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Joko
Joko

Produktinformationen

Besetzung

Miki N'Doye - drums, percussion, vocals, kalimba
Paolo Vinaccia - drums, percussion
Sveinung Hovensjø - bass
Jon Balke - electric piano
Bugge Wesseltoft - keyboards
Erik Balke - saxophone
Torbjørn Sunde - trombone
Jens Petter Antonsen - trumpet
Solo Cissokho - kora, vocals
Alhagi N'Jing - tamma
Mandate (choir):
Reza Aghamir , Heine Totland , Fredrik Otterstad , Rolf Asser - vocals


Aufnahmedetails

Recorded and mixed by Bugge Wesseltoft and Asle Karstad, at Bugges Room, 2000


Am 12. März 1944 begann Miki N'Doye’s Reise, die ihn auf einem langen Weg aus der brütenden Hitze Gambias in Zentralafrika beinahe bis zum Nordpol führte – genau genommen nach Norwegen. Das Warum und Wie ist eine interessante Geschichte und wird noch erzählt. Momentan halten wir aber mehr oder weniger das Resultat von Mikis Reise in unseren Händen.

Helge Linaae, norwegischer Kulturarbeiter, Musiker und eng mit Gambia verbunden, traf Miki Mitte der 70er Jahre in dessen afrikanischen Heimatland, wo sie eine Band gründeten, die vorwiegend für europäische Touristen spielte.

Das Reisebüro, das die Gruppe zur Unterhaltung der Touristen engagierte - die Mikis Musik im Herzen nach Hause mitnahmen -, spielte ebenfalls eine wichtige Rolle in Mikis Geschichte. 1976 organisierte es den elftägigen Flug in einem winzigen Flugzeug, mit dem Miki erstmals nach Norwegen kam. Ein weiterer wichtiger Teil von Mikis Reise war zu Ende – oder hatte gerade erst begonnen.

Mit Miki reiste ein ganz eigenes Gemisch aus Musikstilen seines Heimatlandes, das unter anderem von Wollof, Maningo und Jolla beeinflußt wurde. Viele norwegische Musiker, vornehmlich mit Jazzbackground, versuchten, ihre eigenen Ideen mit der Musik zu verbinden, die Miki und Helge aus Afrika mitbrachten. „Ich stellte fest, daß die norwegischen Musiker sehr an meiner Musik interessiert waren und schnell lernten“, sagt Miki. Das überrascht nicht, wenn man hört, auf welche hochkarätigen Musiker er traf und wer in seiner ersten Band war:

Die Balke-Brüder, Erik und Jon, die als Saxophonist und Pianist in den letzten 25 Jahren in großen Teilen Europas erfolgreich Karriere gemacht haben, der Bassist Sveinung Hovensjø, der in zahlreichen Bands von Gitarrist Terje Rypdal für das Fundament gesorgt hat und der vielseitige Schlagzeuger Finn Sletten.

Die erste Band hieß E’olen, was übersetzt soviel wie ‚Wach auf!‘ heißt. Von 1977 bis zur Auflösung Anfang der 80er Jahre war die Gruppe sehr erfolgreich. Auf E'olen folgte mehr oder weniger unmittelbar ein neues Projekt, Tamma (der Begriff steht für eine afrikanische Handtrommel). Das Konzept dieser Band war der vorhergehenden sehr ähnlich: Mikis afrikanische Wurzeln mischten sich mit Jazz. Jon Balke und Helge Linaae hatten die Gruppe verlassen, statt dessen gehörte jetzt der sehr ausdrucksvolle Trompeter und Sänger Per Jørgensen zur Band. Die Umbesetzung veränderte den Sound der Band, deren absoluter Höhepunkt der Karriere die Zusammenarbeit mit Ed Blackwell und Don Cherry am Moldejazz Festival 1984 war. Dieses Gipfeltreffen ist auch auf einer Live-Aufnahme dokumentiert.

„Das hat Riesenspaß gemacht,“ erinnert sich Miki. „Obwohl Don Cherry zu der Zeit nicht in Höchstform war, war dieses Experiment eine Erfahrung, von der auch heute noch alle Beteiligten zehren. Ed war sehr interessiert daran, was ich mache und woher meine Musik kam.“

Im Anschluß an die Tamma-Periode formierte Miki seine neue Gruppe Sabba - was in der Mandinkosprache 'drei' bedeutet. Die selbstverständlich aus drei Musikern zusammengesetzte Band bestand aus seinem alten Freund Helge Linaae als Percussionisten und dem Landsmann Demba Jobathe, der das traditionelle afrikanische Kora-Spiel beherrscht.

Die über 150 Schulkonzerte, die Sabba in ganz Norwegen spielten, trugen viel dazu bei, der jungen Generation Spannendes über andere Kulturen und deren Musik beizubringen.

Den größten Teil der 90er Jahre verbrachte Miki als Freelance-Musiker und spielte in den verschiedensten musikalischen Situationen. „Aber alle sagten mir immer wieder, ich solle mein eigenes Album nicht aus den Augen verlieren, und hier ist es!“ sagt Miki mit einem stolzen Lächeln. „Alle Musiker wie Jon Balke, Bugge Wesseltoft, Sveinung Hovensjø oder Paolo Vinaccia sagten sofort zu, als ich sie bat, bei den Aufnahmen mitzuwirken. Das macht mich sehr glücklich“ sagt der Masterdrummer. „Masterdrummer nennen sie mich immer, aber ich weiß nicht so recht, was sie damit meinen...“

Die Musik auf der CD trägt deutlich Mikis Stempel – zwei Stücke stammen noch aus der Zeit mit E'olen, alle anderen sind neu. Miki N'Doye spielte schon Weltmusik lange bevor man diesen Begriff überhaupt kannte. Und er ist immer noch auf der Reise, die er 1944 angetreten hat. Dieses Album ist der beste Beweis dafür, wohin ihn sein Weg zu Beginn eines neuen Jahrtausends gebracht hat.

Tor Hammerø, Oslo, Juli 2001