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Terri Lyne Carrington
The ACT Years

© ACT / Peewee Windmüller
© ACT / Peewee Windmüller

Produktinformationen

Besetzung

Herbie Hancock / piano
Nguyên Lê / guitar
Greg Osby / alto saxophone
Adam Rogers / guitar
Jimmy Haslip / bass
Terence Blanchard / trumpet
and many more


Aufnahmedetails

Songs chosen from the albums:
Jazz Is A Spirit (ACT 9408-2, 2002)
Nguyên Lê: Purple - Celebrating Jimi Hendrix (ACT 9410-2, 2002)
Structure (ACT 9427-2, 2004)

This Compilation mastered by Klaus Scheuermann
Cover Photo by Peewee Windmüller


„Ouuuh Mann, die hat was drauf! Die ist gut, Mann! Dieses kleine Mädchen kann spielen!" Was Dizzy Gillespie früh erkannte, ist heute unumstritten:Die 1965 in Medford, Massachusetts geborene Terri Lyne Carrington gilt heute als  „die bekannteste Jazz-Drummerin der Welt“ (Spiegel Online). Seit fast 25 Jahren ist sie nicht nur hinter den Trommeln an der Spitze der Jazzwelt vertreten, sondern auch als Komponistin, Arrangeurin, Produzentin und Dozentin. Sie spielt(e) mit den Weltstars des Jazz, darunter Herbie Hancock, Wayne Shorter, Al Jarreau, Stan Getz, David Sanborn, Joe Sample, Cassandra Wilson, Clark Terry und Dianne Reeves. Ihre GRAMMY-prämierte Karriere begann Terri Lyne Carrington bei ACT. „The ACT Years“ blickt mit 12 Stücken auf diese Zeit zurück und zeigt die Vielseitigkeit der faszinierenden Schlagzeugerin auf.

Mit „Jazz Is A Spirit“ begann 2002 die Zusammenarbeit. Gespickt mit Gaststars wie Herbie Hancock, Terence Blanchard und Wallace Roney setzte Carrington international ihr erstes musikalisches Ausrufezeichen. Das Album baut auf der amerikanischen Jazztradition auf und ist ein Bekenntnis zur afroamerikanischen Musik in all ihren Facetten. „The ACT Years“ präsentiert daraus das cool swingende „Middle Way“ mit Hancock und Blanchard in den Hauptrollen, ebenso wie das tranceartige, von afrikanischer Perkussion geprägte „Journey Of Now“.

Auf dem 2004 erschienenen Nachfolgealbum „Stucture“ trifft Carrington auf drei charakterstarke Individualisten: Saxofonist Greg Osby, Gitarrist Adam Rogers und Bassist Jimmy Haslip. „Ich bin nur so gut, wie die, mit denen ich jeweils spiele. Ich muss inspiriert werden, um wirklich zu brennen." Carringtons Devise kann hier durchaus für alle Beteiligten gelten. Ein Klang-Abenteuer der gegenseitigen Einfühlung auf ganz hohem Niveau ist „Structure“ geworden. Aus hoch anspruchsvollen, oft so filigranen wie kraftvollen – und nicht zuletzt so sinnlichen wie vertrackten – Kompositionen entsteht ein spannungsvoller Sog. Eng verzahnt und dicht ist das Zusammenspiel – bei einem Klangbild von höchster Transparenz.

Auf „The ACT Years“ sind „Mindful Intent“ und „Omega“ aus dieser Session vertreten und lassen uns die gemeinsame Experimentierfreude und das freie, facettenreiche Zusammenspiel dieser Traum-Band nachspüren. Bei Joni Mitchells weltpolitischer Klage "Ethiopia" setzt Carrington auch ihre Qualitäten als ausdrucksvolle Sängerin ein, für die sie 2012 für das beste Vocal Jazz Album mit einem GRAMMY ausgezeichnet wurde („The Mosaic Project“).

Zusammen mit Nguyên Lê zeigt sich Carrington von ihrer kraftvoll, rockigen Seite. Das Jimmy Hendrix Projekt „Purple“ ist heute ein zeitloser ACT-Klassiker. Lês  Hommage an den großen Rockgitarristen ist ein vielschichtiges, stark afroamerikanisch geprägtes Kultur-Puzzle, eine jazzig-weltmusikalische Neuerschaffung, die in eigenwilligen Arrangements Soundvorstellungen der Gegenwart mit den rohen Originalkompositionen kontrastiert: „Insofern war Terri Lyne der wichtigste Kontrapart für mich“, erzählt Nguyên Lê, „denn sie ist ein Symbol dieser Welt. Sie hat den nötigen Jazzhintergrund und eine enge Beziehung zu Hendrix’ Liedern. Und sie trommelt nicht nur fantastisch, sondern singt auch von innen heraus, als Frau, und das war für mich wieder diese wichtige Zusatzebene."

„The ACT Years“ führt mit dem Titelstück „Jazz Is A Spirit“ in Terri Lyne Carringtons musikalischen Kosmos ein. Vom Newjazz Sound und Hip-Hop Rhythmus getragen, gibt das Stück die Antwort darauf, was Jazz für die Künstlerin bedeutet: „Jazz ist ein Sich-Gehen-Lassen innerhalb von Grenzen, das logische Zersetzen von etwas, das du für unverrückbar hältst" und verweist damit auf die große Abbey Lincoln, die es auf den Punkt brachte: „Jazz Is A Spirit“. „The ACT Years“ fasst diesen Spirit eindrücklich zusammen.