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Jan Erik Kongshaug
The Other World

The Other World
The Other World

Produktinformationen

Besetzung

Jan Erik Kongshaug - guitar
Svein Olav Herstad - piano
Harald Johnsen - bass
Per Oddvar Johansen - drums


Aufnahmedetails

Recorded at Rainbow Studio, Oslo, Norway
on April 14 - 15 and May 6, 1998
Engineered by Jan Erik Kongshaug
Produced by Jan Erik Kongshaug


"Recorded At Rainbow Studio, Oslo. Engineer: Jan Erik Kongshaug." Diese Credits auf einem CD-Cover sind inzwischen zu einem  Gütesiegel für anspruchsvolle Jazz- und Folk-Aufnahmen auf höchstem klangtechnischen Niveau geworden.

Nach jahrelanger Freelancer-Tätigkeit im New Yorker Power Plant Station begann der Tonmeister Jan Eric Kongshaug 1983 damit, zusammen mit dem ECM-Chef Manfred Eicher, das Rainbow Studio aufzubauen. Inzwischen hat sich dieses legendäre Studio, in dem Kongshaug etwa 500, darunter über 200 für ECM aufnahm, zur Top-Adresse für hochwertige Digital-Aufnahmen entwickelt. Kongshaugs nagelneue 48-Spur-Maschine in 24bit-Auflösung kam auch seiner ersten Solo-CD zugute, die mit ihrer immensen Dynamik und Räumlichkeit den Ansprüchen der verwöhntesten HIFI-Freunde entspricht.

Was aber kaum einer außerhalb Norwegens weiß: Der 1944 geborene Kongshaug verdiente sein Geld schon lange vor seiner Tonmeister-Tätigkeit als Musiker und hat die Gitarre seither nie für längere Zeit aus der Hand gelegt. Nur eine eigene Platte hat er bisher nicht aufgenommen. Das hat sich jetzt geändert.

Zwischen seinen ununterbrochenen Engagements als Tonmeister fand Kongs-haug 1998 glücklicherweise die Zeit, einem Liebhaber-Projekt nachzugehen, das er schon viele Jahre mit sich herumtrug: Er machte sich an die Aufnahmen seines ersten Solo-Albums, ohne vorher eine Plattenfirma an der Hand zu haben. "Ich hatte einige Songs komponiert, die ich immer mal mit talentierten jungen Musikern aufnehmen wollte. Das Ganze startete als reines Studio-Projekt ohne große Pläne, doch jetzt scheint sich mehr daraus zu entwickeln", erzählt Kongshaug. "Erst nach den Aufnahmen sandte ich das Band an einige Firmen, und ACT-Chef Siggi Loch mochte es auf Anhieb."

Für sein Solo-Debüt brachte Jan Erik Kongshaug sechs eigene Stücke mit, die vor allem sein erstaunliches Talent als Balladen-Komponist aufzeigen. Man höre nur seine Ballads "The Other World" und "July First", die er mit zärtlicher Behutsamkeit und melodischer Eleganz entwickelt. Doch das Ganze wäre kein echtes Bebop-Album, wenn sich der Gitarrist nicht auch einiger Coverversionen annehmen würde - darunter etwa Songs von Sonny Rollins oder Dave Brubeck. Und mit "Like Someone In Love" wählte er einen sehr beliebten Evergreen aus, den sich übrigens selbst Björk schon mal vorgenommen hat. Daß er also auch als Realbook-Interpret eine hervorragende Figur abgibt, beweist Kongshaug mit unaufdringlicher Virtuosität und geschmeidiger Bebop-Handschrift.

Obwohl er durch seinen Tonmeister-Job einen guten Draht zu Jazz-Größen wie Keith Jarrett, Chick Corea oder Jan Garbarek hat, wählte er als Sidemen unbekannte Talente aus: "Ich traf die Leute hier in Oslo und fand sie sehr gut. Den Drummer Per Oddvar Johansen kenne ich jetzt seit drei oder vier Jahren, den Bassisten Harald Johnsen seit einem Jahr, und den Pianisten Svein Olav Herstad hörte ich einige Monate vor der Aufnahme zum ersten Mal. Sie spielten vorher schon als kompaktes Trio zusammen und waren einfach die perfekte Mannschaft für mich."

Klar, daß der Norweger es sich nicht nehmen ließ, im eigenen Rainbow Studio aufzunehmen. Die Aufnahme-Session lief schnell und familiär ab: "Wir waren drei kurze Tage allein im Studio. Ich saß während des Spielens im Kontrollraum; das Gitarrensignal meiner alten Yamaha Halbakustik ging direkt ins Mischpult - eine bewährte Gitarre übrigens, die auch John Abercrombie schon für einige Aufnahmen benutzte. Überhaupt war die ganze Session sehr spontan.