„She is an exciting and unique talent and i admire her greatly“- Sting
Die kanadische Sängerin, Songwriterin und Pianistin Laila Biali steht ganz in der Tradition kanadischer Musiker-Größen wie Joni Mitchell, Leonard Cohen, Diana Krall oder Michael Bublé, bei denen Einflüsse aus Jazz, Soul, Blues, Folk und Pop ganz natürlich zusammen fließen.
In ihrer Musik verbinden sich eindrucksvoll die Prägnanz und Zugänglichkeit des Pop mit der stilistischen und spielerischen Offenheit des Jazz - sowohl in ihren eindringlichen und höchst abwechslungsreichen Eigenkompositionen, als auch in Bearbeitungen der Musik von Künstlern wie Coldplay oder David Bowie.
Laila Biali ist ein leuchtendes Beispiel für eine Generation aktueller Jazzmusiker, die in ihrer Musik Anspruch und Zugänglichkeit verbinden, Musiker, für die der „reine“ Jazz ohnehin ein Widerspruch in sich ist und für die „Jazz“ vor allem für eines steht: Eine extrem vielschichtige Musik, in der, abseits vom polierten Format-Mainstream, echte Musiker und echte Autoren wirkliche, tiefe Emotionen präsentieren. Eine Musik voller Leidenschaft und zugleich voller Klugheit, mit Seele und Können gespielt.
Laila Biali - Your RequestsCD / digital
Laila Biali vocals, piano, Fender Rhodes George Koller acoustic bass Larnell Lewis drums (1, 2, 4, 5, 7, 8, 10) Kurt Elling guest vocals (4) Emilie-Claire Barlow guest vocals (5) Caity Gyorgy guest vocals (7) Anat Cohen clarinet (3)
Auf „Your Requests“ zeigt sich Laila Biali von einer ungewohnten, lange verschollenen Seite. Hatte sich die Sängerin, Pianistin und Songwriterin auf ihren Vorgängeralben „Laila Biali“ und „Out of Dust“ noch leichtfüßig zwischen Pop und Jazz bewegt, kehrt die in Toronto lebende Künstlerin zum ersten Mal seit 10 Jahren zu den Jazzstandards zurück, mit neuen Interpretationen von Songs aus dem Great American Songbook, darunter Klassiker von Gershwin, Rodgers und Hammerstein, Rodgers und Hart sowie Jerome Kern.
Großartige Gäste begleiten Biali dabei - nicht nur die Stimmen von Kurt Elling, Emilie-Claire Barlow und Caity Gyorgy - sondern auch beeindruckende Instrumentalisten: die Klarinettistin Anat Cohen, der Mundharmonika-Meister Grégoire Maret, der brasilianische Perkussionist Maninho Costa und der Hammond-B3-Organist Sam Yahel. Alte Bekannte bilden Bialis Kernband: die Schlagzeuger Larnell Lewis (Snarky Puppy) und Ben Wittman sowie der Bassist George Koller und Kelly Jefferson am Saxofon. Laila Biali liebt es, mit ihrem Publikum zu kommunizieren - einer der Gründe für die Entstehung von „Your Requests“ und die Rückbesinnung auf klassisches Jazzmaterial. Denn damit erfüllt sie die Wünsche ihrer Fans… Als sie ihre Follower in den sozialen Medien fragte, welche Stücke sie gerne von ihr interpretiert hören würden, wurden mehr als 150 Songs eingereicht. Aus diesen Vorschlägen der Fans hat Biali für das Album zehn davon ausgewählt, mit dem Ziel durch ihre Neuinterpretationen der Klassiker etwas Persönliches und Einzigartiges zu schaffen, in der Hoffnung, dass die Zuhörer vertraute Lieder auf eine neue Art und Weise erleben. Biali: „Es ist immer ein heikle Gratwanderung, die Schlüsselelemente der Originalversionen dieser klassischen Songs zu bewahren und sie gleichzeitig in neues Terrain zu führen. Ich vergleiche den Arrangierprozess mit einer 'Renovierung'. Das Fundament - der Text und die Melodie - müssen intakt bleiben, aber es gibt viel Raum zum Spielen.“ Und spielen tut sie. Biali drückt den Liedern ihren Stempel auf, ohne die musikalische Überarbeitung zu übertreiben. Sie tauscht das erwartete Swing-Feeling gegen einen härteren Achtel-Groove und reharmonisiert typische Akkordfolgen mit durchdachter Kühnheit. „Wo der Vergleich mit der Renovierung hinkt, ist, dass letztendlich mein Ziel nicht darin besteht, das zu verbessern, was wohl nicht verbessert werden kann - diese Songs sind schließlich nicht ohne Grund Klassiker.“ Gleich beim ersten Stück, einer energiegeladenen Interpretation von Dixon und Hendersons „Bye Bye Blackbird“, kommen Bialis Arrangierethos und Pianokunst voll zur Geltung, während Jefferson und Lewis über Kollers Bass-Ostinato mitreißende Soli austauschen. Eine eindringliche Wiedergabe von „Blame It on My Youth“ führt das Ensemble, zu dem auch Wittmans vielschichtiges Schlagzeug gehört, von druckvollen ungeraden Metren zu einer gefühlvollen, fließenden Klanglandschaft, die von B3-Meister Sam Yahel wunderbar ergänzt wird. Emilie-Claire Barlow schließt sich Biali für ein Gesangsduett bei einer mitreißenden Interpretation von Rodgers und Hammersteins „My Favourite Things“ an. Die junge kanadische Scat-Sensation Caity Gyorgy bezaubert mit einer beschwingten Darbietung von „Pennies from Heaven“.
„Gemeinsam mit Kurz Elling zu singen, war die Erfüllung eines Traums. Ich war schon immer ein Fan!“, erzählt Biali. In perfekter Harmonie führen die beiden das bekannte Liebeslied „My Funny Valentine“ in einen zeitgenössischen Kontext, „treu und furchtlos“ wie Biali sagt, „ganz im Geiste des Jazz.“ „But Not For Me“ wurde als Samba neu interpretiert und zeigt die Virtuosität der Klarinettistin Anat Cohen, die von Bialis überschwänglichem Arrangement unterstützt wird, während die beiden Musiker spielerisch über den brodelnden Rhythmen des brasilianischen Perkussionisten Maninho Costa und des Schlagzeugers Ben Wittman dialogisieren. Der letzte Gastauftritt auf dem Album gehört dem Mundharmonikameister Grégoire Maret. Hier bietet Antoñio Carlos Jobims „Corcovado (Quiet Nights of Quiet Stars)“ die perfekte Kulisse für eine üppige Darbietung des legendären Bossa Nova. Das letzte Stück ist ein mitreißendes und clever reharmonisiertes Arrangement von Jerome Kerns „All the Things You Are“.
Der US-Journalist Dan Bilawsky von Allaboutjazz schrieb über Laila Biali: „Sie drückt oft in einem einzigen Atemzug mehr aus als andere in einem ganzen Album.“ Mit „Your Requests“ wird sie ihm wieder einmal Recht geben. Credits:
All songs arranged by Laila Biali Primary Tracking Engineer: Julian Decorte Primary Vocal Tracking Engineer: Ben Wittman Mix Engineer: John ‘Beetle’ Bailey, The Drive Shed Mastering Engineer: João Carvalho, assisted by Bryan Lowe Co-produced by Ben Wittman & Laila Biali
Various Artists - Fantastische FrauenCD / digital
Julia Hülsmann & Rebekka Bakken, Anna Gréta, Solveig Slettahjell, Céline Bonacina, Ida Sand, Cæcilie Norby, Viktoria Tolstoy, Johanna Summer, Rigmor Gustafsson, Terri Lyne Carrington, Rita Marcotulli, Nesrine, Youn Sun Nah, Janne Mark, Kadri Voorand, Laila Biali
Musik ist weiblich. War es immer schon. Viva la musica. Die Musik. La musique. Im Jazz? Im 20. Jahrhundert ein Leben noch im Schatten. Lil Hardin schrieb Kompositionen wie „Struttin‘ With Some Barbecue“, doch ihr Mann Louis Armstrong wurde damit bekannt: „Ich stand am Fuß der Leiter, hielt sie fest und sah ihn nach oben klettern“, resümierte sie später ihre Rolle. Mittlerwei-le bewegt sich etwas. Die Dinge verändern sich. Im Jazz ist das weibliche Element heute schon lange nicht mehr nur auf „Sängerin mit Band“ ausgelegt. Frauen spielen selbstverständlich E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Trompete, und Musikerinnen wie Terri Lyne Carrington fungieren als Role Models. „Fantastische Frauen“ stellt eine Auswahl starker weiblicher Stimmen vor, die ihren Weg zusammen mit ACT gehen oder zumindest ein Stück des Weges gegangen sind. Manche kamen jung und zu Beginn ihrer Karriere, manche waren schon arriviert und etabliert: Die Berliner Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann veröffentlichte zu Beginn der 2000er Jahre drei Alben für ACT und zeigte, wie großartig ihr Umgang mit Sprache ist und wie makel-los ihre Gedichtvertonungen sind. „Same Girl“ ist ihre Bearbei-tung von Randy Newmans Song, kongenial umgesetzt mit der norwegischen Sängerin Rebekka Bakken auf dem Album „Scattering Poems“ (2003).Ganz neu in die ACT Familie aufgenommen ist die isländische Pianistin und Sängerin Anna Gréta, die schlicht und fast schon spröde ihre Beobachtungen von Nachtschwalben am Polarhim-mel vertonte. Skandinavische Sängerinnen nehmen im Portfolio des Labels einen großen Teil ein, etliche davon sind treue Seelen, die seit vielen Jahren Alben auf den Markt bringen: Viktoria Tolstoy bringt es auf insgesamt acht Alben, „Shining On You“ ist zwar nicht vom aktuellsten, aber die Komposition vom wohl be-deutendsten schwedischen Jazzmusiker der letzten 20 Jahre, dem Pianisten Esbjörn Svensson, wird schnell zum Ohrwurm. Die Norwegerin Solveig Slettahjell, Ida Sand (als Sängerin und Pianistin) und Rigmor Gustafsson, beide aus Schweden, sowie die Dänin Cæcilie Norby sind ebenfalls lange dabei und weit mehr als nur Sängerinnen, da sie seit vielen Jahren ihre Musik selber schreiben, texten, arrangieren und ihre eigenen Bands leiten. Die Dänin Janne Mark, zwar ebenfalls Sängerin, nimmt einen ganz besonderen Platz ein, da sie einen interessanten Weg zwischen Folk, Kirchenlied und Jazz gefunden hat. Kadri Voorand aus Estland ist viel mehr als nur Sängerin, hinter ihren aberwitzigen Gesangskünsten und ihrem klugen Umgang mit Effektgeräten geht oft unter, wie hervorragend sie auch als Pianistin ist – und als Texterin und Komponistin. „I’m Not in Love“ ist ebenso betörend wie verstörend. Die Südkoreanerin Youn Sun Nah, die die Liebe zum französischen Chanson nach Europa und zum Jazz gebracht hat, hat furiose Aufnahmen gemacht, „Momento Magico“ mit dem Gitarristen Ulf Wakenius ist atemberaubend virtuos und lässt den Zuhörer atemlos zurück. Nesrines Musik ist vielfältig und bunt. Cello und Stimme mit arabischen Wurzeln und mediterranem Soul. Nordafrika und Südeuropa werden vereint. Die Kanadierin Laila Biali vereint an Klavier und Stimme alles, was es zu gutem Singer-Songwriting braucht. Céline Bonacina nimmt eine Sonderrolle ein, viele namhafte Baritonsaxophonistinnen gibt es immer noch nicht, und die, die eigene interessante Bandprojekte leiten, noch weniger. Die Französin macht ihr ganz eigenen Ding. Dasselbe lässt sich über die Pianistin Johanna Summer sagen, die sich Robert Schumanns „Kinderszenen“ und „Album für die Jugend“ als Ausgangspunkt für freie Improvisationen gewählt hat und damit für viel Furore gesorgt hat. Für die italienische Pianistin Rita Marcotulli ist die Kraft der Melodie treibende Kraft – ihr Album mit dem Akkordeonisten Luciano Biondini ist traumwandlerisch. Die Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington spielte schon mit allen Jazzgrößen, mit Wayne Shorter, Komponist des Klassikers „Witch Hunt“, teilte sie schon als Twen die Bühne. „Fantastische Frauen“ trägt den Titel zurecht, denn Musik ist weiblich, und Jazz ist es ebenso. Dass das inzwischen anerkannt und wertgeschätzt wird, ist ein großer Schritt. Dass es irgendwann nur noch um die Musik geht, egal ob von männlichen, weiblichen oder diversen Künstlern geschaffen und präsentiert, wäre die nächste große Etappe.Credits:
Curated by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Various Artists - Christmas in the Spirit of JazzCD / digitalSo unterschiedlich wie Weinachten gefeiert wird, kann auch Weihnachtsmusik klingen. Nils Landgrens „Christmas With My Friends“ ist seit nunmehr 15 Jahren aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken, doch er ist lange nicht der Einzige. Viele weitere ACT Künstler.innen haben ihre ganz eigenen Weihnachtsklänge erschaffen: Von den stillen und ruhigen Tönen Bugge Wesseltofts, über Tore Brunborgs „Nordic Christmas“, Musik von Laila Biali oder den Echoes of Swing bis hin zum jungem Sound der Jazzrausch Bigband. Sie alle und viele mehr kommen zusammen auf “Christmas in the Spirit of Jazz“, der ACT Weihnachtssoundtrack 2021.
Rückgrat dieser Weihnachtscompilation sind ausgewählte Titel aus allen acht „Christmas With My Friends“-Alben. Mit „Coming‘ Home for Christmas“ macht Nils Landgren den Anfang. Im Laufe der insgesamt 18 Stücke der Zusammen-stellung treten dann weitere Solisten seines Ensembles hervor: Jessica Pilnäs, Johan Norberg und Jonas Knutson mit dem swingenden Klassiker „Sleigh Ride“, Sharon Dyall mit ihrer bluesgetränkten Stimme auf dem lebensfrohen „Just Another Christmas Song“ sowie Ida Sand und Jeanette Köhn, die den „Angel’s Carol“ im sanft voranschreitenden Duett singen: Musik, die „funkelt wie der Sternenhimmel einer nordischen Winternacht“, urteilte der Stern seinerseits über Nils Landgrens „Christmas with My friends“. Aus Schwedens Nachbarland Norwegen stammt ein anderer Weihnachtsklassiker: Bugge Wesseltoft hat dort mit seinem Pianosolo Album „It’s Snowing On My Piano“ eines der meist gehörtesten Weihnachtalben des Landes eingespielt. In grüblerischen Klängen ertönt daraus „In Dulce Jubilo“ und setzt den Fokus auf das Wesentliche. Janne Mark aus Dänemark knüpft daran und besingt den „Vinter“, eine Hymne, die Skandinaviens dunkle Jahreszeit erstrahlen lässt. Frecher und belebter ist Weihnachten bei der Jazzrausch Bigband: Mal laut, mal leise, aber immer stilvoll und mit feinstem Bigband Sound: „Fröhliche Weihnacht überall“ scheint das Weihnachtsmotto der jungen Bigband zu sein und ist das Gegenstück zu den ruhigen und besinnlichen Klängen auf „Christmas in the Spirit of Jazz“. Ebenso swin-gend, amerikanische Weihnachtsstimmung versprühend kommen die Echoes of Swing und Rebecca Kilgore mit ihrem „Winter Wonderland“ daher.
Auch zwei Stücke, die ursprünglich gar nicht als Weihnachtslieder geschrieben, aber dann Einzug in den Weihnachtska-non gefunden haben, sind zu hören: Laila Bialis Version des Jazzstandards „A Child is Born“ von Thad Jones ist hier erstmals auf CD veröffentlicht. Und der polnische Geiger Adam Bałdych interpretiert Leonard Cohens „Hallelujah“, das eben-falls heute aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken ist. Wie auch Iiro Rantalas Hommage an John Lennon mit “Happy X-mas, War is Over“. Virtuos und mit Tiefgang ist diese Solo-Interpretation eine Botschaft des Friedens und gerade in der heutigen Zeit aktueller und wichtiger denn je. „Have Yourself a Merry Little Christmas” haben Caecilie Norby und Lars Danielsson speziell für „Christmas in the Spirit of Jazz“ aufgenommen. Nur Stimme und Bass im Duo, unbekümmert, aber doch feierlich. Es folgt noch ein besinnli-cher „Christmas Song“ von Viktoria Tolstoy zusammen mit Ida Sand, Ulf Wakenius und Nils Landgren, bevor Mr. Red-horn allein mit seiner Posaune „Christmas in the Spirit of Jazz“ stimmungsvoll zum Ende führt: „Der Mond ist aufge-gangen“ aus seinem jüngst erschienenen Soloalbum „Nature Boy“ lässt seine Posaunentöne schwerelos durch Raum und Zeit zirkulieren und bildet so einen fast meditativen Abschlus.
Laila Biali - Out of DustCD / digital
Laila Biali piano & vocals Glenn Patscha organ Rich Brown electric bass George Koller acoustic bass Larnell Lewis drums Ben Wittman drums &percussion Godwin Louis soprano sax John Ellis tenor sax & clarinets Mike “Maz” Maher trumpet Remy Le Boeuf alto sax & flutes Alan Ferber trombones Strings & background vocals Ihr vor zwei Jahren erschienenes, schlicht mit ihrem Namen betiteltes ACT-Debütalbum bezeichnete Laila Biali als ihr erstes, das sie „voll repräsentiert“. Hier tritt eine markante, vielsei-tige Songwriting-Persönlichkeit zutage, die sich nicht in eine Schublade zwängen lässt und ihren Jazz fröhlich mit Pop, Soul, Latin und Blues mixt. Das Album der kanadischen Sängerin und Pianistin wurde von Magazinen und Radiosendern wie Galore, MDR und SWR ausgezeichnet; in ihrer Heimat bekam Biali dafür den “Juno Award” als bestes Vokaljazz-Album Kanadas.
Und doch war diese zurückliegende Zeit alles andere als leicht für Biali: Todesfälle im Freundes- und Verwandtenkreis sowie eine eigene Erkrankung verwandelten diesen Lebensabschnitt in ein Wechselbad der Gefühle voller Schmerz und Veränderung. Zugleich war dies aber auch eine Phase großer Inspiration und Hoffnung: „Ich glaube daran, dass nichts umsonst geschieht“, sagt Biali, „gerade die größten Herausforderungen des Lebens können Bedeutsames hervorbringen.“ In ihrem Fall das neue, zutiefst persönliche Album „Out of Dust“, auf dem sie ihre Erfahrungen von Zweifel und Verlust ganz ohne Düsternis, sondern als Feier des Lebens verarbeitet. All die Errungenschaften ihrer bisherigen Karriere kommen hier mit den tiefgehenden Erfahrungen der jüngeren Zeit zusammen und münden in eine übersprudelnde Symbiose aus Jazz, Soul und Pop.
Fundament ist wieder die souveräne Gesangstechnik - zum Dahinschmelzen etwa ist das vibrierende Phrasing bei Gregory Porters “Take Me To The Alley”, dem einzigen Cover-Song auf „Out of Dust“. Dazu kommen die Energie und Kreativität, die Biali sich angeeignet hat, als sie in New York lebte: schon der Soul-Reißer „Revival“ zum Einstieg zeugt davon, verbunden mit einer vom Persönlichen ins Politische ragenden Botschaft: Dem Aufruf zum Kampf gegen den globalen Tumult. Von dieser enor-men Leidenschaft getragen sind auch die ruhigeren Stücke des Albums. Bei der Klavierballade „Wendy’s Song“, gewidmet einer an Krebs gestorbenen Freundin; beim unter dem Eindruck eines Selbstmordes geschriebenen „Glass House“; oder beim ganz reduzierten, Kinderlied-artigen Finale „Take The Day Off“, zu dem Biali von ihrem neunjährigen Sohn inspiriert wurde.
Wie viel Sensibilität Biali gewonnen hat, demonstriert am direktesten der von schwebenden Vokalisen durchzogenen Chanson „Au pays de Cocagne“. Selbst den Humor hat Biali nicht verloren, wie die witzige, als Slow-Funk angelegte Hommage an „Sugar“ als Seelentröster zeigt.
„Out of Dust“ ist so das Dokument einer kämpferischen Konzentration auf das Wesentliche. Gemeinsam hat Biali die Songs zusammen mit ihrem Mann und Schlagzeuger Ben Wittman komponiert, arrangiert und produziert. Um die ganz unterschiedlichen Songs in den perfekt passenden Sound einzukleiden, hat sie ihre vertraute Band mit weiteren GRAMMY-Nominees und -Preisträgern aufgestockt. So stoßen schon zum Basis-Trio mit dem Kontrabassisten George Koller und dem sich mit Wittman abwechselnden Schlagzeuger Larnell Lewis der E-Bassist Rich Brown sowie der Organist und Keyboarder Glenn Patscha dazu. Neben Background-Gesang und einem Streichquartett sind fünf weitere Gäste mit von der Partie, allesamt Fixsterne der New Yorker Jazzszene: neben dem, wie Larnell Lewis sonst bei Snarky Puppy für Furore sorgenden, Mike “Maz” Maher der auch für die Bläserarrangements verantwortliche Posaunist Alan Ferber so-wie die drei Holzbläser John Ellis, Remy Le Boeuf und Godwin Louis. Letzterer setzt dem Projekt mit seinen Sopransaxofon-Soli ein weiteres Glanzlicht auf. Zusammen ergibt all dies das kreative Potenzial, um Laila Bialis Vision umzusetzen: „Eine Zeile aus einem Song der indischen Gruppe Gungor ist eine Art Hymne für mich geworden: ‘Er macht wunderschöne Dinge aus Staub’, heißt es dort. Daher stammt der Albumtitel, der mein Anliegen als Songwriterin und Musikerin beschreibt: Ein bisschen mehr Zuversicht, Liebe und Lebensmut zu verbreiten.“ Credits:
Tracking Engineers L. Stu Young & Luke Schindler (Revolution Recording Studios, Toronto) & Oliver Straus (Mission Sound Studios, New York City) Mixing Engineer Tim Abraham, assisted by Jonathon Unger Mastering Engineer João Carvalho, assisted by Bryan Lowe Produced by Ben Wittman & Laila Biali
Magic Moments 1167 Minuten pures Hörvergnügen: Die elfte Ausgabe der beliebten Magic Moments bietet einen umfassenden Einblick in unsere neusten ACT-Veröffentlichungen mit Newcommern, ACT-Stars und echten Geheimtipps zum Sonderpreis. Unter anderem mit Michael Wollny, David Helbock, Vincent Peirani, Iiro Rantala, Joachim Kühn New Trio, Ida Sand, Lars Danielsson & Paolo Fresu und vielen mehr.Credits:Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Laila Biali - Laila BialiCD / digital
Laila Biali vocals, piano, keys George Koller bass Larnell Lewis drums (01, 02, 04, 08, 09, 11, 12) Ben Wittman drums (03, 05, 06, 07), percussion Ambrose Akinmusire trumpet (03, 05) Mike “Maz” Maher trumpet (02, 08, 09, 11) Sam Yahel organ (01, 02, 05, 06, 07, 08, 09, 12) Glenn Patscha organ (solo on 02), keys (12) Lisa Fischer vocals (01, 02, 05, 06, 07, 08) Jo Lawry vocals (all tracks except 09) Carlos Ricketts vocals (01, 02, 06, 07)
„She is an exciting and unique talent and I admire her greatly“ Sting
Pop, Jazz und Kanada. Dass diese drei gut zusammenpassen, zeigt nicht nur der Blick in vergangene Dekaden. Auf den Spuren von Größen wie Joni Mitchell beweisen heute Künstler wie Michael Bublé und Diana Krall, dass die Fusion dieser zuweilen noch als gegensätzlich empfundenen Genres auch im Land der Ahornbäume funktioniert. Laila Biali, gebürtig im kanadischen Vancouver, steht in dieser Tradition, ohne jemals Gefahr zu laufen, andere zu kopieren. Nicht nur in ihrer Heimat wurde die Sängerin und Pianistin mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, auch der renommierte Downbeat zählte ihre Musik zu seinen Alben des Jahres. Das Spinner Magazine schrieb, Biali habe die Fähigkeit, traditionellen Jazz so selbstverständlich mit zeitgenössischem Pop zusammenzubringen, dass beide Stile eine zwingende Mischung ergäben. Ihr sechstes Album LAILA BIALI, gleichzeitig ihr ACT-Debüt, ist nun die Kulmination ihres bisherigen Schaffens.„Seit meinem ersten Album bin ich auf der Suche nach meiner künstlerischen Stimme gewesen“, erklärt die studierte klassische Pianistin. „Ich habe mit so vielen verschiedenen Genres experimentiert. Alles fühlte sich richtig an, doch es hat nie wirklich alles verkörpert, was ich bin. LAILA BIALI vereint alle meine Facetten als Künstlerin: Pianistin, Sängerin, Arrangeurin, Komponistin, Liebhaberin von Jazz und anderen Genres. Mit dem Album bin ich wirklich angekommen.“ Erste Erfahrungen auf großen Bühnen sammelte Biali als Background-Sängerin von Sting, wo sie gleich mehrere Mitglieder ihrer Band kennenlernte. Ihren Drummer und künftigen Ehemann Ben Wittman traf sie dagegen auf Tour mit Paula Cole. „Ben spielt eine einmalige Mischung aus Percussion und Schlagzeug, seine Grooves sind deep und rootsy – die perfekte Ergänzung zu den schnelleren, funkigen Grooves von Larnell Lewis.“Lewis, genau wie Trompeter Mike “Maz” Maher Teil des gefeierten Fusion-Ensembles Snarky Puppy, kennt keinerlei Beschränkungen. Zusammen mit Assen wie Lisa Fischer, langjährige Sängerin auf Rolling-Stones-Tourneen, und dem hochdekorierten Jazz-Trompeter Ambrose Akinmusire, bilden sie eine schlagkräftige Begleitband für Laila Bialis farbenfrohes ACT-Debüt. Schließlich ergänzt auch Sam Yahel den illustren Kreis der Albumgäste, einst der Organist der einflussreichen Joshua Redman „Elastic Band“. Das temperamentvolle „Got To Love“ führt mit funky Handclaps und schneidigen Orgel-Riffs in das Album hinein, eine ekstatische Stimmung, die Biali gleich darauf mit dem Latin-angehauchten „We Go“ abfedert. Eine intensive Cover-Version von Coldplays „Yellow“ ist der erste von drei fremden Songs, die die Sängerin unter ihre Eigenkompositionen mischt: „Es hat mir immer Spaß gemacht, die Songs anderer Leute umzuarrangieren“, sagt Biali, die mittlerweile mit ihrer Familie in Toronto lebt. „Wir sind bei Konzerten oft auf Publikumswünsche eingegangen. Coldplay, Randy Newman und David Bowie waren dabei immer unsere Favoriten.“ Newmans „I Think It’s Going To Rain Today” zeigt Bialis sensible, in sich gekehrte Seite. Alleine am Klavier sorgt die Kanadierin für Gänsehautatmosphäre, während „Let’s Dance“ ein bemerkenswertes, soulig angehauchtes Cover des 2016 verstorbenen Bowie darstellt. Das fröhlich-ohrwurmtaugliche „Wind“ basiert auf einem Gedicht, das die Sängerin schon vor Jahrzehnten schrieb. „Ich kämpfte lange mit den Lyrics, sie schienen nie richtig zu passen. Ich bat sogar Sting, mir dabei zu helfen! Am Ende waren es aber die Zeilen des persischen Mystikers Rumi, die das Stück komplettierten.“ Laila Biali hat ihre eigene Vorstellung von Jazz. Soul, Indie-Rock, Blues und Pop gehören dazu. LAILA BIALI ist wundervoll eingängig, ohne sich an gängige Mainstream-Radio-Schemata anpassen zu wollen, anspruchsvoll, aber ohne jede Hochkultur-Ernsthaftigkeit. Dieses selbstbetitelte ACT-Debüt funkelt nur so vor überschäumender Spielfreude und handgemachter Vielfalt. Wie sagt es die Sängerin auf Englisch? „This album feels like a homecoming.“ Credits:
Produced by Ben Wittman & Laila Biali Recorded at Revolution Recording (Toronto), Wittman Productions (Toronto), Mission Sound (Brooklyn), Vibramonk Studios (Brooklyn), Fantasy Studios (San Francisco) & Pod Noise Studio (New York City), March - October, 2016 Mixed by Tim Abraham Mastered by João Carvalho Photography by Rockie Nolan