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Rigmor Gustafsson
Close To You - Celebrating Dionne Warwick

Jacky Terrasson, Rigmor Gustafsson - ©ACT / ANJA
Jacky Terrasson, Rigmor Gustafsson - ©ACT / ANJA
Rigmor Gustafsson, Jacky Terrasson - ©ACT / ANJA
Rigmor Gustafsson, Jacky Terrasson - ©ACT / ANJA

Produktinformationen

Besetzung

Rigmor Gustafsson - vocals
Jacky Terrasson - grand piano & Fender Rhodes
Sean Smith - doublebass
Eric Harland -Yamaha drums, percussion
Nils Landgren - trombone


Aufnahmedetails

Recorded by Philippe Gaillot at Recall Studios Pompignan, France on July 25 - 27, 2004. Assisted by Renaud van Welden
Mixed by Johan Norberg at Krubaston Studios, Stockholm, Sweden
Mastered by Klaus Scheuermann
Produced by Nils Landgren


"Dionne ließ die Musik strahlen!", schreibt die schwedische Sängerin Rigmor Gustafsson in den Linernotes zu dieser CD und erzählt davon, dass sie schon in ihrer Kindheit fasziniert war von Dionne Warwicks Stimme und einigen der Songs, die sie jetzt selbst interpretiert hat. Als "bescheidene Hommage an eine der größten Sängerinnen in der Geschichte der Pop-Musik" bezeichnet die jüngere Kollegin ihre eigenen Aufnahmen. Doch auch die strahlen – und das hat mehrere Gründe.

Da ist zum einen die ungemein biegsame, schlanke Stimme der schwedischen Jazz-Interpretin: Nach ihrem Auftritt beim Berliner JazzFest 2001 als "neuer Stern am Gesangshimmel" (Jazzthetik) gefeiert, stand sie letztes Jahr mit ihrem ACT-Debüt I Will Wait For You (ACT 9418-2) nur eine Woche nach der Veröffentlichung in Schweden an der Spitze der Jazzcharts und verdrängte immerhin Norah Jones von dieser Position, die die Amerikanerin 74 Wochen lang gehalten hatte.

Da ist zum anderen das ungemein feinfühlige, aber stets explosionsbereite Spiel des Jacky-Terrasson-Trios. Jacky Terrasson, der in Berlin geborene Sohn einer Afroamerikanerin und eines Franzosen, hat sich in den letzten Jahren nicht nur als Pianist von enormer Virtuosität profiliert, sondern auch als einer, der Evergreens von Charlie Chaplins "Smile" über Stevie-Wonder-Songs wie "Isn’t She Lovely" bis hin zu französischen Chanson-Klassikern ("Sous Le Ciel De Paris") mit völlig neuen rhythmischen, klanglichen und lyrischen Reizen aufladen kann.

Auf der "JazzNights"-Tour im Jahr 2003 lernten sich Rigmor Gustafsson und Jacky Terrasson kennen. Beide spielten damals nacheinander ihre eigenen Programme, Terrasson im Trio, Gustafsson mit dem Posaunisten Nils Landgren und dessen Band sowie dem Fleshquartet. Während dieser Tournee reifte zwischen beiden die Idee, einen gemeinsamen Dionne-Warwick-Tribut einzuspielen und im Juli 2004 trafen sie sich dann in Südfrankreich zu den Aufnahmen. Sie arrangierten alle Stücke gemeinsam, und wie schon bei I Will Wait For You übernahm auch hier Nils Landgren die Rolle des Produzenten.

Eine wichtige Rolle auf Close To You, benannt nach einem Warwick-Klassiker, spielen Songs, die das Autoren-Duo Burt Bacharach und Hal David einst der Gospel-geschulten Dionne Warwick, dieser Meisterin des weichen Timbres und der fließenden Modulation, auf den Leib schrieben. Ihre Hits aus den Sechzigern, wie "Walk On By" und "I’ll Never Fall In Love Again" oder nicht zuletzt die fröhliche Schlechtwetter-Ode "Raindrops Keep Falling On My Head", haben Rigmor Gustafsson und Jacky Terrasson für ihre Jazz-Huldigung ausgesucht. Doch auch Warwick-Songs aus späteren Phasen – hauptsächlich aus deren Album "Then Came You", etwa "Move Me No Mountain", zu dem Komponist Jerry Ragovoy die Musik schrieb – lagen Gustafsson am Herzen. Eine "kleine Kompilation von Dionne-Songs aus den Jahren 1963 bis 1993" nennt sie ihre CD auch.

Rigmor Gustafsson, Posaunen-Gast Nils Landgren und das Jacky-Terrasson-Trio, das mit Bassist Sean Smith und Schlagzeuger Eric Harland auch in der Rhythmus-Abteilung phänomenal besetzt ist, schaffen das Kunststück, einen ganz eigenen, transparenten Ton zu finden und dabei dennoch die Stimmung der Songs nah am Original zu halten. Die fließende Leichtigkeit und geschmeidige Melancholie von Warwicks Interpretationen schwingt im Hintergrund wie eine musikalische Erinnerung mit. Und die makellose Intonation und federleichte Phrasierung Rigmor Gustafssons schmiegt sich in die Melodien, als seien diese einst nicht für eine andere hochkarätige Sängerin geschrieben worden, sondern für ihre Verehrerin aus Schweden.

Selten stand Pop-Songs ein Jazzgewand so gut. Wie angegossen passen die neuen Sound-Kleider den souligen Klassikern, die dabei ihre Identität als Pop-Songs wahren und dennoch zu spannendem, aktuellem Jazz geworden sind. Sie leuchten und strahlen.