Arne Jansen
Der in Flensburg geborene Jazzgitarrist und Komponist ist für seinen melodischen und vielseitigen Stil bekannt. Seine Musik enthält oft Einflüsse aus Rock, Folk und Pop. 2014 wurde er mit dem Echo Jazz als "Bester Gitarrist national" ausgezeichnet. Seine einfühlsame und atmosphärische Spielweise zeigt sich an einer klaren, erzählerischen Struktur, die den Zuhörer auf eine emotionale Klangreise mitnimmt. Arne Jansen gilt als einer der führenden Gitarristen seiner Generation im europäischen Jazz.
Veröffentlichungen
Magic Moments 14 "In The Spirit Of Jazz"
4,90 €*
Various Artists - Magic Moments 14 "In The Spirit Of Jazz"CD / digital„Mehr als jede andere Kunstform berührt Musik die Menschen unmittelbar,“ lautet das Credo von ACT-Gründer Siggi Loch. Seit fast 30 Jahren hat es sich das Label deshalb zur Aufgabe gemacht, die Künstler zu finden und zu fördern, die Geist, Herz und Seele besonders nachhaltig erreichen. Und vielleicht war dies nie wichtiger als jetzt, in Zeiten der Pandemie, des Verstummens der Kultur, der emotionalen Isolation und der virtuellen Realitäten.
„Magic Moments 14“ bündelt mit 16 Interpreten und Titeln aus dem aktuellen ACT-Programm die ganze Kraft der „Music in the Spirit of Jazz“, dieser universellen, für jeden verständlichen Weltsprache jenseits der Worte, die Menschen zusammenbringen, bewegen und begeistern kann. Und macht die Schwerpunkte des erklärten Entdeckerlabels ACT deutlich:
Schon immer lag der Fokus von ACT auf dem europäischen Jazz, der sich auf die eigenen Musiktraditionen besonnen, diese mit den amerikanischen Wurzeln verknüpft und damit neue Wege eröffnet hat. So beginnt „Magic Moments 14“ auch mit einem „Cancon des fuego fatuo“ des jungen spani-schen Pianisten Daniel Garcia, einer faszinierenden neuen Stimme des spanischen Jazz, der die Musik seiner Heimat neu aufgreift. Und mit dem umwerfenden Debüt der bekannten österreichischen Schauspielerin Birgit Minichmayr, die sich mit einem Shakespeare-Sonnet zusammen mit den Weltmusikern von Quadro Nuevo und dem Early-Jazz-Spezialisten Bernd Lhotzky als grandiose, moderne Jazz-Diseuse vorstellt. Weitere Beispiel für neue strahlende Sterne am europäischen Musikhimmel sind die französisch-algerische Cellistin und Sängerin Nesrine oder das neue Trio des österreichischen Pianisten David Helbock.
Nicht fehlen dürfen die, mit denen es angefangen hat und die ACT zum führenden Label für schwedischen Jazz gemacht haben: Posaunist Nils Landgren steuert einen neuen Streich seiner Funk Unit bei, mit der er dem schwarzen Soul-Jazz seit vielen Jahren ein europäisches Gesicht gegeben hat. Bassist Lars Danielsson zelebriert mit „Cloudland“ von seinem neuen Liberetto-Album wieder die Verbindung von Klassik, Jazz und Nordic Sound. Ida Sand knüpft an die Tradi-tion skandinavischer Sängerinnen an, die das Songbook der Welt mit ihrem Soul „in the Spirit of Jazz“ bereichern. Und zum Album-Abschluss untermauern Pianist Jan Lundgren und Lars Danielsson zusammen mit dem französischen Neu-definierer des Sopransaxofons Emile Parisien den Anspruch einer europäischer Kunstmusik mit schwedischem Akzent. Nicht zuletzt hat ACT als eines der ersten wichtigen Labels auch den aktuellen deutschen Jazz gefördert. Von der enormen Entwicklung zeugen auf „Magic Moments 14“ so viele Künstler wie nie: Der Passauer Violinist Florian Willeit-ner; der in der süddeutschen Szene kometenhaft aufgestiegene Gitarrist Philipp Schiepek; die alle Grenzen sprengende Band KUU! der – wie Minichmayr vor allem als Schauspiele-rin bekannten - Sängerin Jelena Kuljic; natürlich die Jazzrausch Bigband, die mit ihrem TechnoJazz weltweit aufhor-chen lassen, oder die neuen preisgekrönten Shootingstars am Klavier Johanna Summer und Vincent Meissner.
Summer und Meissner stehen, wie Garcia, Lundgren und Helbock, gleichzeitig für das besondere Augenmerk, das ACT immer auf die besten Pianisten Europas gelegt hat. Und so runden zwei andere die „Magic Moments 14“ ab, die zu-gleich die wohl international bedeutendsten sind: der 77-jährige, immer noch vor Tatendrang strotzende Joachim Kühn und sein legitimer Erbe Michael Wollny, hier in seinem neuen All-Star-Quartett XXXX mit Emile Parisien, Tim Lefebv-re und Christian Lillinger (soeben mit mehreren Deutschen Jazzpreisen dekoriert, darunter einer für KUU!) zu erleben. So ergibt „Magic Moments 14“ eine Quintessenz dessen, was genreüberschreitender, innovativer Jazz aktuell zu bieten hat. Ein mitreißendes, berührendes, Begegnung und Ge-spräch suchendes Heilmittel gegen die Geißeln unserer Zeit. Credits:
Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
The New Cool
Ab
17,50 €*
David Helbock - The New CoolCD / Vinyl / digital
David Helbock piano Sebastian Studnitzky trumpet Arne Jansen guitar
„Ich habe mich nach musikalischer Entschleunigung gesehnt“, sagt David Helbock, als er über sein neues Trio mit Arne Jansen und Sebastian Studnitzky spricht. Was er meint, wird klar, wenn man auf sein vorheriges Projekt zurückschaut, Random Control: „Mit unzähligen Instrumenten haben wir hier hantiert, sie während der Stücke mehrfach gewechselt und viele Noten gespielt. Das war oft ziemlich wild.“ Und das neue Trio? „Da geht es darum, Stimmungen zu kreieren und um Emotionen. Emotionen sind das wichtigste in der Musik.“ Es gibt aber noch weitere Unterschiede. Hatte sich der österreichische Pianist für seine früheren Projekte stets mit Musikern aus seiner Heimat umgeben, hat er sich nun mit Gleichgesinnten aus Berlin zusammengetan, die wie Helbock in der Jazz-Hauptstadt gestrandet sind. Jansen stammt ursprünglich aus Kiel. Das gelassene norddeutsche Gemüt hört man seinem Spiel an: „Arne ist immer total auf die Musik fokussiert. Er ist ein sehr einfühlsamer und feinsinniger Spie-ler.“ Studnitzky kommt ursprünglich aus dem Schwarzwald. Helbock liebt an ihm besonders den „luftigen Ton“ und den Farbenreichtum seiner Trompete. Wie fügt sich das zusammen? „Wir alle drei sind Melodie-Spieler. Wir wissen aber auch, wann man sich zurücknehmen sollte, um dem anderen Raum zur Entfaltung zu geben.“
Es wäre aber ein Trugschluss, den elegischen Sound des Albums auf die Corona- Pandemie zurückzuführen, während der es eingespielt wurde. Bereits ein ganzes Jahr vor der Aufnahmesession haben Helbock und Produzent Siggi Loch das Projekt geplant und Ideen ausgetauscht.
Lochs Faszination für den Cool Jazz der 1950er Jahre und „wie er wieder ein breiteres Publikum für den Jazz fand“ waren der Motor zur Entstehung des Albums. Und so finden sich in der Musik zahlreiche Referenzen und Verbindungen zu dieser Zeit. Trotzdem verharren die drei Protagonisten nicht in Nostalgie, sondern schaffen eine moderne Übersetzung der Cool-Ästhetik in die Jetztzeit.
Obwohl die Stimmung von „The New Cool“ vornehmlich lyrisch und schwebend ist, ist doch die Palette an Ausdrucksweisen auf dem Album überraschend breit. So steht das filigrane Pianointro von „I Feel Free“ in starkem Kontrast zu der hymnischen Steigerung, die das Trio bei „Angel Eyes“ erreicht. In seinen Kompositionen erzählt Helbock musikali-sche Geschichten: Die “Hymn for Sophie Scholl” ist berüh-rend-elegisch und „Truth“ hätte auch als Soundtrack in ei-nem Film seine Berechtigung. Zum ersten Mal hat Helbock auch auf ein Stück („Surrounded by the Night) seines lang-jährigen Lehrers, dem amerikanischen Pianisten Peter Madsen, der ausgiebig mit Stan Getz tourte und auch Maria Schneider unterrichtet hat, zurückgegriffen. Helbock wurde inspiriert vom innovativen Spielkonzept eines Lennie Tristanos. Die Verbundenheit mit diesem Cool-Jazz-Helden sitzt tief. Es sei die Aufgabe des Jazzmusikers, zu fühlen, hat dieser seinerzeit gepredigt. Eine Maxime, die sich Helbock, Jansen und Studnitzky auf „The New Cool“ zu Herzen nehmen: Hier kommt die Musik tief aus dem Innersten der Akteure. Es ist eine ganz natürliche Art des Musizierens, wo es nur darum geht, zu Sein.
The Sleep Of Reason
17,50 €*
Arne Jansen - The Sleep Of ReasonCD / digital
Arne Jansen electric & acoustic guitars, upright piano on 10 Andreas Edelmann bass Eric Schaefer drums Friedrich Paravicini Hammond organ, keys, cello, vibraphoneWer den Berliner Gitarristen Arne Jansen einmal gehört hat, wird seinen Ton so schnell nicht wieder los. Dieses passionierte Wühlen in der warmen Vielfalt der elektrischen Gitarre, in dem sich stets zaghaftes Understatement mit spielerischer Wollust mischt. Diese klanggewordene Menschlichkeit, die immer das Besondere im Alltäglichen sucht, Ruhe ausstrahlt und doch selbst nie zur Ruhe kommt, weil sie eben immer am Suchen ist. Ja, Arne Jansen ist ein besonderer Gitarrist.
Mit seinem bislang dritten Album, seinem ACT-Debüt „The Sleep Of Reason“ erzählt er einmal mehr eine ganz persönliche Geschichte. Es ist eine Sammlung von Stücken über den spanischen Maler Francisco Goya, der seine künstlerische Vita als gefeierter Hofmaler begann und sich im Lauf seines langen Lebens in einen eigenbrötlerischen Visionär verwandelte, dessen schicksalhafter Einfluss auf die Kunst auch knapp 200 Jahre nach seinem Tod gar nicht überschätzt werden kann. Im Gegenteil, Goya wird immer gegenwärtiger. Dem Gitarristen ging es indes nicht um die kunsthistorische Bedeutung des Spaniers, als er sich daran machte, Goyas Bilderwelt in Klang zu übersetzen. Am Anfang stand eine individuelle Begegnung. Als Jansen vor ein paar Jahren ein Konzert in Madrid spielte, nahm er sich die Zeit, die berühmte Gemäldegalerie Prado zu besuchen. Als er schon auf dem Weg zum Ausgang war, fielen ihm plötzlich Goyas schwarze Gemälde ins Auge. Speziell der berühmte „Hexensabbath“ und die „Wallfahrt des San Isidro“ berührten ihn mit ihren verzerrten Gesichtern und im jähen Grauen aufgerissenen Augen dermaßen, dass er selbst von seiner intimsten Erfahrung mit Kunst in seinem ganzen Leben spricht. Er wusste, dieses Thema und dieser Mann würden ihn nicht mehr loslassen. Zurück in Berlin begann er sich intensiv mit Goya zu beschäftigen. Eine wahre Schreibflut setzte ein, die sich jetzt in seinem Album „The Sleep Of Reason“ erfüllt.
Jansen vermeidet es, einen allzu direkten Soundtrack zu Goya-Gemälden abzuliefern. Ihm geht es vor allem darum, was diese Bilder in ihm selbst ausgelöst haben. Obgleich er einige Reproduktionen Goyas während der Produktion im Studio aufgestellt hat, tritt er über die Distanz der Jahrhunderte in einen Dialog mit dem Künstler und antwortet den Bildern mit den Mitteln und Intentionen seiner eigenen Sprache. Er begegnet dem Spanier aus der Perspektive eines deutschen Musikers von heute, der sich keiner Hispanismen bedienen muss, um hinter diese Bildwelten zu dringen.
„Mich fasziniert an Goya, dass er im Laufe seines Lebens immer mehr bei der Essenz dessen ankommt, was für ihn Menschsein bedeutet“, so Jansen. „Er war immer sehr wahrhaftig im Umgang mit sich selbst. Um dem gerecht zu werden, musste auch ich ehrlich mit mir selbst sein. Spanische Einflüsse einzubringen wäre aber nicht ehrlich gewesen.“ Stattdessen mischt er jazzige und rockig hymnische Klangwelten, die mit zwei Coverversionen von U2’s „Love Is Blindness“ und „Brothers In Arms“ von den Dire Straits gekrönt werden. Beide Stücke stehen in keinem ursächlichen Zusammenhang mit Goya, waren aber für Jansens musikalische Vita von prägendem Einfluss und fügen sich thematisch organisch in die Gedankenwelt des großen Spaniers.
Goya war bekanntlich ein Einzeltäter, doch Jansen suchte sich eine Reihe von Verbündeten, um sein Farbspektrum so reich wie möglich auszuschöpfen. Er begann die Stücke in seinem Trio mit Schlagzeuger Eric Schaefer und Bassist Andreas Edelmann zu entwickeln und immer weiter aufzubauen, merkte jedoch, dass etwas fehlt. Gestalterische Ideen griffen Raum wie die Chimären Goyas, ursprüngliche Improvisationen wollten verfeinert werden, einmal manifestierte Formen verlangten immer wieder nach neuen Rahmen. Jansen ging nach Hamburg, um dort zusätzliche Tracks mit dem Keyboard-Forscher Friedrich Paravicini einzuspielen, der außer Hammond-Orgel, Cembalo, Vibrafon und Cello die Zauberklänge des Ondes Martenot, eines prähistorischen elektronischen Keyboards, beisteuerte. Doch die Klangbilder verlangten nach noch mehr Leben, Cellist Stephan Braun kam hinzu, ein Stück entstand im Duo mit Trompeter Nils Wülker, mit dem Jansen eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. Maßgeblichen Anteil am Gesamtklang hatte auch Co-Produzent Axel Reinemer, bekannt von der Berliner Jazz-Produzenten-Guerilla Jazzanova, mit dem Jansen auf der Suche nach passenden Texturen und Sounds mehr Zeit im Studio verbracht hat als mit seinem Trio bei der ursprünglichen Aufnahmesession.
Am Ende steht ein komplexes Meisterwerk, das den Vergleich mit den gemalten Vorlagen nicht zu scheuen braucht, weil es weder abbildet noch kommentiert, sondern die zärtlich brutale Faszination musikalisch atmen lässt, den Goyas Bilder auf den wachen Geist des 21. Jahrhunderts ausüben. Goyas Kämpfe, das wird in dieser Musik überdeutlich, aber auch seine Erfüllung haben bis heute Bestand. Arne Jansen ist ein großer Klangmaler der Gegenwart.Credits:
Music composed by Arne Jansen unless otherwise noted Produced by Arne Jansen & Axel Reinemer Executive Producer: Siggi Loch Recorded and mixed by Axel Reinemer at Jazzanova Recording Studio Mastered by Klaus Scheuermann
Magic Moments 6 "In The Spirit of Jazz"
4,90 €*
70 Minuten bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle ACT-Angebot zum Sonderpreis.