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© ACT / by Jenny Baumgartner
© ACT / by Jenny Baumgartner

Produktinformationen

Besetzung

Dan Berglund / double bass
Johan Lindström / guitar, pedal steel
Martin Hederos / piano, synthesizers, violin
Andreas Werliin / drums


Aufnahmedetails

Recorded live in concert by Åke Linton
at Bix Jazzclub Stuttgart, November 17, 2016

Mixed by Tonbruket and Anton Sundell at Studio Bruket
Mastered by Henrik Jonsson at Masters of audio

* from the album Forevergreens, ACT 9811-2
** from the album Nubium Swimtrip, ACT 9558-2
*** from the album Dig it to the end, ACT 9026-2

Produced by Tonbruket

Cover art by Jesper Waldersten: Salvation, 2017
with the kind permission of the artist


Ein Konzert-Erlebnis, das dokumentiert werden musste… Tonbruket legen ein fulminantes Livealbum vor: „Live Salvation“ zeigt das schwedische Quartett in einer Dynamik, wie es ihre Studioaufnahmen kaum vermochten: von einer träumerischen Folk-Sensibilität über eine verspielte Jazz-Attitüde bis hin zu einem unbarmherzigen Rock-Temperament.

„Die Interaktionen der Musiker sind perfekt auf einander abgestimmt. Keiner scheint ein Solo zu spielen, während es in Wirklichkeit alle zugleich tun. Das Team ist der Star“, schreibt die Eßlinger Zeitung im begeisterten Nachbericht über das Stuttgarter Tonbruket-Konzert im Jazzclub Bix, das nun auf CD dokumentiert ist.

Nach fast einer ganzen Dekade zusammen darf man als Band schon einmal zurückblicken. Im Falle von Tonbruket auf vier viel beachtete Studioalben auf ACT, jedes von ihnen mit dem schwedischen Grammy ausgezeichnet, und unzählige Tourneen – all das in unveränderter Besetzung. Keine Selbstverständlichkeit auch in der schwedischen Musikszene. Doch Dan Berglund, Johan Lindström, Martin Hederos und Andreas Werliin sind über all die Jahre miteinander zu einer Einheit zusammengewachsen, die groovt wie eine perfekt geölte Maschine (Tonbruket heißt auf Deutsch: Klangfabrik) und doch zu ungeahnt poetischer Leichtigkeit fähig ist.

„Salvation“, das heißt so viel wie Seelenheil. Diese vier Schweden spielen nicht bloß, weil sie es schon immer getan haben, weil sie sich schon in Teenager-Jahren in Punkbands ausgetobt haben und Musik studiert haben. Sie treten auf, weil es ihr ein und alles ist, weil davon ihre physische wie psychische Gesundheit abhängt. Schon der Bandgründung 2009 durch Dan Berglund und Johan Lindström ging ein traumatisches Erlebnis voraus: der plötzliche Tod des Pianisten Esbjörn Svensson am 14. Juni 2008, Berglunds bis dahin engsten musikalischem Vertrautem, der die Erfolgsgeschichte des Trios e.s.t. jäh stoppte.

Wer Tonbruket einmal bei einem Konzert erlebt hat, hat bereits eine Ahnung davon, was ihn auf diesem Album erwartet. Fast alle Songs sind deutlich länger als die bis ins feinste Detail ausgetüftelten Studioversionen, und nehmen sich Zeit für Soli, die so songdienlich sind, dass sie sich nie wie Soli anfühlen. Bei einem Tonbruket Gig mag man sich zurücklehnen und die Augen schließen, um sich ganz den wundersam träumerischen Klängen hinzugeben, und wird im nächsten Moment von einem erbarmungslosen Sound attackiert, der mit Progressive nur sehr unzureichend beschrieben ist. Avantgarde-Folk trifft auf psychedelischen Jazz trifft auf Progressiver Rock.

„Wie die Musiker akustische und elektrische Instrumente verweben, ist allerfeinstes Kunsthandwerk“, schrieb der Stern. Tonbruket spielten in Stuttgart Musik ihrer letzten drei Alben und fügen jedem dieser acht Songs eine besondere Live-Note hinzu. Dem erdenschweren „Dig It To The End“ verleiht das swingende Honky-Tonk-Piano von Martin Hederos unerwartete Beschwingtheit. „Nightmusic“ ist mit zwölf Minuten gar fast doppelt so lang wie zuvor, in den langen Keyboard-Passagen zeigen Tonbruket eine Pink-Floyd-artige Verspieltheit, die wiederum in Bass-Soli von Bandgründer Dan Berglund münden, begleitet von der geisterhaft raschelnden Percussion Andreas Werliins.

Zum Abschluss bietet das 14-minütige „Vinegar Heart“ einen sagenhaften Trip, der vom Abgrund in lichte Höhen führt. Und wieder zurück. Was mit dubbigen Noise-Momenten beginnt, wird mit der jaulenden Pedal-Steel-Gitarre von Johan Lindström zu einer sanftmütigen Reise durch die Appalachen. Wie es die Kölnische Rundschau einmal in einer Konzertkritik treffend schrieb: „Ein Abenteuertrip durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Passt in keine Schublade – und macht Spaß.“