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Solveig Slettahjell
Domestic Songs

Solveig Slettahjell - ©Knut Vaernes
Solveig Slettahjell - ©Knut Vaernes
Solveig Slettahjell - ©Knut Vaernes
Solveig Slettahjell - ©Knut Vaernes

Produktinformationen

Besetzung

Solveig Slettahjell – vocals, piano
Sjur Miljeteig - trumpet , vocals
Peder Kjellsby - harmonium, glockenspiel, guitar, percussion
Jo Berger Myhre - bass
Per Oddvar Johansen - drums
Olav Slettahjell - vocals (Oh, Sweetly)


Aufnahmedetails

Recorded by Sjur Miljeteig and Peder Kjellsby at Solveigs's Place, February 1 - 10, 2007
Mixed by Sjur Miljeteig and Peder Kjellsby at Sjur's Place, February 19 - 25, 2007 and May 12 - 13, 2007
Mastered by Giert Clausen at Fersk Lyd with Knut Vaernes
Produced by Sjur Miljeteig and Peder Kjellsby


Solveig Slettahjell hat ihr neues Album im eigenen Wohnzimmer aufgenommen.
Hier sind ihre Lieder zu Hause.

Schön, dass Sie da sind. Kommen Sie doch herein und fühlen Sie sich wie zu Hause. Das neue Album der norwegischen Sängerin Solveig Slettahjell ist eine Einladung. Zum Näherkommen, zum Verweilen, um Geist und Seele ankommen zu lassen. Domestic Songs nennt Solveig Slettahjell das neue Programm: häusliche Lieder. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen - die CD entstand buchstäblich im Wohnzimmer der Sängerin, am eigenen Flügel.

Das Ergebnis - eine Art Hausmusik des 21. Jahrhunderts - führt die Traditionen der voran gegangenen Alben mit dem Slow Motion Quintet fort, die ein überwältigendes Echo fanden, beim Publikum wie in der Presse. So schrieb Concerto über "Good Rain" (ACT 9713-2) "Modern, popig und wunderschön. Das norwegische Quintett erreicht mich sehr weiträumig, lebendig, liebevoll, poetisch, mehrdeutig, melancholisch und balladesk. Kostbare Musik, die einen schlicht umarmt", während die WELT der besonderen Qualität im Gesang der Norwegerin nachspürte: "Solveig Slettahjell ist eine von den musikalischen Sängerinnen, für die Gesang mehr bedeutet als das Absingen von Songs: mehr Körper, mehr Dringlichkeit, mehr Musik". Schon anlässlich des Vorgänger-Albums "Pixiedust" (ACT 9708-2) hatte das britische Jazzwise seine Leser eingestimmt: “By the end of her concerts you know you’ve experienced something unique” und der Independent on Sunday warnte gar “Incredibly moving… This is serious stuff”.

Zuhause ist kein Ort. Zuhause ist der Schatz der Erfahrungen, die unser Leben prägen. Solveig Slettahjell hat nie gezögert, diese Erfahrungen mit ihrem Publikum zu teilen. Ihr Studium, unter anderem bei Sidsel Endresen, der norwegischen Experimental-Gesangs-Ikone, schloss sie mit einem praktischen Forschungsprojekt ab: mit dem Slow Motion Quintet eröffnete sie "Eine neue Sichtweise auf Jazz und Pop durch Langsamkeit und Konzentration auf verborgene Hörschätze" (Hamburger Abendblatt). Im Frühjahr 2005 gewann sie für ihr Album "Silver" (ACT 9715-2) den "Spellemannsprisen", das norwegische Pendant zum Grammy, im Juli des gleichen Jahres wurde sie beim Internationalen Festival Molde Jazz mit dem „Radka Toneff`s Memory Award“ ausgezeichnet, das Kongsberg Jazzfestival schließlich verlieh ihr den mit 100.000 Kronen dotierten "Vital-Pris". Dieses Preisgeld - umgerechnet etwa 12.500 € - investierte Solveig Slettahjell in einen wunderschönen Steinway-Flügel und begann damit, sich beim täglichen Üben zuhause selbst zu begleiten.

So entstanden nach und nach die Domestic Songs. Als Folge gezielter Jazzförderung – und als Summe vielfältigster Hörerfahrungen: das gospelige Piano in "Match Perfect" erinnert Solveig daran, wie sie als junges Mädchen in der Kirche ihres Vaters sang. Die Blasorchester-Arrangements von "One Of These Days" und das Wiegenlied "Oh, Sweetly", das sie hier im Duett mit ihrem Bruder Olav singt, schaffen weitere Verbindungen. Und vom trockenen Keyboard-Groove, der in "Snowfall" mit dem wunderbar pop-farbigen Chor im Refrain wechselt, über die geradlinigen Lebensweisheiten von Tom Waits ("Time") und Dorothy Parker ("Inscription for the ceiling of a bedroom") spannt die Sängerin mit der "magischen Stimme" (STERN) den Bogen bis zu den späten Beatles, deren "Because" hier mit Harmonium, Trompete und Glockenspiel seine kongeniale Neuauflage im 21.Jahrhundert erfährt.

Solveig Slettahjell ist ganz zu sich selbst gekommen. Die Domestic Songs singt und spielt sie selbst am Piano und für nicht wenige davon hat sie auch Musik und Texte geschrieben. Die Ohrwurm-Qualitäten von "Snowfall" zum Beispiel, die umwerfende Liebeserklärung "I Do" und nicht zuletzt "Birds and Hopes", dieser tröstliche Blick in die Zukunft, zeigen sie als eigenständige Singer/Songwriterin. Doch Solveig Slettahjell ist alles andere als eine Diva, die auf Solopfaden alte Begleiter hinter sich lässt. Wenn auch das Slow Motion Quintet nicht auf dem Cover vermerkt ist, der Trompeter Sjur Miljeteig steht der Sängerin auch bei den Domestic Songs als Co-Produzent, Co-Autor und mit seinen einfühlsamen Bläsersätzen zur Seite, Drummer Per Oddvar Johansson und der junge Bassist Jo Berger Myrhe legen - wo nötig - verlässliche Fundamente. Pianist Morten Qvenild schenkte Slettahjell eine sphärische Melodie-Meditation über das Abendgedicht "Bed is too small". Peder Kjellsby schließlich, der schon lange zum engeren Freundeskreis des Slow Motion Quintet gehört, ist Co-Produzent der Domestic Songs und beteiligt sich auch an Harmonium, Glockenspiel und im Gitarren-Solo von "Because", mit sperrigem Sound zwischen Marc Ribot und Ry Cooder.

Eine Stimme. Ein Klavier. Aus dieser Beschränkung auf das Wesentliche schöpft Solveig Slettahjell die schlichte Eindringlichkeit ihrer Domestic Songs. Die singen dabei nicht etwa das weltfremde Lob des häuslichen Lebens, sondern beobachten genau – und beschreiben auch, was unter der Oberfläche verborgen liegt. "Slettahjells Gesang kann einem tatsächlich unter die Haut gehen" erkannte der Bonner Generalanzeiger im letzten Jahr. Und behält auch weiterhin Recht damit.