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Three Fall
On A Walkabout Celebrating Red Hot Chili Peppers

On A Walkabout Celebrating Red Hot Chili Peppers
On A Walkabout Celebrating Red Hot Chili Peppers

Produktinformationen

Besetzung

Lutz Streun / tenor saxophone, bass clarinet
Til Schneider / trombone
Sebastian Winne / drums & percussion
Rap vocals on “Matter” by [[Promoe]]


Aufnahmedetails

Recorded at FWL studios Leipzig by Klaus Scheuermann, December 8 - 10, 2010
Mixed and mastered by Klaus Scheuermann, January 2011

Executive Producer: Marco Ostrowski


Erfrischend anders sind sie, spannend und von internationalem Format – die jungen Wilden des Young German Jazz von ACT. Sie machen sich auf, den Jazz neu zu entdecken, ohne Scheuklappen und verstaubte Nostalgie. Wunder ja, Kinder nein, alles junge Musikerpersönlichkeiten mit bemerkenswertem Talent. Das Trio [em] um Michael Wollny oder Julian & Roman Wasserfuhr sind solche, die den Sprung an die Spitze des deutschen Jazz geschafft haben.

Auch Three Fall wagen nun mit ihrem ACT-Debüt „On A Walkabout - celebrating Red Hot Chili Peppers“ diesen Sprung. Gekonnt im freien Fall, denn der Boden unter den Füßen fehlt. Ohne Bass, ohne Akkordinstrument - stattdessen mit Saxofon/Bassklarinette, Posaune und Schlagzeug - lässt sich das Trio mit den Bläsern Lutz Streun und Til Schneider sowie Drummer Sebastian Winne in eine einmalige Klangwelt fallen. Die drei Individuen bewegen sich kongenial im Kollektiv. Im Gleichgewicht zwischen Struktur und Improvisation, mit einprägsamen Melodien, gewitzten Arrangements und unerwarteten Wendungen. Getragen von Ideenreichtum, Groove und unbändiger Energie. In kürzester Zeit haben Three Fall damit für Furore gesorgt. 2008 gegründet, gewannen sie nur wenige Monate später den „Futuresounds“-Wettbewerb der Leverkusener Jazztage. Dort und auf weiteren großen Bühnen wie dem Jazzfestival Viersen und den Leipziger Jazztagen begeisterten sie an der Seite von Jazzprominenz wie McCoy Tyner, Medeski, Martin & Wood und Nils Petter Molvaer.

Three Fall lassen sich nicht eingrenzen und nehmen ihre Hörer mit auf einen Rundgang durch die Genres. „Jazz ist Weiterentwicklung. Jazz war schon immer der Versuch einer jeden Generation, Grenzen zu überschreiten und Kulturen zu vereinen. Und wir verwenden eben Sachen, die wir inspirierend finden und mit denen wir aufgewachsen sind: Hip-Hop, Weltmusik, Reggae, Funk, Rock. Das ist unsere musikalische Herkunft“, erklärt Bandleader Lutz Streun. Eine Band war besonders prägend: „Die Musik der Red Hot Chili Peppers war ein Soundtrack unserer Jugend in den 90ern. Damit sind wir groß geworden, das hat uns geprägt“, berichtet Streun. Und so liegt es nahe, dass Three Fall die Musik der kalifornischen Rockband in ihren eigenen Klangkosmos wie selbstverständlich einverleiben. „Ihre Musik ist unglaublich funky und sie haben schöne sehnsüchtige Balladen. Das Unangepasste, ihre Westküsten-Attitüde und das bisschen Dreck in ihrer Musik gefallen uns. Das passt zu uns.“

In der Tat, denn würde man die Originale nicht kennen, könnten Peppers-Klassiker wie „Under The Bridge“ oder „Walkabout“ glatt als Three Fall Songs durchgehen. Hier wird nicht einfach gecovert, das Trio drückt den Stücken den markanten Three Fall-Stempel auf. Und der ist in jedem Fall frech, originell und hip. Ob die eigenen oder die Songs der kalifornischen Vorbilder schwer funky daherkommen („Fiets“), von fast Ellingtoneskem Swing in schräg überblasenen Rock fallen („Spaziergang“), mit dem Free Jazz liebäugeln („Montag“), östliche Klänge einbeziehen („Skyscraper“) oder auch mal auf gute alte Blasmusik rekurrieren - jeder Song auf „On a Walkabout“ ist eine Entdeckungsreise, die zum Schluss noch ein Highlight aufbietet: Ganz im Stil und Geiste der Red Hot Chili Peppers und mit dem bekannten schwedischen Rapper Promoe als Gast erklingt die mitreißenden Brass-HipHop-Nummer „Matter“.

Three Fall ist ein herausragendes junges Beispiel für die bemerkenswerte, noch weit unterschätzte deutsche Bläserszene, die sich quer durch die Genres herausbildet. Die Traditionslinie von Welt- und Stil offenen Projekten führt dabei von „Schäl Sick Brass Band“ bis zu „La Brass Banda“.

Mit der Serie „Young German Jazz“ hat ACT seit dem Jahr 2005 auf die wachsende Zahl einheimischer Jazztalente reagiert, die einen eigenen Weg gehen. Ihnen eine faire Chance im internationalen Vergleich und einen festen Platz im Programm zu geben, hat Schule gemacht - nicht zuletzt dank der Erfolge junger deutscher ACT-Künstler: Die „krasse“ Kombination von Jazz und Heavy Metal durch Jan Zehrfelds „Panzerballett“ etwa hat sich ein Publikum weit über Jazzenthusiasten hinaus erschlossen. Mit dem Trompeter Matthias Schriefl, dem Sänger Michael Schiefel oder den Jazz-Brüdern Julian & Roman Wasserfuhr präsentierten sich junge Wilde, die heute zu den nationalen Aushängeschildern gehören. Und mit Michael Wollny und dem Trio [em] fand man gleich zum Start der Reihe, die jungen deutschen Jazzer, die sogar den internationalen Durchbruch schafften. Wer sich in deutschen Landen umschaut weiß, dass weitere Erfolgsgeschichten folgen werden: Schöne Aussichten – Young German Jazz