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Nils Landgren
Swedish Folk Modern

Swedish Folk Modern
Swedish Folk Modern

Produktinformationen

Besetzung

Nils Landgren - trombone
Esbjörn Svensson - piano


Aufnahmedetails

Recorded by Jan Ugand at Atlantis Studio, Stockholm, Sweden on August 9 - 11, 1997
#14 recorded live in Prague, February 17, 2001
Mixed by Jan Ugand
Produced by Siegfried Loch


Swedish Folk Modern erschien 1998 und war die erste Duo Zusammenarbeit zwischen Nils Landgren und Esbjörn Svensson. Damals schrieb der bekannte Jazzpublizist und Pianist Michael Naura "Versäumen Sie bloß nicht die CD Swedish Folk mit dem schwedischen First-Class Improvisateuren Nils Landgren (Posaune) und Esbjörn Svensson (Klavier) Endlich mal wieder Schönheit nach all dem Müll auf dem Markt." Diese CD Veröffentlichung sollte sich zu einem internationalen Erfolg entwickeln, dem 2001 die CD Layers Of Light (ACT 9281-2) folgte.
Dazwischen lagen ausgedehnte Konzertreisen, unter anderem auch am 17. Februar 2001 in Prag. Von diesem denkwürdigen Konzert wurde der Titel Lapp-Nils Polska als Bonustrack auf die Wiederveröffentlichung von Swedish Folk Modern hinzugefügt. Eine äußerst interessante Wiederbegegnung mit einem Klassiker.
Jazz ist Weltmusik im besten Sinne des Wortes. Schon zur Zeit seiner Entstehung um die letzte Jahrhundertwende im multikulturellen Schmelzkessel von New Orleans war es eine Mixtur mit primär afrikanischen und europäischen Wurzeln - heute ist Jazz für viele die wichtigste musikalische Ausdrucksform des 20. Jahrhunderts. Nirgendwo sonst wurde die gesellschaftliche Utopie von "Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit" so überzeugend in eine Realität umgesetzt wie im Jazz: Die Freiheit des Einzelnen in einer Gruppe Gleicher. In keiner anderen Musikform kann ein Musiker jederzeit sein Instrument nehmen und mit Gleichgesinnten spontan spielen. Das war im Jazz schon lange geübte Praxis, bevor das Wort von der Globalisierung die Köpfe der Menschen eroberte.
Als afro-amerikanische Musiker wie John Coltrane in den 60ern ihr musikalisches Erbe wiederentdeckten und zu einem wichtigen Teil ihres musikalischen Vokabulars machten, begannen auch europäische Musiker wie Bengt-Arne Wallin die Faszination ihrer eigenen reichen und musikalisch bedeutenden Folkmusik für sich und den Jazz zu entdecken. Quincy Jones, der zu diesem Zeitpunkt in Schweden lebte, hatte Wallin 1962 zur Aufnahme "Old Folklore in Swedish Modern" angeregt - eine Schallplattenproduktion, die heute als Geburtsstunde des World-Jazz "Made In Europe" gilt.
Für ACT ist World-Jazz zentraler Mittelpunkt des Produktionsspektrums. Von "Jazzpaña" Vince Mendoza - Arif Mardin (ACT 9212-2), "The Afro-American Epic Suite" Yusef Lateef (ACT 9214-2), "Europeana" Michael Gibbs - Joachim Kühn (ACT 9220-2) bis "Tales From Viêt-Nam" Nguyên Lê (ACT 9225-2) spannt sich der Bogen eines Musikprogramms ohne Grenzen.
Zu dieser Tradition bekennen sich heute fast alle bedeutenden Jazzmusiker Skandinaviens, so auch Nils Landgren und Esbjörn Svensson. Ohne Berührungsängste haben sie jetzt ihre eigene Hommage an die Volksmusik ihrer Heimat für ACT eingespielt und tragen dazu  bei, diese Musik lebendig zu erhalten.
Nils Landgren wurde 1956 geboren und wuchs mit der Musik seines Vaters, eines Jazz-Kornettisten und der Kirchenmusik seines Großvaters, eines Pastors, auf. Mit sechs begann er, Schlagzeug zu spielen, mit 13 entdeckte er die Posaune für sich. Sein Lehrer an der Stockholmer Musikhochschule war Bengt-Arne Wallin. 1981 lud Thad Jones Nils Landgren ein, Solo-Posaunist in seiner berühmten Band zu werden. Nachdem diese Band auseinanderbrach, gründete Nils 1983 seine erste Jazzrock-Band, 1987 nahm er gemeinsam mit Bengt-Arne Wallin "Miles from Duke" auf. Nils Landgrens Funk Unit entstand 1992 und nahm zwei international erfolgreiche Alben für ACT auf. Dennoch verlor Nils - genau wie sein Lehrer - nie die große Nähe zum eigenen musikalischen Erbe. 1995 nahm er in Zusammenarbeit mit Tomasz Stanko ein Album mit Kirchenmusik auf ("Gotland", ACT 9226-2). 1997 hat er nun mit seinem alten Freund Esbjörn Svensson "Swedish Folk Modern" eingespielt.
Esbjörn Svensson, Jahrgang 1964, wuchs in einer Familie auf, in der die Mutter Chopin hörte und der Vater Duke Ellington. Diese musikalische Mischung und seine ersten Experimente auf einer kleinen elektronischen Orgel bildeten die Basis, von der aus Esbjörn zu einem Pianisten von höchstem internationalem Ansehen wurde. Er hat mit vielen der bedeutendsten schwedischen Musiker gespielt, darunter Nils Landgrens Funk Unit (ACT 9243-2) und nahm vier Alben unter eigenem Namen auf, darunter das von der Kritik hochgelobte "EST Plays Monk" und die aktuelle CD "Winter in Venice". 1995 und 1996 wurde Esbjörn Svensson in Schweden zum "Jazzmusiker des Jahres" gewählt. Er sucht die Herausforderungen und das Unerwartete und geht dabei entschlossen über die mitunter engen Grenzen des Jazz hinaus. Mit Nils Landgren "Swedish Folk Modern" zu gestalten, war zugleich eine solche Herausforderung und ein Zeichen der musikalischen Verbundenheit.