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Yusef Lateef
The African-American Epic Suite

The African-American Epic Suite
The African-American Epic Suite

Produktinformationen

Besetzung

Yusef Lateef – Tenor-Saxophone, Germanic Flute, Alto Flute, Algaita, Shannie, Bamboo Flutes, Indian Temple Flute, Moan Flute
Adam Rudolph – Hand Drums, Tabla, Didjiridoo, Kalngu (talking drum), Udu clay drums, Bells, Cymbals, Gongs, Whistles, small Percussion
Ralph Jones – Tenor and Soprano Saxophones, Flute, Hichiriki, Bass Clarinet, Bamboo Flutes
Federico Ramos – Acoustic and Electrical Guitars, Gimbre
Charles Moore – Flugelhorn, Shofar, Dumbek, Conch Shells
Cologne Radio Orchestra conducted by [[David de Villiers]]


Aufnahmedetails

Recorded at WDR Cologne on October 25 - November 3, 1993
Sound Supervision: Helmut Büttner
Recording Engineer: Hermann Kaldenhoff
Sound Technician: Irene van Dreyke
Digital Mastering by Greg Calby, Sterling Sound, New York
Produced by Ulrich Kurth


Die Musik von YUSEF LATEEF und ETERNAL WIND stützt sich auf die Tradition afro-amerikanischer Improvisation. Die musikalischen Formen, Sprachen (Idiome), Instrumentation (Musikinstrumente aus aller Welt) sowie die Kosmologien zeigen Bezüge zu Afrika und Europa, zum Mittleren Osten, zu Afrika und zu allen Ländern auf, wo Afrikaner sich in einer Diaspora befinden.

YUSEF LATEEF wurde am 20. Oktober 1920 in Cattanooga, Tennessee, USA geboren. Aufgewachsen ist er in Detroit. Heute lebt er mit seiner Frau, einer Tochter und zwei Söhnen in Amherst, Massachusetts.

Der Komponist und Multi-Instrumentalist (er spielt Saxophon, Flöte, Oboe und diverse andere Instrumente) hat seine langjährigen Universitätsstudien (B.A. Degree Manhatten School Of Music, danach Studium der Philosophie, 1975 Dissertation mit "An overview of western and islamic education" an der University of Massachusetts in Amherst), mit dem Leben "on the road" als Berufsmusiker verbunden. Sein internationaler Durchbruch erfolgte in den 60er Jahren als Mitglied des legendären Cannonball Adderley Sextetts.

Lateef war einer der ersten Musiker, die das musikalische Material des Jazz durch Elemente afrikanischer, orientalischer und fernöstlicher Musikkulturen erweiterten, wobei er auch zahlreiche exotische Instrumente einsetzte. Sein umfangreiches Schallplatten-Oeuvre (hauptsächlich Atlantic-Records) sind ein eindrucksvoller Beleg dieser erfolgreichen Arbeit.

Seine Musikertätigkeit als Leiter von eigenen Gruppen setzte er in den 70er und 80er Jahren fort, wobei er stets ein Grenzgänger zwischen den Kulturen blieb, der seine Überzeugung auch als Schriftsteller und Publizist vertrat. Als Komponist umfangreicher Werke trat Yusef Lateef seit den 70er Jahren in Erscheinung. Zu Beginn der 80er Jahre arbeitete er für vier Jahre als Komponist und Lehrer in Nigeria und trat dabei mit Aufführungen am Nationaltheater in Lagos hervor.

Heute lehrt Lateef als Gastprofessor an der University of Massachusetts und widmet sich hauptsächlich dem Komponieren.

Seit 1988 arbeitet Lateef mit ETERNAL WIND zusammen. Das Konzertrepertoire besteht aus Originalkompositionen der Ensemblemitglieder ADAM RUDOLPH, FEDERICO RAMOS, RALPH JONES und CHARLES MOORE, die auch eigene Platten eingespielt haben.

Die Musikanschauung von Yusef Lateef basiert auf einer ganzheitlichen Vorstellung, auf dem Zusammenwirken der physischen, geistigen, spirituellen und intellektuellen Kräfte des Menschen.

Die African-American Epic Suite für Quintett und Orchester folgt konsequent dieser Anschauung. Das Epos ist eine ästhetische Reflexion von über vierhundert Jahren afro-amerikanischer Kultur, die von Menschen geprägt ist, die der Sklaverei ausgesetzt waren und um ihre bürgerliche Existenz kämpfen mußten. Die innere Absicht des Komponisten Lateef drängt aber nicht auf ein Konstatieren und Beklagen dieser Lebensumstände, sondern zielt durch den ästhetisch-symbolisch musikalischen Vollzug in einem dynamisch und farblich ungemein nuancenreichen Klanggeschehen auf ein friedvolles Ende. Yusef Lateef, dieser große weise Mann, der die amerikanische Musikgeschichte mitgeschrieben hat, bezeichnet das Werk als die bisherige Krönung seines musikalischen Schaffens. Unter den letzten Klang der Suite schrieb er: "All Praise is to God".

DAVID DE VILLIERS, geboren 1944, stammt aus Kapstadt, Südafrika. Er studierte in Südafrika und Deutschland. 1977-1982 war er Dirigent am Opernhaus in Frankfurt/Main, 1983-86 Chefdirigent des Kammerorchesters "Ad Artem de Metz" und von 1984 - 1991 Generalmusikdirektor in Bielefeld, seit 1991 Generalmusikdirektor des Sinfonieorchesters der Stadt Gießen. David de Villiers arbeitet seit 1992 mit dem Kölner Rundfunk Orchester zusammen und hat sich vor allem als Dirigent zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht.

(Die Texte wurden teilweise dem Programmheft der Konzertpremiere vom 4. November 1993 in Köln)

entnommen)