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5000 Miles
5000 Miles

Produktinformationen

Besetzung

The Funk Unit :
Nils Landgren - trombone & vocals
Per Ruskträsk Johansson - saxes & wooden flute
Robert Östlund - guitars & Hammond Organ
Esbjörn Svensson - Fender Rhodes, grand piano & keybords,
Magnum Coltrane Price - Fender Bass & vocals
Janne Robertson – drums

Guest Unit:
Henrik Janson - guitar
Johan Norberg - sitar guitar
Åke Sundqvist - percussion
Magnus Öström - percussion
Dan Berglund - accoustic bass

Special guests:
Don Alias - percussion
Till Brönner - fluegelhorn
Roy Hargrove - trumpet and fluegelhorn
Tim Hagans - trumpet
Viktoria Tolstoy - vocals
Fred Wesley (BMF) - trombone


Aufnahmedetails

Recorded by Jan Ugand at Atlantis Studios, Stockholm between March 1998 and July 1999
Additional recordings made at Nord Studios, Stockholm, Park Studios, Tutzing, Germany, Mountain Studios, Montreux, Switzerland
Hit Factory in N.Y.C. USA and Westviking Studios, Roxbury, Connecticut, USA
Mixed by Bruce Swedien at Westviking Studios
Mastered by Claes Persson at CRP Recording, Stockholm
Produced by Siegfried Loch with Nils Landgren


"Nils Landgren is one good reason for a jazz-funk renaissance" schrieb John Fordham im angesehenen Londoner The Guardian über "Live in Montreux" (ACT 9265-2). Jetzt überrascht "virtuoso trombonist Mr. Red Horn Landgren" sein Publikum erneut mit einem Album geballter Spielfreude sowie Gästen der internationalen Jazz-Spitzenklasse.

Thad Jones griff zu. Kurz nachdem der junge Trompeter Tim Hagans aufgrund extrovertierter Spielweise bei Woody Herman aus der Band geflogen war, hatte ihn schon die Konkurrenz unter Vertrag. Denn Jones suchte immer nach hervorragenden Jungtalenten, die sich in seinen Jazz Orchestern neben Größen des Geschäfts bewähren konnten. Die Tourneepläne waren voll und die Sympathie des Publikums ungebrochen. Schritt für Schritt puzzelten sich die Kontakte zusammen. Hagans lebte Anfang der Achtziger Jahre in Schweden und jammte gelegentlich mit Nils Landgren. Jones arbeitete viel in Kopenhagen und hörte über seinen Trompeter von dem begabten Posaunisten. Als es daran ging, den Bläsersatz für eine Italien-Tournee 1981 neu zu besetzen, läutete bei Landgren das Telefon. Der gerade mal 25jährige Aufsteiger der skandinavischen Jazz- und Studio-Szene hatte den Job als Lead-Posaunist in einer der führenden Big Bands seiner Zeit.

Wie bei Hagans gehört zu jedem der illustren Gäste von 5000 Miles  eine kleine Geschichte. Don Alias etwa kennt Landgren aus Salzau, wo sie gemeinsam auf der Bühne standen und sich spontan gut ergänzten. Roy Hargrove traf er ebenfalls beim Jazz Baltica Festival und jammte mit ihm bis in die frühen Morgenstunden. Fred Wesley gehört zu Landgrens musikalischen Hausgöttern. Schließlich hat der energische Posaunist von Count Basie bis George Clinton eine ganze musikalische Ära mit pointierten Tönen garniert. Till Brönner wiederum war schon auf Paint It Blue  zu hören und Viktoria Tolstoy wurde vom Esbjörn Svensson Trio auf Tournee und CD begleitet. Alles alte Freunde also, die auf 5000 Miles  ihr künstlerisches Quentchen zum Gelingen beitragen.

Diese gelöste Atmosphäre im Kreis der Gleichgesinnten ist das Geheimnis von Landgrens prägnantem Ensemble-Sound. Denn Funk lebt von Spaß, Sponaneität und einer Prise Übermut, die sich in der Musik als Intensität, Gestaltungslust und Groove wiederfindet. Dort, wo der Jazzer mit Abstraktion in immer neue Variationenshöhen vordringt, geht es dem Soul Man um die Erdung im Rhythmus, in der Unmittelbarkeit und im Gefühl. Die Verbindung der beiden musikalischen Welten und der persönlichen Stilvorlieben der Beteiligten gehört zur hohen Kunst des Arrangements und der vernetzten Inspiration, die Lässigkeit und Disziplin, Feeling und Reduktion zusammenführt. Landgren gelingt der Brückenschlag, denn er ist stilistisch in vielen Lagern zuhause. Spieltechnisch souverän und ästhetisch autonom kann er auf ein Fundament zurückgreifen, das von der klassischen Ausbildung über poppige Studio-Erfahrungen und knallige Live-Events bis hin zu kammerjazzigen Meditationen reicht.

Die Bandbreite der individuellen Ausdruckskraft überträgt sich auf seine Funk Unit, die auf diese Weise über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg zu einem ungewöhnlich heterogenen und dennoch komplexen Klangkörper herangereift ist. Seit den ersten musikalischen Gehversuchen 1981 und den großen Erfolgen mit Live In Stockholm (ACT 9223-2) und Paint It Blue  (ACT 9243-2) hat sich die kernigste Soul Jazz Combo Skandinaviens zu einer internationalen Supergruppe entwickelt, die von Montreux bis Kanada euphorisch gefeiert wird. Das Album 5000 Miles  (ACT 9271-2), das zwischen März 1998 und July 1999 im Stockholmer Atlantis Studio entstand, setzt die bisherige musikalische Linie fort und ergänzt sie um ungestüme, konzentrierte, sanfte Momente. Vom Björk-Cover Venus As A Boy  im hypnotisch pulsierenden Slow Beat über das langsam zum Trancegebilde anwachsende Titelstück bis zum fröhlich groovenden Da Fonk  entwirft 5000 Miles  eine Bestandsaufnahme interpretatorischer Möglichkeiten im Spannungsfeld zwischen schwarzer Tradition und weißer Reflexion. Kein Kulturkreis versucht jedoch, den anderen zu übertrumpfen, denn die Symbiose ist bestimmt von gegenseitiger Hochachtung vor den musikalischen Errungenschaften der Partner. So klingt Nils Landgrens Funk Unit ehrlicher, authentischer und kompakter denn je. Ein pfiffiges Klangresümee auf dem Sprung ins kommende Musikjahrtausend. Und ein Ausblick auf die kreativen Perspektiven einer Band, die gerade erst anzufangen scheint, sich ihrer immensen Möglichkeiten bewußt zu werden.