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Pawel Kaczmarczyk
Complexity In Simplicity

Pawel Kaczmarczyk - ©ACT / Ewelina Kowal
Pawel Kaczmarczyk - ©ACT / Ewelina Kowal
Pawel Kaczmarczyk - ©ACT / Ewelina Kowal
Pawel Kaczmarczyk - ©ACT / Ewelina Kowal

Produktinformationen

Besetzung

Paweł Kaczmarczyk – piano
Radek Nowicki – soprano & tenor saxophone
Tomasz Grzegorski – tenor saxophone, bass clarinet
Grzech Piotrowski – soprano saxophone
Łukasz Poprawski – alto saxophone
Jerzy Małek – trumpet
Rafał Sarnecki – guitar
Wojciech Pulcyn – double bass
Michał Barański – double bass
Łukasz Żyta – drums
Paweł Dobrowolski – drums
Bogusz Wekka – percussions


Aufnahmedetails

Recorded and mixed 2009 at Tokarnia Recording Studio by Jan Smoczyński
Mastering by Klaus Scheuermann at 4ohm music, Munich

Produced by Pawel Kaczmarczyk

Cover art: "e per la musica", multiple by Werner Büttner © 2000 / ACT ART COLLECTION


Dem Jazz, wie wir ihn kennen, würde ohne Impulse aus Polen etwas fehlen. Es waren Musiker wie Krzysztof Komeda und Tomasz Stańko, die den in die Freiheit drängenden Sound von Miles Davis und John Coltrane selbstbewusst in ein eigenes europäisch geprägtes Vokabular übersetzten. Und damit nicht nur die Jazzszene ihrer Heimat begeisterten, sondern weltweit als Inspirationsquelle für Musiker dienten.
Jazzmusiker der jüngeren Generation wie Leszek Możdżer oder Marcin Wasilewski gehören in ihrer Heimat wie Popstars zu den „household names“, und machen auch jenseits der polnischen Landesgrenzen auf sich aufmerksam. Der 25-jährige Pawel Kaczmarczyk ist auf dem besten Weg, es ihnen gleichzutun, seit das polnische Fernsehen 2005 sein Album Live mit dem KBD Trio zum „Album des Jahres“ kürte und er im gleichen Jahr den Großen Preis der polnischen Jazz Society MELOMANI, den sogenannten „Jazz Oscar“, verliehen bekam. Die Leser des renommierten polnischen Magazins Jazz Forum wählten ihn seit diesem Zeitpunkt regelmäßig zur „Hoffnung des Jahres“ und seine erste Veröffentlichung als Bandleader, Audiofeeling, zum „Album des Jahres“ 2007. Mit dem ACT-Debüt Complexity in Simplicity betritt Pawel Kaczmarczyk mit seiner Audiofeeling Band nun das internationale Parkett.
Die Besetzung der Audiofeeling Band, ein Kollektiv der Freunde, deren spezifische Beiträge einfach unverzichtbar sind, variiert vom klassischen Trio-Format bis hin zum Septett. „Audiofeeling“ nennt der Pianist darüber hinaus auch das breite Klangspektrum seiner musikalischen Persönlichkeit, welche er im reichhaltigen Besetzungs-Tableau ideal ausleben kann.
„Vielfalt“ ist sowohl eine treffende Beschreibung für die gegenwärtige Jazzszene Polens, wie auch für Complexity in Simplicity: Das robust zupackende Quintett in „Logan“ eröffnet das Album mit polyrhythmischen PostBop-Strukturen, die sich übereinanderschichten. Im Trio lotet Kaczmarczyk mit gleichsam angehaltenem Atem die schlichte Schönheit von Elton John’s Ballade „Blue Eyes“ aus. Das Titelstück „Complexity In Simplicity“ ist eine Kollektivimprovisation, behutsam wie Spinnweben verknüpfen sich Kaczmarczyks schlanke Linien mit den dichter werdenden Grooves. „Catch More Chicks“ ist souliger Jazzfunk und die hardboppige „Homage To Freddie“ eine Hommage an den Ende 2008 verstorbenen Trompeter Freddie Hubbard. Mit dem lyrischen „Elegy For E.S.T.“, erinnert Kaczmarczyk an den 2008 verstorbenen schwedischen Pianisten und Mastermind von e.s.t., Esbjörn Svensson. Diesen lernte er 2004 auf einem Festival persönlich kennen. Svensson lobte den polnischen Pianisten für sein Konzert, ging dann selbst auf die Bühne und spielte ein „unglaubliches Konzert“ erzählt Kaczmarczyk. „Danach kaufte ich mir gleich mehrere seiner CDs. Und ich träumte davon, welche Ehre es wäre, irgendwann einmal selbst für ACT aufzunehmen. Mit Complexity in Simplicity wird dieser Traum jetzt wahr.
Um Komplexes ganz einfach, aber trotzdem aufregend klingen zu lassen, bedarf es entweder großer Erfahrung oder eines einzigartigen Talents wie jenes von Pawel Kaczmarczyk. Der Pianist erzählt mit seiner Band wunderbar vielschichtige Modern Jazz-Episoden von großer Abenteuerlust: Verspielte Klanggewebe und Powerplaying, extrovertierter Up-Tempo Jazz und in sich gekehrte Balladen, Swingverwurzelung, Hard Bop und Avantgarde-Phantasien, Bläserpassagen und vor allem ein Klavierspiel im Experimentierfeld zwischen Bill Evans, Esbjörn Svensson und Brad Mehldau - Pawel Kaczmarczyks musikalisches Kaleidoskop ist so vielschichtig, dass man es ganz einfach auf einen Nenner bringen kann: hörenswert!