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radio.string.quartet.vienna
Celebrating The Mahavishnu Orchestra

Celebrating The Mahavishnu Orchestra
Celebrating The Mahavishnu Orchestra

Produktinformationen

Besetzung

Bernie Mallinger - violin
Johannes Dickbauer - violin
Cynthia Liao - viola
Asja Valcic - cello


Aufnahmedetails

Recorded by Christoph Burgstaller at Konzerthaus Wien on October 31, November 1 and 2, 2006
Mixed by Christoph Burgstaller at Clipwerk Studios, Wien
Mastered by Klaus Scheuermann
Produced by radio.string.quartet


Als man mir ein Demoband zuschickte, auf dem das radio.string.quartet.vienna jene Kompositionen spielt, die ich vor langer Zeit für das Mahavishnu Orchestra geschrieben habe, waren meine Bedenken zunächst einmal sehr groß.
Man muss sich vergegenwärtigen, dass diese Stücke vor etwa 35 Jahren für eine elektrische Jazz-Fusion-Band komponiert wurden. Und auch wenn die zweite Auflage des Mahavishnu Orchestra ein Streichquartett integriert hatte, so waren doch Schlagzeug, Bass und E-Gitarre weiterhin sehr präsent dabei.
Aber dann war ich vom ersten Ton an fasziniert, wie sich diese Gruppe meiner Musik genähert und sie sich zu eigen gemacht hatte. Sie haben sogar die Atmosphäre getroffen, die damals herrschte.
Tief berührt hat mich auch der Stellenwert, den sie der Improvisation beimessen. Und wie sie improvisieren!
An Humor fehlt es dem Quartett ebenfalls nicht: Man höre sich nur mal diese Version von „Celestial Terrestrial Commuters“ an...
Dies ist kein gewöhnliches Streichquartett. Die leidenschaftliche Hingabe der vier Musiker an ihre Instrumente ist bewundernswert. Und dass es ihnen gelungen ist, Musik, die eigentlich elektrischer Fusion-Jazz ist, mit Elementen ihrer klassischen Herangehensweise zu verschmelzen und dabei die "elektrische" Atmosphäre zu erhalten, ist einfach einzigartig.
Beim Hören dieser Aufnahmen des radio.string.quartet.vienna habe ich mich mit wirklichem Vergnügen in die wunderbaren Tage des Mahavishnu Orchestra zurückversetzt gefühlt. Vielen Dank!
John McLaughlin

„Die wirkliche Überraschung des mit 32 Veranstaltungen prall besetzten Berliner Jazzfestes 2006 kam aus Österreich. Die Wiener Konzeptdenker schöpfen das dynamische Spektrum, den Farbenreichtum und die Nuancenvielfalt ihres Mediums bis an die Grenzen aus, was den herb-energischen Originalen zu Weite und Spiritualität verhilft" - so die Süddeutsche Zeitung über das radio.strinq.quartet.vienna, das im vergangenen Herbst in Berlin sein Projekt celebrating the mahavishnu orchestra einem begeisterten Publikum vorstellte.

„movimiento goes radio“. Begonnen hat alles im Jahr 2000: Bernie Mallinger soll im Auftrag des österreichischen Komponisten und Akkordeonisten Klaus Paier für dessen CD-Projekt „Movimiento“ ein Streichquartett besetzen. Das so entstandene „movimiento-string quartet“ entwickelt nach Abschluss der Aufnahmen (mit der CD wird Paier sogar für den „Amadeus Award“ nominiert) ein kräftiges Eigenleben und wird im Laufe weiterer gemeinsamer musikalischer Projekte und mehrerer „Personal-Rochaden“ zum „radio.string.quartet.vienna“ in der heutigen Besetzung. „Das 'radio' in unserem Band-Namen steht für aktuelle, zeitgenössische Musik, für musikalische Vielfalt und auch für Unterhaltung. Außerdem finden wir, dass dieser Name - ganz einfach - gut klingt“ (Asja Valcic).

The Sound of Mahavishnu. Mit Arrangements von John McLaughlin’s Kompositionen aus den 70er Jahren greift das Wiener Quartett ein Thema auf, das viele ehemalige Mahavishnu-Fans neugierig macht. Da spalten sich natürlich gleich die Geister: Kann man denn die ungestüme Klanggewalt des Original -„Mahavishnu-Orchestra“ überhaupt auf den klassischen Klangkörper Streichquartett übertragen? Doch John McLaughlin selber zerstreut die Zweifel – restlos überzeugt von der Ausführung und der spielerischen Qualität des radio.string.quartet.vienna, widmet er dem Album sogar persönlich die Linernotes.

Und dass die vier „radio.strings“ unterschiedlichste musikalische Zugänge haben, macht celebrating the mahavishnu orchestra nur noch interessanter:

Bernie Mallinger (seit 1997 freischaffend in der österreichischen Musik-Szene, als umtriebiger Band-Leader, Komponist, Arrangeur, gefragter Sideman und Dozent bekannt): „Schon während meines Studiums war ich ein Fan des Mahavishnu Orchestras und als Geiger natürlich extrem davon fasziniert, wie John McLaughlin dieses Instrument einfach in eine normale Jazz-Rock-Besetzung stellte. Er eröffnete in vielerlei Hinsicht neue musikalische Horizonte, indem er – wie kaum jemand vor und nach ihm – unterschiedlichste Stile und Klänge zusammenfügte. Aus meiner Sicht eignet sich diese Musik von ihrer melodischen, harmonischen und rhythmischen Vielfalt hervorragend für Streichquartett. Ich habe aber bei meinen Arrangements der Stücke nie versucht, den Sound der originalen Fusionband zu imitieren, sondern die Kompositionen durchleuchtet und sie in ein neues klangliches Bild gerückt.“

Asja Valcic (diplomierte in Zagreb schon mit 18 Jahren als klassische Cellistin, war seitdem als gefragte Solistin in vielen internationalen Orchesterprojekten unterwegs): „Ich genieße in dieser Musik viel mehr Freiheiten, als das in der Klassik der Fall ist. Alles was dort als unerwünschtes Geräusch, Kratzen, Pfeifen oder sogar Quietschen gilt, wird hier zum musikalischen Ereignis. Das haben wir vier auf dem neuen Album ganz bewusst eingesetzt und so hört man oft nicht einmal mehr die einzelnen Streichinstrumente, sondern es entstehen, ganz ohne elektronische Effekte, völlig neue Klänge.“

Johannes Dickbauer (nach klassischem Geigen-Studium in Salzburg und Wien, perfektioniert er sich derzeit am Curtis Institute of Music in Philadelphia) Was den Hang zum Jazz betrifft, ist er gewissermaßen familiär „vorbelastet“: „Sicher hat mein Onkel Klaus (Vienna Art Orchestra, Saxofour) als Vorbild eine große Rolle gespielt, als ich, zuerst eher hobbymäßig zu improvisieren begann. Ich finde es immer spannender, die verschiedenen Sounds und Klangfarben der Geige in den Jazz einzubringen.“

Cynthia Liao („Wahlwienerin“ aus Taipei) Die temperamentvolle Bratschistin war Solistin in vielen internationalen Orchestern und Opernhäusern, bevor sie ihre große Liebe zum radio.string.quartet.vienna entdeckte. Mit Humor und Charme kommuniziert sie „zwischen den Registern“: „Diese Musik braucht live auf der Bühne eine unglaubliche Energie. Das lässt die Arbeit für uns alle immer wieder zu einem spannenden, grenzgängerischen Erlebnis werden.“

Aus Wien, „der Europäischen Hauptstadt der Musik“, werden nach einem einjährigen W.A.Mozart-Geburtstags-Marathon nun endlich wieder einmal vitale Hertz-Frequenzen gesendet: Das radio.string.quartet.vienna pflegt hier die Tradition des Streichquartetts – auf erfrischend unkonventionelle Art.