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Produktinformationen

Schon als Teenager galt Julian Wasserfuhr als größtes deutsches Ausnahmetalent an der Trompete seit Till Brönner. Zusammen mit seinem Bruder Roman am Klavier bildet er ein unzertrennliches Paar. Ihre (Seelen-)Verwandtschaft kommt dem gemeinsamen Spiel zugute. Die Vertrautheit der Brüder verleiht der Musik einen entspannten und unangestrengten Charakter. Ob mit Trompete oder Flügelhorn, Julian ist kein Vertreter der Höher-Schneller-Weiter-Fraktion. Mit seinem warmen Ton schafft er atmosphärische Klangräume. Sein Bruder Roman ist mit seinem akzentuiert-strahlenden Klavierspiel an dem frischen, aber dennoch ausgereiften und luftigen Sound der Band nicht minder beteiligt. Nach ihrem hochbeachteten Debüt „Remember Chet“, das die Beiden als Teenager aufgenommen haben, starten sie in der deutschen Jazzlandschaft durch. Bald schon spielen sie mit Größen wie Nils Landgren, Lars Danielsson oder Wolfgang Haffner zusammen und finden zugleich immer mehr zu einem eigenen, charakteristischen, melodisch-atmosphärischen „Wasserfuhr-Sound“: „Ich mag den Mut zur Einfachheit, den die beiden besitzen. Das muss man sich trauen. Zu bewundern ist dann das Gegenteil von Angeber–Jazz“, bringt es der Schauspieler Matthias Brandt auf den Punkt.

Musik entsteht nie im luftleeren Raum. Orte, an denen sie gespielt wird, inspirieren und prägen ihren Ausgang, als wären sie ein weiteres Instrument. Es ist dieser kreative Anreiz, den Produzent Siggi Loch immer wieder für Julian und Roman Wasserfuhr sucht, um deren Spiel in einen neuen Kontext zu stellen. Vorher ungeahnte musikalische Blickwinkel werden so geöffnet. Nach ihrer musikalischen Reise ins schwedische Göteborg (2009) und der mitreißenden New York-Session im urbanen Brooklyn (2017) sind die zwei Brüder aus dem beschaulichen Hückeswagen bei Köln nun zu dem Lettercollum Studio von John Fitzgerald in der Region Cork gereist. An der Südküste Irlands gelegen bietet dieses normalerweise einen Hideaway für viele irische und englische Rockstars.

Erstmals mit dabei, der Cellist Jörg Brinkmann: „Auf Bass und Schlagzeug zu verzichten, gibt uns mehr Entfaltungsmöglichkeiten, es bringt eine größere harmonische Freiheit mit sich und erlaubt uns, in weiten Spannungsbögen zu denken. Die Musik schwebt dadurch mehr“, erklärt Julian das neue Spielkonzept im Trio.

Aber warum gerade Irland? „Das Studio in the middle of nowhere direkt am Meer gelegen bot uns ideale Voraussetzungen, kreativ zu werden. Für die Jahreszeit waren es ungewöhnlich schöne Tage, fast schon mediterran. Das versetzt einen dann schon mal in die richtige Stimmung. Irland war für Julian und mich immer schon ein Ort, den wir bereisen wollten. Die Kultur und die Lebensfreude der Iren haben uns imponiert. Dort  in die Pubs zu gehen und zu sehen, wie lebendig, unbekümmert und vor allem wie unvoreingenommen miteinander musiziert wird, das fanden wir beeindruckend“, erklärt Roman. „Und schließlich ist der irische Songschreiber und Sänger Gilbert O’Sullivan ein Künstler, dessen Musik wir sehr schätzen“, ergänzt Julian.

Natürlich spielen die Wasserfuhr-Brüder mit Jörg Brinkmann keine irische Volksmusik, aber der Name des Albums ist Programm: hier erklingt der typische Wasserfuhr-Sound mit einer entspannten Spielhaltung, die immer wieder irisches Lebensgefühl durchschimmern lässt. Ganz subtil gibt es aber auch melodische und harmonische Wendungen aus der irischen Musik zu entdecken oder, ganz konkret, direkte Bezüge: Eine Interpretation des O'Sullivan Hits „Clair“ sowie „Moondance“ des vielleicht berühmtesten Musikers Irlands, Van Morrisson. Schließlich entstand das Stück „Lettercollum“ unter dem unmittelbaren Eindruck der Irland Reise.

„Relaxin‘ in Ireland“ ist der ganz persönliche, in Noten umgesetzte Blick der Wasserfuhrs auf die grüne Insel im Atlantik. Es ist aber auch ein Album, das davon erzählt, was die Umgebung von West Cork mit dem Trio im Moment des musikalischen Schaffens gemacht hat.