Zurück zu Alben Details

Terri Lyne Carrington
Jazz Is A Spirit

Jazz Is A Spirit
Jazz Is A Spirit

Produktinformationen

Besetzung

Terri Lyne Carrington - drums
Herbie Hancock - piano
Greg Kurstin - piano
Gary Thomas - saxophones
Wallace Roney - trumpet
Terence Blanchard - trumpet
Kevin Eubanks - guitar
Paul Bollenback - guitar
Jeff Richman - guitar
Danny Robinson - guitar
Bob Hurst - bass
Malcolm-Jamal Warner - bass & spoken word
Katisse Buckingham - soprano saxophone
Ed Barguiarena - percussion
Darryl “Munyungo” Jackson - percussion


Aufnahmedetails

Recorded  at Master Control Studio, Burbank, CA
in February 2001
Engineers: Rich Breen, Dan Nebenzal, Matt Quave,
John Ugarte
Mixed by Charlie Pollack
Mastered by Stephan Marsh at Sony Music Studios,
Santa Monica, CA
Produced by Terri Lyne Carrington


Wenn sie über ihre lebenslange Begeisterung für den Jazz spricht, verweist Terri Lyne Carrington auf Herbie Hancock und Wayne Shorter, erinnert daran, dass diese Musiker sagten, sie spielten nicht Töne, sondern sie spielten das Leben. In der Tat schließt auch ihre eigene Musik tiefe Lektionen über unser gesellschaftliches und privates Leben mit ein, über das historische Geflecht, aus dem wir hervorgegangen sind, und darüber, wie wir uns aus ihm befreien können und es gleichzeitig weiterbefördern.

‘Jazz is a Spirit’ vermittelt Terris komplexe Verbundenheit mit der Tradition - in der sich großer Respekt für ihre Vorgänger mit der Herausforderung verknüpft, neue Gebiete zu erschließen. Wenn der Meister-Drummer Papa Jo Jones während der zweiten von Terris verblüffenden Kompositionen für Solo-Schlagzeug auf dieser CD spricht, dann evoziert er dabei seine eigenen Zeitgenossen, Musiker, die etwas weitergegeben haben, und spricht die Warnung aus, dass die Straßen der Zukunft - die Straßen der Freiheit, die Terri gewählt hat -

nicht leicht zu gehen sind.

Terri Lyne Carrington hat die Fertigkeiten, die sie heute als herausragende Größe des zeitgenössischen Jazz-Schlagzeugs ausweisen, schon während ihrer Jugend entwickelt und mit Schliff versehen - zu Zeiten, als sie mit Musikern wie Clark Terry, Oscar Peterson, Rashaan Roland Kirk, Dianne Reeves spielte, oder später in Auftritten mit Pharoah Sanders, James Moody, Cassandra Wilson, Lester Bowie und Stan Getz. In den letzten fünfzehn Jahren hat sie an einer eindrucksvollen Karriere geschmiedet - als Bandleaderin, als Begleiterin (mit zeitgenössischen Künstlern wie Al Jarreau und David Sanborn genau so wie mit großen Jazzern wie Wayne Shorter und Herbie Hancock), als Komponistin, Arrangeurin und Produzentin. Während dieses Prozesses hat sie aufregende Begegnungen von Tradition und Avantgarde, von Klassischem und Populärem, von Jazz, Funk und Rock auf die Bühne gebracht.

‘Jazz is a Spirit’ macht deutlich, dass sie enge Kategorien ablehnt ("Als Kunst der immer wiederkehrenden Momente reiner Kreativität ist Jazz ein Sich-Gehen-Lassen innerhalb von Grenzen, das logische Zersetzen von etwas, das du für unverrückbar hältst"). In der Tradition von Schlagzeugern wie Max Roach und Jack DeJohnette ist Terri ein starker Anker für die Rhythmusgruppe und befreit das Schlagzeug gleichzeitig von ihr, damit es die Reiseroute ausgeben kann. Nachdem sich ihr Herbie Hancock, Kevin Eubanks, Gary Thomas und Bob Hurst in einer spukhaften Hommage an Wayne Shorter angeschlossen haben, taucht das Schlagzeug als Reiseleiter wieder auf, der den Weg von Ost nach West, von der Vergangenheit durch die Gegenwart in die Zukunft vorgibt.

Terri Lyne ist all jene abgedroschenen Charakterisierungen ihrer Musik wahrscheinlich gründlich satt, die sich vor allem in Zusammenhang mit ihrem Geschlecht in Ehrfurcht ergehen. "Ouuuh Mann, die hat was drauf! Die ist gut, Mann! Dieses kleine Mädchen kann aber spielen!": Als Dizzy Gillespie das über die damals noch extrem junge Musikerin sagte, meinte er damit nicht unbedingt, dass er von einem jungen Mann mehr erwartet hätte.

Wie die Musik auf dieser CD absolut klarstellt, hat Terri die Art, wie wir über Frauen im Jazz denken, grundlegend geändert; und damit auch die Art, wie wir über Jazz denken. ‘Jazz is a Spirit’: In der Tat ist Jazz eine geistige Kraft, und dank Terri Lyne Carrington löst sie sich immer mehr von ihrer ausschließlich männlichen Geschichte. In jüngster Zeit wurde viel über Jazz und Demokratie gesprochen. Die führenden Teilnehmer dieser Diskussion täten gut daran, Terri Lyne Carrington genau zuzuhören. Ihre Musik sagt alles.

Angela Davis