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Torsten Goods
Love Comes To Town

©Till Brönner
©Till Brönner
©Till Brönner
©Till Brönner

Produktinformationen

Besetzung

Torsten Goods / vocals & guitar
Jan Miserre / piano, fender rhodes, wurlitzer
Christian von Kaphengst / fender jazz bass, acoustic bass
Wolfgang Haffner / drums

Horns:
Till Brönner / trumpet
Nils Landgren / trombone
Magnus Lindgren / saxophone, flute
Ingolf Burkhardt / trumpet on 04, 09 & 11

Ida Sand / vocals on vocals on 02 & 07
Viktoria Tolstoy / vocals on 10 & 13
Felix Lehrmann / drums on 14


Aufnahmedetails

Produced by Nils Landgren
Co-produced by Torsten Goods & Jan Miserre
Executive Producer: Siggi Loch

All band arrangements by Torsten Goods & Jan Miserre
Horn arrangements: 01 by Jan Miserre, 02, 03, 05, 07 & 08 by Magnus Lindgren
and 09 & 11 by Nils Landgren

Recorded by Arne Schumann, Oktober 30 – November 1, 2012 at Hansa Studios Berlin
Mixed and mastered by Klaus Scheuermann


Das Schlagzeug gibt schweren Groove vor, der Fender Rhodes stimmt mit einem federnden Motiv ein, ein butterweicher Bläsersatz fährt spannungsreich dazwischen, dann erklingt auch gleich die klare Soulstimme, die den Song „You Wind Me Up“ zusammen mit einer weichen Jazzgitarre bis zum den finalen Improvisationen trägt - cooler, funkiger, im körperlichen Sinne bewegender kann eine CD nicht loslegen als Torsten Goods neues Album „Love Comes To Town“. Welch herausragendes Multitalent in Franken aufgewachsen, beim Studium in New York gereift und von Größen wie George Benson, Les Paul, Bireli Lagrene oder Mike Stern gefördert worden war, war ja spätestens seit seinem ACT-Debüt „Irish Heart“, einer Hommage an seine irische Mutter, kein Geheimnis mehr: Von „Gaben im Überfluss“ schrieb der Londoner Evening Standard, schwer war für die Fachwelt nur zu entscheiden, welchem unter ihnen der Vorzug zu geben wäre: dem virtuosen Gitarristen, dem gewinnenden Sänger und Entertainer oder dem Songwriter Torsten Goods. Eine Frage, die einen nach dem Hören von „Love Comes To Town“ nicht mehr interessiert: So souverän auf jedem dieser Felder, so lässig hat sich Torsten Goods noch nie präsentiert.

Was auch daran liegen mag, dass der scheinbar so unbeschwerte Showman Torsten Goods ein hart an sich arbeitender, ernsthafter und introspektiver Künstler ist: Nach seinem zweiten ACT-Album „1980“ und anschließender Tour entschloss er sich vor fünf Jahren, mit gerade einmal 28, seine bis dahin rasante Karriere auf den Prüfstand zu stellen. Er schlug erst einmal alle weiteren Platten-Vorschläge aus und wagte sich stattdessen, neben Gastauftritten mit der HR- und SWR Big Band, in Till Brönners Band sowie bei Larry Coryell, auch auf Jazz fernes Terrain: So spielte er R&B mit Narada Michael Walden und auch für Sarah Connor. „Ich hatte immer diese Sehnsucht, auch mal aus der Jazzwelt auszubrechen. Aber nachdem ich in den ganz großen Hallen gespielt hatte, wusste ich, dass ich mit meinen eigenen Projekten genau dorthin gehöre. Dort schlägt mein Herz“, sagt Goods rückblickend. „Love Comes To Town ist genau das, was ich bin und was ich will.“ Sein Hohelied auf das kleine Glück, die „Freedom Every Day“, mag das am besten ausdrücken.

Ein weiterer Effekt dieser Auszeit war, dass Goods so viel komponierte wie noch nie: „Mehr als 40 Stücke habe ich geschrieben: „Vor zwei Jahren bin ich für längere Zeit nach London gereist, um fern des Alltags zu komponieren. Mit anderen Komponisten zusammen zu arbeiten war sehr inspirierend für mich“. Aus diesem reichen Fundus konnte er jetzt für „Love Comes To Town“ schöpfen. Und von der beschwingten Sonnenschein-und-Eiscafe-Hymne „Summer Lovin‘“ bis zum treibenden Gitarren-Instrumental „Weekend At the A-Trane“ ist dementsprechend kein Song dabei, der nicht das Zeug zum Standard hätte. Ohne den Hauch eines Gefälles mischen sich diese sieben eigenen Stücke unter sieben Coverversionen.

Goods weiß um seine gleichberechtigten Qualitäten als Komponist wie als Interpret. Nie allerdings war die Bandbreite des Materials größer: Mag man etwa die locker marschierende Fassung von Joe Samples Crusaders-Hit „Put It Where You Want It“ oder die moderne Adaption von Gershwins „They Can’t Take It Away From Me“ noch für typisch Torsten Goods halten, so dürfte wohl niemand mit einem Jazzclub-Luft-geschwängerten Blues-Wiedergänger von Willie Nelsons Country-Ballade „Night Life“ gerechnet haben. Ebenso wenig wie mit der in den Jazz überführten Pop-Schnulze „Right Here Waiting“ von Richard Marx, oder gar mit Goods überwältigender, ganz reduzierter Bluesfassung von Adele‘s „Someone Like You“.

Den schweren Soul von „Brutal Truth“ singt Goods - wie auch das Titelstück - zusammen mit der Komponistin des Songs: Ida Sand. Was endgültig zur geballten Kompetenz überleitet, die Torsten Goods in dieses Projekt eingebunden hat. Angefangen mit der europäischen Funk-Instanz Nils Landgren, den Goods schon als Gastsolist auf Mo Blow's "For Those About To Funk" als Produzent kennengelernt hatte und der nun auch sein Produzent wurde – und der Kopf eines Gäste-Bläsersatzes, der mit dem Trompeter Till Brönner und dem Saxophonisten Magnus Lindgren (der auf „Put It Where You Want It“ auch ein sensationelles Flötensolo bläst) sowie Ingolf Burkhardt derzeit schwer zu toppen sein dürfte. Zur hier Blutsbrüderschaft eingehenden Landgren-Familie gehört auch Schlagzeuger Wolfgang Haffner, der sich wieder als Deutschlands unbestechlichstes Groove-Metronom erweist, und Viktoria Tolstoy, die bei zwei Songs des Faches „glockenklar“ anschaulich macht, warum sie der Star ist, der sie ist.

Bleibt noch Goods eigene kleine „Musikerfamilie“. Als Pianist, Keyboarder wie Co-Komponist seit jeher unverzichtbar, ist für ihn der großartige Jan Miserre, ein Jugendfreund und der älteste Weggefährte. Komplettiert wird die Rhythmusgruppe vom Bassisten Christian von Kaphengst – außerdem ebenfalls ein gefeierter Produzent, Komponist und Arrangeur –, Goods Mann für die tiefen Töne, seit er vor sieben Jahren in Berlin seine Zelte aufschlug, sowie bei einem Titel vom jungen Senkrechtstarter am Schlagzeug Felix Lehrmann aus Berlin. Diese drei bilden auch Torsten Goods Live-Band. Apropos Berlin: Das Thema Stadt zieht sich sozusagen als Leitmotiv durch das Album. „Das war nicht geplant, es hat sich einfach ergeben“, sagt Goods, doch Zufall ist es nicht. Ist doch Berlins Jazzszene samt Clubs wie dem A-Trane der unüberhörbare neueste Einfluss in Torsten Goods Musik: Ein vitales, vibrierendes, beneidenswert junges Element, wie es sich nicht zuletzt bei „Berlin P.M.“ findet, mit dem Goods aus dem Abenteuer „Love Comes To Town" herausgeht. Ein Abenteuer, das er zur Freude eines jeden, der es hört, innerlich gefestigt und zielbewusst bewältigt hat.