Die aus Norwegen stammende Sängerin und Songwriterin Randi Tytingvåg bringt mit ihrer Musik die Hörer zum Strahlen. Wohlfühlmusik im besten Sinne, mit jeder Menge Charme. "Three" ist ihr Debüt auf dem Emotion-Label, das unter der ACT-Fahne stiloffene Musik jenseits des Jazz präsentiert. Tytingvågs Zutaten für ihre Musik sind vielfältig, auf ihrem Album betont sie besonders ihre Singer-Songwriter-Qualitäten und bedient sich der amerikanischen Folk & Country-Roots.
Various Artists - Magic Moments 8 "Sing Hallelujah"CD / digitalDie achte Ausgabe der beliebten Magic Moments-Reihe: 71 Minuten bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle Programm mit ACT-Stars, Newcomern und Geheimtipps. Unter dem Motto „Sing Hallelujah“ hat ACT-Inhaber und Produzent Siggi Loch 16 Titel zusammengestellt, die vor allem den Bogen vom Jazz zu Soul, Gospel und der afroamerikanischen Rootsmusik spannen. Einmal mehr präsentiert sich das Münchener Label hörbar anders, abseits der ausgetretenen Pfade „in the Spirit of Jazz“: Musik fernab eines festgelegten Stils. Mal mehr, mal weniger Jazz. Zwischen den Genres. Am Puls der Zeit und darüber hinaus.
Bei „Sing Hallelujah“ stehen die Gesangskünstler von ACT im Rampenlicht: Die kürzlich verstorbene Soul-Blues Legende Mighty Sam McClain eröffnet Magic Moments 8 mit dem norwegischen Gitarristen Knut Reiersrud. Letzterer ist auf einem weiteren Titel zu hören, gemeinsam mit der Sängerin Solveig Slettahjell und dem Trio „In The Country“. Auf „Borrowed“ Time, aus dem Album „Trail of Souls“, verlinkt das Ensemble die amerikanische Gospel- & Spiritual-Tradition mit der norwegischen Klangästhetik.
Torsten Goods interpretiert das Titelstück aus der Feder von Mike Settle in seiner lässig-coolen Art mit Starbesetzung: Roberto Di Gioia, Tim Lefebvre und Wolfgang Haffner. Ida Sand ist mit einer Hommage an Neil Young vertreten. Natalia Mateos Stimme hat „eine ganz eigene Geschichte zu erzählen“ (Die Zeit). In einer ungewöhnlichen Version interpretiert sie „I Put A Spell On You“, den wohl bekanntesten Hit des US-amerikanischen Blues-Sängers Screamin' Jay Hawkins. Und die Norwegerin Randi Tytingvåg betont auf „Steady-going“ ihre Singer-Songwriter-Qualitäten und bedient sich der amerikanischen Folk- & Country-Roots. Schlagzeuger Wolfgang Haffner hat für „Piano Man“ sein „Kind of Cool“-Ensemble um den stimmgewaltigen Soulman Max Mutzke erweitert.
Unterschiedlichste Instrumentalnummern runden Magic Moments 8 ab: Dieter Ilg interpretiert mit seinem Trio Beethoven. Iiro Rantala spielt John Lennons „Imagine“ solo am Klavier und der Saxofonist Rudresh Mahanthappa, 3-facher DownBeat Critic‘s Poll Gewinner 2015, ehrt mit „Bird Calls“ den großen Charlie Parker. „High Noon in Kreuzberg“ heißt es bei dem finnischen, in Berlin lebenden Gitarristen Kalle Kalima, wenn er im Trio den Western-Klassiker „Ghost Riders In The Sky“ von Stan Jones zum Besten gibt. Mit dem Pianisten Frank Woeste ist ein weiteres neues ACT-Gesicht vertreten. In seiner Wahlheimat Frankreich ist der gebürtige Hannoveraner längst eine feste Größe und spielt dort mit Ibrahim Maalouf sowie mit Youn Sun Nah, die ihn bei „Star Gazer“ mit ihrem unnachahmlichen Gesang unterstützt.
„If music be the food of love, play on“ heißt es in Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“. Um die Wörtchen „and life“ möchte man das Zitat erweitern, das als Credo für die Arbeit von ACT stehen kann. Seit nunmehr 23 Jahren liefern Siggi Loch und sein Team mit Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein musikalischen Nährstoff. Musik für offene Ohren, für den Geist, für das Herz, die Seele und für alle, die gute Musik lieben – wie die Werkschau auf „Magic Moments 8“ beweist.Credits:
Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Randi Tytingvåg - ThreeCD / digital
Randi Tytingvåg vocals, prepared pianoDag S. Vagle guitar, vocals, backing vocals Erlend Aasland banjo, tenor guitar, cavaquinho, prepared piano, backing vocals Die norwegische Sängerin und Songwriterin Randi Tytingvåg bringt mit ihrer Musik die Hörer zum Strahlen. „Three“ ist ihr Debüt auf dem Emotion-Label, das unter der ACT-Fahne stiloffene Musik jenseits des Jazz präsentiert. Das Album ist stark von Tytingvågs Liebe zur amerikanischen Folk- und Country-Tradition geprägt. Sowohl ihre eigenen Songs als auch Interpretationen von großen Song- und Jazzklassikern klingen dadurch warm, persönlich und wie aus einem Guss.
Spätestens seitdem Tytingvåg 2004 den Preis als „Künstlerin des Jahres“ ihrer Heimatstadt Stavanger gewann, gehört die 36-Jährige zu den meistbeachteten norwegischen Singer/Songwriterinnen. Auf fünf Alben hat sie seitdem eine für skandinavische Sängerinnen typische Mischung aus Folk, Pop und Jazz kultiviert. „Ich habe immer alle Arten von Musik gehört, nie nur eine“, sagt Tytingvåg. Mit derselben Offenheit holte sie sich das Rüstzeug für die professionelle Karriere, indem sie Ende der neunziger Jahre nach London ging: „Ich entschied, dass ich einige Zeit im Ausland leben wollte. Das hat mich als Person geprägt, meine ganze Entwicklung. Der Gesangsunterricht war eher ein Oldschool-Jazztraining, ganz klassisch. Aber dies war mir wichtig als Grundlage, bevor man anfängt stimmlich zu experimentieren und sich ins Crossover vorwagt. Ich hatte mit Michael Burnett auch einen großartigen Kompositionslehrer, der mich bestärkte, eigene Songs zu schreiben. Außerdem wollte ich Englisch, die Sprache des Jazzgesangs, fließend sprechen und deshalb im Land lernen.“
Mit all dem Erlernten probierte sie ihre Möglichkeiten aus. „Ich habe immer versucht, meinem Herz zu folgen“, sagt sie. Bereits bei ihren früheren Alben war Country Music dabei, die angloamerikanische Volksmusik neben dem Blues. „Schon als Kind habe ich Emmylou Harris, Dolly Parton, Johnny Cash oder Gram Parsons gehört. Und ich tue das bis heute.“ Jetzt war es bei „Three“ an der Zeit, sich ganz auf die frühe Liebe zu konzentrieren. Wofür es noch einen Grund gibt: „Ich bin auch immer von den Musikern beeinflusst, mit denen ich gerade arbeite.“ Bei „Three“ sind das Dag S. Vagle und Erlend Aasland, die Tytingvåg, obwohl Vagle ebenfalls aus der Gegend um Stavanger stammt, erst vor gut zwei Jahren kennenlernte. Beide sind herausragende Vertreter der Country-Szene ihres Landes, haben aber auch Jazz gespielt – „das ist wichtig, um etwas wagen zu können, denke ich“, sagt Tytingvåg.
Mit den beiden fand sie die Idealbesetzung für das Trio, das ihr vorschwebte. „Ich wollte ein Projekt, das trotz der kleinen Besetzung viele Möglichkeiten hat. Dag ist ein fantastischer Sänger und Gitarrist; Erlend ist ebenfalls ein ausgezeichneter Sänger, und er verfügt über eine große instrumentale Bandbreite. Das war perfekt. Wir haben lange an den Arrangements gearbeitet, um unseren Sound zu kreieren.“ Tatsächlich ist „Three“ ein Album mit einem ganz eigenen ruhigen Flow geworden, ein Fest des Klangs von Stimmen und Saiten. Wunderbar harmonisch schmiegt sich Aaslands helle Banjo- oder Cavaquinho-Stimme (eine Art Ukulele), mal ganz ruhig, mal im schnellen Groove an die warmen, mitunter rockigen Gitarren von Vagle. Mitunter fügt auch noch ein abgedämpftes Klavier eine neue Farbe oder eine Basslinie hinzu. Absolut außergewöhnlich aber sind die von Randi Tytingvåg angeführten Duette mit Vagle und die zu dritt gesungenen Chorpassagen: ausdrucksstark, ruhig und kraftvoll.
Was umso mehr zur Geltung kommt, weil Tytingvåg völlig auf Schlagzeug oder Perkussion verzichte. „Es war mir hier sehr wichtig, von jeder Staffage wegzukommen. Ich habe versucht, alle Stücke zu entkleiden und zum Kern vorzudringen. Und bei dem zu bleiben, was der Song wirklich bedeutet“, betont sie. Was ihr nicht nur bei sechs wunderschönen, abwechslungsreichen Eigenkompositionen gelingt, sondern auch bei acht Standards der verschiedensten Richtungen – von Gilbert Becauds „Let It Be Me“ und dem von Doris Day populär gemachten „Que Sera Sera“ über Joni Mitchells „Both Sides Now“ und Bob Thieles Louis-Armstrong-Evergreen „What A Wonderful World“ bis zu Cole Porters „Don’t Fence Me In“ oder Gillian Welchs „Hard Times“. „Alles Songs, mit denen ich aufgewachsen bin, die Teil meiner musikalischen Bildung sind. Stücke, die ich wirklich liebe, zu singen.“, sagt Tytingvåg.
Wozu auch ein Stück gehört, das vor allem deutsche Hörer bezaubern dürfte: Friedrich Hollaenders „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ – auf Deutsch! „Ich hatte Deutsch in der Schule, ich liebe die Sprache. Sie ist so klar und direkt. Ich hörte den Song zuerst in der englischen Version ‚Falling In Love Again‘, aber als ich später auf Marlene Dietrichs Version Aufmerksam wurde, hat es mich fast umgehauen. Das war so viel stärker und tiefgehend. Mir war damals klar, dass, falls ich das Stück je aufnehmen würde, ich es dann auf Deutsch singen muss.“ Wie gesagt, „Three“ ist für manches Erweckungserlebnis gut.Credits:
Music and lyrics by Randi Tytingvåg unless otherwise noted Produced by Randi Tytingvåg Recorded live at Nrk Rogaland, September 2014 Sound engineer: Per Ravnaas Mixed by Per Ravnaas Mastered by Ulf W.Ø. Holand at Holand Sound