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Beschreibung

Bill Laurance - Lumen

CD / Vinyl / Limited Turquoise Vinyl / digital

Bill Laurance 
Yamaha CFX2 grand piano
Yamaha UX3 upright piano with felt

Bill Laurance tauchte ab. Mehrere Tage und Nächte lang verschwand er allein am Piano in der Musik und ließ sich treiben – mal mehr, mal weniger von vorhandenen Kompositionen geleitet. Die Mauern der St Faith’s Church des Südlondoner Stadtteils Dulwich dämpften die Außenwelt, ein spirituell durchzogener Klangraum entstand. „Ich bin kein sehr religiöser Mensch“, erinnert sich Laurance an die Aufnahmesituation Anfang April diesen Jahres. „Aber es war etwas Besonderes, an diesem Ort zu spielen, während um mich herum der Alltag ruhte. Und es ist etwas anderes, wenn man in so einem Ambiente nur mit sich selbst kommuniziert. Ich wollte die Freiheit in der Musik festhalten, die in solchen Momenten entsteht.“

Es geht ihm dabei um das Ausloten des gesamten Spektrums eines klassisch klingenden Konzertflügels im Raum zwischen Komposition und Freiheit: „Wenn man solo spielt, gibt es die einzigartige Möglichkeit, das zu erforschen. In einer Kirche aufzunehmen war dafür perfekt und ich konnte mich ganz in der Musik fallen lassen. Der wundervolle Gitarrist Isaiah Sharkey meinte einmal zu mir, die Musik selbst würde ihm erzählen, was er spielen solle. Das hat mich sehr beeindruckt. Wir werden üblicherweise trainiert, alles zu kontrollieren und zu üben, bis es perfekt sitzt. Aber ich glaube, ich komme inzwischen an einen Punkt, an dem ich es einfach laufen lassen will. Das Gegenteil tun und der Musik die Führung überlassen.“

Das heißt nicht, dass Bill Laurance plötzlich völlig regelfrei spielt. Während viele der Stücke von Lumen eine starke improvisatorische Komponente enthalten, sind andere durchkomponiert und klar in ihren Strukturen festgelegt. Den 44-jährigen Pianisten, Komponisten und Bandleader interessiert nicht die Auflösung, sondern die Kraft, die aus dem Kontrast entsteht. Er hat zahlreiche Projekte, bei denen er intensiv mit seinen Partner:innen kommuniziert – etwa das Duo mit Michael League, sein eigenes Trio, die Programme mit Snarky Puppy oder orchestrale Kooperationen wie Bloom mit dem The Untold Orchestra. In solchen Momenten fügt man sich in die Gemeinschaft und lässt sich vom Flow des Teamworks tragen.

Solo aber funktioniert anders. Man sieht sich im Spiegel, setzt die Regeln – und kann sich auch wieder von ihnen lösen: „Ich tauchte wirklich in den Moment ein. Für mich fühlte es sich wie eine Solo-Pilgerreise an. Etwas passierte, ich habe insgesamt vielleicht drei Stunden Musik aufgenommen und musste dann einiges weglassen. Im Kern aber war es für mich eine spirituelle Erfahrung, ein Prozess des Ankommens, eine Frage des Vertrauens. Ein bisschen wie Indiana Jones beim letzten Kreuzzug, als er diesen Schritt in den Abgrund wagte. Ein Sprung ins Ungewisse. Ich hätte mich kaum mehr exponieren können als mit dieser Musik. Früher hatte ich viele Synthesizer, Drum Machines – alles Mögliche, auch im Solo-Umfeld. Aber als Künstler fühle ich mich inzwischen so weit, das alles wegzulassen, um organischer und purer zu sein.“

Neben dem Flügel verwendete Bill Laurance ein mit Filz gedämpftes Klavier. Es ist der klangliche Gegenpol zur Weite des Grand Pianos: Weniger Anschlag und Dynamik zugunsten eines intimeren, wärmeren Tons. Das Felted Piano ist tonale, melodische Percussion und Kontrapunkt zum großen Raum, den die Kirche bot. Er setzte es dezent als Akzent ein, um den zehn Stücken von Lumen weitere Farben zu verleihen – etwa als melodisch markantes Intro von „Mantra“, das vom kleinen Motiv schrittweise und beinahe unmerklich in die Opulenz des Flügelklangs übergeht. Das Titelstück wiederum hat Impressionismus im Stammbaum und wirkt wie ein neu entdecktes Prélude, während „Dove“ im Zusammenspiel von Dämpfung, fröhlicher Phrasierung und einer Prise swingbluesiger Lässigkeit zu einer Art Modern Stride Piano wird.

Mit dem Album "Lumen" öffnet sich die Weite von Bill Laurances Selbsterforschung. Es ist der hinreißende Beginn seiner neuen Vorstellung von melodisch fundierter Klangfreiheit. Man hat das Gefühl: Bill Laurance's Solo-Piano-Reise hat gerade erst angefangen und man möchte nur allzu gerne auf ihren kommenden Stationen dabei sein.

Credits
All music composed by Bill Laurance Published by Flint Music, administered by BMG Publishing
Recorded at St Faith’s Church, Dulwich, London on the 3rd and 4th April 2025
Recorded by Camilo Salazar
Mixed by Steve Poppleton and Bill Laurance
Produced by Bill Laurance
Mastered by Christoph Stickel @csmastering.com
Bill Laurance is managed by Mike Chadwick for Mike Chadwick Management

Cover art by Michael Kidner, Butterfly Wings, 1966 Oil on canvas, 168 x 183 cm
(Image has been adjusted for print) © Estate of Michael Kidner, courtesy of Flowers Gallery

Artists: Bill Laurance
Empfehlungen: Exclusive & Limited Editions
Instrumentation: Piano, Solo Albums
Video
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ACT Music + Vision GmbH & Co.KG
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