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© by Arek Wyderka
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Produktinformationen

Besetzung

Scott DuBois / guitar & conductor
Gebhard Ullmann / tenor sax & bass clarinet
Thomas Morgan / bass
Kresten Osgood / drums

Eva León / violin I
Conway Kuo / violin II
William Frampton / viola
Sarah Rommel / cello

Erin Lesser / flute
BJ Karpen / oboe
Elisabeth Stimpert / clarinet
Michael Harley / bassoon


Aufnahmedetails

Music composed and produced by Scott DuBois

Scott DuBois Quartet recorded by Thomas Vang
and assistant engineer Johan Jørgensen
at The Village in Copenhagen, Denmark on February 4, 2017

String quartet & woodwind quartet recorded by Ryan Streber
and assistant engineer Michael Quick
at Oktaven Audio in Mt. Vernon, New York on April 30, 2017

Mixing and mastering by Klaus Scheuermann

Produced by Scott DuBois


Cover art by Stanley Whitney:
Stay Song 3C, 2017, by permission of the artist


Das sich verändernde Licht des Frühherbstes. Vogelformationen, die durch Regen und Nebel gen Süden ziehen. Eiskalte Dezembernächte, in denen der Wind Geräusche heranträgt…

Mit beeindruckenden Klangbildern setzt Scott DuBois seine Reise durch die Jahreszeiten fort: „Autumn Wind“ ist die Vertonung der Naturereignisse eines Herbstes. Dabei arbeitet der 39jährige US-Gitarrist mit seinem bewährten Jazz-Quartett um Saxophonist/Klarinettist Gebhard Ullmann, Schlagzeuger Kresten Osgood und Kontrabassist Thomas Morgan. Mit einem Streich- und einem Holzbläser-Quartett erweitert DuBois seine Klangpalette und beschwört dramatische Landschaften voller Schroffheit und Anmut herauf.

2015 erschien Scott DuBois‘ gefeiertes ACT-Debüt „Winter Light“. Fono Forum nannte das Album „eine der zauberhaftesten Gitarren-Neuerscheinungen der letzten Zeit“; Concerto bescheinigte DuBois gar ein „atmosphärisches Meisterwerk“. Der Gitarrist und Komponist beschrieb darauf musikalisch den Ablauf eines Tages in ländlicher Winterlandschaft, vom ersten Morgenlicht bis zur Nacht. Auf „Autumn Wind“ finden sich nun drei Quartette vereint, um einen Klang-Zyklus des Herbstes wiederzugeben.

„Meine Kindheit in Chicago war geprägt von extremen Wetterbedingungen, sehr heißen Sommern und eisigen Wintern“, sagt DuBois. „Das versuche ich in meiner Musik abzubilden. Genauso lasse ich mich von Wolkenformen oder den Strukturen einer Baumverästelung inspirieren.“ Für sein Konzeptalbum ließ sich der Musiker erneut vom großen Dichter Ralph Waldo Emerson anregen. „Ich glaube an seine Idee von der Kunst, die uns vor unserem inneren Auge als Abbild der Natur offenbar wird.“

Noch bevor die Kompositionen standen, hatte DuBois die Idee, die Welt der Klassik- mit der der Jazz-Komposition und einem improvisatorischen Ansatz auf einem Album zu vereinen. Der Wahl-New-Yorker greift dabei auf komplexe Kompositionstechniken wie Minimalismus, serielle Rhythmik und das von Karlheinz Stockhausen geprägte Arbeiten mit Zufällen, die Aleatorik, zurück. Dennoch klingt hier nichts verkopft: „Autumn Wind“ ist eine erstaunliche Genre-Gratwanderung zwischen Meditation und Ekstase.

Scott DuBois lässt jeden der zwölf Songs mit einem anderen Ton beginnen. So baut sich das Album wie der Anstieg eines Berges auf, mit Klippen und Tälern, bevor es schlussendlich den Gipfel erreicht. Mit jedem Stück fügt der Komponist ein weiteres Instrument hinzu: auf die Solo-Gitarre folgt zunächst der Bass, dann die Bassklarinette und dann das Schlagzeug.

So beginnt „Autumn Wind“ zart und meditativ mit dem impressionistischen September. Im Oktober kommt erste Unruhe auf, so wie im elektrisierenden Gitarren-Saxophon-Duett auf „Mid-October Migration“. Mit dem düsteren November setzt auch das Streichquartett ein. Die „Aurora Borealis“, also die Polarlichter, werden mit Ambient-haften Sounds abgebildet, um sich dann in ein fulminantes Free-Jazz-Finale mit allen drei Quartetten zu steigern.

Neben dem eruptiven Klang von Gebhard Ullmanns Bassklarinette und dessen abwechselnd warmem und aggressivem Saxophon erdet die unglaublich dichte Rhythmusgruppe die Band des Gitarristen. Das luftige Schlagzeug des dänischen Schlagzeugers Kresten Osgood wird ergänzt vom Kontrabass des nicht nur in Avantgarde-Kreisen gefragten Thomas Morgan. DuBois kennt den Kalifornier noch von seiner Zeit auf der Manhattan School of Music. An der Musikhochschule traf DuBois auch einige der klassischen Musiker, die nun die beiden weiteren Quartette besetzen.

Seit einem ganzen Jahrzehnt spielt DuBois mit Ullmann, Osgood und Morgan zusammen. „Ich schreibe nicht mit dem Klang eines Instruments im Kopf, sondern spezifisch für Gebhard, Kresten und Thomas. Beim Komponieren und Improvisieren denke ich immer an die Gruppe. Und betrachte mein Spiel stets wie das eines Symphonie-Orchesters, selbst wenn ich nur für Solo oder Quartett komponiere.“

„Autumn Wind“ ist das anspruchsvollste Werk Scott DuBois‘ bisher. Ein komplexer und kontemplativer Genuss, so bereichernd wie ein herbstlicher Waldspaziergang.