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© Mirko Polo / ACT
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Produktinformationen

Besetzung

Lutz Streun / bass clarinet & tenor sax
Sebastian Winne / drums & percussion
Til Schneider / trombone
Melane Nkounkolo / vocals


Aufnahmedetails

Music composed by Til Schneider, except otherwise noted
Lyrics written by Melane Nkounkolo, except 12

All harmonies of the wind instruments were generated in real time

Produced by the artists

Recorded by Wolfgang Stach at Maarweg Studio 2 & Til Schneider
at Tailormade Studio, February 2017
Mixed by Til Schneider & mastered by Klaus Scheuermann

Cover art by Osi Audu “Study for Graphite Head” (1996), pastel on paper, used by permission of the artist


Vier gewinnt!

Drei plus Eins – mit der Sängerin Melane Nkounkolo haben Three Fall Zuwachs bekommen. Neue Klangwelten tun sich auf. Der ohnehin schon vielfältige Sound des Trios wird um weitere Facetten reicher. Neben Jazz, Funk und Hip Hop stecken auf „Four“ ganz neue Pfeile im Köcher: Soul, Reggae und Afrobeat.

Seit der Gründung 2008 waren Three Fall ein Trio. Ihre ungewöhnliche Besetzung aus Schlagzeug und zwei Bläsern, ohne gängiges Bass- und Akkordinstrument, sorgte schnell für Furore. Auf ihrem ACT-Debüt „On A Walkabout“ im Jahr 2011 fanden sich instrumentale Neueinspielungen der Red Hot Chili Peppers. Deren Drummer Chad Smith sprach von den besten Coverversionen, die er bislang gehört habe. Seit dem letzten Three Fall Album „Realize“ sind nun vier Jahre vergangen. Die drei Jungs waren weltweit unterwegs, allein 2016 spielten sie in Ägypten, Katar, Japan und Südkorea. Dann trafen sie Melane…

„Seitdem wir auf ‚On A Walkabout‘ auf einem Stück mit dem HipHop-Künstler Promoe kooperiert haben, hatten wir die Idee, auch auf der Bühne mit Gesang zu arbeiten“, sagt Posaunist Til Schneider. „Als ich Melane zufällig auf einem Festival gesehen habe, war ich sofort begeistert. Sie kann singen, tanzen und rappen und hat eine unglaubliche Ausstrahlung.“

Melane Nkounkolo wurde 1986 in Deutschland geboren, wohin ihre Eltern aus dem Kongo gezogen waren. Ihre Kindheit wurde von kongolesischen Musikern wie Papa Wemba, dem „King of Rumba Rock“, geprägt. „Erst später kam ich mit anderer Musik in Berührung“, sagte Melane. „So konnte ich einen im besten Sinne ungreifbaren eigenen Stil entwickeln.“

„Four“ ist natürlich auch das vierte Album von Three Fall. Die samtige, glasklare Stimme der Sängerin bildet darauf den Kontrast zum eher rauen Band-Sound. Der druckvolle Klang des Trios, zu dem neben Schneider auch Sebastian Winne und Saxophonist/Klarinettist Lutz Streun gehören, bleibt bestehen. Doch nun gibt es auch Raum für Sanfteres.

Zunächst explodiert das Album nach kurzem Intro mit dem fetten Rock-Funk-Crossover von „Medium Rare“ – mit einer solchen Instrumental-Nummer haben Three Fall & Melane auch ganz ohne E-Gitarren das Zeug dazu, jedes Rock-Festival-Publikum zum Toben zu bringen. Im melodischen „Tata Na Lola“, an dessen Ende eine Zeile aus Bob Marleys „Three Little Birds“ eingeflochten wird, singt Melane auf ihrer Muttersprache Lingala. Der Titel bedeutet „Vater im Himmel” und setzt sich mit ihrem verstorbenen Vater auseinander: „Es geht darum, dass das Leben hier auf der Erde nicht das Ende ist, und man sich irgendwann wiedersehen wird. Der Song gibt mir Kraft, denn ich glaube, dass unsere Lieben erst dann nicht mehr existieren, wenn wir aufhören über sie zu sprechen, über sie nachzudenken oder eben über sie zu singen.“

Mit „Elevation of Love“ covert die Band einen Klassiker des Esbjörn Svensson Trios. Die Version von Three Fall vereint die druckvolle und die lyrische Seite der Band. „Thank You” ist eine lässige Soul-Nummer mit viel RnB-Einschlag, während „Silver & Gold” mit Reggae und Dub ganz neue Facetten des Quartetts zeigt. Und dann ist da noch das auffälligste Stück: der Ace of Base Pop-Hit „All That She Wants“ von 1992 wird bei Three Fall & Melane zu einer sphärischen Afro-Soul-Nummer. Im Refrain kippt die Stimmung – tanzbare Reggae-Grooves schaukeln den Song Richtung Dancefloor. Eine unvergessliche Version, die die Besucher jeder Spätsommer-Party verzücken wird.

Auf „People“ wird es politisch. Melane nimmt zum Flüchtlingsthema Stellung und reflektiert hierbei zugleich persönliche Erfahrungen: Ihr Bruder musste während des Bürgerkriegs im Kongo fliehen, wurde aber aus Deutschland wieder abgeschoben: „Es ist aber ein symbolischer Song, der für viele Schicksale steht. Niemand verlässt seine Heimat freiwillig, und ich kenne viele, denen Ähnliches widerfuhr. Songs zu schreiben ist immer auch ein Ventil. So kann ich über gesamtgesellschaftliche Themen wie Rassismus sprechen.“

Innerhalb kürzester Zeit ist zwischen Melane und den drei ursprünglichen Three Fallern eine tiefe Freundschaft entstanden. „Four“ spiegelt die unterschiedlichen Persönlichkeiten der vier Musiker wieder. Ein explosiver, lyrischer, soulvoller, tanzbarer Trip. Homebase: Köln und Berlin. Destination: anywhere.