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Various Artists
Magic Moments - The Ultimate Act World Jazz Anthology Vol. IV

Magic Moments - The Ultimate Act World Jazz Anthology Vol. IV
Magic Moments - The Ultimate Act World Jazz Anthology Vol. IV

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Aufnahmedetails

Produced by Siegfried Loch


World - Jazz: „Die intelligenteste Verbindung von Freiheit und Wissen.“ (Nguyên Lê)

Mit der ersten Folge der Anthology "A Little  Magic In A Noisy World" begann ACT 1996, das Repertoirekonzept eines permanenten Austausches zwischen Jazz und anderen Musikformen zu dokumentieren. Im Januar 2000 erscheint mit "Magic Moments" nun die 4. Folge von diesem "Spiel ohne Grenzen", deren drei Vorgänger mit über 70.000 verkauften CD´s zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen des Genres geworden sind. Diesmal vereint die CD über 40 ACT´s auf 18 Titeln mit 75:11 Minuten Spieldauer + ACT Gesamtkatalog. Dies alles kann der geneigte Musikfreund jetzt zum Preis von nur DM 9.95 (unverb. Preisempfehlung) im guten Fachhandel erwerben.

Das Word "World Jazz" bringt (mindestens) drei Sachverhalte auf den Begriff. Erstens: Der Horizont des Jazz reicht nicht bloß von New York bis San Francisco. Zeitens: Das musikalische Erbe aller "Folklore" dieser Welt wird von zeitgenössischen Improvisationskünstlern derart umgeschmiedet, daß das Ergebnis eher nach Jazz als nach "Ethnomusik" klingt. Drittens: Die Wiederentdeckung des Regionalen hat nichts mit Provinzialismus oder gar Separatismus zu tun. Statt dessen teilen die Künstler, was sie in ihrer musikalischen Überlieferung auffinden, mit der ganzen Welt.

Manche der auf dieser Anthologie versammelten Musiker sprechen sozusagen das Amerikanisch des Jazz mit dem Akzent ihrer jeweiligen Muttersprache. Andere fügen ihm neue Wörter hinzu oder erweitern seine grammatischen Regeln. Wieder andere reden zwar in ihrer Muttersprache, streuen aber, weil sie lange außer Landes waren, amerikanische Brocken ein, und auch der Fluß ihrer Rede hat eine amerikanische Färbung angenommen. Der Jazz verträgt das, er hat es immer vertragen. Weltoffenheit war von jeher eines seiner Merkmale. Spätestens seit Dizzy Gillespie in den 40er Jahren mit "Cubano-Be Cubano-Bop" die karibischen Rhythmen in die avancierteste Spielart des Jazz einführte, löste sich diese Kunstform, die von vielen als Amerikas wichtigster Beitrag zur Weltkultur angesehen wird, von seiner rein amerikanischen Konnotation.

Wenn man den Jazz heute, 100 Jahre nach seinem Entstehen in den USA, als afro-amerikaische Kunstform bezeichnet, so gilt das mit Einschränkungen. Denn seit den 70-er Jahren hat der Jazz auch außerhalb der USA eine eigenständige Sprache innerhalb der Jazz-Idioms entwickelt. Hierbei spielte die Rückbesinnung auf die jeweiligen eigenen musikalischen Wurzeln eine wesentliche Rolle. Das ändert nichts daran, dass die US-Amerikaner immer noch prägende Beiträge zur Weiterentwickling des Jazz als der Weltmusik des 20. Jahrhunderts liefern.Ob das alles (noch) Jazz ist, was die ACT World-Jazz-Anthology den geneigten Hörern nahebringen möchte? Die Musiker sind bestimmt froh, daß sie diese Frage nicht beantworten müssen. Erbsenzähler der Kritik mögen sich daran die Finger wundtippen. Jedenfalls gibt es einen gemeinsamen Nenner des hier versammelten Disparaten; Nguyên Lê hat ihn formuliert, als er seine bemerkenswerte Definition des World-Jazz gab. In dieser Musik erkenne er "die intelligenteste Verbindung von Freiheit und Wissen", sagt der Gitarrist. So einfach ist das, und so wahr. Alle Musiker der ACT World-Jazz-Anthology sind Freigeister ihrer Kunst, und sie wissen sehr genau, was sie mit der traditionellen Musik ihrer Länder anstellen, wenn sie sie als Spielmaterial für Improvisation behandeln. Die Grenzen, die sie in ihrem Spiel akzeptieren, sind weder von Meeren noch von Flüssen, nicht von Höhenzügen und auch nicht vom Lineal eines Eroberers gezogen, sondern werden nur von ihrer je eigenen Ästhetik bestimmt. - " Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann", lautet ein alter Sponti-Spruch . Die Erde ist es aus demselben Grund.