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Jazz at Berlin Philharmonic

Jazz at Berlin Philharmonic – „Das Programm ist der Star“
 
„Hier wird Jazzgeschichte geschrieben!“
-    Deutschlandradio Kultur
 
Ein Ereignis „mit Seltenheitswert für Berlin“,
bei dem sich „Jazz und Klassik auf Augenhöhe begegnen.
-    Der Tagesspiegel
 
„Große Emotionen im großen Saal.“
-    Fono Forum
 
Im mit 2400 Besuchern restlos ausverkauften großen Saal der Berliner Philharmonie ging am 6. Mai die zweite Saison der von Siggi Loch kuratierten Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“ zu Ende. Es war das neunte Konzert seit der umjubelten Premiere am 11. Dezember 2012. Jazz at Berlin Philharmonic darf mittlerweile mit Fug und Recht als Phänomen gelten – praktisch alle Konzerte im 1200 Personen fassenden Kammermusiksaal waren, zum Teil lange im Voraus, ausverkauft. Das Erfolgsrezept von Anfang an: die Konzerte sind Unikate – es gibt sie in dieser Konstellation nur hier und nur dieses eine Mal. Vier dieser gefeierten Konzertabende sind mittlerweile als Alben auf ACT erschienen – ganz aktuell „Leszek Możdżer & Friends“ und „Accordion Night“. Und sicher ist schon jetzt, dass die Serie in der Spielzeit 2015 / 16 fortgesetzt wird.
 
„Bei Jazz at Berlin Philharmonic ist das Programm der Star“ fasst Kurator Siggi Loch die Philosophie der Reihe zusammen. Der große Rahmen schafft Raum für Musiker-Konstellationen, die unter anderen Umständen wohl nie zusammen gekommen wären. So auch bei der Premiere am 11. Dezember 2012: Die Stiftung Berliner Philharmoniker hatte zuvor den Steinway Flügel versteigert, auf dem Alfred Brendel stets zu spielen pflegte, wenn er in Berlin gastierte. Ersteigert hatte das Instrument Siggi Loch. Im Austausch mit Martin Hoffmann, dem Intendanten der Philharmonie, und Generalmusikdirektor Sir Simon Rattle entstand die Idee, das Instrument noch ein letztes Mal in der Philharmonie erklingen zu lassen – doch diesmal sollten drei der besten Jazzpianisten Europas darauf spielen. The Alfred Brendel Flügel goes Jazz!
Das Konzert mit Michael Wollny (DE), Leszek Możdżer (PL) und Iiro Rantala (FI) an einem, zwei und am Schluss an drei Flügeln war ein rauschender Erfolg. Standing Ovations, minutenlanger Jubel – so etwas hatte das Publikum noch nicht erlebt. Das Ereignis „mit Seltenheitswert für Berlin“, bei dem sich „Jazz und Klassik auf Augenhöhe begegnen“ (Der Tagesspiegel) erschien kurz darauf unter dem Titel „Jazz at Berlin Philharmonic I“ (ACT 9556-2) auf CD.
 
Schnell war klar: aus dem einmaligen Experiment sollte eine neue philharmonische Reihe werden. Siggi Loch knüpfte damit gewissermaßen an die Idee des amerikanischen Jazz-Impressarios Norman Grantz (1918 – 2001) an. Dieser verfolgte von 1944 an mit seiner internationalen Erfolgsserie „Jazz at the Philharmonic“ eine Vision: Die improvisierte Musik aus den Clubs in die großen klassischen Konzertsäle zu holen und sie so in ihrer Einzigartigkeit, Vielfalt und Kunstfertigkeit in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. Auch Norman Grantz war es seinerzeit wichtig, einzigartige Konstellationen von Musikern zu präsentieren und etwas Neues entstehen zu lassen. Siebzig Jahre später erfüllt sich diese Vision auch bei „Jazz at Berlin Philharmonic II: Norwegian Woods“ (ACT 9569-2). Jazz, Blues, Soul, norwegische Volkslieder, elektronische Sounds – präsentiert von den Stars des Grenzgängen stets zugetanen Jazz aus Norwegen: Sängerin Solveig Slettahjell, (Blues)Gitarrist Knut Reiersrud, Pianist Bugge Wesseltoft und „In The Country“ um Piano-Querkopf Morten Qvenild.
 
Seit Jahren in den ganz großen (klassischen) Konzerthäusern zu Gast ist der polnische Pianist Leszek Możdżer - besonders in seiner Heimat, in der es seine Alben bisweilen an die Spitze der Popcharts schaffen. Über ihn schrieb gerade das Klassikmagazin „Fono Forum“, er gehöre „zu den wenigen Jazzpianisten, die wahrscheinlich auch als Debussy- oder Skrjabin-Interpret Karriere gemacht hätten“. Auf Jazz at Berlin Philharmonic III „Leszek Możdżer & Friends“ (ACT 9578-2) gelingt es zum ersten Mal, Możdżer und sein Trio mit dem herausragenden, aber außerhalb Polens so gut wie unbekannten „Atom String Quartett“ zusammen zu bringen. Und wieder entsteht große, weite, schillernde, universelle Musik, die sich aller Kategorien entzieht. Und wieder Glückseeligkeit, Standing Ovations und nicht enden wollender Jubel im Publikum.
 
Das bislang wohl ungewöhnlichste Konzept der Reihe hört man auf Jazz at Berlin Philharmonic IV „Accordion Night“ (9589-2). Musiker aus nicht weniger als sieben Nationen widmen sich einem Instrument, das im Jazz ehr eine Außenseiterrolle pflegt, aber gerade in Europa durch den Franzosen Vincent Peirani eine Renaissance erfährt. Dieser ist hier mit seinem Seelenverwandten, dem Saxofonisten Emile Parisien zu hören. Das aktuelle musikalische Traumpaar des europäischen Jazz! Auch miteinander tief-vertraut sind Akkordeonist Klaus Paier und Cellistin Asja Valcic, bei der die Akkordeon-Tradition ihrer Heimat Österreich mit Einflüssen aus Klassik und Tango zusammenfließen. Ganz getreu dem Motto „Connecting the unexpected“ initiierte Siggi Loch zwei Duos, die erstmals aufeinandertrafen: Der norwegische Hansdampf in allen Genres, Stian Carstensen trifft auf den polnischen Geigen-Wizard Adam Bałdych. Und schließlich begegnet Régis Gizavo Gitarrist Nguyên Lê - ein Exot am Akkordeon, als einziger der vier ein Autodidakt und ohne klassische Ausbildung, der sein Handwerk auf den Straßen Madagaskars gelernt hat.
 
Der anhaltende Erfolg von Jazz at Berlin Philharmonic zeigt schließlich auch: der gerade heute immer wieder todgesagte Jazz kann, wenn man ihn nur lässt. Er präsentiert sich hier als eine große, Genres und Kulturen umspannende Musik unserer Zeit. Und als eine Musik, die das Potential hat, ein breites Publikum zu erreichen, begeistern und zu berühren.
 
 
Jazz at Berlin Philharmonic – Alle Alben
 

 
Jazz at Berlin Philharmonic I
Iiro Rantala / Michael Wollny / Leszek Możdżer
ACT 9556-2, VÖ 22.3.2013
 

 
Jazz at Berlin Philharmonic II
“Norwegian Woods”
mit In The Country, Solveig Slettahjell, Bugge Wesseltoft, Knut Reiersrud
ACT 9569-2, VÖ 6.6.2014
 

 
Jazz at Berlin Philharmonic III
“Leszek Możdżer & Friends“
mit Atom String Quartet, Lars Danielsson, Zohar Fresco
ACT 9578-2, VÖ 27.3.2015
 

 
Jazz at Berlin Philharmonic IV
“Accordion Night”
mit Vincent Peirani & Emile Parisien, Stian Carstensen & Adam Bałdych, Régis Gizavo & Nguyên Lê, Klaus Paier & Asja Valcic
ACT 9589-2, VÖ 29.5.2015

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