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Ulf Wakenius
Father And Son

Produktinformationen

Besetzung

Ulf Wakenius / acoustic guitar
Eric Wakenius / acoustic guitar & vocals


Aufnahmedetails

Produced by Ulf Wakenius

Recorded by Lars Nilsson at Nilento Studios,
Kållered (Gothenburg), September 3, 2016
Mixed and mastered by Lars Nilsson

Cover art by Daniel Richter, Living the dream (detail), 2010,
with the kind permission of the artist


Wenn der Vater mit dem Sohne

„Er spielt Gitarre, als wenn er mit ihr geboren wurde.“ Mit diesen Worten adelte John McLaughlin einst Ulf Wakenius. Die Gitarre scheint Vater Ulf auch seinem Sohn Eric in die Wiege gelegt zu haben…

„Eric ist wirklich ein Segen“, sagt Ulf Wakenius selbst, „wir haben schon so viele Konzerte in aller Welt miteinander geteilt, und es war immer die reine Freude.“ Höchste Zeit, diese Familiengeschichte nun zu dokumentieren: „Father And Son“ ist ein hochvirtuoser musikalischer Dialog aktueller Jazzgitarrenkunst. Ob swingend oder fast rockig, ob lyrisch oder perkussiv-extrovertiert, ob balladesk oder im gestreckten Galopp, ob von fremden Ländern erzählend oder vom heimischen Schweden – mit ihrem Gespür für Atmosphäre und Klangräume erschaffen die beiden so stimmungsvolle wie ergreifende Gitarrenmusik, der man die Nähe und persönliche Verbundenheit anhört.

Dabei ist der musikalische Hintergrund von Vater und Sohn Wakenius äußerst unterschiedlich: 10 Jahre Mitglied im Oscar Peterson Quartet, Sideman der beiden Basslegenden Ray Brown und Niels-Henning Ørsted Pedersen sowie Kollaborationen mit Größen wie Pat Metheny, Michael Brecker, Michel Legrand und natürlich der Sängerin Youn Sun Nah - Ulf Wakenius ist nicht nur einer der umtriebigsten, sondern auch der virtuosesten und kreativsten Jazzgitarristen unserer Zeit. Sein Sohn Eric dagegen wurde 1988 geboren und wuchs als Teenager mit der Rock- und Popmusik der Neunzigerjahre auf. Später verbrachte er viel Zeit in Los Angeles, in dessen musikalischem Schmelztiegel er viele verschiedene stilistische Richtungen aufgriff. „Da spielte er noch elektrische Gitarre, bevor er sich, wie ich, in die akustische Gitarre und ihre vielen Möglichkeiten verliebte“, erzählt Ulf Wakenius.

Diese vielen Möglichkeiten erkunden die beiden auf „Father And Son“ nun ausführlich: „Irish Vagabond“ verbindet volltönenden irischen Folk mit arabischen Elementen.

Mit dem hart rhythmisierten, fast rockigen und mitunter an den frühen Al Di Meola erinnernden Stück „Mistral“ hat Ulf Wakenius ein Konzerterlebnis mit Youn Sun Nah vertont. Das Stück spielt auf den starken südfranzösischen Fallwind während ihres Open-Air Auftritts beim Avignon Festival an, dem die beiden auf der Bühne ausgesetzt waren. Das überraschend zupackende und fast nach Streichquartett klingende „Eleanor Rigby“ ist eine Verbeugung vor den Beatles. „Paco‘s Delight“ zollt Tribut an den unvergessenen Paco de Lucía. Zur spanischen Flamenco-Technik gesellt sich hier der Swing des Hot Jazz à la Django Reinhardt. Mit ihrer Adaption des Jazzfusion-Klassikers „Birdland“ erinnern Ulf und Eric Wakenius an einen weiteren ebenso unvergänglichen Meister: Joe Zawinul. Schließlich überrascht Eric Wakenius beim von Cat Stevens entliehenen Titelstück auch als einnehmender Sänger. Nicht nur wegen der – „anders als im Song bei uns weniger problematischen“ (so Ulf Wakenius) – Vater-Sohn-Beziehung passt dieses Stück perfekt ins Repertoire, sondern auch, weil Stevens eine schwedische Mutter und deshalb eine enge Bindung zum Heimatland von Ulf und Eric Wakenius hat.

Wenn es wie hier um die Familie geht, kommt man an der Heimat nicht vorbei. Ihr zollen Ulf und Eric Wakenius nicht nur mit „Meine schöne Heimat / Vem kan segla förutan vind“ den typisch nordisch-melancholischen Respekt, sie erinnern auch an den so früh gestorbenen wichtigsten schwedischen Jazzer der jüngeren Zeit, an Esbjörn Svensson. Hat Ulf Wakenius als erster Musiker bereits 2008, noch zu Lebzeiten des genialen Pianisten, mit einem Svensson-Tribute-Album („Love Is Real“) überrascht und die Eignung der e.s.t. Kompositionen für die Gitarre eindrucksvoll nachgewiesen, so gelingt ihm das hier im Duett mit seinem Sohn beim Medley aus „Dodge The Dodo“ und „When God Created The Coffee Break“ mindestens ebenso großartig. Was leichter klingt als es ist, wie Ulf Wakenius treffend feststellt: „Eine Akustikgitarre zu meistern ist wie eine Bestie zu zähmen. Aber wenn es dir gelingt, ist die Belohnung enorm!“ In diesem Fall wird sie nicht nur den beiden Gitarristen zuteil, sondern auch ihren Zuhörern.