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Rainer Böhm

Rainer Böhm wird seit Jahren zu den herausragenden deutschen Jazzpianisten gezählt. 2016 gewann er mit dem Bastian Jütte Quartett nicht nur die vielleicht wichtigste Auszeichnung im deutschen Jazz, den Neuen Deutschen Jazzpreis, sondern auch noch den Solistenpreis.

Bekannt ist Böhm auch als langjähriges Mitglied im Trio von Deutschlands Ausnahmebassisten Dieter Ilg. Der Erfolg der gefeierten und vielfach preisgekrönten Jazz-Anverwandlungen der Klassikfürsten Verdi, Wagner, Beethoven und Bach ist auch seinem Klavierspiel zu verdanken, denn er gehört zu den Genre-Überwindern, für die Klassik und Jazz keine Gegensätze sind, sondern sich perfekt ergänzende Pole bei der immer im Mittelpunkt stehenden Aufgabe, mit der Musik Emotionen zu transportieren.

Veröffentlichungen

Ravel
Dieter Ilg - RavelCD/ Vinyl / digital Dieter Ilg bass Rainer Böhm piano Patrice Héral drums Verdi, Wagner, Beethoven, Bach… Dieter Ilg ist der kreative „Kreuzungsgenetiker für Klassik und Jazz“ (Süddeutsche Zeitung). Gemeinsam mit Pianist Rainer Böhm und Patrice Héral am Schlagzeug führt der Bassist große Komponisten der abendländischen Kunstmusik in neue Gefilde. Und nun: Ravel. Die „Pavane pour une infante défunte“ (Pavane for a Dead Princess) brachte Ilg erstmals in Berührung mit dem französischen Komponisten. Das Stück hatte ihn in jungen Jahren in einer Version von Jim Hall und Art Farmer fasziniert: „Als ich nach einer neuen Inspirationsquelle für mein Trio suchte, erinnerte ich mich sofort an dieses Stück. Wir tauchten tiefer in Ravels Œuvre ein und stießen auf eine breite Palette von Interpretationsmustern, die wir zuvor bei Beethoven oder Bach nicht so vorfanden und die uns eine noch größere Freiheit anboten. Ravels Musik ist uns wie auf den Leib geschneidert!“ Dass Ilg irgendwann bei Maurice Ravel landen würde, verwundert nicht, ist doch sein künstlerischer Ansatz ganz und gar impressionistisch. „Mich interessiert, was zwischen mir und dem Objekt passiert“ hat Claude Monet einmal über seine Malerei gesagt. Für Ilgs Schaffensprozess gilt dies ebenso, denn die musikalischen Vorlagen sind der Trigger für eigene Empfindungen, die zu neuen Klangbildern verarbeitet werden: „Ich handele nicht nach Plan und will nichts nur einfach wiedergeben, sondern mit den Meistern „in mind“, Eigenes gestalten.“ Die Stücke, die Ilg dafür auswählt, müssen ihn „anspringen“, wie er selbst sagt. Wie, das ist völlig offen: Es kann eine Melodie sein, eine rhythmische Figur, Akkordfolge oder auch Stimmung, die für Anziehungskraft sorgt: „Hören und im Moment entscheiden“, ist Ilgs Devise, im Prozess des Komponierens aber vor allem auch in den Trioimprovisation, die eine Atmosphäre des Augenblickes entstehen lassen. Bei „Ravel“ wird der Betrachter zum Subjekt: „Er lässt uns mehr im Unklaren, was richtig und falsch ist. Die Deutungsfreiheit ist bei ihm schon angelegt. Seine Musik lässt sich ganz organisch in Jazz verwandeln“, sagt Ilg. Vielleicht auch deshalb, weil Ravels Schaffen um 1900 mit der Entstehungsgeschichte des Jazz zusammenfiel und er dafür ein offenes Ohr hatte. Mit George Gershwin zog er in den 1920er Jahren durch Harlem, um Duke Ellington und Co. zu hören. Darüber hinaus war sein Lebensmittelpunkt Paris das kulturelle Drehkreuz in die USA. All das hat Spuren in Ravels Musik hinterlassen. Überhaupt läutete der musikalische Impressionismus die zeitgenössische Musik des 20. Jahrhunderts ein. Ein idealer Nährboden also für Ilgs Variationen im Jazzkontext. Ein Füllhorn der musikalischen Stimmungen erwartet den Hörer. Auf das atmosphärisch hingetupfte „Pavane pour une infante défunte“ folgt das aufgewühlte, rhythmisch bewegte „Alborada Del Gracioso“. Das „Trio“ mündet in ein Improvisationsfeuerwerk und „Valse II“ swingt lässig. Verträumt schwelgerisch endet das Album mit „Le Jardin féerique“. Der „Bolero“ mit seinem prägnanten rhythmischen Fundament durfte natürlich auch nicht fehlen. Der Vorschlag dazu kam, wie könnte es auch anders sein, von Schlagzeuger Patrice Héral. „Nur schade, dass er überhaupt keine Musik enthält“, sagte Ravel einst ironisch über sein Meisterwerk. Was für Ilgs Version wahrlich nicht gilt, in der das melodische Tonmaterial des Stücks durch Böhms verdichtende Klavierimprovisation überraschende Wendungen nimmt. „Ravel“ ist ein spannungsreiches Wechselspiel der Protagonisten und immer ein Mitmachen. Zu jeder Zeit gestalten Ilg, Böhm und Héral die Musik gleichermaßen. Hier herrscht Meinungsfreiheit. Soli sind nie ein Egotrip, sondern Impulse für das Kollektiv: „Lange wirkte kein Trio mehr derart intensiv miteinander verstrickt wie dieses“, befand der NDR. Es eröffnet eine außergewöhnliche musikalische Welt, die Staunen lässt, mit welcher Natürlichkeit, Sensibilität und Einfühlsamkeit Brücken zwischen Klassik und Jazz gebaut werden. Was ist Original, was Variation? Wo fängt Ilg an und wo hört Ravel auf…? Große Kunst muss man nicht verstehen, das wusste schon Monet: „Die einzige nötige Sache ist, sie zu lieben.“ Credits: Recorded (26. & 27.11.2021), mixed and mastered by Adrian von Ripka at Bauer Studios Ludwigsburg Produced by Dieter Ilg

Ab 18,00 €*
hydor
Rainer Böhm - hýdōrCD / digitalRainer Böhm piano„ACT ist auf einer Mission, der Welt Europas aufstrebende Jazzpianisten vorzustellen“, schrieb die britische Tageszeitung „The Guardian“ vor einigen Jahren. Tatsächlich ist der Piano-Jazz seit jeher essentieller Bestandteil der Label-DNA: Joachim Kühn, Esbjörn Svensson, Iiro Rantala und Michael Wollny haben es zu internationalem Erfolg gebracht, und auch jüngst macht mit dem Österreicher David Helbock ein neues Top-Talent auf sich Aufmerksam. Für die Präsentation der Soloklavier-Kunst hat Produzent Siggi Loch mit „Piano Works“ sogar eine eigene Reihe geformt. Mit „hýdōr“ stellt sich nun auch Rainer Böhm dieser Königsdisziplin.  Der 40-jährige in Köln lebende Ravensburger wird von Kritikern seit Jahren zu den herausragenden deutschen Jazzpianisten gezählt. In der breiten Öffentlichkeit hat Böhm aber noch nicht die Aufmerksamkeit gefunden, die ihm zusteht, obwohl er sich seit Jahren mit exzellenten Projekten, unter anderem mit Johannes Enders, Lutz Häfner oder Axel Schlosser, profiliert. 2016 gewann er mit dem Bastian Jütte Quartett nicht nur die vielleicht wichtigste Auszeichnung im deutschen Jazz, den Neuen Deutschen Jazzpreis, sondern auch noch den Solistenpreis. Als Professor an den Musikhochschulen in Nürnberg und Mannheim ist er darüber hinaus einer der jüngsten Lehrstuhlinhaber.  Bekannt ist Böhm auch als langjähriges Mitglied im Trio von Deutschlands Ausnahmebassisten Dieter Ilg. Der Erfolg der gefeierten und vielfach preisgekrönten Jazz-Anverwandlungen der Klassikfürsten Verdi, Wagner, Beethoven und Bach ist auch seinem Klavierspiel zu verdanken. Hier ist auch der Kern von Böhms musikalischem Selbstverständnis zu hören, wie man es auf „hýdōr“ in Reinkultur wiederfindet: Böhm gehört zu den Genre-Überwindern, für die Klassik und Jazz keine Gegensätze sind, sondern sich perfekt ergänzende Pole bei der immer im Mittelpunkt stehenden Aufgabe, mit der Musik Emotionen zu transportieren. Diese Herausforderung löst er nun auch solo mit Bravour. Die Basis dafür ist seine stupende Technik: Selten hat man eine linke Hand die rechte derart gekonnt in der Melodieführung und Akkordbegleitung abwechseln gehört wie auf den zwei Teilen von Böhms „Bass Study“. Unnachahmlich auch wie Böhm auf „hýdōr“ Chromatik als Stilmittel einsetzt: Nicht nur bei Stücken wie „Querstand“, wo man dies schon vom Titel her erwarten kann, auch auf „Terzen“ brechen chromatische Wendungen den Wohlklang derselben spannend auf. Wundervolle Auflösungen gelingen Böhm damit, was verbunden mit starken rhythmischen Akzenten von harter Synkopierung bis zum ostinaten Ruhepuls genau den Effekt ergibt, den ein Titel wie „Expansion & Reduction“ beschreibt. All dies verschafft Böhm den Raum für seine wichtigste kreative Quelle: seinen melodischen Einfallsreichtum. Immer wieder schälen sich unwiderstehliche Melodien heraus, ätherische, an Grieg erinnernde Miniaturen wie beim Titelstück „hýdōr“, schwer romantische wie im aufgewühlten „Catalyst“, fröhlich sprunghafte wie in dem Bebop artigen „Thumb Up, Broken Toe“ oder sanft lyrische wie bei „Hypo“. Faszinierend ist auch die rhythmisch überlagerte Melodie, welche in „Badi Bada“ über ein von der Linken durchgehaltenen minimal-music-cluster à la Philip Glass tänzelt. Böhms Spiel, seine Kompositionen und Improvisationen berühren so stark, weil sie so subtil sind. Andeutungen statt ausgestellte Gefühle, reduzierte, sich überraschend wandelnde Themen statt plakative Motive ziehen den Hörer tief in Böhms immer etwas melancholische Welt hinein. „Das entspricht vermutlich meinem Wesen“, sagt er. Mit „hýdōr“ reiht sich Böhm eindrucksvoll und mit einer eigenen Stimme unter die großen Klavier-Romantiker ein und setzt die Reihe der „Piano Works“ würdig fort. Credits:Music composed and produced by Rainer Böhm Recorded by Stefan Deistler at Tonstudio Loft, Cologne, August 10 & 11, 2017 Mixed by Stefan Deistler Mastered by Klaus ScheuermannThe Art in Music: Cover art by Hermann Rudorf, Woge (1998) © VG Bild-Kunst, Bonn, 2018

17,50 €*
B-A-C-H
Dieter Ilg - B-A-C-HCD / Vinyl / digital Dieter Ilg bass Rainer Böhm piano Patrice Héral drums Dieter Ilg darf man zu den wichtigsten Jazzbassisten der Welt rechnen. Nicht nur als begnadeter Spieler, der mit Randy Brecker, Charlie Mariano und dem Mangelsdorff/Dauner Quintett arbeitete sowie aktuell ein Duo mit Till Brönner bildet, sondern vor allem, weil er mit den eigenen Projekten seine klassischen Wurzeln so schlüssig erforscht und in den Jazz überführt wie kein anderer. 2009 stellte Ilg dafür ein Trio mit dem Pianisten Rainer Böhm und dem Schlagzeuger Patrice Héral zusammen, um sich den lange gehegten Wunsch zu erfüllen, Giuseppe Verdis „Otello“ nach seinen musikalischen Vorstellungen neu zu formen. Im Gegensatz zur mechanistischen Methode des „Third Stream“ in den Sechziger/Siebzigerjahren oder den zumeist auf Swing oder Pop getrimmten Adaptionen jüngeren Datums war das Ergebnis eine Publikum wie Kritik begeisternde, weil völlig ungezwungen und schlüssig klingende Kombination klassischer Melodien und Strukturen mit Rhythmik, Harmonik und dem freien Geist des Jazz. Mit dem Erfolgsrezept aus sorgfältiger Vorbereitung, kreativer Vision und dem inzwischen blind aufeinander eingespielten Trio wagte sich Ilg danach an Richard Wagners „Parsifal“ und spielte „Mein Beethoven“ ein. Für alle drei Projekte bekam er den ECHO Jazz, aus dem Chor der begeisterten Rezensenten sei stellvertretend die Süddeutsche Zeitung zitiert, die befand, Ilg habe „den ach so schweren Beethoven zum Singen und Swingen gebracht wie niemand vor ihm.“ Nun geht es mit „B-A-C-H“ weiter. Johann Sebastian Bach also steht in Ilgs Fokus, jener Barockkomponist, der mit seiner gewaltigen Schöpferkraft nicht nur den Fortlauf der abendländischen Kunstmusik entscheidend beeinflusste, sondern - insbesondere durch die Adaptionen eines Jacques Loussier - auch der Ausgangspunkt für die Wiederentdeckung der Klassik durch den Jazz war. Doch während für viele Jazzmusiker Bach die erste Station ihrer Klassikerkundungen ist, kommt er bei Dieter Ilg nun relativ spät an die Reihe: „Vielleicht, weil ich den Gaul gerne von hinten aufzäume“, sagt er. Bach sei, auch wenn das viele dächten, nicht leichter zu bearbeiten als etwa Beethoven: „Es ist einfach nur eine andere Herangehensweise, die immer auf dem fußt, was man bei den früheren Bearbeitungen entwickelt hat.“ Aufgewachsen in einer Amateur-Musikerfamilie mit klassischer Musik lernte Ilg die Musik Bachs freilich schon ganz früh kennen, mit Geigen-Übungen oder vielen Messen, die er als Bub in Kirchen spielte: „Es ist der praktische Hintergrund eines in Deutschland aufgewachsenen, durch Schul- und Musikschulunterricht gestählten Mannes“, sagt Ilg schmunzelnd. Seine Kenntnisse verfeinerte er später an der Musikhochschule Freiburg, wo er eine klassische Kontrabassausbildung abschloss. Eine besondere Vorliebe entwickelte Ilg für die von Pablo Casals gespielten Cello-Suiten und „eine Zeit lang“ für die Goldberg-Variationen von Glenn Gould. „Manchmal kann einen diese mathematische Genialität Bachs aber auch abschrecken, mir ging es jedenfalls mitunter so“, erzählt er offen. Bei „B-A-C-H“ überrascht und überzeugt daher genau dieses Schweben, dieses Schwelgen in der Schönheit von Bachs Melodien, das aus der „reinen“ Struktur plötzlich musikalische Geschichten herauslöst. Der Jazzmusiker Ilg suchte den Schulterschluss mit Bach genau an dem Punkt, an dem die Kompositionen selbst die Möglichkeit der Veränderung, der Improvisation nahelegen. Dann griff die bewährte Methode: Nach eingehender Beschäftigung und gezieltem Hören suchte Ilg das Repertoire aus dem gewaltigen Werk aus, schrieb die Leadsheets, und dann ging es ins Zusammenspiel, bei dem jeder der drei seine Ideen mit einbrachte. „Jeder von uns hat eine hohe Risikobereitschaft, kann aber den anderen völlig vertrauen, das ist musikalisch wie menschlich extrem bedeutend“, beschreibt Ilg diese hörbare Gruppendynamik. Dass Ilg sich nicht mit dem Erwartbaren begnügt, zeigen auch die ausgewählten Vorlagen für seine Bach-Variationen: Mit „Air“ und „Siciliano“ landeten nur zwei der „Hits“ auf dem Album. Stattdessen vier der Goldberg-Variationen und zwei der kleinen Präludien aus dem Büchlein für Friedemann Bach, „die jeder Klavierschüler kennt und auch mit das erste waren, das ich am Klavier gespielt habe. Das bleibt eben haften“, sagt Ilg. Während des Hörens angesprungen haben ihn das Cembalokonzert BWV 1052 oder die „Sarabande“, die „einfach ideal dafür war, einen Song daraus zu machen.“ Und so findet nun das filigrane Schlagzeug von Héral wie von selbst seinen Weg, während sich Ilg und Böhm solo oder unisono, aber stets gleichberechtigt der Melodien, Harmonien und rhythmischen Strukturen annehmen und sie spontan neu formulieren. Wieder lässt Ilg also die Musik eines alten Meisters taufrisch erklingen. Tiefgründig und zugleich zugänglich, und weit entfernt von jeder „Crossover“-Schublade.Credits: Variations on Johann Sebastian Bach by Dieter Ilg Recorded, mixed and mastered by Adrian von Ripka at Bauer Studios, Ludwigsburg von Ripka at Bauer Studios, Ludwigsburg Recording date: January 15 & 16, 2017 Produced by Dieter Ilg Executive Producer: Siggi Loch The Art in Music: Cover art by Thomas Schütte, Großer Doppelkopf Nr.6, 2015 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Ab 17,50 €*
Magic Moments 10 "In The Spirit of Jazz"
Various Artists - Magic Moments 10 "In The Spirit of Jazz"CD / digitalDer Jubiläums-Sampler Magic Moments 10 gibt einen Einblick über die aktuellen Albumveröffentlichungen aus dem ACT Katalog. 14 Titel, über 1 Stunde bestes Jazz-Infotainment „in the spirit of Jazz“.Credits: Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

4,90 €*
Magic Moments 8 "Sing Hallelujah"
Various Artists - Magic Moments 8 "Sing Hallelujah"CD / digitalDie achte Ausgabe der beliebten Magic Moments-Reihe: 71 Minuten bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle Programm mit ACT-Stars, Newcomern und Geheimtipps. Unter dem Motto „Sing Hallelujah“ hat ACT-Inhaber und Produzent Siggi Loch 16 Titel zusammengestellt, die vor allem den Bogen vom Jazz zu Soul, Gospel und der afroamerikanischen Rootsmusik spannen. Einmal mehr präsentiert sich das Münchener Label hörbar anders, abseits der ausgetretenen Pfade „in the Spirit of Jazz“: Musik fernab eines festgelegten Stils. Mal mehr, mal weniger Jazz. Zwischen den Genres. Am Puls der Zeit und darüber hinaus. Bei „Sing Hallelujah“ stehen die Gesangskünstler von ACT im Rampenlicht: Die kürzlich verstorbene Soul-Blues Legende Mighty Sam McClain eröffnet Magic Moments 8 mit dem norwegischen Gitarristen Knut Reiersrud. Letzterer ist auf einem weiteren Titel zu hören, gemeinsam mit der Sängerin Solveig Slettahjell und dem Trio „In The Country“. Auf „Borrowed“ Time, aus dem Album „Trail of Souls“, verlinkt das Ensemble die amerikanische Gospel- & Spiritual-Tradition mit der norwegischen Klangästhetik. Torsten Goods interpretiert das Titelstück aus der Feder von Mike Settle in seiner lässig-coolen Art mit Starbesetzung: Roberto Di Gioia, Tim Lefebvre und Wolfgang Haffner. Ida Sand ist mit einer Hommage an Neil Young vertreten. Natalia Mateos Stimme hat „eine ganz eigene Geschichte zu erzählen“ (Die Zeit). In einer ungewöhnlichen Version interpretiert sie „I Put A Spell On You“, den wohl bekanntesten Hit des US-amerikanischen Blues-Sängers Screamin' Jay Hawkins. Und die Norwegerin Randi Tytingvåg betont auf „Steady-going“ ihre Singer-Songwriter-Qualitäten und bedient sich der amerikanischen Folk- & Country-Roots. Schlagzeuger Wolfgang Haffner hat für „Piano Man“ sein „Kind of Cool“-Ensemble um den stimmgewaltigen Soulman Max Mutzke erweitert. Unterschiedlichste Instrumentalnummern runden Magic Moments 8 ab: Dieter Ilg interpretiert mit seinem Trio Beethoven. Iiro Rantala spielt John Lennons „Imagine“ solo am Klavier und der Saxofonist Rudresh Mahanthappa, 3-facher DownBeat Critic‘s Poll Gewinner 2015, ehrt mit „Bird Calls“ den großen Charlie Parker. „High Noon in Kreuzberg“ heißt es bei dem finnischen, in Berlin lebenden Gitarristen Kalle Kalima, wenn er im Trio den Western-Klassiker „Ghost Riders In The Sky“ von Stan Jones zum Besten gibt. Mit dem Pianisten Frank Woeste ist ein weiteres neues ACT-Gesicht vertreten. In seiner Wahlheimat Frankreich ist der gebürtige Hannoveraner längst eine feste Größe und spielt dort mit Ibrahim Maalouf sowie mit Youn Sun Nah, die ihn bei „Star Gazer“ mit ihrem unnachahmlichen Gesang unterstützt. „If music be the food of love, play on“ heißt es in Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“. Um die Wörtchen „and life“ möchte man das Zitat erweitern, das als Credo für die Arbeit von ACT stehen kann. Seit nunmehr 23 Jahren liefern Siggi Loch und sein Team mit Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein musikalischen Nährstoff. Musik für offene Ohren, für den Geist, für das Herz, die Seele und für alle, die gute Musik lieben – wie die Werkschau auf „Magic Moments 8“ beweist.Credits: Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

9,90 €*
Mein Beethoven
Dieter Ilg - Mein BeethovenCD / digital Dieter Ilg bass Rainer Böhm piano Patrice Héral drums "Ein Hörgenuss nicht nur für eingefleischte Jazzfans, sondern für alle, die Musik lieben." (Thomas Quasthoff)„Mein Beethoven“ ist die logische Folge: Klang doch Dieter Ilgs letztes Album „Parsifal“ – seine kammerjazzige Interpretation von Richard Wagners Bühnen-Weihfestspiel, die das Magazin Focus einen „Höhepunkt im Richard-Wagner-Jahr 2013“ nannte – mit dem hingehauchten Thema aus Beethovens Neunter („Freude schöner Götterfunken“) aus. „Sehnsucht“ nannte Ilg, der „zu den besten Jazzbassisten unserer Zeit gehört“ (Fono Forum), seine Version. Jetzt hat er seine Sehnsucht gestillt, und mit „Mein Beethoven“ ein ganzes Album eingespielt, das sich dem Olympier der deutschen Klassik, dem klassischsten unserer Komponisten, dem einstigen „Superstar der Musikmetropole Wien“ widmet: Ludwig van Beethoven. Logisch erscheint diese Wahl nicht nur aus dem Zusammenhang mit dem Vorgänger-Album, sondern auch mit dem Blick auf die gesamte Karriere Ilgs, der nicht nur als Bassist, sondern auch als Bandleader immer wieder Maßstäbe setzt: Er hat sich seinen Rang als Partner von Randy Brecker, Nguyên Lê, Dave Liebman, Albert Mangelsdorff, Dhafer Youssef, Rebekka Bakken, Nils Landgren oder Charlie Mariano und aktuell als Duopartner von Till Brönner sowie im Jazz-Ensemble des Star-Baritons Thomas Quasthoff erarbeitet. Mit seinen eigenen Projekten erforschte er seine persönlichen in der europäischen Musiktradition liegenden kulturellen Wurzeln. Schon 1992 war er beim bahnbrechenden Flamenco-Jazz-Experiment „Jazzpaña“ dabei, dem Grammy nominierten ersten ACT-Album überhaupt. Von 1997 an bearbeitete er mit Wolfgang Muthspiel und Steve Argüelles Volkslieder. 2009 erfüllte er sich im seither bestehenden Trio mit Rainer Böhm und Patrice Héral den lange gehegten Wunsch, Guiseppe Verdis „Otello“ auf seine jazzigen Möglichkeiten abzuklopfen. Ein Glanzstück improvisatorischer Kunstmusik, für das er den ECHO Jazz als „bester Bassist national“ erhielt. Die „Live auf Schloss Elmau“ eingespielte Fassung war der Startschuss für Ilgs Zusammenarbeit mit ACT. Worauf das Wagner-Wagnis „Parsifal“ folgte, „ein kammermusikalisches, akustisches Jazz-Opus“ (Spiegel Online), für das er 2014 zum zweiten Mal den ECHO Jazz in Empfang nehmen konnte. Nach Verdi und Wagner demonstriert Ilg mit „Mein Beethoven“ abermals, dass es bei ihm nicht vordergründig um effektvollen „Jazz goes Klassik“-Crossover geht, sondern darum, sich die Vorlagen mit Eigensinn, zu eigen zu machen: „Ich möchte in der Tradition Beethovens dessen musikalischen Ausdruck individuell in die Neuzeit transportieren“ gibt Ilg die Motivation für das Album vor. Anknüpfungspunkte für dieses Unterfangen gibt es viele: „Beethoven wurde zuerst bekannt als Pianist, insbesondere aufgrund seiner großen Leidenschaft für das Improvisieren. Immer auf der Suche nach der Optimierung, nach der Weiterentwicklung von Musik, Form und Perfektion. Seine Werke sind Meilensteine revolutionärer Machart. Geniale Vorlagen, um auch im 21. Jahrhundert damit zu spielen. Um sich mit Lust, Phantasie und Gestaltungswillen einem großen Improvisator der Vergangenheit und der Musikgeschichte Europas zu nähern“ sagt Ilg über das Objekt seiner jüngsten Begierde. Und er lässt den Worten Taten folgen: Schon zum Einstieg wird aus dem Titelsatz der Klaviersonate Nr. 15 Pastorale ein feurig groovender Jazzsong, über dessen jubilierender Melodie sich alle drei Instrumente solistisch austoben können. Gerade die Klaviersonaten, von der Pathetique über die Sturm- und die Hammerklavier- bis zur Mondscheinsonate, dienen Ilg und seinen Mitstreitern mit ihren Formbrüchen und ihrem technischen Anspruch als perfekte Vorlage, ihrerseits den ganzen Kanon der Errungenschaften des modernen Jazz an rhythmischen, harmonischen und dynamischen Wechseln auszupacken. Aber auch die Streichquartette mit ihren faszinierenden Ecken und Kanten sind Inspirationsquelle für eine - von allen Adaptionen vielleicht am „klassischsten“ klingende – radikale Suche nach dem Klang. Zwei Irische Lieder schließlich („Return To Ulster“ und „Soldier’s Dream“) spiegeln auf ganz eigene Weise und gleich doppelt das Potential und die Bedeutung der Volksmusik und ihrer Farben – schon für die Klassik und seit gut 30 Jahren für den europäischen Jazz. Bleibt noch die Freude, dieser schöne Götterfunken aus der 9. Sinfonie, nicht ohne Grund zur Hymne der Europäischen Union erkoren. Wie schon auf „Parsifal“ erklingt sie hier als minimalistische, leise swingende „Ode“ und demonstriert Ilgs unbestechlichen Blick für das Wesentliche, seine Meisterschaft, das Monumentale sinnlich und menschlich zu machen. Wie im Brennspiegel zeigt sich hier auch die besondere Qualität dieses perfekt harmonierenden Trios. Es ist nicht nur Ilgs singender, groovender und alle Nuancen auskostender Bass, der seine Beethoven-Arrangements zu einem Genuss macht. Es ist auch Reiner Böhms perlender Anschlagzauber, seine pianistische Größe, einige der schönsten Melodien der Musikgeschichte respektvoll zu umspielen. Und Patrice Hérals Fähigkeit, durch sein federndes Schlagzeugspiel mit stets passenden Fills und Variationen orchestralen Glanz zu unterlegen. So gilt erneut, was die Badische Zeitung zu Ilgs Wagner Bearbeitungen schrieb: „Ist das Jazz? Oder nicht vielmehr einfach nur wundervolle Musik, berückend, strömend, träumend, verdichtend, singend, erzählend, groovend.“ Eine Synthese, die Ilgs „Mein Beethoven“ zu unserem Beethoven machen wird.Credits:Produced by Dieter Ilg Executive Producer: Siggi Loch Recorded by Adrian von Ripka, September 1 & 2, 2014 at Tonstudio Bauer, Ludwigsburg Mixed by Adrian von Ripka. Mastered by Christoph Stickel at MSM Cover art by Markus Lüpertz, Beethoven (2010 - 2011)

17,50 €*
Magic Moments 6 "In The Spirit of Jazz"
70 Minuten bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle ACT-Angebot zum Sonderpreis.

4,90 €*
Parsifal
Dieter Ilg verwandelt Wagners Parsifal in ein kammermusikalisches Meisterwerk – monumental und sinnlich.

17,50 €*
Otello Live At Schloss Elmau
Dieter Ilg präsentiert beeindruckende Jazz-Variationen von Verdis "Otello" im Trio mit Rainer Böhm und Patrice Heral – eine meisterhafte Fusion von Jazz und Klassik.

17,50 €*
Berlin - New York
Rainer Böhm erschafft puren Jazz mit einem bluesigen Sonny-Rollins-Einfluss, kombiniert mit lyrischer Wärme und Klarheit in seinen Kompositionen.

17,50 €*

Konzerte