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Lars Danielsson
Liberetto II

Lars Danielsson Group (Öström, Tigran, Danielsson, Parricelli) 1 © ACT / Jan Soederstroem
Lars Danielsson Group (Öström, Tigran, Danielsson, Parricelli) 1 © ACT / Jan Soederstroem
Lars Danielsson Group (Öström, Tigran, Danielsson, Parricelli) 2 © ACT / Jan Soederstroem
Lars Danielsson Group (Öström, Tigran, Danielsson, Parricelli) 2 © ACT / Jan Soederstroem

Produktinformationen

Besetzung

Lars Danielsson / bass, cello, piano (on 01),piano melody (on 03 & 09)
Tigran / piano, fender rhodes
John Parricelli / guitar
Magnus Öström / drums, percussion, electronics

Special Guests:
Mathias Eick / trumpet
Dominic Miller / guitar (on 01)
Cæcilie Norby / voice (on 12)
Zohar Fresco / percussion & vocals (on 09)


Aufnahmedetails

Music composed by Lars Danielsson except 08 by Tigran and 10 by Lars Danielsson & Tigran

Produced by Cæcilie Norby
Executive Producer: Siggi Loch

Recorded at Tia Dia Studios Mölnlycke, Sweden by Bo Savik and Rainbow Studio Oslo, Norway by Jan Erik Kongshaug
Piano tuned by Beng Eriksson
Mixed and mastered at Rainbow Studio by Jan Erik Kongshaug

Cover art: “untitled 2010” by Martin Noël (1956 - 2010), by permission of Margarete Noël


„Never change a winning team” – die alte Regel im Sport findet auch in der Musik ihre Wahrheit: Wenn seelenverwandte und perfekt harmonierende Musiker zueinander gefunden haben, dann tun sie gut daran, gemeinsam weiterzumachen. „Liberetto II“ des schwedischen Ausnahmebassisten und - cellisten Lars Danielsson beweist dies eindrucksvoll: Vor drei Jahren fand er mit dem ehemaligen e.s.t.-Schlagzeuger Magnus Öström, dem britischen Gitarristen John Paricelli und vor allem im neuen Traumduo mit dem armenischen Pianisten Tigran ein Quartett, das seine Kompositionen und musikalischen Vorstellungen so punktgenau traf wie wohl wenige Ensembles zuvor.

Der Stern bescheinigte dem 2012 erschienen Liberetto - Debüt eine „ganz große Kraft“, die aus der Ruhe ihre Energie entfacht. Auf „Liberetto II“ lässt sich Danielsson mit seinem Quartett nun weiter treiben und erkundet neue musikalische Räume zwischen Kammerjazz, Klassik und europäischer Volksmusik. Die Melodie steht dabei immer im Mittelpunkt, ihre Entwicklung und kreative Verarbeitung steht - wie es schon Danielssons Titelwortschöpfung andeutet – gleichberechtigt in der Tradition formaler Prinzipien der europäischen Klassik wie der improvisatorischen Freiheit des Jazz. Das einigende Element ist keine Kopfgeburt wie es bei so vielen Crossover-Experimenten oft der Fall ist: „Musik zu verstehen ist gänzlich eine Sache des ehrlichen Gefühls. Wenn man beim Spielen zu viel nachdenkt, dann kann das Erzählerische, das Authentische, die Essenz der Musik verloren gehen. Darum fühlt es sich so natürlich an, Jazz zu spielen und zu hören, denn alles, was du brauchst, ist, dein Herz zu öffnen, die Musik einzusaugen und die Reise zu genießen. Und genau genommen gilt das für jede Art von Musik, weil Musik immer vom Herzen und nicht vom Kopf kommen sollte“, lautet Danielssons Credo.

Was damit gemeint ist, verdeutlicht beispielsweise ideal „Passacaglia“: Eine flinke, hier von Tigrans Klavier getragene Melodielinie lädt die anderen zur Gestaltung, rhythmischen Grundierung und Weiterführung ein; klassische Formen der Themenvariation und das Jazzprinzip von Thema, Bridge und Wiederaufnahme bilden den strukturellen Rahmen, innerhalb dessen sich jeder Musiker sehr frei bewegen kann.

Und Danielsson erweist sich erneut als Großmeister der Atmosphäre, der Kunst, aus einer melodischen Miniatur eine elegische Erzählung zu machen, der man sich emotional nicht entziehen kann; so wie eben bei „Miniature“ aus einem einfachen musikalischen Motiv ein melancholisches Gemälde entsteht.

Wie schon beim Debüt dieser Zusammenarbeit erweist sich Tigran als genialer und seelenverwandter Mitgestalter von Danielssons Ideen, gerade wenn sie aus der skandinavischen Volksmusik stammen. Der Kompositionsbeitrag des in Frankreich und den USA lebenden, aber ebenfalls von den Melodien seiner alten Heimat geprägten Virtuosen zum neuen Album heißt nicht nur „Swedish Song“, er belegt auch, was Danielsson schon bei der ersten gemeinsamen Arbeit feststellte: „Tigrans Songs klingen schwedischer als meine.“

Um „Liberetto II“ noch farbiger zu machen, holte Danielsson diesmal weitere Gleichgesinnte als Special Guests zu den Aufnahmensessions im legendären Rainbow Studio in Oslo sowie im Tia Dia Studio im schwedischen Mölnlycke dazu. Da ist zum einen Mathias Eick, der junge norwegische Trompeter, der wohl wie kein zweiter die Tradition des lyrisch-sphärischen nordischen Trompetentons weiterführt und zugleich modern interpretiert. Wie großartig das mit Danielssons musikalischem Konzept harmoniert, konnte man bereits auf dem 2009 erschienen Album „Tarantella“ hören: Hier auf „Liberetto II“ ist Eick - assistiert vom Sting-Gitarrist Dominic Miller - schon beim Opener „Grace“ die tragende Stimme, die Danielssons melodischer Idee unwiderstehliche Gestalt verleiht, genau wie beim darauf folgenden, fast klassischen, Triptychon „I Tima“, „II Blå“ und „III Violet“. Bei „Eilat“, zu dem Danielsson von einem Aufenthalt im Nahen Osten inspiriert wurde, baut konsequenterweise der israelische Perkussionist Zohar Fresco, mit dem Danielsson bei Leszek Możdżer spielt, die Stimmung mit auf. Ebenso logisch ist der Schlusspunkt des Albums: Mit lautmalerischen Vokalisen gibt Cæcilie Norby „Beautiful Darkness“ den letzten Schliff, ist sie doch nicht nur eine großartige Sängerin, sondern auch die Produzentin des Albums.

In letzter Instanz ist Musik eine Sache des Gefühls. Das meisterhaft besetzte Liberetto-Ensemble gibt Lars Danielsson die größtmögliche Freiheit, sich auszudrücken, um Klänge zu erschaffen, die in erster Linie eines sind: berührend.