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Viktoria Tolstoy
Meet Me At The Movies

Viktoria Tolstoy7 © ACT / by Gregor Hohenberg
Viktoria Tolstoy7 © ACT / by Gregor Hohenberg
Viktoria Tolstoy © ACT / by Gregor Hohenberg
Viktoria Tolstoy © ACT / by Gregor Hohenberg

Produktinformationen

Besetzung

Viktoria Tolstoy / vocals
Krister Jonsson / guitars
Mattias Svensson / electric & acoustic bass
Rasmus Kihlberg / drums

Special Guests:
Iiro Rantala / piano
Nils Landgren / trombone & vocals


Aufnahmedetails

Produced by Nils Landgren

Recorded by Michael Dahlvid at Nilento Studio Kållered, Sweden, April 24, 25 & 27, 2016
Additional recordings by David Carlsson at Gula Studion Malmö, Sweden, September 27 - 29, 2016
Sound design by Lasse Nilsson
Mixed and mastered by Lasse Nilsson

Executive Producer: Siggi Loch


Kennt man auch nur Auszüge des Werks der schwedischen Sängerin Viktoria Tolstoy, hört man ihren typisch bitterzarten Schmelz, erlebt man ihre ganz eigene Melodramatik, mit der sie ihr „Swedish Heart“ ebenso wie ihre „Russian Soul“ entblößt, mit der sie die Songs ihres frühen Weggefährten Esbjörn Svensson zelebriert oder die von bewunderten Kollegen wie Paul Simon, Stevie Wonder oder Herbie Hancock angereichert hat, hält man sich also die bildhafte Lebendigkeit ihres Gesangs vor Augen, dann ist folgendes Geständnis von ihr wenig überraschend: „Ich bin ein riesiger Filmfan, schon mein ganzes Leben lang. Erst jetzt mit den Kindern komme ich nicht mehr so oft ins Kino. Dafür freue ich mich immer, wenn ich auf Tour im Hotel Filme auf Netflix oder HBO sehen kann.“

Und so hat sich Viktoria Tolstoy, drei Jahre nach dem intimen Duett „A Moment Of Now“ mit dem Pianisten Jacob Karlzon, nun der Filmmusik zugewandt: „Meet Me At The Movies“ ist ein mitreißender Spaziergang durch die Film- und Filmmusikgeschichte von Michael Curtiz’ „Casablanca“ mit Herman Hupfelds „As Time Goes By“ bis zu Lars von Triers „Dancer In The Dark“ mit Björks “New World“, von Charlie Chaplins „Smile“ aus „Modern Times“ bis zu Seals „Kiss From A Rose“ aus „Batman Forever“, von Michael & Leslie Gores „Out Here On My Own“ aus „Fame“ bis zu Sarah McLachlans „Angel“ aus „City of Angels“ mit Nicolas Cage.

Ursprünglich plante Tolstoy mit einem Orchester: „Ich liebe den ,big score’, die Streicher, die Musik, die einen zu Tränen rührt. Sie sind in Hollywood so gut darin, die richtigen Klänge auf die Sekunde genau exakt so einzusetzen, dass du dich nicht wehren kannst.“ Schließlich entschied sie sich aber für das genaue Gegenteil: Ein feinsinniges Gitarrentrio, mit Mattias Svensson an Kontra- und E-Bass, Rasmus Kihlberg am Schlagzeug sowie Krister Jonsson an den Gitarren, bildet die Basisband des Projekts. Jonsson schrieb dementsprechend auch fast alle Arrangements.

Alle drei Musiker sind langjährige, auf Tolstoy eingestellte und eingespielte Vertraute, genau wie ihr bewährter Produzent, Schwedens führender Jazz-Export Nils Landgren. Der ließ es sich natürlich nicht nehmen, für zwei Titel seine Posaune auszupacken und bei „Love Song For A Vampire“ im Duett mitzusingen. Auf Vorschlag von Siggi Loch stieß auch noch ein Special Guest dazu, der seine Fähigkeit zu außergewöhnlichen, unerwarteten und absolut persönlichen Interpretationen von großen Vorlagen schon oft nachgewiesen hat, zuletzt umjubelt und preisgekrönt mit seinen Versionen von John Lennon-Songs: der finnische Pianist Iiro Rantala verfeinert sieben Film-Themen auf seine ureigenste Weise. Tolstoy bedankt sich mit einem besonderen Kompliment: „Manchmal hat mich Iiro an Esbjörn [Svensson] erinnert. Ich bin so glücklich, dass sich diese Zusammenarbeit ergeben hat.“

Weniger war bei „Meet Me At The Movies“ also wieder einmal mehr: Mit dieser Besetzung war ich viel freier in der Interpretation dieser ja zumeist sehr bekannten Filmsongs, als ich es mit Orchester gewesen wäre. Sie hat mir meinen eigenen Sound ermöglicht“, befindet Tolstoy. Wie entscheidend das ist, hört man hier zum Beispiel bei „As Time Goes By“: ein skandinavisch reduzierter Duktus erfasst das abertausendmal gecoverte Stück, Tolstoys Stimme verleiht ihm dann eine Zerbrechlichkeit, die man so noch nicht gehört hat. Die meisten Anverwandlungen dieser Art entwickelten sich bei der Arbeit im Studio. „Von einigen Songs hatte ich aber vorher bereits eine klare Vorstellung im Kopf“, berichtet Tolstoy. „’Calling You’ aus ‘Bagdad Café’ etwa wollte ich ganz nackt haben, nur mit Bass am Anfang. Auch für den ‘Love Song For A Vampire’ von Annie Lennox hatte ich von Anfang an diese klickenden Besenklänge, gedoppelt mit halliger Gitarre vor Augen.“

Es ist eben eine von Leidenschaft geprägte Auswahl von Filmsongs. „Bei allen Stücken kenne ich die Filme,“ bestätigt Tolstoy, „fast alle gehören zu meinen Lieblingsfilmen - ‘Bagdad Café’ und ‘Dancer In The Dark“ sind meine besonderen Favoriten - in jedem Fall habe ich eine besondere Beziehung zu ihrer Musik.“ Das hört man. Jedem einzelnen Song verleiht Tolstoy einen eigenen Charakter. Es ist ein Gefühlsbad und ein riesiges Vergnügen, sich von ihr ins Kino begleiten zu lassen.