03.05.2019KünstlerMichael Wollny

Weltpremiere: Michael Wollny trifft Christian Jost & Mitglieder der Berliner Philharmoniker

8. Juni 2019, 22.00 Uhr, Berliner Philharmonie:
„Wanderer“: Michael Wollny trifft Christian Jost & Mitglieder der Berliner Philharmoniker
   
Dunkle Kammermusik mit dem Gefühl größtmöglicher Spontanität
 
Zwei außergewöhnliche Künstler, aus nur scheinbar unterschiedlichen Welten, forschen gemeinsam nach einer „dunklen Kammermusik mit dem Gefühl größtmöglicher Spontanität“: Jazzpianist und Komponist Michael Wollny und Dirigent und Komponist Christian Jost. Michael Wollny, 1978 geboren und heute in Leipzig zu Hause, gilt als einer der wichtigsten europäischen Jazzmusiker seiner Generation. Der Begriff „Jazz“ liefert in seinem Fall weniger eine stilistische Einordnung, sondern steht vielmehr für eine Haltung zu Improvisation, Interaktion und musikalischem Forscherdrang über Genres, Epochen und Kulturen hinweg. Kurz: „Michael Wollny kann aus jeder nur erdenklichen Musik ein Erlebnis machen, das einem den Atem nimmt.“ (Süddeutsche Zeitung). Auch der 1963 geborene, in Berlin lebende Dirigent und Komponist Christian Jost zählt zu den international meistbeachteten Charakteren seines Fachs. Seine Bandbreite reicht von klassischer bis zu zeitgenössischer Musik, vom Solokonzert über Kammermusik, bis zu Oper und Symphonik. Seine Werke wurden von so bedeutenden Opernhäusern und Orchestern, wie der Komischen Oper Berlin, den Berliner Philharmonikern, der Oper Zürich, dem Taiwan Philharmonic Orchestra und der Flämischen Oper Antwerpen/Gent zur Uraufführung gebracht und zählen heute zum Repertoire internationaler Bühnen und Orchester.
 
Zentrales, verbindendes Element zwischen Michael Wollny und Christian Jost ist die gemeinsame Suche nach der Magie des Moments in einem schier grenzenlosen musikalischen Kosmos. Beide kannten und schätzten die Musik des jeweils Anderen bereits vor dem ersten Zusammentreffen. Als sie sich schließlich persönlich kennen lernten stellte sich schnell heraus: Hier haben sich zwei Menschen und Musiker gefunden, die eine gemeinsame Sprache und Haltung verbindet. Und zwei Künstler, denen die musikalische Welt des jeweils Anderen vertraut ist. So fließen Alte, klassische und Neue Musik immer wieder ganz selbstverständlich in das Werk Wollnys ein. Und für Christian Jost zählt der zeitgenössische Jazz, etwa eines Esbjörn Svensson, ganz natürlich zum breiten Spektrum musikalischer Inspirationen. Ohnehin halten beide Musiker kaum einer Kategorisierung Stand. Was zählt, ist die Musik, egal ob Klassik oder Jazz, komponiert oder improvisiert.
 
Neben einer Reihe von Solo-Piano-Stücken Wollnys steht das Zusammentreffen mit dreizehn Mitgliedern der Berliner Philharmoniker, zweifellos einem der renommiertesten klassischen Orchester der Welt, im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. Wollny sagt: “Es ist ein Glücksfall, mit Christian Jost einen Komponisten und Dirigenten zu haben, der sowohl mit dem Orchester vertraut, als auch in der Lage ist, Musik für diese Besetzung konzipieren.“ Drei Eigenkompositionen Wollnys, Robert Schumanns dunkel schillerndes Lied „Auf einer Burg“ und drei „Nocturnal Movements“ aus eigener Feder überführt Jost als, wie er es nennt, „interpretierender Komponist“, in eine neue musikalische Welt. Eine Welt, der zwar eine feste Partitur zugrunde liegt, die zugleich aber so gestaltet ist, dass sie dem Improvisator Wollny Raum gibt, mit ihr, in fließenden Verbindungen zwischen Freiheit und Form, zu spielen. Es ist ein Konzept, das perfekt Michael Wollnys Jazzverständnis wiederspiegelt, welches viel stärker auf einem kollektiven, organischen, tief-musikalischen Ideenfluss basiert, als auf solistischen Höchstleistungen. Und zugleich spiegelt auch es Christian Josts Kernanliegen wider: Die „Suche nach dem magischen Moment, basierend auf einem komplexen, differenzierten Verhältnis aus Struktur, Form und Klang.“
 
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