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Nils Landgren
Fonk Da World

Fonk Da World
Fonk Da World

Produktinformationen

Besetzung

Nils Landgren - trombone, fluegelhorn, vocals
Magnum Coltrane Price - Fender bass, rap and vocals, synthesizers
Jesper Nordenström - Fender Rhodes piano, Hammond B3 organ, synthesizers
Robert Östlund - guitars, Hammond B3 organ solo on ''Calvados'', synthesizer, vibraphone
Niklas Gabrielsson - drums, vocals, congas on '' Fonk da world''

Guest Unit:
Magnus Öström - percussion
Per Ruskträsk Johansson - alto saxophone
Esbjörn Svensson - Fender Rhodes piano on '' What's up, What's up'','' Booty Rock'' and ''New Morning''
Oscar Traugott - Handclaps on ''What's up, What's up''


Aufnahmedetails

Recorded and mixed by Jan Ugand at Nord Studio 3 Stockholm, Sweden in June 2001
"Calvados" and "Riders on the storm" recorded by Fredrik Andersson
Produced by Esbjörn Svensson


Lobgesänge für den Funk-Himmel

Als die "tightest band I've ever played with" bezeichnet Nils Landgren, der Mann mit der metallic-rot lackierten Posaune, diesjähriger Leiter des traditionsreichen Berliner JazzFests, seine Funk Unit. Wer je einen Auftritt der Gruppe erlebt hat, weiß, was Landgren damit meint: Ungemein kompakt ist das Zusammenspiel des Quintetts, es schwingt sich mit bestechender Mühelosigkeit in treibende Rhythmen ein, lässt die Klänge fließen und vorwärtspreschen. Mit einem Wort: Es hat Groove. Bei unzähligen Auftritten von Stockholm über Montreux bis Peking hinterlässt es regelmäßig ein jubelndes Publikum, das sich aber nicht nur daran freuen kann, dass der Rhythmus so gut in die Beine fährt: Landgren, als hochprofilierter Jazz-Instrumentalist, versteht es mit seinen subtil zwischen den Stilen changierenden Soli immer wieder, die ausgelassene Tanzmusik ins Konzertante zu heben.

Seit zehn Jahren gibt es die Funk Unit jetzt. Sie feiert das Jubiläum mit einer CD, deren Name schon immer Programm der Band war: "Fonk da World". Auf ausdrücklichen Wunsch von Landgren wurde dabei kein Gipfeltreffen der diversen illustren Gaststars inszeniert, mit denen die Formation seit ihrem internationalen Durchbruch aufgetreten ist – von Maceo Parker, Fred Wesley und  den Brecker Brothers bis Till Brönner und Airto Moreira. Für Landgren, gemäß seinem oben zitierten Ausspruch, ist die Funk Unit selbst der Gipfel: Das Jubiläum musste also ihr allein gehören. Motto: Funk Unit pur. Ausnahmen: In drei Stücken ist ein alter Weggefährte vertreten – Pianist, Komponist und Produzent Esbjörn Svensson, der mit seinem Trio EST in jüngster Zeit zum europaweit gefeierten Shooting Star wurde. In der kleinen "Guest Unit" außerdem mit von der Partie: EST-Schlagzeuger Magnus Öström und Altsaxophonist Per Ruskträsk Johannsson.

Eine Vermissten-Anzeige wird so schnell kein Hörer aufgeben. Was die Band in den 13 Nummern der CD an Farbenreichtum und Energie rüberbringt, packt auf Anhieb. Im reifen Sound einer traumwandlerisch eingespielten Gruppe schillern und funke(l)n die stilistischen Querbezüge: In einer Doors-Hommage wird deren düstere Identifikations-Hymne "Riders On The Storm" mit flackernden Rhythmen und einer Rap-Einlage in eine andere Welt versetzt, straight und kantig hebt das Herbie-Hancock-Stück "Rock It" über einem wuchtigen Beat an, und der "Freedom Jazz Dance" des Jazz-Multitalents, Hit-Schreibers und Instrumenten-Erfinders Eddie Harris lässt Bläser-Klänge wie aufgescheuchte Geister um die Ecke huschen. Im Svensson-Stück "New Morning" darf sich zudem eine hingebungsvoll und satt gespielte Blues-Gitarre (Robert Östlund) nach schönster B.B.-King-Manier so richtig ausheulen: blaue Tränen aus sechs Saiten. Von selbst versteht sich, dass zu diesen Lobgesängen für den Funk-Himmel natürlich kein Konzertflügel gehört, sondern das gute alte Fender-Rhodes-Piano und das süffige Säuseln einer Hammond-B3-Orgel (Jesper Nordenström, Robert Östlund).

Ein unverwüstlicher Spiellust-Automat ist die Funk Unit, und die innere Power, von der sie getrieben wird, überträgt sich.  Das "ultimate goal" von Landgren & Co dürfte sich da leicht erzielen lassen: "Fonk da World" eben.