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Frankreichs neue Gesangshoffnung: Vocal Jazz mit Profil, Tiefgang und dem gewissen Etwas.
Sie ist die neue Vocal-Jazz-Sensation der an rauschenden Namen reichen Pariser Szene. Schnell wurde Tavanos außergewöhnliches Talent offenbar: ein musikalisches Universum zu schaffen, in dem Worte ebenso viel Gewicht haben wie die Noten. „Ich kann keine Musik ohne Worte machen“, bekennt sie. Allem, was sie singt, verleiht sie eine ganz besondere Bedeutung, gefunden im Widerhall ihrer eigenen Geschichte.
Neben „Vorbildern des Interpretierens“ wie Nina Simone und Billie Holiday beruft sich Tavano auf die verschiedensten Persönlichkeiten, auf Joni Mitchell „für ihre Kunst des Geschichtenerzählens“, auf Tracy Chapman „besonders für ihren Flow, ihre Art, Texte darzustellen“, oder auf Jacques Brel, der „etwas sehr genau freilegen kann.“
„Für mich gibt es keine Gesangstechnik“, sagt Tavano, obwohl es ihr daran nicht fehlt. „Wenn die Interpretation richtig ist, folgt die Stimme. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn sich das, was man fühlt, dem angleicht, was man ausdrückt."
Lou Tavano hat dieses Talent, uns sensibel zu machen und zu fesseln, wenn sie singt. Mit einer Stimme, die verzaubert.

Frankreichs neue Gesangshoffnung: Vocal Jazz mit Profil, Tiefgang und dem gewissen Etwas.

Sie ist die neue Vocal-Jazz-Sensation der an rauschenden Namen reichen Pariser Szene. Nun veröffentlicht Lou Tavano mit 29 Jahren ihr erstes Album. Ein Werk, das nicht weniger Aufmerksamkeit erregen wird als die feuerrote Haarpracht, die ihr Gesicht umgibt.

Trotz seiner Schlichtheit und scheinbaren Eindeutigkeit hat der Albumtitel ihres ACT-Debüts „For You“ mehrere Bedeutungen. Er richtet sich an alle und an einen ganz bestimmten: An alle, weil der Gesang dieser jungen Künstlerin, der seine Inspiration von innen heraus schöpft, nach außen zielt und danach verlangt, gehört zu werden. An einen, weil dies die Frucht einer langjährigen Zusammenarbeit ist: mit dem Pianisten Alexey Asantcheeff, der Tavano in der Pariser Musikszene zur Seite steht. Er ist der Autor der meisten Themen wie Stücke des Albums und der äußerst nuancierten und detailverliebten Arrangements, die das hintergründige und tiefe Timbre der Sängerin wie ein Etui umhüllen.

Begegnet sind sich Tavano und Asantcheeff über Duke Ellingtons „Satin Doll“. Sie, Tochter eines Rockschlagzeugers und mit klassischem Klavier groß geworden, bevor sie den Gesang als ihre musikalische Heimat entdeckte. Er, Sohn einer schottischen Mutter und eines weißrussischen Vaters. Ein Pianist, dessen Spiel von slawischer Melancholie durchdrungen ist. Als Asantcheeff Tavanos Stimme und Interpretation des bekannten Jazz-Standards hörte, spukte ihm nur noch ein Gedanke im Kopf herum: „…die Welt muss diese Stimme hören!“

Beide waren kaum älter als Zwanzig, als sie die Musik zum Liebesreich ihrer künstlerischen Zusammenarbeit machten und sich entschlossen, gemeinsam den Weg eines Jazz zu gehen, der sich aus ihren persönlichen Einflüssen zusammensetzt, von sinfonischer Musik, lyrischem Gesang, Jazz und Folk über die französische Chanson-Tradition bis hin zur balinesischen Musik.

Mit einer erstklassigen Band gespickt mit jungen Talenten aus Paris unterwegs, arbeiteten Tavano und Asantcheeff ihr Repertoire bis ins kleinste Details aus. Mit jedem Konzert reiften ihre Songs, bekamen Farbe und den Atem des Jazz eingehaucht.

Schnell wurde Tavanos außergewöhnliches Talent offenbar: ein musikalisches Universum zu schaffen, in dem Worte ebenso viel Gewicht haben wie die Noten. „Ich kann keine Musik ohne Worte machen“, bekennt sie. Allem, was sie singt, verleiht sie eine ganz besondere Bedeutung, gefunden im Widerhall ihrer eigenen Geschichte, ohne dass die Songtexte dadurch auf die autobiografische Dimension beschränkt bleiben würden. Auch wenn die Worte beim Schreiben eines Liedes immer an zweiter Stelle folgen – „es ist immer die Musik, die die Geschichte erweckt“ – kommen sie doch zuerst, wenn es um den Ausdruck geht. Jeder Komposition liegt eine Rahmengeschichte zugrunde, jedes Stück hat seine Widmung, ob versteckt oder ganz offen.

So ist es keine Überraschung, dass die Einflüsse, auf die sich Lou Tavano beruft, nicht nur auf der Landkarte des Jazz zu finden sind. Dieses Gebiet gibt ihrer Kunst den groben Anstrich, aber unter der Maßgabe, eine respektvolle Distanz zu bewahren – wie etwa in ihrer Version von „Afro Blue“, die sie nach Bali überführt. Neben „Vorbildern des Interpretierens“ wie Nina Simone und Billie Holiday beruft sich die Sängerin auf die verschiedensten Persönlichkeiten, auf Joni Mitchell „für ihre Kunst des Geschichtenerzählens“, auf Tracy Chapman „besonders für ihren Flow, ihre Art, Texte darzustellen“, oder auf Jacques Brel, der „etwas sehr genau freilegen kann.“ „Für mich gibt es keine Gesangstechnik“, sagt Tavano, obwohl es ihr daran nicht fehlt. „Wenn die Interpretation richtig ist, folgt die Stimme. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn sich das, was man fühlt, dem angleicht, was man ausdrückt."

„For You“ ist wie ein Frühlingshimmel, bei dem sich das durchbrechende Licht mit Gewitterwolken abwechselt. Das Fröhliche und Unbeschwerte kann schlagartig dramatischer Poesie oder melancholischen Impulsen weichen. Ein Album ohne Grenzen, das vom Außen- und Innenleben erzählt.

Lou Tavano hat dieses Talent, uns sensibel zu machen und zu fesseln, wenn sie singt. Mit einer Stimme, die verzaubert.