Jens Braun FOH and sound adviser: Jan UgandCover art by Mark Harrington

18,90 €*
Life Score
Nils Kugelmann - Life ScoreCD / Vinyl / digitalNils Kugelmann double bassLuca Zambito pianoSebastian Wolfgruber drumsNils Kugelmann will erzählen. Man merkt es an den Titeln seiner Stücke, den Ansagen bei seinen Konzerten und natürlich an der Musik selbst. „Die Verbindung von Musik mit Geschichten, Gefühlen und Situationen ist für mich essenziell“, meint der Wahl-Berliner Bassist, Komponist und Bandleader. „Bei Konzerten spreche ich bewusst und gerne mit dem Publikum und gehe ausführlich auf die jeweiligen Hintergründe der Stücke ein. Ohne diese Art der Kommunikation kann ich mir kaum vorstellen, Musik auf der Bühne zu präsentieren.“ Vor allem aber spielt und komponiert Nils Kugelmann musikalisch nachdrücklich und mit betörender Energie. Und es gelingt ihm wie keinem anderen deutschen Kontrabassisten der U30-Generation, sein Instrument zur Front-Figur seiner Musik zu machen. Direkt nach seinem Master im Jahr 2022 startete Kugelmann mit dem Debüt-Album „Stormy Beauty“ auf ACT durch: „Bass-Berserker“ (SZ), „Mega-Talent.“ (BR Klassik), Auszeichnungen, ausverkaufte Konzerte. Und auch über sein Kern-Trio hinaus spielt Kugelmann stiloffen, was ihm gefällt. Im Duo mit der Pianistin und Komponistin Shuteen Erdenebaatar beispielsweise begibt er sich in verhalten kontemplative und der Klassik zugewandte Klangwelten, neben dem Kontrabass hauptsächlich mit der im Jazz-Kontext selten verwendeten Kontra-Alt-Klarinette. Als Teil des Shuteen Erdenebaatar Quartetts wiederum agiert er kraftvoll und mit profunder gestalterischer Kraft. Es sind viele Schattierungen seiner Musikerpersönlichkeit, die Kugelmann in seinem eigenen Trio mit dem Pianisten Luca Zambito und dem Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber besonders prägnant formuliert. „Life Score“ ist in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung und Konzentration der Qualitäten der Band und ihres Leaders. „Unser erstes Album kam ja noch aus der Corona-Zeit heraus. Wir hatten kaum Möglichkeiten, live zu spielen und die Aufnahmen im Studio waren die erste richtige Gelegenheit, die Stücke auszuprobieren.“ erinnert sich Kugelmann. „Mit ‚Life Score‘ ist das ganz anders. Inzwischen haben wir viele Konzerte hinter uns, das Trio ist enger zusammengewachsen. Die Stücke wirken viel kompakter und konkreter“. Wesentlichen Anteil daran hat ACT-Chef und Produzent Andreas Brandis. Auf mehreren Livekonzerten testete das Trio das neue, von Nils Kugelmann geschriebenen Repertoire. Es folgten intensive gemeinsame Diskussionen über Stückauswahl, Arrangements, Sound und Dynamik. So konnte das Trio zusammen mit seinem Produzenten perfekt vorbereitet ins Studio gehen, sich auf die Arbeit an Feinheiten konzentrieren und die idealen Album-Fassungen der Stücke finden. Andreas Brandis sagt: „Nils Kugelmann ist nicht nur ein unglaublicher Bassist, sondern vor allem auch ein großartiger Songwriter. Und gerade weil seine Musik so prägnant und eingängig ist, war es wichtig, die Stücke auf ihren Kern zu reduzieren.“ Die Kompositionen des Albums haben allesamt eine cineastische Qualität, sind kurze Lebensfilme ihrer Protagonisten, „Life Scores“, die sich von Erlebnissen auf Tournee wie einem Besuch der Galapagos-Inseln, aber auch von allgemeineren Stimmungen wie dem Gefühl von lauen Sommerabenden, dem Duft der Nacht und dem unvergleichlich Erleben der Liebe inspirieren lassen. Das sind alles Geschichten, die sich in den Kompositionen wiederfinden, in klaren, präsenten Melodien, im groovenden, fließenden Rhythmus eines homogen klingenden Trios und auch in der Natürlichkeit melodischer Musik. Denn Nils Kugelmann will nicht nur erzählen. Er will auch gehört und verstanden werden – von einem breiten Publikum und auch von Zuhörer:innen seiner eigenen Generation. „Life Score“ bietet dafür, als so komplexer, wie mitreißender Entwurf eines cineastischen Gen-Z-Trio-Jazz, perfekte Voraussetzungen.Credits:Recorded by Klaus Scheuermann, on September 24–25, 2024, at Soundfabrik in Berlin, Germany Mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Bernd Zimmer, “Cosmos”, 2003

Ab 18,90 €*
Al Alba
Matthieu & Camille Saglio - Al AlbaCD / digital Camille Saglio voice, shakers Matthieu Saglio cello, palmas, vocals on #8, 10, 14 Gabriel Saglio bass clarinet on #9 „Al Alba“, Spanisch für „Morgengrauen“ bringt auf musikalischer Ebene zwei Menschen zusammen, die schon ihr ganzes Leben lang eng miteinander verbunden sind: Die Brüder Matthieu und Camille Saglio. Matthieu, der Cellist, hat im bretonischen Rennes klassische Musik studiert und ist von dort aus weiter ins spanische Valencia gezogen. Er folgt seiner Neugier auf verschiedene Klangkulturen und verbindet diese mit Elementen aus Jazz und Klassik. Camille, der Sänger, fing als Zwölfjähriger an, sich ernsthaft und leidenschaftlich mit Musik zu beschäftigen. Sein großer Bruder und dessen Begeisterung für das Cello hatten ihn verzaubert. Er entdeckte die Stimme als sein Instrument.Das gemeinsame Album-Debüt der Brüder ist eine spirituelle Erfahrung. Es geht um Übergänge und Grenzen, um Zustände in der Schwebe und deren Wirkung auf Musik und Menschen. Man ahnt eine Prise Keltisch-Bretonisches, vor allem in der mollgetönten Melodik und einer Tendenz zur Melancholie in der Tongebung. Dazu kommt Flamenco als rhythmisches Modell mit der Querverbindung zu arabesken Linienführungen der mediterranen Klangwelt. Das Ganze wurzelt in Mathieu Saglios profunder klassischer Ausbildung, die ihm große Leichtigkeit der Gestaltung und Feinheit in der Tonbildung ermöglicht. Mit diesem Ansatz, also dem Erschaffen sehr vielschichtiger, grenzüberschreitender Musik auf einem klassischen Fundament, hatte Mathieu Saglio auch schon in der Vergangenheit großen Erfolg - von der Flamenco-Crossover-Formation „Jerez-Texas“ über das Trio „NES“ mit der Sängerin / Cellistin und ACT-Künstlerin „Nesrine“ bis hin zu seinen Solo-Projekten „El camino de los vientos“ (2020) und „Voices“ (2023).Auch Camille Saglio ist ein Wanderer zwischen den Welten. In Toulouse gründete er 2003 die Band „Sôdi“, erkundete gemeinsam mit Flöte und Percussion weltmusikalische Sphären und kam mit der Musik Westafrikas und des Orients ein Kontakt. Camille wurde Teil des Projekts „Manafina“, lernte die Saiteninstrumente Gitarre, N’Goni und Oud und außerdem, sich in verschiedenen Sprachen von Bambara und Arabisch bis Türkisch zurecht zu finden. Er schrieb Kurzgeschichten und Bühnenstücke, produzierte eigene Bühnenshows wie "Dis leur que j'ai vecu" (2010) und arbeitete mit Schauspieler:innen und Tänzer:innen wie Vincent Loiseau, Didier Bardoux und Hervé Maigret. Auf „Al Alba“ singt Camille Saglio neben Englisch, Bambara, Französisch oder Spanisch auch in einer imaginären Sprache, die er aus dem Moment heraus erfindet.So entwickelten sich beide Brüder unabhängig voneinander zu Poeten ihres Genres. Und schließlich fanden sie nach Jahren getrennter Erfahrungen auch musikalisch zusammen. „Al Alba“ ist ein Song-Programm ebenso sanfter wie nachdrücklicher Lieder. Matthieu Saglio setzt sein Cello als Impulsgeber ein und öffnet der Stimme viele Räume. Manchmal wechselt er die Seite und wird mit gestrichenen Linien selbst zum Sänger. Man spürt beim Hören die Nähe zu den Gefühlen seines Bruders. Es ist ein Ineinander der Energielinien, dem auch das Repertoire entgegenkommt. Denn Camille Saglio singt arabische Poesie („Tariq“) ebenso wie einen Standard des politischen Lieds („Strange Fruit“), einen Independent-Klassiker von Noir Désir („Le vent nous portera“), Spanisches oder freie melodische Linien und Ornamente. Für ein Stück stößt außerdem der dritte Bruder Gabriel Saglio mit Bassklarinette zum Team. Aufgenommen wurde auf einer Loire-Insel, inspiriert vom Esprit des Flusses, des fließenden Übergangs der Stimmungen und Gefühle.„Al Alba“ ist eine Musik in der Schwebe, Bruderklang und Kultursynopse. Es ist Musik von innen, sehr persönlich und dabei universell.Credits: Produced by Camille and Matthieu Saglio Music and lyrics by Camille and Matthieu Saglio, except #2 (Lhasa de Sela), #7 (Lewis Allan), and #11 (Bertrand Can-tat, Serge Teyssot-Gay, Jean-Paul Roy, Denis Barthe) Recorded on June 24 and mixed on August 24 at Studio de l'Île, Chalonnes-sur-Loire, France by Alban Cointe Cello bases recorded on April 24 at La Seta Azul Estudis, Benicàssim, Spain, by Juan Carlos Tomás Mastered on September 24 at Blockhaus DY 10, Nantes, France, by Florian Tatard “Strange Fruit” © Edward B. Marks Music Company, all Rights administered by Warner Chappell Music France “Con Toda Palabra” © Éditorial Avenue “Le Vent Nous Portera” © ND Musique, Universal Music Publishing France Cover art by Federico Herrero, “Chorus”, 2021, with kind permission of the artist

18,90 €*
Mare Nostrum IV
Fresu - Galliano - Lundgren - Mare Nostrum IVCD / Vinyl / digital Paolo Fresu trumpet, fluegelhorn Richard Galliano accordion, bandoneon, accordina Jan Lundgren piano Was im Jahr 2005 mit drei Konzerten in Schweden als ein Experiment begann, drei der profiliertesten Charaktere des europäischen Jazz zusammen zu bringen, hat sich in 20 Jahren zu einem der prägendsten Besetzungen des „Sound of Europe“ entwickelt: Der sardische Trompeter Paolo Fresu, der französische Akkordeonist Richard Galliano und der schwedischer Pianist Jan Lundgren erzählen mit Mare Nostrum musikalische Geschichten vom nördlichsten bis zum südlichsten Ende des Kontinents – mit Einflüssen aus folkloristischer, klassischer und populärer Musik in Verbindung mit der Freiheit des Jazz. Auf hunderten Konzerten und drei gefeierten Alben wurde aus dem All-Star-Projekt eine höchst sensibel aufeinander eingespielte Working Band – und die drei Musiker wurden enge Freunde. Beides hört und spürt man auf Mare Nostrum IV. Die Meisterschaft von Fresu, Galliano und Lundgren liegt in den Nuancen, dem gemeinsamen Fluss melancholisch-anrührender Melodien, in den schillernden Texturen und subtilen Wendungen der Musik. Und sie liegt in der Tiefe des schieren Klangs, von der Artikulation jeder einzelnen Note, bis zum inzwischen ikonisch geworden Trio-Sound. Die zwölf Stücke auf Mare Nostrum IV, die Fresu, Galliano und Lundgren speziell füreinander geschrieben oder arrangiert haben, sind cineastische Miniaturen aus nordischer Melancholie und mediterraner Wärme. Und sie sind eine in der Musik Wirklichkeit gewordene Utopie von Schönheit und Gemeinschaft, die in unserer Zeit so wertvoll und bedeutsam scheint, wie vielleicht noch nie zuvor. Seit drei Jahrzehnten ist der Trompeter Paolo Fresu ist eine Institution des Jazz aus Italien. Als Leader und Sideman hat er an über 350 Aufnahmen mitgewirkt, mehrere davon bei ACT, angefangen mit seinem Musik-/Filmprojekt „Sonos 'E Memoria“ im Jahr 2001, gefolgt von mittlerweile vier Alben in der "Mare Nostrum"-Serie, dem Duo-Album "Summerwind" mit Lars Danielsson (2018) und Gastauftritten auf Alben von Adam Bałdych, Nguyên Lê und Jens Thomas. Paolo Fresu ist künstlerischer Leiter des Berchidda-Festivals "Time In Jazz" und leitet seit 25 Jahren als Dozent die Jazz-Seminare in Nuoro (Sardinien). Er lebt zwischen Paris, Bologna und Sardinien. Richard Galliano ist ein einzigartiger Erneuerer des Akkordeons und eine unverwechselbare Stimme seines Instruments. Ermutigt von Astor Piazzolla schuf er die „New Musette", seine Version der traditionellen Musik seiner französischen Heimat. Richard Galliano hat mehr als 50 Alben unter seinem eigenen Namen aufgenommen - in Jazz, Klassik und verschiedenen Musikstilen aus aller Welt. Die beeindruckende Liste seiner Zusammenarbeiten umfasst Künstler:innen wie Chet Baker, Eddy Louiss, Ron Carter, Wynton Marsalis, Serge Reggiani, Claude Nougaro, Juliette Greco, Nigel Kennedy und verschiedene renommierte Orchester. Neben vielen anderen Auszeichnungen wurde Richard Galliano von der französischen Regierung zum "Officier" und "Commandeur des Arts et des Lettres" ernannt. Der Pianist Jan Lundgren ist ein Pionier des europäischen Jazz, der klassische Musik, Folklore, amerikanischen Jazz und Improvisation verbindet. Neben Mare Nostrum besonders eindrucksvoll nachzuhören auf "European Standards" und "Swedish Standards" oder „Potsdamer Platz“ von Lundgrens eigenem Trio, der Verbindung von Renaissance-Chormusik und Jazz auf "Magnum Mysterium" und Co-Leader Aufnahmen mit Nils Landgren, Hans Backenroth, Wolfgang Haffner, Lars Danielsson oder Emile Parisien. Jan Lundgren ist Mitglied der Schwedischen Royal Academy of Music, trat als erster skandinavischer Jazzmusiker in der Carnegie Hall auf und gründete 2010 das Ystad Sweden Jazz Festival, das er bis heute leitet.CreditsRecorded and mixed by Rémi Bourcereau at Studio La Menuiserie, France, on September 30th, October 1st, and October 2nd, 2024, mastered at Studio Sequenza by Thomas Vingtrinier. Cover art by Martin Assig, “Berg” (detail), 2023

Ab 18,90 €*
Big Visit
Emma Rawicz & Gwilym Simcock - Big VisitCD / Vinyl / digitalEmma Rawicz tenor & soprano saxophoneGwilym Simcock pianoDas Duo von Saxofonistin Emma Rawicz (*2002) und Pianist Gwilym Simcock (*1981) vereint zwei der wichtigsten Figuren zweier Generationen des britischen Jazz. Rawicz und Simcock, beide Leader eigener Bands und großer Projekte für Bigband und Orchester lieben das kompakte, intime Duo-Format. „Das ist eine wirklich beglückende Erfahrung“, sagt Simcock, „wir harmonieren sehr miteinander, Emma schreibt so avanciert, ihr Blick für Details ist außerordentlich.“ Er bewundert Rawiczs technische Meisterschaft auf dem Tenor- und Sopransaxofon, besonders ihre Leichtigkeit in den oberen Registern: „Bei ihr fließen die Ideen unmittelbar ins Instrument, dieses Ideal streben wir alle an.“ Die Begeisterung beruht auf Gegenseitigkeit. „Ich war schon lange Fan von Gwilym“, erinnert sich Emma Rawicz, „deswegen geht mit unserem Duo für mich ein Traum in Erfüllung.“ Obwohl beide unterschiedlichen Generationen entstammen, gibt es in ihrer musikalischen Geschichte starke Berührungspunkte: Simcock and Rawicz studierten sogar bei den gleichen Lehrern an den gleichen Hochschulen. „Deswegen haben wir sehr ähnliche Vorlieben in unserem Musikverständnis“, sagt Rawicz. „Keith Jarrett, Jan Garbarek, Ralph Towner, ebenso die folkbeeinflusste britische Jazzfamilie von John Taylor und Kenny Wheeler bis Norma Winstone. Das alles hatte großen Einfluss.“Die passende Gelegenheit für eine erste Begegnung ergab sich bei einem Konzert im Februar 2023 in der Royal Academy of Music bei einer verspäteten Feier von Simcocks 40. Geburtstag, für die er neue Musik schreiben sollte. Rawicz erinnert sich gern, wie enthusiastisch sie war, als sie für dieses besondere Projekt ausgewählt wurde. Im Gespräch danach waren sie begeistert von der Idee eines Duos, worin sie Andreas Brandis von ACT bestärkte und unterstützte. Das Duo bedeutet für beide Hingabe, Freude und viele Impulse für Weiterentwicklung. „Unsere Begegnungen sind etwas sehr Besonderes“, sagt Simcock. „Wir treffen uns so oft es geht und das Duo entwickelt sich mit jedem Treffen weiter“, teilt Rawicz diese Begeisterung. Die Kritiker liebten schon die ersten Auftritte. „Rawicz and Simcock sind exzellent, sowohl in den ruhigeren Stücken als auch in den energetischeren Aufbrüchen. Ihre Interaktionen und ihre Kommunikation waren superb“, schrieb der polnische Kritiker Krzysztof Komorek über ihr erstes Konzert in London. Für Deutschlandfunk Kultur war ihr Jazz Baltica-Auftritt 2024 ohne Zweifel ein Höhepunkt des Festivals.Das gemeinsame Album „Big Visit“ entstand im idyllisch gelegenen „Curtis Schwartz Studio“ in West Sussex, England. Die Stimmung während der Session war „entspannt und unbeschwert“, erinnert sich Simcock. So entstand ein Album voller faszinierender Kontraste zwischen Momenten der Einkehr und Einstellungen in der musikalischen Totalen – eine Herangehensweise, auf die der Albumtitel anspielt. Alle Stücke auf „Big Visit“ leben von spielerischen Elementen. Den Eröffnungstrack „His Great Adventure“ hat Simcock seinem Sohn gewidmet, Rawiczs „The Drumbledrone“ nutzt das Wort ihres Heimat-Dialekts für Hummel und ist eine Erinnerung an ihre frühe Kindheit in der Grafschaft Devon, als sie lernte, die Sprache ihrer Großmutter vom Standard-Englisch zu unterscheiden. Der Titel von Simcocks „Optimum Friction“ bezieht sich auf dessen spannungsreiche Harmonik. Aber es gibt auch eine eher nachdenkliche Seite: „Shape of a New Sun“ zitiert den Roman „Die Hälfte der Sonne“ der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie, ein Buch voller Schmerz und Hoffung. Stevie Wonders „Visions“ beschreibt den Traum von einer besseren Welt und die Ballade „You’ve Changed“ erzählt von erloschener Liebe.Mittlerweile ist das Duo Rawicz-Simcock von einer naheliegenden Idee über eine inspirierte Aufnahmesession zu einem lebendigen, atmenden, sich stetig weiter entwickelnden musikalischen Organismus geworden. Das Repertoire wächst stetig, das Duo ist in ganz Europa unterwegs und es wird spannend sein, die nächsten Kapitel seiner Geschichte zu erleben.Credits:Produced by Gwilym Simcock, Emma Rawicz Recorded in the U.K at Curtis Schwartz Studio by Curtis Schwartz on the 29th &30th July 2024 Edited and mixed by Gwilym Simcock Mastered by Curtis Schwartz The Art in Music: Cover art by Paul Quick (1936–2023), ACT Art Collection

18,90 €*
Jazz at Berlin Philharmonic XV: Stefano Bollani & iiro Rantala
Stefano Bollani & iiro Rantala - Jazz at Berlin Philharmonic XVCD / Vinyl / digitalStefano Bollani pianoiiro Rantala pianoEin Humorist lässt aufhorchen, bringt Lächeln, manchmal Lachen mit. Das klingt einfach, ist aber eine bewundernswert anspruchsvolle Kunst. Denn es geht nicht um die einfache Komik des Scheiterns, sondern um überraschendes, befreiendes Wohlwollen. Eine neue Perspektive kann das sein, ein zuvor kaum beachtetes, cleveres Detail oder auch einmal ein unerwarteter Zusammenhang. Eine Arie bekommt zum Beispiel eine Stride-Piano-Begleitung, ein Motiv wird aberwitzig transponiert, der Nachdruck eines Themas pianistisch perlend kommentiert. Man verbeugt sich vor dem Original, aber zieht ihm ein anderes Gewand an. Es kann ein Versteckspiel sein, aber man braucht und achtet die Vorlage. Sonst wird es witzlos.Humoristen wie der Mailänder Stefano Bollani und Iiro Rantala aus Helsinki sind Meister der musikalischen Wertschätzung. Sie lieben, was sie spielen. Und sie verbeugen sich vor der Kunst des jeweils anderen, vor den Ahnen des Melodischen und auch den Möglichkeiten ihrer Instrumente. Sie lieben es überhaupt zu spielen, und da beide Virtuosen sind, ist ein Duo-Konzert ein Erlebnis der gemeinsamen Gestaltungslust. Er sei glücklich darüber, meint Iiro Rantala, die italienische Musik „mit dem bestmöglichen Klavierpartner, il Maestro Bollani“ hochleben zu lassen. Man treffe im Laufe der Jahre viele Kollegen, mit denen man gerne arbeite, erwidert Stefano Bollani, und ergänzt: „Aber wie viel mehr Spaß macht es, die Bühne mit einem Freund zu teilen, der einen sehr ähnlichen musikalischen Geschmack und Zugang hat, wie man selbst“.Zwei Künstler, die zusammenklingen. Sie haben sich am 1. Februar 2023 auf der Bühne der Berliner Philharmonie getroffen, um ihre auf den ersten Blick unerwartete gemeinsame Leidenschaft zu feiern. Denn beide verehren die italienische Oper. „Ich gehe jetzt mal so weit zu behaupten, dass einige der besten Melodien der Welt aus Italien kommen und da im speziellen Fall aus der italienischen Oper“, erklärt Iiro Rantala. „Es gibt nichts Besseres in der Musik, als eine gute, einfache und packende Melodie. Das kann man nicht beibringen, in keiner Musikschule gibt es eine Melodieklasse. Verdi, Donizetti, Rossini und Puccini hatten die Gabe der Melodie! Und wie großartig setzten sie ihr Talent ein!“ Das hatte zu deren Lebzeiten auch etwas mit der Hochachtung vor dem Publikum zu tun. Denn die Opernkomponisten des 19.Jahrhunderts wollten den Hörenden etwas bieten. Sie wollten erzählen und unterhalten, durchaus mit Anspruch, manchmal mit Botschaft, aber immer mit dem Blick auf die Begeisterung im Saal. Wer Hymnen und Ohrwürmer komponierte, konnte sicher sein, gehört zu werden. Das Konzept funktioniert bis heute. „La Traviata“, „La Bohème“ oder „Nabucco“ stehen wie Monumente auf den Spielplänen der Opernhäuser, auch wenn die Libretti manchmal überholt wirken. Sie sind voll mit Melodien, die sich in das kollektive Gedächtnis der Kulturwelt eingegraben haben, so sehr, dass auch Stefano Bollani und Iiro Rantala nur ein paar Töne andeuten müssen und schon wogt die Philharmonie im Walzertakt einer Musetta oder summt einen Gefangenenchor mit.Dabei gelingt es dem Piano-Duo mit dem Feingefühl der Erfahrung, das Opernhafte aus der Perspektive der Improvisation zu feiern, ohne es dafür in Frage stellen zu müssen. Die Musiker schwelgen und schmunzeln musikalisch. Sie gönnen sich den Spaß, das jazzgetönte Repertoire um Traditionen zu erweitern, die aus der Sicht eines guten Songs eigentlich schon lange dazu gehören. Es ist diese Mischung, die bezaubert. Zwei Humoristen, denen man bei dem Vergnügen zuhören kann, sich gegenseitig musikalisch zu entdecken. Und das mit den Melodien der italienischen Oper, die ihnen wichtig und die für beide auch ein wenig neu sind.Credits:Recorded at the Berlin Philharmonie, Germany on 1st February 2023 Recorded, mixed and mastered by Klaus Scheuermann Cover art by Peter Krüll

Ab 18,90 €*