11.09.2019Im FokusIiro Rantala

Iiro Rantala "My Finnish Calendar"

 
„Fröhlich dunkel, finster hell.“
- Jazz thing
 
„Ein mal sanftes und lyrisches, mal halsbrecherisches und grooviges Album.“
- Galore
 
„Iiro Rantala erweist sich als Melodien-Magier. Von Melancholie bis zu vergnügten Tänzen reicht das Spektrum.“
- Stereoplay
 
„Ein Meisterwerk des virtuosen musikalischen Humors.“
- Fidelity
 
„Rantala changiert zwischen leisem, melancholischen und humorvollem Spiel, das aber stets authentisch und intelligent klingt. […] Durchgehend spannend.“
- MINT
 
„Iiro Rantala ist der wohl bekannteste finnische Exportschlager im Jazz und zugleich wandelbar wie kaum ein anderer. […] Er spielt nicht nur Bachs Goldberg-Variationen so schnell, dass einem Hören und Sehen vergeht, sondern kreiert auch Jazz, der hochvirtuos und zugänglich zugleich ist. Und bei seinen Auftritten kullern nicht selten Lach- und Rührungstränen gleichermaßen.“
- Jazzthetik
 
„Iiro Rantala ist ein Phänomen. Mit verblüffender Leichtigkeit wechselt der finnische Pianist zwischen Klassik und Jazz, widmet sich ernsthaften Einspielungen von Mozart und Bach mit derselben Hingabe wie gefühlvollen Interpretationen von Monk und John Lennon.“
- NDR info
 
„Melodischer Erfindergeist, Melancholie und Spielwitz mit von Rantala gewohnter technischer Finesse. Beeindruckend.“
- MDR Kultur
 
„Der finnische Pianist Iiro Rantala ist mal wieder seinem Ruf als "Chamäleon“ des aktuellen Jazz gefolgt und überrascht uns auf seinem neuen Solo-Album "My Finnish Calendar“ mit einem besonderen Konzept: einem Gang durch die 12 Monate des Jahres – wie er persönlich sie empfindet.“
- HR 2 Kultur
 
  

Iiro Rantala ist ein Chamäleon des Jazz. Der finnische Pianist liebt es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und überrascht immer wieder mit ausgefallenen Albumkonzepten. Das gilt besonders für seine Solo-Projekte. Mit „My Finnish Calendar“ schlägt er ein neues Kapitel improvisierter Programmmusik auf: Aus seiner ganz persönlichen, finnischen Sicht vertont er den Jahreslauf seines Heimatlandes. Mit der für ihn typischen Mischung aus melodischem Erfindergeist, Melancholie und Humor, mit der gewohnten technischen Finesse und der über die Jahre erworbenen Souveränität, auf die Kraft des Wesentlichen zu vertrauen.
 
Jeder Monat, jedes Stück dieses Albums führt ein künstlerisches Eigenleben. Und was sich nicht direkt aus dem Klang erschließt, das erläutert Rantala in den humorvollen Anekdoten seiner Linernotes. Wie stark die Inspiration sprudelte wird gleich zum Jahresauftakt deutlich: „January“ eröffnet den Reigen als wuchtig-schwermütige Hymne in Moll, getreu Rantalas Einschätzung als „Monat der Reue“: „Die Finnen bereuen, an Weihnachten und Neujahr zu viel ausgegeben, gegessen und getrunken zu haben. Viele reinigen ihr System und legen einen alkoholfreien Monat ein – was sie nicht glücklicher macht.“ Das glatte Gegenteil erklingt dann im Februar: Ein fröhlicher, sehr flotter Stakkato-Wirbel fegt über einen hinweg, sind die Finnen doch nun „in Bestform, wenn der Schnee kommt. Alle Arten von Wintersport machen sie glücklich.“ Doch schon im März ist es lange genug kalt und dunkel; die Finnen sind vom Winter gelangweilt, und so erklingt Rantalas „March“ als perlender, leicht melancholischer Chanson – träumen doch viele „von einem Trip nach Paris, wo der Frühling schon nah ist“.
 
Für jeden Monat findet Rantala eine treffende musikalische Erklärung. Von der mit abgedämpften Klaviersaiten immer dynamischer werdenden „Planung des kurzen Sommers“ im Mai über den „Käsekuu“, den „Sommermonat“ Juni, der in Wahrheit noch kalt und regnerisch ist und so eine fast kabarettistische Melodie-Entsprechung findet, bis zum Reisemonat Juli und dem wettertechnisch besten Sommermonat August, in dem aber alle schon wieder zur Schule gehen und arbeiten müssen – was Rantala in einer strengen, fast klassischen Fuge auffängt. Von der sentimentalen, mit grandioser Steigerung dahinließenden Romantik des herbstlichen Septembers und dem stürmischen Oktober bis zum Dunkel des Novembers, das Rantala als sehr zum finnischen Wesen passend mit einer wohligen Ballade interpretiert. Hin schließlich zum bis zur Erschöpfung arbeitsreichen Dezember – „in dem alles angelegt ist, was die Finnen im Januar bereuen“, wie Rantala sagt und spielend zum Ausdruck bringt. Womit der Reigen auf das Neue losgehen kann, und tatsächlich möchte man diesen finnischen Kalender sofort noch einmal hören.
 
„My Finnish Calendar“ ist das nunmehr dritte Soloalbum von Rantala. Damit führt er sein künstlerisches Credo konsequent fort, das er auch bei seinen beiden vorangegangenen Einspielungen verfolgt hat: „Jazz braucht Melodien. Er braucht etwas, an das die Leute andocken können“. Auf seinem ACT-Debüt „Lost Heroes“ (2011) bewies Rantala seine herausragende Fähigkeit, großen Vorgängern und Vorbildern von Bill Evans, Erroll Garner und Art Tatum bis zu Esbjörn Svensson, Michel Petrucciani oder gar Luciano Pavarotti ein Denkmal zu setzen - ohne sie zu kopieren, sondern mit einer eigenen Handschrift. Und 2015 nahm er dann sein Publikum mit der Interpretation der Musik John Lennons gefangen: Auf unerhört feinsinnige Art und im echten Jazz-Spirit gelang Rantala mit „My Working Class Hero“ eine Hymne auf den großen Pop-Revolutionär. Und nun erweist er sich also als jazzmusikalischer Erforscher der finnischen Jahreszeiten...
 
Zum Album (reguläre Version)....
 
Zum Album (mit Track by Track Kommentaren von Iiro Rantala)...

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