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Mo' Blow
For Those About To Funk

Mo' Blow - ©ACT / Dirk Mathesius
Mo' Blow - ©ACT / Dirk Mathesius
Mo Blow - ©ACT / Dirk Mathesius
Mo Blow - ©ACT / Dirk Mathesius

Produktinformationen

Besetzung

Felix F. Falk / saxes, didgeridoo, perc
Matti Klein / rhodes
Tobias Fleischer / bass
André Seidel / drums

Guests:
Nils Landgren / trombone (on 1, 3, 6)
Torsten Goods / guitar (on 4, 9)
Magnum Coltrane Price / vocals (on 3)
Magnus Lindgren / tenor sax, flute (on 3, 8)


Aufnahmedetails

Produced by Nils Landgren

Recorded by Marco Birkner at P1 Studio Berlin, edited by Stuart McLean at SMS Studio Berlin, mixed and mastered by Klaus Scheuermann. Additional Production by Tobias Fleischer.


Ein Land, in dem beim Jazz immer noch gerne auf eins und drei mitgeklatscht wird, ist nicht gerade ein Hort von Soul und Funk. Wer die Berliner Jungs von Mo’ Blow aber hört, wird eines Besseren belehrt, denn das von der Berliner Zeitung als eine der heißesten Club Bands bezeichnete Quartett hat den schwarzen Groove im Blut. „For those about to Funk“ heißt dann auch folgerichtig ihr ACT-Debüt und Mo’ Blow lösen damit das Anforderungsprofil der „Young German Jazz“-Reihe mustergültig ein: Erfrischend anders sind sie, unkonventionell und gegen den Strich, mit dem gewissen Etwas und von internationalem Format.

Ein Auslandsaufenthalt des Mo’ Blow Masterminds und Saxophonisten Felix F. Falk wurde zur Keimzelle der Band: Sein Studienjahr in Liverpool 2002 brachte ihm nicht nur den Spirit der „Fab Four“, sondern ließ auch den Funk auf ihn überspringen. Noch in Liverpool gründete er mit „Sahnefunk“ die Urform der Band. 2003, zurück in Berlin, rekrutierte er neue Mitstreiter, mit denen er die Band in Mo’ Blow umbenannte. Zusammen mit dem Bassisten Tobias Fleischer, der ebenfalls in Liverpool, an Paul McCartneys „Institute For Performing Arts“, studiert hatte, dem Schlagzeuger André Seidel und Pianist Matti Klein war die Stammbesetzung gefunden. Das musikalische Spektrum erweiterte sich immer mehr um Jazz und Soul. Schnell erspielte sich die neue Formation den Ruf als energiegeladene Live-Band erster Güte. Als die Band 2008 beim Berliner Jazz & Blues Award antrat, war der Auftritt so überzeugend, dass sie sowohl von Jury als auch vom Publikum zum Sieger gekürt wurden.

Kein Wunder also, dass auch Nils Landgren, der ja mit seiner Funk Unit seit Jahrzehnten der europäische Statthalter in Sachen fette Grooves ist, hellhörig wurde, als ihn ein alter Freund auf Mo’ Blow aufmerksam machte. Er traf sich mit ihnen und war schnell überzeugt, beim nächsten Album als Gast und vor allem als ihr Produzent mitzuwirken. Im November 2010 war es soweit, und im Ostberliner P1 Studio – „ich liebte die funkige Atmosphäre dort“, berichtet Landgren - ging es Schlag auf Schlag: Bei zwei Stücken, darunter das rasende, mit Wah-Wah verfremdete „Mac Tough“ von Pat Martino, ließ Gitarrist Torsten Goods seine Finger übers Griffbrett fliegen, und schließlich kamen auch noch Magnus Lindgren und Magnum Coltrane Price, beide Mitglieder von Landgrens Funk Unit, von einem Auftritt aus Polen hereingeschneit. Bevor sie am Abend nach Stockholm weiterflogen, hatte Lindgren zwei Songs mit dem coolen Flow seines Tenorsaxophons und seiner Flöte veredelt, und Sänger Coltrane Price mit seinem Rap bei „Along Came Mag“ gewissermaßen das musikalische Credo von Mo’ Blow in Worte gefasst. Wer das Ergebnis dieser großartigen Session hört, spürt sofort, dass junge deutsche Jazzer mitreißend und auf eigene Art mit der Funk-Elite mithalten können. Herausragend sind alleine schon Falks markante Saxophon-Hooklines, aber auch Kleins vitales Rhodes, Fleischers fetter Bass und Seidels präzises Schlagzeug machen das Quartett zu einer wahren Energieladung.

Mit origineller Liebe zum Detail peppen Mo’ Blow ihren unvergleichlichen Sound aus Jazz, Funk und Groove würzig auf: Ob der taffe Uptempo-Reißer „Fried Chocolate“, das von Nils Landgrens Posaune aufgerauhte „Volkman’s Van“ oder das von Tobias Fleischers geslaptem Bass getriebene „Ricky The Lobster“ - jedes Stück bereitet pure Freude und den unbezähmbaren Drang sich zu bewegen. „Eleven Feels Like Heaven“ und „75% In Love“ kommen mit einem coolen Slow-Groove daher. Das von Falks Didgeridoo und Lindgrens Flöte untermalte „Mo’bilé“ mutet fast psychedelisch an. Und „Groomsman“ wechselt zwischen hartem Funk und Schmuse-Soul hin und her.

Mo’ Blow machen dem Jazz Beine: „For those about to Funk“ ist eine glänzende Visitenkarte eines denkbar energetischen Young German Jazz:

Mit der Serie „Young German Jazz“ hat ACT seit dem Jahr 2005 auf die wachsende Zahl einheimischer Jazztalente reagiert, die einen eigenen Weg gehen. Ihnen eine faire Chance im internationalen Vergleich und einen festen Platz im Programm zu geben, hat Schule gemacht - nicht zuletzt dank der Erfolge junger deutscher ACT-Künstler: Die „krasse“ Kombination von Jazz und Heavy Metal durch Jan Zehrfelds „Panzerballett“ etwa hat sich ein Publikum weit über Jazzenthusiasten hinaus erschlossen. Mit dem Trompeter Matthias Schriefl, dem Sänger Michael Schiefel oder den Jazz-Brüdern Julian & Roman Wasserfuhr präsentierten sich junge Wilde, die heute zu den nationalen Aushängeschildern gehören. Und mit Michael Wollny und dem Trio [em] fand man gleich zum Start der Reihe, die jungen deutschen Jazzer, die sogar den internationalen Durchbruch schafften. Wer sich in deutschen Landen umschaut weiß, dass weitere Erfolgsgeschichten folgen werden: Schöne Aussichten – Young German Jazz.