Zurück zu Alben Details
Pure Joy
Pure Joy

Produktinformationen

Besetzung

Jens Thomas - piano
Christof Lauer - tenor & soprano saxophone


Aufnahmedetails

Recorded and Mastered by Johannes Wohlleben,
October, 15 - 16, 2002
24 bit digital recording at Bauer Studio Ludwigsburg, Germany
Produced by Jens Thomas and Christof Lauer


Sie gehörten zu den europäischen Jazz-Sensationen 2001. Als "eine der schönsten und spannendsten CDs" des Jahres wurde ihr Duo-Debüt "Shadows In The Rain" (ACT 9297-2) von der Presse gelobt. Stücke des Pop-Stars Sting interpretierten der Saxophonist Christof Lauer und der Pianist Jens Thomas darauf in wetterleuchtender Schönheit – als freie, jazzkammermusikalische Paraphrasen über so populären Themen wie "Every Breath You Take" und "Roxanne". Jetzt wagen die beiden einen Nachschlag. Aber diesmal ohne ein einziges geliehenes Stück. Alle Kompositionen der neuen CD "Pure Joy" stammen von Lauer und Thomas selbst.

Was Hörer am Debüt dieses Duos schätzten, zeichnet auch diese CD aus: die prägnanten, eingängigen Melodien über vorwärtstreibenden Klavier-Ostinati; die dynamische Flexibilität zwischen anschmiegsam-zarten Wendungen und kratzig-explosiver Energie; der packende, schillernde, manchmal urplötzlich ins Fahl-Expressive umschlagende Saxophon-Ton Christof Lauers; die schnörkellose Direktheit von Jens Thomas’ konturenscharfem Tasten-Spiel; und nicht zuletzt die Reaktionssicherheit eines Duos, das wie selbstverständlich miteinander verschmelzen und miteinander abheben kann. Einige der Kompositionen, etwa gleich die Eingangs- und Titelnummer von Jens Thomas oder auch Christof Lauers Gegenstück "Pure Purple", gehören zu den unmittelbarsten und zugleich feinsten, die man im aktuellen Jazz findet.

"Be Yourself": Auch dieser Titel einer Komposition von Jens Thomas könnte als Motto über den neuen Aufnahmen stehen. Auf die Melodien eines Sting oder anderer Song-Lieferanten, so wird schnell klar, sind diese beiden Musiker nicht angewiesen. Das zeigten sie bereits in drei eigenen, keineswegs im Vergleich zu den Popsongs schwächeren Stücken auf "Shadows In The Rain", und hier machen sie es noch deutlicher. Man merkt: Die Sting-Anleihen waren vor allem ein Katalysator für den eigenen Stil des Duos. Und der definiert sich etwa so: "Einfache, kompakte Kompositionen, wie es sie im Jazz sonst kaum gibt" (Christof Lauer) als Grundlage für eng miteinander verzahntes Spiel frei von schematisierten Jazz-Konventionen. Das sei, sagt Lauer, schon beim ersten Zusammentreffen mit Jens Thomas das Ideal gewesen, das beiden vorschwebte. Auf "Pure Joy" leben sie dieses Ideal aus: wild, zärtlich, raffiniert, eigenständig, bravourös.

Seinen "Traum-Duopartner" nannte Lauer, Jahrgang 1953 und seit den Achtzigern ein herausragender Solist des europäischen Jazz (immer wieder Partner von Altstars wie Albert Mangelsdorff und Heinz Sauer, daneben langjähriges Mitglied im United Jazz & Rock Ensemble), den rund 20 Jahre jüngeren Jens Thomas, einen Musiker, "der unglaubliche Ohren und einen eigenen, voller Überraschungen steckenden Stil am Klavier hat". Thomas gehörte vor zwei Jahren zu den europäischen Shooting Stars des europäischen Jazz, gewann viele Preise etwa mit seiner CD "You Can’t Keep A Good Cowboy Down" (ACT 9273-2) mit Interpretationen von Stücken des Filmmusik-Komponisten Ennio Morricone. Und auch er äußert sich überschwänglich über diese Duo-Zusammenarbeit: "Die Verbindung suchen, die Unterschiede nutzen, und wie Kinder einen Stern aufgehen sehen", das sei das Spannende und der "Joy" daran.

Eine Freude, die sich schon nach wenigen Takten auch auf den Zuhörer überträgt. Sting oder Morricone wird man nicht vermissen. Dafür um so mehr von Lauer und Thomas finden: zwei prägnante Stimmen des heutigen Jazz. Pure Joy eben.