„Torsten Goods ist einer, der den großen Groove beherrscht“
schrieb die Süddeutsche Zeitung über den Gitarristen, Sänger und Komponisten.
Sein Stil wird oft mit dem von George Benson verglichen. Dies ist kein Zufall, wenn man bedenkt, dass er sich bereits als Jugendlicher sowohl für Pop und Rock als auch für Jazz interessierte.
Geboren wurde er mit dem Nachnamen Gutknecht, doch Les Paul verschaffte Torsten Goods seinen Künstlernamen, während er in New York an der New School for Jazz and Contemporary Music studierte.
Durch die Erfahrungen, die er im „Big Apple“ und durch die vielen inzwischen gegebenen Konzerte sammelte, ist er zu einem Musiker gereift, der es versteht, eingängige Songs zu schreiben, die Spaß und musikalischen Anspruch miteinander vereinen.
Sein Album "Love Comes To Town" ist ein hervoragender Beweis dafür.
Various Artists - Fahrt ins Blaue II - groovi´n in the spirit of jazzCD / Vinyl / digitalVarious ArtistsTurn up the volume!Bot die erste „Fahrt ins Blaue“ noch hochklassige Sundowner-Songs und relaxte Seelenbaumler mit Niveau, ist „Fahrt ins Blaue II - groovin' in the spirit of jazz“ der Soundtrack für die Eröffnung der Tanzfläche. Mit funky Jazz, gritty Blues und ganz viel Soul ist die Compilation ein anregendes Warm-Up für die beginnende Party-Nacht.Die Sonne ist hinter dem Horizont verschwunden und der DJ schiebt die Regler rauf: Die tighten Bläser der WDR Big Band leiten in die „Fahrt ins Blaue“ ein, mit einem Klassiker der Art Blakey Jazz Messenger: „Moanin’“. Torsten Goods übernimmt mit dem U2-Cover „When Love Comes To Town“, das mit seinen Disco-Basslines und Wolfgang Haffners „in the pocket“-Groove jedem Stehempfang Goodbye sagt. Die Schwedin Ida Sand übernimmt hier den Part von B.B. King. Zusammen mit Raul Midón singt sie später ein weiteres Duett – „He Ain’t Heavy, He´s My Brother“.Viktoria Tolstoy erinnert mit ihrer Interpretation von „Paradise“ aus dem 1982 erschienenen Album „Lite Me Up!“ an die Disco/Pop-Phase von Herbie Hancock. Dann legen Joe Sample und Nils Landgren los. Die 2014 verstorbene US-Legende am Fender Rhodes und Mr. Redhorn haben nichts für Hollywood übrig, dafür umso mehr für heavy Grooves, wenn sie ohne Schnörkel und Brimborium „Don’t Take My Love To Hollywood“ down-to-earth aufs Parkett nageln. Nahtlos gefolgt von einem ACT-Klassiker aus dem Jahre 1997: „Joshua“ von Bernard Purdies „Soul To Jazz“ ist purer Gospel-Funk!Magnus Lindgrens „Penny Blue” entstand ganze 20 Jahre später. Der jüngste Track auf „Fahrt ins Blaue II“ ist feinster Souljazz, made in Stockholm. Dann wird es Zeit für waschechten Südstaaten-Soul mit ganz viel Louisiana-Feeling: „I Wish I Had A Girl Like You“ des 2015 verstorbenen Mighty Sam McClain. Youn Sun Nah zeigt sich ganz ungewohnt von ihrer tanzbaren Seite mit dem Paul Simon-Cover „She Moves On“, begleitet vom US-Gitarristen Marc Ribot. Es folgt eine kurze Verschnaufpause: Solveig Slettahjells „Holy Joe“ bringt eine sanft-bluesige Note ein und Muriel Zoe singt Steely Dan’s „Rikki Don’t Lose That Number“ mit relaxtem Country-Einschlag. Ehe Nils Landgren mit der kompletten Funk Unit abrockt. Unterstützt durch die WDR Big Band bläst Randy Brecker anschließend am Flügelhorn mit Lee Morgans Sou-Jazz-Hit „The Sidewinder“ zum großen Finale. Das DJ-Set scheint beendet, doch es folgt der Ruf nach einer Zugabe: Pete Yorks fetter Orgel-Funk füllt ein allerletztes Mal den Dancefloor. „Fahrt ins Blaue II“, das sind 14 sonnendurchflutete Tracks zum Grooven und Cruisen, zum Gutfühlen, Mitwippen und Abgehen. Musik, die packt und in die Beine geht. Der Sommer kann beginnen. Credits:Compiled by Marco Ostrowski Cover art by Rupprecht Geiger Mastered by Klaus Scheuermann
Torsten Goods - Thank You Baby!CD / digital
Torsten Goods vocals & guitar Roberto Di Gioia Fender Rhodes & piano Tim Lefebvre Fender Jazz Bass & double bass Wolfgang Haffner drums Spätestens seit seinem letzten Album "Love Comes To Town“ hat sich allgemein herumgesprochen, dass Torsten Goods einer ist, der „den großen Groove beherrscht“ (Süddeutsche Zeitung), bei dem sich „Popjazz so gut anfühlt wie seit George Benson nicht mehr“ (Kulturnews), weil er eben „Gitarre spielen kann wie George Benson, singen wie Frank Sinatra und komponieren wie Joe Sample“ (wiederum die Süddeutsche Zeitung). Und der gerade mal 34-Jährige ist keiner, der sich frühvollendet auf den Lorbeeren ausruht. Nach seinem frühen Durchbruch mit Ende 20 setzte er sich gezielt neue Reizpunkte: Er zog von Nürnberg nach Berlin, spielte mit Größen wie Till Brönner und versicherte sich seiner musikalischen Identität, indem er auch mal mit Popstars wie Sarah Connor arbeitete.
Spiritual, Blues und Rootsmusik ist der kreative Ausgangspunkt auf „Thank You Baby!“ „Schon als kleiner Junge wurde ich mit dieser Musik vertraut gemacht. Meine irische Mutter hörte neben dem Jazz mit Vorliebe auch Spirituals und Soul, mein Vater ist Bluesmusiker. Und als mir Siggi Loch vorschlug, mich dieser Musik auf meinem neuen Album zu widmen, fühlte ich mich sofort an meine Kindheit erinnert und war sofort begeistert. Es konnte nicht darum gehen, die alten Meister zu kopieren und in Nostalgie zu verfallen, sondern darum, mich selbst auszudrücken“, berichtet Torsten Goods über die Vorbereitungen zum Album.
Hatte „Love Comes To Town“ noch mit Gästen und Bläserarrangements geglänzt, setzte man hier nun ganz auf die kompakte Quartett-Besetzung, die umso überzeugender ausfällt, weil „Siggi Loch mir dafür meine Traumband zusammengestellt hat“. Das ist zunächst Wolfgang Haffner am Schlagzeug, der auch das Album produzierte. „Mit seinem Verständnis von Groove und musikalischer Reduktion sind wir ganz auf einer Wellenlänge“ stellt Goods fest. Dazu kam an Fender Rhodes und Piano Roberto Di Gioia, ein alter Freund Haffners, mit dem er vor Jahren ein heute legendäres und funkiges NuJazz-Projekt in Szene gesetzt hatte: „Von ihrer Zappelbude war ich schon als Teenager ein großer Fan“ erinnert sich Goods. „Roberto ist ja nicht nur ein unfassbarer Jazzpianist, damals hierzulande der Beste in diesem Stil, er hat auch wie Wolfgang immer über den Tellerrand hinausgeschaut und spielt heute ja auch mit Pop-Größen wie Max Herre.“
Der Vierte im Bunde ist niemand Geringerer als Tim Lefebvre, der bekanntlich bereits Michael Wollny und Eric Schaefer so tief beeindruckt und inspiriert hat, dass mit „Weltentraum“ das meist dekorierte und erfolgreichste deutsche Jazz-Album des Jahres 2014 dabei herauskam. Wie breit und ideal für Goods Zwecke sein Spektrum ist, mag veranschaulichen, dass Lefebvre gerade den Bass-Part für das neue Studioalbum der Supergroup Toto übernommen hat und festes Bandmitglied der Tedeschi Trucks Band ist. Interessanterweise war das für Goods ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: „Ich hatte Tim schon Anfang der Jahrtausendwende während meiner Studienzeit in den USA kennengelernt.“
Bei so vielen Gemeinsamkeiten ist es kein Wunder, dass sich bei der Studioarbeit „eine coole Magie“ einstellte, wie Goods berichtet. „Wir haben die Stücke jeweils einfach mal zusammen ausprobiert, bis wir an den Punkt kamen, wo wir alle dachten, dass wir angekommen sind. Dann haben wir es drei Mal aufgenommen, jedes Mal anders. Und dann hatten wir es. Die Musik sollte pur, und wie live gespielt klingen, ohne Overdubs, wie in den 60er Jahren aufgenommen wurde, mit diesem Sound eben.“ Davon kann man sich bei „Thank You Baby!“ sozusagen auf breiter Front überzeugen: Ob beim unwiderstehlich anrollenden archaischen „Work Song“ von Nat Adderley, beim mit viel Sechzigerjahre-Charme durchdrungenen „Halleluja I Love Her So“ von Ray Charles, beim faszinierend reharmonisierten und auf die Essenz reduzierten, tief melancholischen „Where Did You Sleep Last Night“ von Lead Belly, beim durchgehend improvisierten Standard „Afro Blue“ aus der Feder von Mongo Santamaria oder beim hier mörderisch swingenden „How Sweet It Is“, dem von Marvin Gaye berühmt gemachten Motown-Klassiker. Dieser Titel war auch Inspiration für den Albumtitel: „With sweet love and devotion, deeply touching my emotion. I want to stop and thank you baby“ heißt es hier. Als Siggi Loch diese Zeilen bei Abhören des Masterbands hörte, sprach ihm das spontan aus der Seele als Leitspruch für die Musik des gesamten Albums. Denn Torsten Goods und seine Mitstreiter haben sich mit viel Liebe und Hingabe das Repertoire zu eigen gemacht, um die Emotionen ihrer Zuhörer tief zu berühren. Please don’t stop... Thank you, Torsten! Credits:
Produced by Wolfgang Haffner & Torsten Goods Executive Producer: Siggi Loch
Recorded by Arne Schumann, April 8-10, 2015 at Hansa Studios, Berlin Additional editing by Stephan Ernst Mixed by Arne Schumann in May and June, 2015 at Schumann & Bach Studios, Berlin Mastered by Klaus Scheuermann
Various Artists - Magic Moments 8 "Sing Hallelujah"CD / digitalDie achte Ausgabe der beliebten Magic Moments-Reihe: 71 Minuten bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle Programm mit ACT-Stars, Newcomern und Geheimtipps. Unter dem Motto „Sing Hallelujah“ hat ACT-Inhaber und Produzent Siggi Loch 16 Titel zusammengestellt, die vor allem den Bogen vom Jazz zu Soul, Gospel und der afroamerikanischen Rootsmusik spannen. Einmal mehr präsentiert sich das Münchener Label hörbar anders, abseits der ausgetretenen Pfade „in the Spirit of Jazz“: Musik fernab eines festgelegten Stils. Mal mehr, mal weniger Jazz. Zwischen den Genres. Am Puls der Zeit und darüber hinaus.
Bei „Sing Hallelujah“ stehen die Gesangskünstler von ACT im Rampenlicht: Die kürzlich verstorbene Soul-Blues Legende Mighty Sam McClain eröffnet Magic Moments 8 mit dem norwegischen Gitarristen Knut Reiersrud. Letzterer ist auf einem weiteren Titel zu hören, gemeinsam mit der Sängerin Solveig Slettahjell und dem Trio „In The Country“. Auf „Borrowed“ Time, aus dem Album „Trail of Souls“, verlinkt das Ensemble die amerikanische Gospel- & Spiritual-Tradition mit der norwegischen Klangästhetik.
Torsten Goods interpretiert das Titelstück aus der Feder von Mike Settle in seiner lässig-coolen Art mit Starbesetzung: Roberto Di Gioia, Tim Lefebvre und Wolfgang Haffner. Ida Sand ist mit einer Hommage an Neil Young vertreten. Natalia Mateos Stimme hat „eine ganz eigene Geschichte zu erzählen“ (Die Zeit). In einer ungewöhnlichen Version interpretiert sie „I Put A Spell On You“, den wohl bekanntesten Hit des US-amerikanischen Blues-Sängers Screamin' Jay Hawkins. Und die Norwegerin Randi Tytingvåg betont auf „Steady-going“ ihre Singer-Songwriter-Qualitäten und bedient sich der amerikanischen Folk- & Country-Roots. Schlagzeuger Wolfgang Haffner hat für „Piano Man“ sein „Kind of Cool“-Ensemble um den stimmgewaltigen Soulman Max Mutzke erweitert.
Unterschiedlichste Instrumentalnummern runden Magic Moments 8 ab: Dieter Ilg interpretiert mit seinem Trio Beethoven. Iiro Rantala spielt John Lennons „Imagine“ solo am Klavier und der Saxofonist Rudresh Mahanthappa, 3-facher DownBeat Critic‘s Poll Gewinner 2015, ehrt mit „Bird Calls“ den großen Charlie Parker. „High Noon in Kreuzberg“ heißt es bei dem finnischen, in Berlin lebenden Gitarristen Kalle Kalima, wenn er im Trio den Western-Klassiker „Ghost Riders In The Sky“ von Stan Jones zum Besten gibt. Mit dem Pianisten Frank Woeste ist ein weiteres neues ACT-Gesicht vertreten. In seiner Wahlheimat Frankreich ist der gebürtige Hannoveraner längst eine feste Größe und spielt dort mit Ibrahim Maalouf sowie mit Youn Sun Nah, die ihn bei „Star Gazer“ mit ihrem unnachahmlichen Gesang unterstützt.
„If music be the food of love, play on“ heißt es in Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“. Um die Wörtchen „and life“ möchte man das Zitat erweitern, das als Credo für die Arbeit von ACT stehen kann. Seit nunmehr 23 Jahren liefern Siggi Loch und sein Team mit Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein musikalischen Nährstoff. Musik für offene Ohren, für den Geist, für das Herz, die Seele und für alle, die gute Musik lieben – wie die Werkschau auf „Magic Moments 8“ beweist.Credits:
Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Pete York - Basiecally SpeakingCD / digital
Pete York drums & vocals Torsten Goods guitar & vocals Gabor Bolla tenor sax Andi Kissenbeck - Hammond organ Special Guest on “Groovin‘ For Basie”: Wolfgang Schmid bass
Die Sache reicht zurück bis ins Jahr 1965. Da nahm die Spencer Davis Group – mit dem Nummer-Eins-Hit „Keep On Running“ gerade zu einer der heißesten Bands des Jahres avanciert – in London für die deutsche Phillips eine deutschsprachige Single auf. Neben dem Gitarristen und ehemaligen Deutschlehrer Spencer Davis, Steve Winwood und seinem älteren Bruder Muff gehörte der aufstrebende Schlagzeuger Pete York zur Band. Der nicht minder aufstrebende Produzent der Session war Siggi Loch. „Seit damals sind Siggi und ich befreundet“, erinnert sich Pete York, der im August dieses Jahres 70 geworden ist. „Vielleicht ist es Siggis Geburtstagsgeschenk an mich, dass ich jetzt bei ACT ein Album machen konnte.“
Das Geschenk heißt „Basiecally Speaking“, und wie der Titel unschwer vermuten lässt, steht Count Basie im Zentrum des Geschehens. York erklärt, warum: „Basie war meine erste Erfahrung mit Jazz. Als ich 15 war, nahm mich meine Mutter zu einem Konzert von ihm mit. Das war unvergesslich, auch sein dynamischer Schlagzeiger Johnny Payne. Wie natürlich auch die Power und die Dynamik dieser Bigband. Basie hat die ganze Sprache der Musik benutzt, und dazu kam noch sein Humor, sein ökonomisches Klavierspiel. Jede Note ist wichtig und swingt. All das habe ich immer versucht, in meine eigene Musik zu bringen. Vor allem habe ich von Basie gelernt, was man nicht spielt. “
Nicht nur darin hat es Pete York selbst zur Meisterschaft gebracht. Es gibt nicht viele derart vielseitige und raffinierte Schlagzeuger wie den Briten, der seit 1984 in Bayern lebt. Berühmt wurde er bereits Mitte der sechziger Jahre, eben bei der Spencer Davis Group und im Duo mit Eddie Hardin („kleinste Bigband der Welt“). Genregrenzen gab es für ihn nie, er spielte und spielt mit Jazzern wie Chris Barber und Klaus Doldinger, Bluesern wie Dr. John, Rockern wie der kürzlich verstorbene Deep Purple-Keyboarder Jon Lord und Liedermachern wie Konstantin Wecker. Für den Jazz-affinen Comedian Helge Schneider bedient er nicht nur regelmäßig die Drumsticks, vor kurzem stand er sogar mit ihm vor der Kamera. Mit so gut wie allen maßgeblichen Kollegen an den Stöcken arbeitete York für seine Fernsehserie Super Drumming zusammen. Und mindestens so gut wie als Schlagzeuger ist York auch als Entertainer mit britischem Humor.
Yorks Offenheit, Unverbissenheit und Publikumsnähe deckt sich mit dem Musikverständnis von Siggi Loch, nicht zuletzt auch die Liebe zur Tradition: „Vielen jungen Musikern fehlt das Wissen über die Geschichte des Jazz“, findet Loch, „doch wer seine Geschichte nicht kennt und ehrt, der hat keine Zukunft.“ Dass er selbst dafür etwas tut, war auch die Basis für „Basiecally Speaking“.
Im Frühjahr bekam Loch auf der Jazzahead in Bremen den Skoda-Award für sein Lebenswerk. Er nahm das Preisgeld von 15.000 Euro, verdoppelte es, und machte daraus ein Projekt, das herausragenden Nachwuchs einem rundum erfahrenen Veteran zusammenbringen sollte. Und wer wäre für diese Rolle des lernenden Lehrers besser geeignet gewesen als Pete York.
Deshalb spielen nun auch keine „old cats“ mit Pete York, auf „Basiecally Speaking“, sondern „Young Friends“. Da ist zunächst Gabor Bolla, der neue ACT-Stern am Saxophonhimmel. „Das war die Idee von Siggi Loch, ich kannte ihn vorher nicht. Umso erstaunter war ich, wie fortgeschritten er in diesem Stil ist. Gabor spielt dieses High-Power-Tenorsax, das in der Basie-Band immer extrem wichtig war, mit wie Leuten Lester Young, Hershel Evans oder Eddie ,Lockjaw' Davis. Es ist aufregend für einen Schlagzeuger, wenn sie und eben auch Gabor diese schnellen Tempi mitgehen können.“ Mit Andi Kissenbeck, dem Spezialisten für groovende Hammond-Orgel, hatte York schon Bekanntschaft gemacht, und so übertrug er ihm hier eine weitere zentrale Rolle: „Wenn man keine Bläsersätze hat, ist eine Hammond-Orgel fast der einzige mögliche Ersatz. Ich habe mit vielen gespielt, zum Beispiel mit Wild Bill Davis und natürlich mit meinen Rockkollegen wie Brian Auger, kann also beurteilen, wie fantastisch Andi das macht.“ Kommt schließlich noch Torsten Goods dazu, der schon oft - unter anderem auf den ACT-Alben „Irish Heart und „1980“ nachgewiesen hat, dass er die klassische Jazzgitarre so technisch brillant und stylish spielen kann wie kaum ein anderer. Aber auch, dass er über eine wunderbare Swing-Gesangsstimme verfügt, was Pete York zum Beispiel bei „Gee Baby“ nach Kräften ausnutzt.
Und so groovt, swingt und kracht es auf „Basiecally Speaking“ bei alten Basie-Reißern wie „Cute“, „Jumpin' At The Woodside“ oder „Splanky“, dass es eine wahre Freude ist. Oder, wie York bei Konzerten in seinem lustigen Denglish gerne sagt, wenn etwas zusammenkommt, was zusammenpasst: „Uh, what a Geschmack!“Credits:
Produced by Siggi Loch, Pete York & Torsten Goods Recorded at Mastermix Studio Munich, September 9 - 12, 2012 Mixed & mastered by Klaus Scheuermann The Art in Music: Cover art by Gert & Uwe Tobias, by permission of the artists
Torsten Goods - Love Comes To TownCD / digital
Torsten Goods vocals & guitar Jan Miserre piano, fender rhodes, wurlitzer Christian von Kaphengst fender jazz bass, acoustic bass Wolfgang Haffner drums Horns: Till Brönner trumpet Nils Landgren trombone Magnus Lindgren saxophone, flute Ingolf Burkhardt trumpet on 04, 09 & 11 Ida Sand vocals on 02 & 07 Viktoria Tolstoy vocals on 10 & 13 Felix Lehrmann drums on 14
Das Schlagzeug gibt schweren Groove vor, der Fender Rhodes stimmt mit einem federnden Motiv ein, ein butterweicher Bläsersatz fährt spannungsreich dazwischen, dann erklingt auch gleich die klare Soulstimme, die den Song „You Wind Me Up“ zusammen mit einer weichen Jazzgitarre bis zum den finalen Improvisationen trägt – cooler, funkiger, im körperlichen Sinne bewegender kann eine CD nicht loslegen als Torsten Goods neues Album „Love Comes To Town“. Welch herausragendes Multitalent in Franken aufgewachsen, beim Studium in New York gereift und von Größen wie George Benson, Les Paul, Bireli Lagrene oder Mike Stern gefördert worden war, war ja spätestens seit seinem ACT-Debüt „Irish Heart“, einer Hommage an seine irische Mutter, kein Geheimnis mehr: Von „Gaben im Überfluss“ schrieb der Londoner Evening Standard, schwer war für die Fachwelt nur zu entscheiden, welchem unter ihnen der Vorzug zu geben wäre: dem virtuosen Gitarristen, dem gewinnenden Sänger und Entertainer oder dem Songwriter Torsten Goods. Eine Frage, die einen nach dem Hören von „Love Comes To Town“ nicht mehr interessiert: So souverän auf jedem dieser Felder, so lässig hat sich Torsten Goods noch nie präsentiert.
Was auch daran liegen mag, dass der scheinbar so unbeschwerte Showman Torsten Goods ein hart an sich arbeitender, ernsthafter und introspektiver Künstler ist: Nach seinem zweiten ACT-Album „1980“ und anschließender Tour entschloss er sich vor fünf Jahren, mit gerade einmal 28, seine bis dahin rasante Karriere auf den Prüfstand zu stellen. Er schlug erst einmal alle weiteren Platten-Vorschläge aus und wagte sich stattdessen, neben Gastauftritten mit der HR- und SWR Big Band, in Till Brönners Band sowie bei Larry Coryell, auch auf Jazz fernes Terrain: So spielte er R&B mit Narada Michael Walden und auch für Sarah Connor. „Ich hatte immer diese Sehnsucht, auch mal aus der Jazzwelt auszubrechen. Aber nachdem ich in den ganz großen Hallen gespielt hatte, wusste ich, dass ich mit meinen eigenen Projekten genau dorthin gehöre. Dort schlägt mein Herz“, sagt Goods rückblickend. „Love Comes To Town ist genau das, was ich bin und was ich will.“ Sein Hohelied auf das kleine Glück, die „Freedom Every Day“, mag das am besten ausdrücken.
Ein weiterer Effekt dieser Auszeit war, dass Goods so viel komponierte wie noch nie: „Mehr als 40 Stücke habe ich geschrieben: „Vor zwei Jahren bin ich für längere Zeit nach London gereist, um fern des Alltags zu komponieren. Mit anderen Komponisten zusammen zu arbeiten war sehr inspirierend für mich“. Aus diesem reichen Fundus konnte er jetzt für „Love Comes To Town“ schöpfen. Und von der beschwingten Sonnenschein-und-Eiscafe-Hymne „Summer Lovin‘“ bis zum treibenden Gitarren-Instrumental „Weekend At the A-Trane“ ist dementsprechend kein Song dabei, der nicht das Zeug zum Standard hätte. Ohne den Hauch eines Gefälles mischen sich diese sieben eigenen Stücke unter sieben Coverversionen.
Goods weiß um seine gleichberechtigten Qualitäten als Komponist wie als Interpret. Nie allerdings war die Bandbreite des Materials größer: Mag man etwa die locker marschierende Fassung von Joe Samples Crusaders-Hit „Put It Where You Want It“ oder die moderne Adaption von Gershwins „They Can’t Take It Away From Me“ noch für typisch Torsten Goods halten, so dürfte wohl niemand mit einem Jazzclub-Luft-geschwängerten Blues-Wiedergänger von Willie Nelsons Country-Ballade „Night Life“ gerechnet haben. Ebenso wenig wie mit der in den Jazz überführten Pop-Schnulze „Right Here Waiting“ von Richard Marx, oder gar mit Goods überwältigender, ganz reduzierter Bluesfassung von Adele‘s „Someone Like You“.
Den schweren Soul von „Brutal Truth“ singt Goods - wie auch das Titelstück - zusammen mit der Komponistin des Songs: Ida Sand. Was endgültig zur geballten Kompetenz überleitet, die Torsten Goods in dieses Projekt eingebunden hat. Angefangen mit der europäischen Funk-Instanz Nils Landgren, den Goods schon als Gastsolist auf Mo Blow's "For Those About To Funk" als Produzent kennengelernt hatte und der nun auch sein Produzent wurde – und der Kopf eines Gäste-Bläsersatzes, der mit dem Trompeter Till Brönner und dem Saxophonisten Magnus Lindgren (der auf „Put It Where You Want It“ auch ein sensationelles Flötensolo bläst) sowie Ingolf Burkhardt derzeit schwer zu toppen sein dürfte. Zur hier Blutsbrüderschaft eingehenden Landgren-Familie gehört auch Schlagzeuger Wolfgang Haffner, der sich wieder als Deutschlands unbestechlichstes Groove-Metronom erweist, und Viktoria Tolstoy, die bei zwei Songs des Faches „glockenklar“ anschaulich macht, warum sie der Star ist, der sie ist.
Bleibt noch Goods eigene kleine „Musikerfamilie“. Als Pianist, Keyboarder wie Co-Komponist seit jeher unverzichtbar, ist für ihn der großartige Jan Miserre, ein Jugendfreund und der älteste Weggefährte. Komplettiert wird die Rhythmusgruppe vom Bassisten Christian von Kaphengst – außerdem ebenfalls ein gefeierter Produzent, Komponist und Arrangeur –, Goods Mann für die tiefen Töne, seit er vor sieben Jahren in Berlin seine Zelte aufschlug, sowie bei einem Titel vom jungen Senkrechtstarter am Schlagzeug Felix Lehrmann aus Berlin. Diese drei bilden auch Torsten Goods Live-Band. Apropos Berlin: Das Thema Stadt zieht sich sozusagen als Leitmotiv durch das Album. „Das war nicht geplant, es hat sich einfach ergeben“, sagt Goods, doch Zufall ist es nicht. Ist doch Berlins Jazzszene samt Clubs wie dem A-Trane der unüberhörbare neueste Einfluss in Torsten Goods Musik: Ein vitales, vibrierendes, beneidenswert junges Element, wie es sich nicht zuletzt bei „Berlin P.M.“ findet, mit dem Goods aus dem Abenteuer „Love Comes To Town" herausgeht. Ein Abenteuer, das er zur Freude eines jeden, der es hört, innerlich gefestigt und zielbewusst bewältigt hat.Credits:
Produced by Nils Landgren Co-produced by Torsten Goods & Jan Miserre Executive Producer: Siggi Loch All band arrangements by Torsten Goods & Jan Miserre Horn arrangements: 01 by Jan Miserre, 02, 03, 05, 07 & 08 by Magnus Lindgren and 09 & 11 by Nils Landgren Recorded by Arne Schumann, Oktober 30 – November 1, 2012 at Hansa Studios Berlin Mixed and mastered by Klaus Scheuermann
„Torsten Goods spielt auf eine Weise Gitarre, die Vergleiche mit George Benson nicht zu scheuen braucht. Hier reift ein Riesentalent!“ MANNHEIMER MORGEN