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Vince Mendoza - ©Pamela Fong
Vince Mendoza - ©Pamela Fong

Produktinformationen

Besetzung

conducted by Vince Mendoza
Nguyên Lê - guitar
Markus Stockhausen - trumpet
Claudio Puntin - clarinets, saxophones
Steffen Schorn - clarinets, saxophones
Frank Sackenheim - saxophones
Arkady Shilkloper - french horn
Jon Sass - tuba
Lars Danielsson - bass
Ulla van Daelen - harp
Peter Erskine -drums
Christopher Dell - vibraphone
String Quartet RED URG 4


Aufnahmedetails

Recorded by Christian Cluxen and Sebastian Roth at Studio 2, Funkhaus Westdeutscher Rundfunk, Köln and live at Traumzeit-Festival, Duisburg, July 7, 2007
Mixed and mastered by Rich Breen
Produced by Dr. Bernd Hoffmann, WDR 3
Executive Producer: Siegfried Loch


Im Jazz liefert die Farbe Blau manch roten Faden. Und es ist kein Zufall, dass diese CD mit Musik eines Klassikers eröffnet, dessen Titel bereits Farbe bekennt: „Kind of Blue“, das erfolgreichste Jazzalbum aller Zeiten. „All Blues“: Er lässt uns förmlich eintauchen, ins blaue Meer der Melancholie. Wenn man blue und sounds zusammensetzt, taucht er wieder auf, der Blues.

Die Idee zu Blauklang (ACT 9465-2) geht auf ein Gemälde des berühmten deutschen Künstlers Ernst Wilhelm Nay (1902-1968) zurück, das Teil der ACT ART COLLECTION von Siggi Loch ist. In enger Zusammenarbeit mit Bernd Hoffmann vom WDR wurde diese Idee dann Wirklichkeit. Bereits in seinem Namen - Blauklang - verweist das Gemälde auf synästhetische Beziehungen zwischen Musik und Kunst. Nay's abstraktem, auf Farbwirkung setzendem Werk hat sich nun ein ausgesprochener „Tonmaler“ angenommen, Vince Mendoza. Mischungen von Tonfarben und Farbtönen, das Überlagern unterschiedlicher Stimmungen prägen einen Großteil seiner Kompositionen. Mendoza beherrscht das souveräne Spiel mit Licht und Schatten, mit Hellem und Dunklem. Bereits der Titel seines mit der WDR Big Band eingespielten Album Sketches (ACT 9215-2) brachte einen Aspekt seiner Arbeitsweise auf den Punkt: Immer wieder reizt es ihn, Skizzen zu einem musikalischen Bilderbogen zusammenzufügen. Suiten zu komponieren. So detailverliebt er ist, so sehr schätzt er auch die großen Bögen.

Einmal mehr gelingt ihm die Balance zwischen Anspruch und Ansprechendem. Dem Anspruchsvollen einen populären Anstrich zu geben: Diese Fähigkeit hat Mendoza zu einer gefragten Größe in Jazz und Pop gemacht (Björk, Sheryl Crow, Joni Mitchell, Ute Lemper, Elvis Costello, Dianne Reeves, die Yellowjackets, Michael und Randy Brecker, Jens Winther, Joe Zawinul). Der Komponist und Arrangeur, der seinen Durchbruch mit dem Projekt Jazzpaña (ACT 9212-2) erlebte, arbeitet mit den renommiertesten Klangkörpern: sei es mit der WDR Big Band, mit Orchestern in London, Paris und Berlin oder als principal guest conductor des niederländischen Metropole Orchestra.

Blauklang (ACT 9465-2) komplettiert eine ACT Trilogie in Zusammenarbeit mit Vince Mendoza und dem WDR, die 1992 mit dem Grammy-nominierten Jazzpaña begann (der ersten ACT-Produktion überhaupt) und mit Sketches fortgeführt wurde. Gleichzeitig ist es ein Werk, das ähnlich wie das Album Blue Corner (ACT 9228-2) von Jasper van’t Hof auf Anregung von Siggi Loch entstanden ist, der als passionierter Kunstsammler und insbesondere Freund der Farbe Blau immer wieder den Brückenschlag zwischen Musik und bildender Kunst sucht. Nun also Blauklang.

Der Schauplatz der mitgeschnittenen Uraufführung von Blauklang bildete den passenden „Rahmen“: Das Traumzeit Festival im Duisburger Landschaftspark-Nord versteht sich als „Fest für die Sinne“, das Grenzüberschreitungen pflegt, eines, das Genre-, Stil- und Kunstübergreifendes, das Ohren und Augen gleichermaßen anspricht. Mendozas Exklusiv-Arbeit für die Traumzeit entstand anhand von Nays in den frühen 50er Jahren entstandenen „Rhythmischen Bildern“, die in Duisburg in einer Slide-Show zu sehen waren. Realisiert wurden die Farbklänge und Klangfarben von einem hochkarätig besetzten Ensemble, das exklusiv für diesen Anlass zusammengestellt wurde: Nguyên Lê, Markus Stockhausen, Claudio Puntin, Steffen Schorn, Frank Sackenheim, Arkady Shilkloper, Jon Sass, Lars Danielsson, Ulla van Daelen, Peter Erskine, Christopher Dell und dem String Quartet RED URG 4.

Ergänzt wird die Bluesounds-Suite durch zwei weitere Eigenkompositionen, („Habanera“ und „Ollie Mention“), ein katalanisches Volkslied („Lo Rossinyol“) und durch Musik eines weiteren Miles Davis-Klassikers, aus „Miles Ahead“: „Blues For Pablo“, eine Hommage an Pablo Picasso. Dessen Farben, aber auch die Rhythmik, die Bewegung seiner Bilder hatten Miles Davis, den malenden Trompeter, seit jeher fasziniert; und Picassos Prozess des Malens und immer wieder Übermalens, des Übereinanderschichtens von Farben ist etwas, das er in der Arrangierkunst eines Gil Evans sah. Eine Kunst, die Vince Mendoza mit seiner eigenen Palette fortführt. Übrigens: Picassos bekannteste Periode war bekanntermaßen - die Blaue…