Schon als Teenager galt Julian Wasserfuhr als größtes deutsches Ausnahmetalent an der Trompete seit Till Brönner.
Zusammen mit seinem Bruder Roman am Klavier bildet er ein unzertrennliches Paar.
Ihre (Seelen-)Verwandtschaft kommt dem gemeinsamen Spiel zugute. Die Vertrautheit der Brüder verleiht der Musik einen entspannten und unangestrengten Charakter.
Ob mit Trompete oder Flügelhorn, Julian ist kein Vertreter der Höher-Schneller-Weiter-Fraktion. Mit seinem warmen Ton schafft er atmosphärische Klangräume. Sein Bruder Roman ist mit seinem akzentuiert-strahlenden Klavierspiel an dem frischen, aber dennoch ausgereiften und luftigen Sound der Band nicht minder beteiligt.
Nach ihrem hochbeachteten Debüt Remember Chet, das die Beiden als Teenager aufgenommen haben, starten sie in der deutschen Jazzlandschaft durch.
Bald schon spielen sie mit Größen wie Nils Landgren, Lars Danielsson oder Wolfgang Haffner zusammen und finden zugleich immer mehr zu einem eigenen, charakteristischen, melodisch-atmosphärischen „Wasserfuhr-Sound“:
„Ich mag den Mut zur Einfachheit, den die beiden besitzen. Das muss man sich trauen. Zu bewundern ist dann das Gegenteil von Angeber–Jazz“, bringt es der Schauspieler Matthias Brandt auf den Punkt.
Julian & Roman Wasserfuhr - Safe PlaceCD / Vinyl / digital
Julian Wasserfuhr trumpet & flugelhorn
Roman Wasserfuhr piano, bass & drums (#10)
Jörg Brinkmann cello
Paul Heller saxophone (#6 & #7)
„Zuerst war ‚Safe Place‘ nur ein einzelner Song, aber Roman und ich haben dann schnell gemerkt, dass es auch der Titel der ganzen Platte sein muss, weil er das Gefühl und die Intention hinter der Musik so gut beschreibt“, sagt Julian Wasserfuhr. Das Album „Safe Place“ vereint Musik, in der man sich zuhause fühlt. Zuhause meint hier weniger einen konkreten Ort, als vielmehr eine Vorstel-lung - von Vertrautheit, Wärme, Selbstbesinnung. Und das Album, das für die Brüder Julian und Roman Wasserfuhr ihr 20-jähriges Jubiläum mit ACT markiert, ist eine Gelegenheit zur Besinnung auf das Wesentliche: Klare Melodien, in warmen Farben gemalte, stimmungsvolle musikalische Bilder und so präzises wie leichtes Zusammenspiel. Die Vorstellung von „Zuhause“ steht für die Brüder Wasserfuhr auch für Beziehungen zu wichtigen Menschen. Zuallererst natürlich für ihre eigene, unzertrennliche, im Leben wie in der Musik. Aber auch für musikalische Freundschaften wie die zum Cellisten Jörg Brinkmann, mit dem schon das Vorgängeralbum „Relaxin‘ in Ireland“ entstand. Brinkmann klickte seinerzeit unmittelbar mit der „kleinsten Form einer Band“, wie Julian und Roman ihr gemeinsames Duo nennen. Es war der Beginn einer langen Zusammenarbeit, Erlebnisse wie eine gemeinsame Mittelamerika-Tour schweißten weiter zusammen und so lag es nahe, auch das aktuelle, sehr familiäre Album erneut, um die Farben des Cellos zu erweitern. Neben Cellist Jörg Brinkmann, gesellt sich für zwei Stücke ein weiterer Gast zu dem eingespielten Trio, Saxophonist Paul Heller. „Paul hat einfach eine faszinierende Art, zu spielen“, so Roman. „Die Zusammenarbeit mit ihm war tatsächlich zunächst ein Experiment, da unsere Musik ja eher kammermusikalisch ist und er eher in größeren Besetzungen spielt. Aber gerade in der Verbindung mit Jörg war das eine wunderbare Sache.“Auch wenn „Safe Place“ eher abstrakt zu verstehen ist, ist die Musik nicht unberührt vom konkreten Weltgeschehen der letzten Jahre. „Natürlich spielt das eine Rolle.“, so Julian Wasserfuhr. „Die Art und Weise, auf die Menschen miteinander umgehen und miteinander kommunizieren, hat uns schon in der Vergangenheit sehr beschäftigt. Aber gerade die aktuelle Zeit mit ihren Konflikten und Widersprüchen macht uns nachdenklich – über die Welt, aber auch über uns selbst.“ So ist „Safe Place“ zu einem ausgesprochen persönlichen, emotionalen Album geworden. Es scheint, als spiegelten sich die großen Dramen und Erlösungen der Welt für Julian und Roman Wasserfuhr im Kleinen und Nahen: In einem sanften, warmen Wind, „Vent Chaud“, mit dem die Platte beginnt, in Träumen wie auf „Dodo“, angelehnt an das Fran-zösische „faire dodo“, eine kindlich-liebevolle Formulierung für „Schlafengehen“. „Luzifer“ beschreibt Julians Sorge um sei-nen erkrankten Kater, während „El Caballo Valiente“ von dem Lebenswillen und Lebensmut eines gestürzten Pferdes erzählt. „Solitude“ hingegen ist geprägt von der Isolation und Einsamkeit der Corona-Pandemie. Mit Stings „Fields of Gold“ findet sich auch eine Fremdkomposition auf dem Album. Roman sagt: „Wir haben schon öfter Musik von Sting gecovert. Und gerade „Fields of Gold“ ist einfach ein wundervoller Song, beschreibt einen solch schönen Ort, dass er für uns auch ein ‚Safe Place‘ ist“.Die letzten beiden Tracks des Albums, „Safe Place“ und „Perfect Tiny Moment“ spiegeln noch einmal die Essenz des Albums wider: „‘Safe Place‘ ist zunächst auf der Gitarre entstanden, obwohl ich gar keine Gitarre spielen kann“, erzählt Julian. „Ich bin mit dieser ersten Idee zu Roman gegangen, der sie dann ausgearbeitet hat.“ Den Song haben die beiden im vergangenen Jahr dann gemeinsam mit der WDR Big Band gespielt und dann auch in der kleinen Besetzung mit Jörg Brinkmann ausprobiert. „Es ist bis heute der Song der Platte, den wir am liebsten auf der Bühne spielen. Wenn man so will, ist er der absolute ‚Safe Place‘ von uns Dreien.“ Mit dem minimalistischen „Perfect Tiny Moment“ wird genau das auch ausgedrückt: Der eine kleine Moment, in dem alles per-fekt zu sein scheint, wenn einfach alles stimmt.
Nils Landgren - 3 GenerationsCD / Vinyl / digital
Nils Landgren with Joachim Kühn, Michael Wollny, Iiro Rantala, Lars Danielsson, Cæcilie Norby, Viktoria Tolstoy, Wolfgang Haffner, Ulf Wakenius, Jan Lundgren, Ida Sand, Youn Sun Nah, Vincent Peirani, Emile Parisien, David Helbock, Marius Neset, Nesrine, Julian & Roman Wasserfuhr, Anna Gréta, Johanna Summer, Jakob Manz, and many more
We are Family – 30 Jahre ACT
Der Schwede Nils Landgren war und ist das Rückgrat der ACT Familie. Vierzig Alben als Leader und weitere zwanzig als Produzent und Solist sind bisher auf dem Label erschienen. Michael Wollny, der mit Landgren durch viele gemeinsame Projekte verbunden ist, bringt dessen Künstlerpersönlichkeit und eines der entscheidenden Geheimnisse seines Erfolgs auf den Punkt: „Mit Nils wird alles leicht.“ Diese ansteckende Leichtigkeit, welche sich durch das ganze Tun von Mr. Red Horn zieht, ist umso bemerkenswerter, wenn man resümiert, wie viele Rollen er ausübt: Posaunist, Sänger, Bandleader, Produzent, Festival-Leiter, Talent Scout, Professor, Kurator und Mentor. All diese Rollen und damit verbundenen Qualitäten kommen auf „3 Generations“ parallel zum Tragen: Zusammen mit ACT-Gründer und Produzent Siggi Loch bringt Landgren, anlässlich des 30-jährigen Label-Jubiläums, drei Generationen von ACT-Künstler*innen in verschiedenen Besetzungen zusammen. Die Freundschaft und Zusammenarbeit von Landgren und Loch währt fast schon so lange wie das Bestehen von ACT. Im Jahr 1994, nur zwei Jahre nach Gründung, begegneten sich die beiden erstmals auf dem Jazz Baltica Festival. Kurz darauf wurde Landgren exklusiver ACT-Künstler. Über sein Netzwerk kamen in der Folge Künstler*innen wie Esbjörn Svensson, Viktoria Tolstoy, Rigmor Gustafsson, Ida Sand, Wolfgang Haffner und viele mehr zum Label. Die Rolle als Vertrauter und Integrationsfigur für ACT hat Landgren bis heute inne. Das finden und fördern junger Talente war und ist eine Kernkompetenz von ACT. Das galt für Nils Landgren, oder später auch für Michael Wollny, der 2005 zum Label kam und heute zu den wichtigsten Pianisten Europas zählt. Mit Künstler*innen wie Johanna Summer und Jakob Manz, beide noch nicht geboren als ACT gegründet wurde, blickt das Label in die Zukunft, mit einer neuen Generation von Musikern, die der Jazzwelt neue Impulse geben. Die britische Times schrieb: „Seit 1992 hat ACT eine eigene ‘Europäische Union‘ der Musik formiert, die die Freizügigkeit zwischen Nationalitäten und Genres fördert und so einen authentischen Eindruck davon vermittelt, was diesen Kontinent ausmacht.“ An die vierzig Künstler und Künstlerinnen aus dem Kreis der ACT Family untermauern auf „3 Generations“ diese Aussage und machen das Jubiläumsalbum zu einer Feier der Bandbreite, Offenheit und integrativen Kraft des Jazz. Im Mittelpunkt stehen Aufnahmen einer mehrtägigen Studio-Session im Sommer 2022, wie sie wohl nur Nils Landgren und Siggi Loch auf die Beine stellen können. Ein musikalischer Streifzug quer durch Europa, mit Einflüssen aus Jazz, populären Songs, Folk, klassischen Elementen, zeitgenössischer Musik und vielem mehr. Drei Musikergenerationen dokumentieren auf dreißig Stücken dreißig Jahre ACT mit Nils Landgren als Spiritus Rector. Nicht nur eine Retrospektive, sondern vor allem ein Blick in das Heute und Morgen des Entdecker-Labels “in the Spirit of Jazz”.Credits:
Recorded by Thomas Schöttl at Jazzanova Studio, Berlin on June 7 - 9, 2022, assisted by José Victor Torell – except as otherwise indicated Mixed and mastered by Klaus Scheuermann Produced by Siggi Loch and Nils Landgren The Art in Music: Cover Art by Yinka Shonibare CBE: Detail from Creatures of the Mappa Mundi, Mandragora, 2018
Various Artists - Magic Moments 15: In the Spirit of JazzCD / digitalBestes Jazzinfotainment zum 30 jährigen Jubiläum von ACT: 16 Tracks, 65 Minuten Musik in the Spirit of Jazz, u.a. mit Nils Landgren, Emile Parisien & Theo Croker, Iiro Rantala, Vincent Peirani Trio, Michael Wollny Trio, Joel Lyssarides, Jakob Manz & Johanna Summer, uvm.Credits:
Compilation by Siggi Loch
Mastered by Klaus Scheuermann
Julian & Roman Wasserfuhr - MosaicCD / Vinyl / digital
Julian Wasserfuhr trumpet
Roman Wasserfuhr piano & keys with
Tim Lefebvre bass Keith Carlock drums
Harry Mack vocals
Markus Schieferdecker bass
Oliver Rehmann drums
Tony Lakatos tenor sax
Paul Heller tenor sax
Martin Scales guitar
Vitaliy Zolotov guitar Jörg Brinkmann cello
Axel Lindner violin & viola
Sebastiaan Cornelissen drums
Mosaike sind faszinierende Gebilde. Nur sorgsam und passend verbunden, werden seine Teile bedeutungsvoll. Ansonsten herrscht Chaos…: „Der Albumtitel entspricht unserer musikalischen Verarbeitung der letzten zwei Jahre. So unterschiedlich die einzelnen Stücke und die damit verbundenen Emotionen sind, so verschieden ist auch die Auswahl der Musiker und Freunde, die diese Musik eingespielt haben. Und trotzdem ergibt es für uns ein zusammenhängendes Bild. Eines, welches aus den Erlebnissen, Gesprächen und Begegnungen mit Menschen in dieser Zeit entstanden ist“, schreiben Julian und Roman Wasserfuhr in den Liner Notes. Tatsächlich spannt „Mosaic“ einen weiten Bogen, vom Wasserfuhr-Studio im beschaulichen Hückeswagen bis nach Nashville und 12 Mitmusikern am Werk. Ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Stimmungen mit einem Rap-Song und einer Hommage an Kurt Cobain. Das Gute braucht Raum. Und Zeit. Die Corona-Pandemie machte es möglich: „Wenn wir wollen, dass etwas Bestand hat, sorgen wir für Schönheit, nicht für Effizienz.“ Dieser Satz des kolumbianischen Philosophen Nicolás Gómez Dávila ging den Brüdern während dieser Zäsur nicht mehr aus dem Kopf. Denn Ideen müssen reifen, Konzepte und Rezepte ausprobiert werden. Ganz bewusst nahmen sich die Wasserfuhrs Zeit, „um über die Welt, die Gesellschaft, über Authentizität, Freundschaft und Familie zu reflektieren“, wie sie sagen. Eine wahre Flut von Ideen für neue Musik stellte sich ein: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir 42 Kompositionen geschrieben“, wundert sich Julian immer noch. „Mosaic“ ist die Essenz dieses Orientierungs- und Schaffensprozesses. Neben der Besinnung auf alte Stärken, der Erinnerung an alte Weggefährten und dem Knüpfen neuer Kontakte finden sich auch spannende stilistische Neuorientierungen… Auf vier Titeln des Albums ist eine Rhythm Section vertreten, um die sich sogar Rockstars reißen würden: Bassist Tim Lefebvre, den Wasserfuhr-Fans schon vom „Landed in Brooklyn“-Album kennen, spielte schon mit David Bowie, Elvis Costello oder der Tedeschi Trucks Band und ist hier an der Seite seines in Nashville lebenden US-Kollegen Keith Carlock zu hören, der bereits für Steely Dan und Toto trommelte. Natürlich konnten sich diese und weitere der mitwirkenden Musiker wegen der Kontakt- und Reisebeschränkungen nicht gemeinsam im Studio sehen. Per Ferneinspielungen kam die Musik also ins heimische Wasserfuhr-Studio. Ein bemerkenswerter Entstehungsprozess begann: „Zuerst haben wir die Songs größtenteils mit allen Instrumenten komplett selbst eingespielt. Die Musiker konnten ihre Spur dann entsprechend muten und sich selbst einbringen. Dieser Input hatte dann wiederum Auswirkung auf die anderen Parts, die wir daraufhin angepasst und neu aufgenommen haben“, so Roman. Call und Response im besten Jazz-Sinne und der Grund dafür, dass „Mosaic“ erstaunlich organisch und lebendig klingt, wie bei einer gemeinsamen Recording Session, bei der alle auch räumlich zusammen sind. Was nur in Ausnahmefällen möglich war. Ermöglichte die Pandemie für einen kurzen Moment Treffen und Reisen, schaute der ein oder andere Musiker wie der Cellist Jörg Brinkmann dann doch im Studio vorbei. Einige der insgesamt 11 Stücke auf „Mosaic“ wurden den Mitwirkenden auf den Leib geschrieben. „Forward“ ist inspiriert von Pat Methenys Album „From This Place“. Ein entsprechender Sound musste also her und so kam den Brüdern der Gitarrist Vitaliy Zolotov in den Sinn, mit dem sie in Köln studiert, zu ihm aber seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr hatten. „Hymnus Varus“ mit Jörg Brinkmann als Solisten lässt die gemeinsame „Relaxin' in Ireland“-Zeit aufleben, hier als XL-Version im Sextett. Die vorwärtstreibende Groove-Nummer „Target II“ dagegen basiert auf einen Beat von Keith Carlock, den die Wasserfuhr-Brüder in einem Youtube Video entdeckt hatten. Apropos Social Media, dafür war in der häuslichen Isolation der Pandemie viel Zeit: „Und so sind wir auf den Rapper Harry Mack aus LA gestoßen, ein unfassbarer Freestyle-Rapper. Da haben wir ihn einfach angefragt und er hat für „Never Hold Back“ zugesagt. Später kam dann heraus, dass er ursprünglich Jazz-Drummer war. Passt doch!“, so Roman. Zum Wasserfuhr-Sound passen auch die beiden Saxofonisten auf „Mosaic“, Paul Heller und Tony Lakatos. Zwei Tenoristen mit unterschiedlichem Klang und für die Brüder First Call-Solisten, wenn ein zweiter Bläser gebraucht wird. Auch der Doldinger's Passport-Gitarrist Martin Scales ist ein alter Bekannter, der nun erstmals mit den Wasserfuhrs auf einem Album zu hören ist. Schließlich sind da noch zwei Titel, die verstorbene Heroen ehren: „Hank“, abgeleitet vom literarischen Alter Ego Charles Bukowskis, kommt mit einem luftigen New Orleans-Groove daher, um die ausschweifende Lebenslust des Kult-Schriftstellers in Töne zu setzen. Und mit ihrer entschleunigten Version des Grunge-Klassikers „Smells Like Teen Spirit“ dürften die Wasserfuhrs wohl so einige Nirvana-Fans überraschen. Kein festes Konzept, sondern eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Klangfarben und Facetten, ohne dabei die eigene Handschrift über Bord zu werfen. Lose Kompositionen und musikalische Ideen, die sich zu einem faszinierenden, tagebuchähnlichen Projekt entwickelten. Alte und neue Bekannte, die zusammengefunden haben sowie ein aufwendiger, nicht alltäglicher Produktionsprozess: Zusammengesetzt ergibt „Mosaic“ ein großes Ganzes, das die Lust am gemeinsamen Musizieren feiert.Credits:
Cover art by Tomás Saraceno
Various Artists - Fahrt ins Blaue III - dreamin in the spirit of jazzCD / digital
Esbjörn Svensson E.S.T. Symphony Youn Sun Nah, Ulf Wakenius & Lars Danielsson Wolfgang Haffner Quartet feat. Dusko Goykovich Nils Landgren Quartet Paolo Fresu, Richard Galliano &Jan Lundgren Julian & Roman Wasserfuhr, Tim Lefebvre & Nate Wood Viktoria Tolstoy Cæcilie Norby & Lars Danielsson Matthieu Saglio &Vincent Peirani Ulf Wakenius Norah Jones, Joel Harrison & David Binney Jan Lundgren Quartet Michael Wollny & Vincent Peirani Natalia Mateo Jens Thomas & Christof Lauer
Tagträume und Gutenachtgeschichten in the Spirit of Jazz
„There's a place for us, somewhere a place for us. Peace and quiet and open air wait for us. Somewhere…“, Worte aus Leonard Bernsteins West Side Story-Klassiker dienen der „Fahrt ins Blaue III - dreamin’ in the spirit of jazz“ als Leitmo-tiv: Erhebende Musik als Zufluchtsort für Geist und Seele, Alltagsintermezzo und Kraftquelle. Abschalten heißt ein-schalten: Ruhig, intim, manchmal fast meditativ fließen die 16 Stücke der Zusammenstellung dahin und lassen den Hörer in ganz unterschiedliche musikalische Traumwelten ent-schwinden… Die Zeit scheint still zu stehen, wenn Esbjörn Svenssons erste Klaviernoten erklingen. „Ajar“ und das anschließende „e.s.t. Prelude“ bereiten den Nährboden für den sich über 67 Minuten eröffnenden Klangkosmos. Behutsam erwächst daraus Youn Sun Nahs bittersüßes „Lento“, das auf der Musik des russischen Komponisten Alexander Skrjabin basiert. Nahtlos gefolgt vom melancholischen Jazz-Standard „Autumn Leaves“ in der Interpretation von Wolfgang Haffners „Kind of Cool“-Ensemble. Dann gibt sich Sänger und Posaunist Nils Landgren die Ehre mit dem sanft vorgetragenem und schwerelos im Raum zirkulierenden „Somewhere“. Voller Poesie und Originalität zeigen sich auch Paolo Fresu, Richard Galliano und Jan Lundgren im Mare Nostrum-Trio. Der schwedische Pianist Lundgren steuert mit seinem eigenen Quartett und „No. 9“ eine weitere ohrwurmverdächtige Ballade bei, die den finnischen Saxofonisten Jukka Perko featured. Auf der „Fahrt ins Blaue III“ treffen sich Michael Wollny und Vincent Peirani zum deutsch-französischen Rendezvous. Bei „The Kiss“ bilden die zwei Feingeister ein musikalisches Tan-dem par excellence. Mit dem Cellisten Matthieu Saglio geht Akkordeonist Peirani eine weitere Liaison ein: Auf „Bolero triste“ wird mediterrane Folklore in die Freiheit des Jazz entlassen. Mit ihrer entspannt groovenden Jazz-Ballade „Carlo“ versetzen uns die Gebrüder Wasserfuhr gedanklich an die Brooklyn Bridge New Yorks mit schweifendem Blick auf die schimmernde Skyline von Manhattan in der Abenddämmerung. Ruhe und Inspiration: Ein Mann und seiner Gitarre, Ulf Wakenius spielt Keith Jarretts „My Song“ und das Duo Caecilie Norby und Lars Danielsson präsentiert eine intime, ganz auf den Kern des Songs reduzierte Version von Leonard Cohens Hallelujah. Zwei andere Sängerinnen entführen uns in die Welt des Kinos: In ihrer polnischen Muttersprache interpre-tiert Natalia Mateo das aus Roman Polańskis gleichnamigen Film weltbekannte Wiegenlied „Rosemary’s Baby“. Und Vik-toria Tolstoy bedient sich mit ihrer Version von „Why Should I Care“ einer Songperle aus dem Clint Eastwood Film „True Crime“ .
Auch die unnachahmliche Norah Jones ist zu hören, an der Seite von Gitarrist Joel Harrison und Saxofonist David Binney. Den Country-Song-Klassiker „Tennessee Waltz“ nahm sie als Gast für ACT auf, der auf dem Album „Free Country“ zeit-gleich zu ihrem Welterfolg „Come Away With Me“ erschien. Mit melodischem Sentiment entlassen Jens Thomas und Christof Lauer an Klavier und Saxofon den Hörer schließlich wieder in die Stille. Der Epilog zeigt wie unter einem Brenn-glas die ästhetische Ausrichtung der „Fahrt ins Blaue III“: Traumhafte Musik von beeindruckender Intensität und Dichte.Credits:Mastered by Klaus Scheuermann
Julian & Roman Wasserfuhr - Relaxin' in IrelandCD / Vinyl / digitalJulian Wasserfuhr trumpet & flugelhorn Roman Wasserfuhr piano Jörg Brinkmann celloMusik entsteht nie im luftleeren Raum. Orte, an denen sie gespielt wird, inspirieren und prägen ihren Ausgang, als wären sie ein weiteres Instrument. Es ist dieser kreative Anreiz, den Produzent Siggi Loch immer wieder für Julian und Roman Wasserfuhr sucht, um deren Spiel in einen neuen Kontext zu stellen. Vorher ungeahnte musikalische Blickwinkel werden so geöffnet. Nach ihrer musikalischen Reise ins schwedische Göteborg (2009) und der mitreißenden New York-Session im urbanen Brooklyn (2017) sind die zwei Brüder aus dem beschaulichen Hückeswagen bei Köln nun zu dem Lettercollum Studio von John Fitzgerald in der Region Cork gereist. An der Südküste Irlands gelegen bietet dieses normalerweise einen Hideaway für viele irische und englische Rockstars. Erstmals mit dabei, der Cellist Jörg Brinkmann: „Auf Bass und Schlagzeug zu verzichten, gibt uns mehr Entfaltungsmöglichkeiten, es bringt eine größere harmonische Freiheit mit sich und erlaubt uns, in weiten Spannungsbögen zu denken. Die Musik schwebt dadurch mehr“, erklärt Julian das neue Spielkonzept im Trio. Aber warum gerade Irland? „Das Studio in the middle of nowhere direkt am Meer gelegen bot uns ideale Voraussetzungen, kreativ zu werden. Für die Jahreszeit waren es ungewöhnlich schöne Tage, fast schon mediterran. Das versetzt einen dann schon mal in die richtige Stimmung. Irland war für Julian und mich immer schon ein Ort, den wir bereisen wollten. Die Kultur und die Lebensfreude der Iren haben uns imponiert. Dort in die Pubs zu gehen und zu sehen, wie lebendig, unbekümmert und vor allem wie unvoreingenommen miteinander musiziert wird, das fanden wir beeindruckend“, erklärt Roman. „Und schließlich ist der irische Songschreiber und Sänger Gilbert O’Sullivan ein Künstler, dessen Musik wir sehr schätzen“, ergänzt Julian. Natürlich spielen die Wasserfuhr-Brüder mit Jörg Brinkmann keine irische Volksmusik, aber der Name des Albums ist Programm: hier erklingt der typische Wasserfuhr-Sound mit einer entspannten Spielhaltung, die immer wieder irisches Lebensgefühl durchschimmern lässt. Ganz subtil gibt es aber auch melodische und harmonische Wendungen aus der irischen Musik zu entdecken oder, ganz konkret, direkte Bezüge: Eine Interpretation des O'Sullivan Hits „Clair“ sowie „Moondance“ des vielleicht berühmtesten Musikers Irlands, Van Morrisson. Schließlich entstand das Stück „Lettercollum“ unter dem unmittelbaren Eindruck der Irland Reise. „Relaxin‘ in Ireland“ ist der ganz persönliche, in Noten umgesetzte Blick der Wasserfuhrs auf die grüne Insel im Atlantik. Es ist aber auch ein Album, das davon erzählt, was die Umgebung von West Cork mit dem Trio im Moment des musikalischen Schaffens gemacht hat.Credits: Produced by Siggi Loch with the artists Recorded by John Fitzgerald at Lettercollum Recording Studios West Cork, Ireland, June 25 - 27, 2018 Additional recordings by Roman E. Wasserfuhr at Schnaff Recording Studios, July 03 - 06, 2018 Mixed and mastered by Klaus Scheuermann, July 2018
Magic Moments 1167 Minuten pures Hörvergnügen: Die elfte Ausgabe der beliebten Magic Moments bietet einen umfassenden Einblick in unsere neusten ACT-Veröffentlichungen mit Newcommern, ACT-Stars und echten Geheimtipps zum Sonderpreis. Unter anderem mit Michael Wollny, David Helbock, Vincent Peirani, Iiro Rantala, Joachim Kühn New Trio, Ida Sand, Lars Danielsson & Paolo Fresu und vielen mehr.Credits:Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Various Artists - Magic Moments 10 "In The Spirit of Jazz"CD / digitalDer Jubiläums-Sampler Magic Moments 10 gibt einen Einblick über die aktuellen Albumveröffentlichungen aus dem ACT Katalog. 14 Titel, über 1 Stunde bestes Jazz-Infotainment „in the spirit of Jazz“.Credits:
Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Julian & Roman Wasserfuhr - Landed in BrooklynCD / Vinyl / digitalJulian Wasserfuhr trumpet & flugelhorn Roman Wasserfuhr piano, marimba, seaboard Donny McCaslin tenor saxophone Tim Lefebvre electric & double bass Nate Wood drums
Der Weg ist das Ziel. Eine Redewendung, die gerade für Jazzer und insbesondere für die Brüder Julian & Roman Wasserfuhr gilt: Jazz bedeutet sich treiben zu lassen, zu suchen und sich auf der Suche zu finden. Jazz ist der Mut, sich dem Augenblick hinzugeben, die Dinge immer wieder neu zu denken. Jazzmusiker sind immer auf dem Weg, sie wollen gar nicht ankommen, denn Stillstand ist Rückschritt. Das hält den Jazz lebendig, macht ihn fortschrittlich und stets überraschend.
Mit ihrem fünften Album haben sich Julian & Roman Wasserfuhr nun auf die Reise ins Mutterland des Jazz begeben und sind im Hotspot des internationalen Jazz gelandet: New York. Dort trafen sie auf die amerikanischen Jazzstars Donny McCaslin, Tim Lefebvre und Nate Wood und schlugen mit „Landed in Brooklyn“ ein weiteres Kapitel in ihrer beeindruckenden Karriere auf.
Früh wurden die Wasserfuhr-Brüder flügge und machten sich auf ihren Weg. Mit erst 17 und 20 Jahren wurden die beiden von Produzent Siggi Loch entdeckt und avancierten zu einem Aushängeschild des „Young German Jazz“. „Remember Chet“ hieß 2006 das „umwerfende Debüt“ (Süddeutsche Zeitung), eine Ehrerweisung an Chet Baker, aber durchaus bereits mit eigenem Ton. Die musikalische Reifeprüfung „Upgraded in Gothenburg“ mit den skandinavischen Jazzstars Nils Landgren, Lars Danielsson und Magnus Lindgren folgte 2009. „Gravity“ (2011) im Quartett mit Wolfgang Haffner und Lars Danielsson erzählt von der Schwerkraft und ihrer Überwindung: „Ein Gedicht. […] Diese Musik strahlt eine enorme Anziehungskraft aus“, schrieb der Stern. 2013 standen Julian & Roman Wasserfuhr dann gänzlich auf eigenen Beinen: „Running“ wurde im eigenen Studio selbst komponiert, aufgenommen und produziert.
Von Hückeswagen nun nach New York: „Landed in Brooklyn“, aus ihrem beschaulichen Heimatort im Oberbergischen bei Köln in den Big Apple, ins pulsierende Leben: „Für uns als Musiker ist es immer das Wichtigste, nicht stehen zu bleiben. Ständig sucht man nach Inspiration, um sich weiterzuentwickeln. Als Siggi Loch uns vorschlug, das nächste Album in New York aufzunehmen, sagten wir spontan zu, obwohl wir noch keinerlei konkrete Ideen für ein neues Album hatten“, erzählt Julian Wasserfuhr.
Die Magie der Stadt wurde zum Konzept: New York als Impulsgeber. Dort trafen sie im berühmten Systems Two Studio in Brooklyn auf die arrivierten amerikanischen Ideengeber.
Allen voran Saxofonist Donny McCaslin, dessen Spiel bereits David Bowie dermaßen begeisterte, dass er ihn zum integralen Bestandteil seines letzten Albums „Blackstar“ machte. Tim Lefebvre, hierzulande bekannt durch das Michael Wollny Trio und ebenfalls Mitglied Bowies letzter Band, ist im Jazz wie Rock zuhause. Wayne Krantz, die Tedeschi Trucks Band, Toto bis hin zu Elvis Costello schätzen seinen Bass. Als Groovemaster ist Nate Wood ein gefragter first call musician und enger musikalischer Vertrauter McCaslins. Wäre diese geballte Jazzkompetenz nicht schon genug, gesellte sich noch ein GRAMMY-Gewinner für das große Ganze zu der Aufnahmesession: Der Produzent Al Pryor. Cécile McLorin Salvant, Raul Midón und Christian McBride hat er bereits zum Erfolg geführt.
Wenig war abgesprochen, als Julian & Roman Wasserfuhr auf die amerikanischen Koryphäen trafen. Sie brachten Stücke und Manuskripte mit ins Studio, doch die Devise war: sehen, was passiert, die Dinge laufen lassen. Und so besitzt „Landed in Brooklyn“ einen mitreißenden Session-Charakter, der viel Raum für Improvisationen lässt. Lebendigkeit, Ehrlichkeit und Individualität charakterisieren die Einspielung: „Es stimmt wohl, wenn man sagt, dass enorm gute Musiker nicht nur besonders gut spielen, sondern auch eine besondere Aura besitzen“, erinnert sich Roman Wasserfuhr an die Aufnahmen. …und sie beflügeln: Das Spiel der Brüder ist hörbar variantenreicher, mutiger und kraftvoller geworden.
Die Atmosphäre New Yorks ist in jedem Ton spürbar. „Landed in Brooklyn“ erzählt von der Stadt und seinen Musikern. Ein atmosphärisch dichter Mainstream-Jazz ist entstanden, der Bilder im Kopf hervorruft. Emotionen werden transportiert. Das Album ist zupackender und, im besten Sinne des Wortes, verspielter geworden, swingender, schlussendlich amerikanischer als seine Vorgänger, aber ohne den typischen Wasserfuhr-Sound zu verlieren.
„Landed in Brooklyn“ ist nicht nur ein beeindruckender Zwischenstopp, sondern auch ein neuer musikalischer Aufbruch geworden, der Spuren hinterlässt. „If I can make it there, I'm gonna make it anywhere“, sang Frank Sinatra über New York. Die Reise von Julian & Roman Wasserfuhr geht weiter, mit einem gewichtigen Argument mehr im Gepäck: Mit „Landed in Brooklyn“ werden die Jazzbrüder ganz sicher überall mit offenen Armen empfangen.
Credits: Music composed by Julian & Roman Wasserfuhr, unless otherwise noted Produced by Al Pryor Curated by Siggi Loch Recorded by Max Ross at Systems Two Recording Studios, Brooklyn (NY), August, 13 & 14, 2016 Mixed and mastered by Klaus Scheuermann, September 2016 Cover art by David Schnell, Auszug, 2016 (detail), by courtesy of Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin
Julian & Roman Wasserfuhr - RunningCD / digital
Julian Wasserfuhr trumpet & programming Roman Wasserfuhr piano, keys Benjamin Garcia Alonso bass Oliver Rehmann drums & percussion
Der Young German Jazz wird erwachsen. Julian und Roman Wasserfuhr stehen dafür par excellence, denen das „growing up in public“ – so ein berühmter Albumtitel von Lou Reed – zur zweiten Natur geworden ist. Ihr Album-Debüt „Remember Chet“ (2006) haben die Brüder bereits mit 17 bzw. 20 Jahren eingespielt – eine Huldigung an Julians frühes Vorbild, den Trompeter Chet Baker – und waren damit auf begeisterte Resonanz gestoßen. Die Zeit fand die Musik der Brüder „verblüffend ungewöhnlich“, die Süddeutsche Zeitung bescheinigte Julian Wasserfuhr einen „magischen Ton“, vor allem aber schloss das breite Publikum das Brüderpaar aus dem verträumten Örtchen Hückeswagen in seine Arme.
Auf dem zweiten Album „Upgraded in Gothenburg“ ließ Produzent Nils Landgren die Crème de la Crème der skandinavischen Jazz-Szene aufmarschieren, darunter Lars Danielsson, Magnus Lindgren und Ida Sand. „Gravity“, dem Album Nummer drei, verlieh Meisterdrummer Wolfgang Haffner als Produzent und Schlagzeuger, seine Aura eines prägnanten und direkt in die Seele zielenden Jazz. Der britische Jazzkritiker Bruce Lindsay beschrieb das Album auf allaboutjazz.com als „a stylish recording of atmospheric, laidback jazz“. Beide Produktionen waren höchst erfolgreich und sorgten zusammen mit den vielen Tourneen der Brüder für ein immer größeres Publikumsinteresse.
Mit ihrem vierten Album „Running“ stellen sich die Brüder Wasserfuhr nun endgültig auf eigene Füße. Es ist ihr persönlichstes Album geworden. Ein Großteil der Kompositionen, Aufnahme und Produktion lagen in den Händen von Julian & Roman Wasserfuhr. Dass sie dieses Wagnis auf sich genommen haben, zeugt von einer erstaunlichen Reife, die die beiden Musiker in ihren immer noch jungen Jahren mittlerweile gewonnen haben.
Auf „Running“ greifen Julian & Roman Wasserfuhr auf die jungen Musiker der Kölner Szene zurück, mit denen sie auch live auftreten. Der Bassist Benjamin Garcia Alonso und der Schlagzeuger Oliver Rehmann sind mit verantwortlich dafür, dass „Running“ ein Album aus einem Guss geworden ist. Streicher hier und da, Vater Gerald Wasserfuhr an der Klarinette und der junge Sänger David Rynkowski vervollständigen das Line-Up.
Unter den vielen Kompositionen, die das Album prägen, ragen einige besonders hervor. Der Opener „Bachelor“ zieht einen mit unwiderstehlicher Macht in die Atmosphäre des Albums hinein. „Stoned Remote“ ist eine schwelgerische Ballade mit klug eingesetzten Streichern, das vorwärts drängende „7 Gegner“ verblüfft und das munter hüpfende „Rocholz-Korosak“ macht einfach nur Spaß. Und dann sind da Songs wie „Joy And Sorrow“, das in seiner existenziellen Schlichtheit berührt oder das stetig fließende „Uncertainty“ mit seinem sonnigen Thema.
Der israelische Pianist und Komponist Itai Sobol hat die englischen Texte für die beiden Songs „Go On“ und „See You Again“ geschrieben, die von David Rynkowski stilsicher gesungen werden. Auf „See You Again“ schweigen Schlagzeug und Bass und die Wasserfuhr-Brüder sind hier ganz intim im Duett zu hören.
Zwei instrumentale Cover-Versionen haben die Wasserfuhrs sich schließlich auch noch gegönnt. „Behind Blue Eyes“ von The Who, einem jüngeren Publikum in der Fassung von Limp Bizkit bekannt, wird bei Julian & Roman Wasserfuhr zu einer verwunschenen Ballade. Die Beatles-Nummer „Nowhere Man“ schließlich entkleiden sie ihrer aufgesetzten Fröhlichkeit und führen sie auf ihre reduzierte Essenz zurück.
Auf dem gesamten Album sorgt der butterweiche Ton von Julian Wasserfuhrs Trompete dafür, dass der Hörer sich in dieser Musik so aufgehoben fühlt. Man sollte allerdings die Rolle seines Bruders Roman, der längst über die Aufgabe des zielsicheren Impulsgebers hinausgewachsen ist, nicht unterschätzen. Er gibt der Musik Halt und Fundament, lässt sie aber im mindestens gleichen Maß auch abheben. Und damit wird der Wunsch von Julian & Roman Wasserfuhr, mit ihrer Musik in offene Arme und offene Ohren zu laufen, ein weiteres Mal Gestalt annehmen.Credits:
Music written by J. & R. Wasserfuhr, except otherwise noted Lyrics on 09 & 13 written by Itai Sobol Produced by Julian & Roman Wasserfuhr Recorded and mixed by Julian &Roman Wasserfuhr at BusyBo Studios Hückeswagen, March 2013. Additional Recordings at Daves Place, Cologne Mastered by Klaus Scheuermann
Nach „Remeber Chet“ und „Upgraded“ ein weiterer Quantensprung in der Laufbahn der beiden Ausnahmetalente: „Dem wunderbaren Trompeter Julian Wasserfuhr und seinem kongenialen Pianistenbruder Roman gelingt es, jenseits allen handwerklichen Könnens und instrumentaler Virtuosität, die sie ohnehin besitzen, Emotion direkt zu transportieren.“ Matthias Brandt (Dt. Schauspieler)
Mit Upgraded In Gothenburg betreten die Wasserfuhr-Brüder die nächste Stufe ihrer eindrucksvollen Karriere. Wie sie mit Schwedens Top-Musikern faszinierende Jazz-Geschichten voller wunderbarer Melodien erzählen, ist ein Genuss.