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Jacob Karlzon © ACT / Olaf Heine
Jacob Karlzon © ACT / Olaf Heine
Jacob Karlzon 1 © ACT / Olaf Heine
Jacob Karlzon 1 © ACT / Olaf Heine

Produktinformationen

Besetzung

Jacob Karlzon / piano, keys, synths & programming
Hans Andersson / bass
Robert Mehmet Ikiz / drums


Aufnahmedetails

Music composed by Jacob Karlzon, except 03 by U2

Produced by Jacob Karlzon & Lars Nilsson

Recording, sound design, mixed and mastered by Lars Nilsson at Nilento Studio,Gothenburg, March 2014.
Nilento Studio production team: Michael Dahlvid, Jenny Nilsson and Joakim Nilsson. Additional recordings at ChassRoom, Malmö

Cover art: Embroidered Explosion © by Jiri Geller, 2001


Das Beste aus zwei Welten

„Strahlend“. Wenn ein Wort sowohl die Musik, als auch die Persönlichkeit von Jacob Karlzon beschreibt, dann dieses. Unüberhörbar, aber fast schon Nebensache: Karlzon zählt zu den besten Pianisten Europas. Aber er will MEHR – klanglich, kompositorisch, konzeptionell. Und er schert sich dabei wenig um die Frage, welchem Genre man seine Musik nun zuordnen mag. Am liebsten spricht er von „improvisierter Instrumentalmusik“ und schöpft so lustvoll, wie geschmackssicher aus dem Besten zweier Welten – der Offenheit, Experimentierfreude und Energie des Jazz und der Kraft, Eingängigkeit und den Produktionstechniken des Pop. Und so ist auch sein neues Album „Shine“ zuallererst ein instrumentales Songalbum mit dem Karlzon ganz den Nerv der Zeit trifft – wie überhaupt die aktuelle Strömung außerordentlich erfolgreicher Piano-Grenzüberschreiter á la Nils Frahm, Olafur Arnalds oder Francesco Tristano, für die, so unterschiedlich sie auch sind, alleine die Musik zählt - woher auch immer sie kommen mag.

Mit „Shine“ führt Karlzon konsequent den Weg fort, den er mit seinem 2012 erschienenen ACT Debüt „More“ eingeschlagenen hat. Dieses war für alle Beteiligten spannendes, herausforderndes Abenteuer und erwies sich als Meilenstein in Karlzons Karriere. Die Financial Times schreib damals: „Ein Aufbruch ins Unbekannte – selbst im Klaviertrio lässt sich noch Neuland entdecken.“ Die Liveumsetzung der vielschichtigen Sounds und der komplexen Dynamik des Albums war eine weitere große Herausforderung, die Karlzon zusammen mit Bassist und langjährigem Wegbegleiter Hans Andersson und Drummer Robert Mehmet Ikiz, unter anderem „Motor“ der aktuellen Nils Landgren Funk Unit, bravourös meisterte: Mit gut 100 durchweg gefeierten Konzerten in den letzten zwei Jahren zählen „Jacob Karlzon 3“ zu den gefragtesten und erfolgreichsten Live-Acts ihrer Art.

Das neue Album „Shine“ profitiert hörbar von den live gesammelten Erfahrungen der nun mit allen Wassern gewaschenen, bestens eingespielten Band. So konsequent wie nie zuvor verfolgt Karlzon hier seine Vorstellung von einem eigenen Sound, der ein auf höchstem Niveau interagierendes, akustisches Trio mit elektronischen Elementen wie Samples, Overdubs und Synthesizern zu einer homogenen Einheit verbindet.

Und Karlzon vertieft und konzentriert auf „Shine“ weiter seine Vorstellung des instrumentalen Songwritings. Er sagt: “Dieses Mal wollte ich noch einen Schritt weiter gehen, als auf ‘More’. Die Platte bedient sich noch stärker der Produktionsmethoden des Pop und bezieht noch mehr unterschiedliche Ästhetiken ein, um den Charakter der einzelnen Songs hervorzuheben, ohne einen runden, schlüssigen Gesamtcharakter aus den Augen zu verlieren. Insgesamt ist alles noch klarer und kompromissloser, sowohl was das Songwriting, als auch das Spielen angeht.“ Das Ergebnis sind neun Songs, mal groovend und zupackend, mal zart, zerbrechlich und berührend und gleichzeitig ein absolut rundes Album, welches die unterschiedlichsten Einflüsse harmonisch miteinander in Fluss bringt und so mehr ist, als die Summe seiner Einzelteile.

Gleich das Titelstück „Shine“ macht all das hörbar. Es geht vom ersten Ton an ins Ohr und in die Beine. Über dem treibenden Grundgroove und der absolut eingängigen Melodie flirren und leuchten Synthi-Partikel und die Intensität kennt nur eine Richtung – nach oben. Und gleich im seinem ersten Solo macht Karlzon auch klar, wo pianistisch der Hammer hängt. „Leuchten“ ist das zentrale Motiv des Albums. Karlzon: “Aus musikalischer Sicht durchzieht das ganze Album ein sich ständig veränderndes Leuchten. Dieses variiert von der Morgensonne und dem Licht des Frühlings bis zum bittersüßen Schein des Abends, des Herbstes und Winters. Ich hoffe auch, dass diese Musik jeden einzelnen Hörer in seinem täglichen Leben ein bisschen zum Leuchten bringt. Ich wünsche mir, dass Menschen meine Musik in ganz verschiedenen Situationen hören, dass sie zu ihr tanzen, sich entspannen oder sie ganz konzentriert hören.“

Neben acht Eigenkompositionen findet sich mit dem U2 Klassiker “I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ auch eine Bearbeitung auf dem Album. In der zerbrechlich-schönen Solopiano-Version, mit der er regelmäßig seine Solokonzerte beendet, ist Karlzon ganz bei sich – und zugleich ganz nah beim Hörer. Das Stück untermauert Karlzons vielleicht wichtigstes Anliegen: „Die Jazztradition war für mich nie der Grund, improvisierte Musik zu spielen. Mich reizte stattdessen die Möglichkeit, durch ihr besonders breites Spektrum mit anderen Menschen zu kommunizieren. Es ist mir von größter Wichtigkeit, das ohne jede Vorurteile zu tun, als Musiker, wie als Mensch.“