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Rudresh Mahanthappa
Biografie

Rudresh Mahanthappa - © ACT / Jimmy Katz
Rudresh Mahanthappa - © ACT / Jimmy Katz

„Definitiv eine der stärksten Stimmen der Jazzszene“, schreibt All Music Guide über den New Yorker Altsaxophonisten und Komponisten Rudresh Mahanthappa. Als „begnadeten Konzeptionisten“ lobt ihn die Village Voice und The New Yorker befindet: „Mahanthappa zeichnet sich durch einen ins Innerste dringenden Ton aus und durch einen Zugriff, der einen am Kragen packt und es dem Hörer unmöglich macht, sich abzuwenden.“ Und Allaboutjazz äußert sich fast hymnisch: „Mahanthappa macht Musik wie derzeit kein anderer in dieser Stadt. Diese Art der Entwicklung und Vervollkommnung steht nicht einfach über der Norm; sie definiert die Norm neu.“

Zahlreiche Auszeichnungen und Preise dokumentieren ebenfalls, dass Rudresh Mahanthappa zu den kreativsten und innovativsten Jazzkünstlern seiner Generation gehört: Im Juli 2011 wurde Rudresh Mahanthappa im Rahmen des Downbeat Critics Poll zum Altsaxophonisten des Jahres gewählt. Nachdem er 2010 schon als „Rising Star Alto Saxophonist“ und „Rising Star Jazz Artist“ ausgezeichnet wurde, erhielt er den Preis nun erstmals in der Hauptkategorie und reiht sich damit in die Liga von früheren Preisträgern wie Ornette Coleman, Lee Konitz oder Kenny Garret ein. Außerdem kürten ihn die Jazzjournalisten Amerikas mit dem Jazz Journalists Association Jazz Award zum Altsaxofonist des Jahres. Dass es Rudresh Mahanthappa 2012 und 2013 abermals gelingt, diese Auszeichnungen zu wiederholen – wieder wird er Altsaxofonist des Jahres beim Downbeat Critics Poll und Jazz Journalists Association Jazz Award – untermauert eindrucksvoll seine Ausnahmestellung als der zur Zeit wohl wichtigste amerikanische Musiker auf seinem Instrument.

Als Sohn südindischer Auswanderer, die in den fünfziger Jahren in die USA gingen, wuchs der 1971 in Triest geborene Rudresh Mahanthappa in Boulder, Colorado, auf. Seine Eltern waren gläubige Hindus, doch es wurde Englisch gesprochen und westliche Musik gehört. Dementsprechend wurde das Saxophon das Instrument Mahanthappas. Nach der Schule wurde er vom Berklee College of Music in Boston angenommen - der wohl wichtigsten Jazz-Kaderschmiede der Welt. Dort lernte er den berühmten indischen Saxophonisten Kadri Gopalnath kennen, dessen Konzept, das westliche Instrument im Kontext mit der karnatischen Musik Indiens einzusetzen, ihn verblüffte und inspirierte. Auf einer Studienreise nach Indien lernte Mahanthappa dann erstmals die Heimat seiner Eltern näher kennen. In der südindischen Musik entdeckte er die komplizierten rhythmischen Strukturen, die er seither oft in seiner Musik verwendet.

Nach seinem Studienabschluss 1992 in Berklee (mit einem Bachelor-Degree) wurde Mahanthappa von Steve Coleman in die New Yorker Szene eingeführt. Über Coleman lernte er 1995 auch den Pianisten Vijay Iyer kennen, der durch dieselbe Herkunft und musikalische Sozialisierung wie Mahanthappa geprägt ist und bald sein – bis heute - wichtigster musikalischer Partner wurde. Vijay beschrieb ihre Beziehung einmal folgendermaßen: „Rudresh und ich gehörten zur ersten Generation indischer Amerikaner. Wir waren beide früh getrieben von Identitätssuche. Wer wir wirklich sind, oder zumindest eine Ahnung davon, haben wir durch die Musik erfahren.“ In Iyers Quartett wie mit dem eigenen machte Mahanthappa sehr rasch Kritik und Publikum auf sich aufmerksam – vor allem, seit er nach dem mit einem Master-Degree abgeschlossenen Jazz-Kompositionsstudium an der DePaul University in Chicago 1998 ebenso wie Iyer endgültig nach New York übersiedelt war.

Neben seinen Aktivitäten als Sideman, unter anderem bei David Murray, Tim Hagans, David Liebman, Greg Osby oder Dr. Lonnie Smith, leitet Mahanthappa hier nicht weniger als sieben eigene Ensembles: Das Duo Raw Material mit Vijay Iyer, das wechselweise besetzte Projekt Dual Identity, MSG mit Ronan Guilfoyle und Chandler Sardjoe, das Septett Dakshina Ensemble, die Indo-Pak Coalition (beide mit Kadri Gopalnath), das Mauger Trio und natürlich sein Quartett mit Iyer oder Craig Taborn am Piano, Francois Moutin am Bass und Elliot Humberto Kavee oder Dan Weiss am Schlagzeug. Mit diesen Bands, aber auch als Gastmusiker wie 2008 beim französischen Trio Dupont T, ist er regelmäßiger Gast auf den großen Festivals und in den wichtigen Jazz Clubs der Welt.

Als Bandleader innovativer Formationen, als Saxophonist mit stupender Technik wie als mit diversen Stipendien und Förderpreisen ausgezeichneter Komponist, der die Kultur seiner indischen Vorfahren mit einer Vielzahl von Einflüssen zu einer wahrhaft bahnbrechenden künstlerischen Vision verbindet, hat Rudresh Mahanthappa zuletzt höchste Anerkennung gefunden: Nachdem bereits sein Quartett-Album „Mother Tongue“ 2004 und „Raw Materials“ mit Vijay Iyer Aufsehen erregt hatten, wurde die CD „Kinsmen“ (mit Kadri Gopalnath und dem Dakshina Ensemble) 2008 von über 20 Zeitungen, Magazinen und Sendern (darunter die New York Times und die BBC) unter die besten Alben des Jahres gewählt. Noch mehr Auszeichnungen als bestes Album erhielt 2010 seine jüngste Veröffentlichung „Apex“ mit Saxophonlegende Bunky Green, Pianist Jason Moran und Schlagzeuger Jack DeJohnette. Danilo Perez‘ Album „Providencia“, an dem Mahanthappa beteiligt war, war 2011 für den Grammy nominiert.

Seit 2011 ist Rudresh Mahanthappa exklusiver ACT Künstler. Sein Debüt „Samdhi“ (ACT 9513-2) ist am 30. September 2011 erschienen. Zusammen mit David Gilmore (Gitarre), Rich Brown (Bass), Damion Reid (Schlagzeug) und „Anand“ Anantha Krishnan (Mridangam & Kanjira) verbindet Rudresh Mahanthappa hier seine Wurzeln aus der höchst komplexen Rhythmik und Melodik der indischen Musik mit der Energie und dem Vokabular des modernen Jazz – hochvirtuos und mit überwältigender Energie und Spielfreude.

Mit „Gamak“ (ACT 9537-2, Januar 2013) folgt Mahanthappa dem eingeschlagenen Weg, jedoch mit neuer Besetzung. Im rockigen Quartett mit David Fiuczynski (Gitarre), François Moutin (Kontrabass) und Dan Weiss (Schlagzeug) untermauert er seine Stellung als Wegweiser des Jazz. Spannende musikalische Wendungen und Überraschungseffekte werden gestützt von der stets vorhandenen Bindung der vier Instrumentalisten an Groove und Interaktion.

Rudresh Mahanthappa bei ACT:

2013: Gamak (ACT 9537-2)

2011: Samdhi (ACT 9513-2)