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© by Gregor Hohenberg
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Produktinformationen

Besetzung

iiro rantala / piano
ulf wakenius / guitar


Aufnahmedetails

Produced by Siggi Loch

Recorded by Nanni Johansson
at the ACT Art Collection Berlin, May 30 & 31, 2017
Mixed and mastered by Klaus Scheuermann

Iiro Rantala played on the “Alfred Brendel” Steinway D-524780,
tuned by Thomas Hübsch

Cover art by Jiri Geller, Kaos on Geller, 2015
used with the kind permission of the artist


Wien, Rom, Seoul… Iiro Rantala und Ulf Wakenius sind Weltreisende in Sachen Musik. Mit ihren eigenen Projekten sind sie unentwegt auf Tour. Ein Glücksfall also, dass die beiden überhaupt als Duo zusammenfanden. Die Fügung ereignete sich im Oktober 2015 als Rantala und Wakenius einen Zwischenstopp in der Berliner Philharmonie machten. Kurator Siggi Loch hatte sie für das „Tears for Esbjörn“-Konzert im Rahmen von „Jazz at Berlin Philharmonic“ gemeinsam auf die Bühne gebracht: „Dort waren wir Teil eines größeren Ensembles, aber uns war sofort klar, dass wir künftig im Duo spielen wollten“, erzählt Rantala rückblickend. Eine gute Entscheidung, denn, abgesehen von Brad Mehldau mit Pat Metheny, sind Klavier-Gitarren-Duos im Jazz rar.

Immer wenn die beiden eine Lücke in ihren prall gefüllten Terminkalendern fanden, vereinbarten die beiden, sich für Konzerte zu treffen. „Jeder von uns brachte Stücke mit. Aber da wir im Vorfeld immer wenig Zeit hatten, haben wir quasi live auf der Bühne geprobt“, sagt Wakenius schmunzelnd. Es ist genau diese Spontaneität, sich unvoreingenommen und mit großer Neugier auf die Musik einzulassen, die dem Duo seine wundervolle Energie verleiht. Und nicht verlorengegangen ist: Die Stücke des Albums sind fast alle first takes.

Nach dem umjubelten Konzert auf der Jazz Baltica im Sommer 2016 war endgültig klar, dass diese Musik aufgenommen werden musste. Siggi Loch lud die beiden in seine Galerie ein, wo der berühmt gewordene Alfred Brendel-Steinway-D-Flügel auf Rantala wartete: Jedes Stück fängt die Stimmung einer Stadt ein. Es sind Orte, die die Musiker immer wieder besuchen, wo sie oft spielen und zu denen sie eine besondere Beziehung haben: „Vienna“ klingt als hätte es Mozart schreiben können, wäre er heute Jazzmusiker. „Seoul“ verbindet traditionelle koreanische Musik mit der heutigen Urbanität der Metropole. „Helsinki ist heute ein entspannter, groovender Ort“, erzählt Rantala über seine Heimatstadt. Hier wirkt übrigens auch der finnische Bildhauer des CD-Artworks, Jiri Geller: Wesentlichkeit und Verspieltheit, Ernsthaftigkeit und Humor, Tiefgang und Effekt sind bei ihm ebenso keine Widersprüche wie in der Musik des Duos.

Giacomo Puccinis Arie „Nessun Dorma“ verweist auf Mailand, als wichtige Wirkungsstätte der italienischen Oper. Und „Carmen“ von Georges Bizet spielt in Sevilla: Das Duett der Opern-Protagonisten Micaëla und Don José hat Rantala als sanft wiegende Jazz-Ballade arrangiert. Hier singen Klavier und Gitarre. Ulf Wakenius versetzt „Berlin“ in einen Schwebezustand. Die Stadt, die niemals schläft, wird angetrieben von einem stetigen Gitarren-Puls, über den sich eine eingängige wie unkonkret bleibende Melodie legt. In John Coltranes „Giant Steps“ zeigen dann beide, welch begnadete Virtuosen sie sind. Das durch Louis Armstrong berühmt gewordene „What A Wonderful World“ ist die Summe dieser musikalischen Städtetour. Rantala: „Jeder Ort wird von Musik getragen und ist dadurch einzigartig. Diesen Klängen haben wir nachgespürt.“

Stevie Wonders „Sir Duke“ spielen Rantala und Wakenius stets als umjubelte Zugabe ihrer Konzerte. Das Stück musste genauso auf das Album wie das abschließende „Love The Stuff/Ain‘t No Mountain High Enough“ der legendären Jazz-Funk Band der 70er und 80er Jahre „Stuff“ mit Richard Tee, Cornell Dupree und Steve Gadd, die beide sehr verehren. Jene Band inspirierte dann auch zum Albumtitel „Good Stuff“: „Die Stücke bringen Einflüsse und Komponisten zusammen, die für uns sehr prägend waren“, erklärt Wakenius.

Wahrlich gute Sachen, die Rantala und Wakenius hier zusammengetragen haben, aber was sie selbst aus diesen Inspirationen und Vorlagen machen, das ist richtig gutes Zeug.