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Richie Beirach
Live at Birdland New York

Richie Beirach & Gregor Huebner © Laura Carbone
Richie Beirach & Gregor Huebner © Laura Carbone
Richie Beirach & Gregor Huebner © Laura Carbone
Richie Beirach & Gregor Huebner © Laura Carbone

Produktinformationen

Besetzung

Richie Beirach / piano
Gregor Huebner / violin
Randy Brecker / trumpet
George Mraz / bass
Billy Hart / drums


Aufnahmedetails

Recorded by Tyler McDiarmid live at Birdland New York,
August 25 & 26, 2012

Mixed and mastered by Klaus Scheuermann

Produced by the artists

Cover art by Philip Taaffe
Flowers, 1995, ACT Art Collection


Happy Birthday Richie Beirach und Gregor Huebner!

„Live at Birdland New York“ ist kein gewöhnliches Album. Es ist vielmehr eine Hommage an zwei bedeutende Lebensleistungen und ein doppeltes Geburtstagsgeschenk: Der amerikanische Pianist Richie Beirach wird am 23. Mai 70 Jahre alt, der deutsche Geiger Gregor Huebner am selben Tag 50. Über 20 Jahre währt bereits die musikalische Partnerschaft der beiden, die zugleich auch ein Stück ACT-Geschichte ist: Ihre im Trio mit George Mraz zwischen 1999 und 2003 entstandene Trilogie „Round About Bártok“, „Round About Federico Mompou“ und „Round About Monteverdi“ ist eine wegweisende Beschäftigung mit klassischen Komponisten aus der Sicht des Jazz, lange bevor dies zu einem Trend wurde.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Richie Beirach zu den bedeutendsten Pianisten der Jazzgeschichte gehört – als einer der Pioniere stiloffener, auf die Klassik zurückgreifender Improvisation, sowie als einer der energetischsten Tastenvirtuosen. In Brooklyn geboren, hatte er klassischen Unterricht bei James Palmieri, bevor er mit 20 an das legendäre Berklee College of Music nach Boston ging, wo er unter anderem bei Margaret Chaloff und Charlie Mariano studierte. Seine breite Ausbildung schloss er in den Siebzigern mit einem Kompositionsstudium an der Manhattan School of Music ab. Parallel dazu wurde er gemeinsam mit Dave Holland und Jack DeJohnette Mitglied der Band von Stan Getz. Die großen Namen des Modern Jazz begleiteten ihn fortan, darunter auch Chet Baker. Von 1973 bis 1976 gehörte er zur Band „Lookout Farm“ des Saxofonisten Dave Liebman, mit dem er danach immer wieder zusammenarbeiten sollte. 1976 debütierte er mit seiner ersten eigenen Band „Eon“, ein Jahr später mit seinem ersten Soloalbum „Hubris“. Von 1981 bis 1991 war er Gründungsmitglied von „Quest“, einem der wichtigsten Ensembles seiner Zeit, in dem auch seine langjährigen Wegbegleiter Billy Hart am Schlagzeug und George Mraz am Bass mitwirkten. Diese beiden spielten dann auch in den zwei eigenen Trios, auf die sich Beirach von Mitte der Neunziger an konzentrierte. Zum langlebigeren stieß 1996 ein junger Geiger, der zu seinem wohl wichtigsten Begleiter wurde: Gregor Huebner.

Der Stuttgarter Gregor Huebner studierte klassische Violine in seiner Heimatstadt und in Wien, bevor er zu einem Klavier- und Kompositionsstudium an der Manhattan School of Music nach New York übersiedelte und den Jazz für sich entdeckte. Als einer der wenigen Deutschen schaffte er den Durchbruch in der heißumkämpften amerikanischen Szene und blieb dort, um mit Größen wie John Patitucci, Mark Feldman, Uri Caine, Joe Zawinul oder Diane Reeves zu spielen. Huebners Alleinstellungsmerkmal und das verbindende Element zu Beirach ist seine Fähigkeit, „die Sprache beider Welten, die der Klassik und des Jazz, auf geniale Weise zu verstehen" (Süddeutsche Zeitung).

Von der unersättlichen Neugier und Improvisationslust, die Beirach und Hübner verbinden, ihrer Liebe zur Rhythmik, aber auch zum Spiel mit klassischen Formen, legt „Live at Birdland New York“ ein beredtes Zeugnis ab. Das mitreißende Konzert mit den ebenfalls fulminant aufspielenden Altmeistern Randy Brecker, George Mraz und Billy Hart ist Bestandsaufnahme und Querschnitt ihrer langjährigen Zusammenarbeit: Neben der Jam Session-artigen Interpretation des Standards „You Don’t Know What Love Is“, Huebners ruhig pulsierendem, sich bombastisch steigernden „African Heartbeat“, dem Beirach-Klassiker „Elm“ oder John Coltranes Bebop grundierte Improvisationsvorlage von „Transition“, standen natürlich auch zwei Klassik-Bearbeitungen auf dem Programm: „Around Bartók Bagatelle #4“, das in die jazzaffine Rhythmik und Harmonik des titelgebenden Musik-Revolutionärs eintaucht, und die feinsinnige, melodramatische und swingende Version der „Siciliana“ von Johann Sebastian Bach.

„Live at Birdland New York“ ist Dokument der langjährigen und intensiven Zusammenarbeit zweier Meister. Es ist zugleich aber auch ein Statement, dass die amerikanische Pianokoryphäe Richie Beirach kein altes Eisen, sondern lebendige Jazz-Gegenwart ist.