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Rigmor Gustafsson
When You Make Me Smile

Rigmor Gustafsson © ACT / Magnus Selander
Rigmor Gustafsson © ACT / Magnus Selander
Rigmor Gustafsson 1 © ACT / Magnus Selander
Rigmor Gustafsson 1 © ACT / Magnus Selander

Produktinformationen

Besetzung

Rigmor Gustafsson - vocals
Jonas Östholm - piano
Martin Höper - bass
Jonas Holgersson - drums
Magnus Lindgren - tenor sax, clarinet, flute (on 03, 05 & 11)
Patrick Skogh - trumpet & flugelhorn (on 03, 05, 09 & 10)
Karin Hammar - trombone (on 03, 05, 09 & 10)
Anders Wiborg - bass trombone (on 05, 09 & 10)
Jesper Nordenström - organ
Calle Rasmusson - percussion
Dalasinfoniettan conducted by Jonas Nydesjö

Special Guest: Eagle-Eye Cherry / vocals (on 12)


Aufnahmedetails

Music composed by Rigmor Gustafsson and lyrics by Tomas Bäcklund & Ollie Olson unless otherwise noted

Recorded by Ollie Olson at X-Level Studios, Stockholm, Sweden, February - April 2013
Assistant Engineer: Willem Bleeker
Mixed by Pal Svenre at Unit 7, Stockholm, Sweden
Mastered by Robert Hadley at The Mastering Lab, Hollywood, USA

Photos by Magnus Selander


Bezaubernd und bewegend!

Zur Fraktion der grüblerischen, introvertierten Sängerinnen hat Rigmor Gustafsson nie gehört. Auch die Blues-Ecke war nie ihr Ding, selbst wenn sie durchaus mit machtvollen Balladen zu berühren weiß. Dazu müsste sie sich doch sehr verstellen. Und Verstellung ist so ziemlich das Letzte, an das man bei Gustafsson, die auf einem Bauernhof in Värmland im Herzen Schwedens aufgewachsen ist, ihr Handwerk in New York lernte und in ganz Europa zum Star wurde, denkt: Stets trägt Gustafsson ihre Seele auf der Zunge. Mit ihrer Natürlichkeit begeistert sie ihre Zuhörer. Für dieses Publikum gibt sie alles von sich, und es ist bezeichnend, dass im Titel aller ihrer ACT-Alben das Wörtchen „You” vorkommt, so auch auf ihrem neuen, sechsten Werk „When You Make Me Smile”.

Schon immer hat Gustafsson gespürt, dass ihre Persönlichkeit am besten im melodiegetragenen, wohlklingenden Jazzgesang zur Geltung kommt. Gleichzeitig hat sie dafür immer wieder besondere Konstellationen und spannende Kombinationen wie mit dem Pianisten Jacky Terrasson („Close To You“)  oder dem radio.string.quartet.vienna („Calling You“) gesucht. Dem opulenten, womöglich Streicher-veredelten Jazz gehörte schon immer ihre besondere Liebe, was auch ihre Interpretation der Filmmelodien von Michel Legrand („On My Way To You“) zeigte.

Mit „When You Make me Smile“ geht sie jetzt richtig in die Vollen: Neben ihrer „working band“ mit den alten vertrauten Jonas Östholm am Piano, Martin Höper am Bass und Jonas Holgersson am Schlagzeug versammelt sie nicht nur eine illustre Schar von Gästen um sich wie den Holzbläser und Flötisten Magnus Lindgren, die Posaunistin Karin Hammar oder den Gitarristen Max Schultz, sondern vor allem auch ein fast 30-köpfiges Orchester. Mit der Dalasinfoniettan, einer der führenden, in vielen Stilen bewanderter Klangkörper Schwedens, erstrahlt die Musik mit sinfonischem Glanz und erhält farbenreiche Ausdruckskraft. Ein lange gehegter Herzenswunsch geht für Gustafsson damit in Erfüllung.

Und so erklingt auf „When You Make Me Smile“ orchestraler Vokal-Jazz, wie man ihn lange nicht gehört hat. Schon der Einstieg mit „Call Me Lonely“ erinnert mit seiner hymnischen Klangfülle an die Ära von groß inszenierten Meistern wie Tony Bennett oder auch Blossom Dearie. Gustafsson und ihre Begleiter kosten alle Möglichkeiten aus, die die große Besetzung bietet: Von Uptempo-Nummern wie „A Different Kind“ und  luftigen, an Burt Bacharach gemahnenden Songs wie „If Dreams Are Made of Sand“ über klassischen Swing wie „Blind As A Bat“,  leichten Bossa wie den Titeltrack und  kernige, Orgel-getränkte Soul-Nummern wie „I Get Along“  bis zu schrägen Neo-Blues wie „Woke Up On Sunday“ und berührend melancholischen Balladen wie „Stay, Stay, Valentines Day“. Auch ein Gesangsduett gehört sozusagen pflichtgemäß zu diesem Programm: Bei „Let It Go“ gibt es ein überraschendes Wiederhören mit Eagle-Eye Cherry, dem in Schweden aufgewachsenen und nach seinen Welterfolgen wie „Desireless“ in den USA wieder dort lebenden Sohn des Trompeters Don Cherry.

Obwohl, ja vielleicht gerade weil Gustafsson ganz offen an die Tradition anknüpft, ist „When You Make Me Smile“ vielleicht ihr persönlichstes Album geworden. Unverkennbar drückt sie allen Stücken ihren Stempel auf: beim Gesang mit ihrem strahlenden Timbre und ihren einmaligen Phrasierungen, wie auch beim gesamten musikalischen Konzept. Denn gemeinsam mit ihrem schwedischen Landsmann Ollie Olson hat Gustafsson nicht nur fast alle Stücke (bis z.B. auf Marvin Hamlischs James-Bond-Standard „Nobody Does It Better“) selbst geschrieben und das Album selbst produziert. Bedeutungsvolle Songs zu interpretieren, ist eine Kunst, sie zu schreiben, eine Gabe, die Gustafsson ebenfalls besitzt.

Und so ist das Ergebnis ein Spiegelbild von Rigmor Gustafsson geworden: bezaubernd und bewegend.