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ElbtonalPercussion
Four Elements

Four Elements
Four Elements

Produktinformationen

Besetzung

Andrej Kauffmann - mallets, percussion, timpani
Wolfgang Rummel - mallets, percussion, O-Daiko
Jan-Frederick Behrend - mallets, percussion, Solo-Vibes
Stephan Krause – Drum-set, mallets, percussion

Special Guests:
G-Strings:
Stefan Pintev , Rodrigo Reichel ,Jan Larsen , Vytas Sondeckis , Frank Skriptschinski

Christopher Dell - vibraphone solo
Claus Bantzer - organ, piano
Helga Pappert – vocals
Monika Lahajnar - horn


Aufnahmedetails

Recorded and Mixed by Jan-Frederick Behrend in spring 2005
Mastered by .ham. Audio Mastering GmbH in May 2005
Produced by Jan-Frederick Behrend


Erde, Luft, Feuer und Wasser, die vier Elemente unseres Planeten. Das  ist auch der Leitfaden zu dem zweiten ACT-Album von ElbtonalPercussion.  Mit dem Vorgänger Drumtronic (ACT 9601-2) stellten sie sich in der ACT :Nu Jazz  Reihe vor, als klassisch geschulte Schlagwerker mit der richtigen Hand  für Loops und andere Cyber-Basteleien. Ohne den Pfad der Ausgewogenheit  zwischen Akustik und Elektronik und zwischen perkussiven Parts und  Melodien zu verlieren. Die TAZ findet ElbtonalPercussion "... dort  wieder, wo man nicht unbedingt mit einem klassisch geschulten Ensemble  anzugelangen erwartet - in urbanen Räumen, im Club, in der neonhellen  Nacht." Das Jazz Podium erlebt es wie eine "spannende Reise durch Raum  und Zeit".
Auf "Four Elements" geht es nun also ums Elementare, daher ist Elektronik nicht ganz so dominant wie auf dem ersten ACT-ling. Die "4" hat bei ElbtonalPercussion eine wichtige Symbolik: Es sind vier Schlagwerker. Sie kommen aus Hamburg, Vorwahl 040. Astrologisch sind die vier Elemente bei den Bandmitgliedern gut verteilt. Sie schöpfen aus vier Richtungen: Klassik, Neue Musik, Rock-Jazz und Drum & Bass. Das ist die Basis ihres stilistischen Streifzugs über vier Kontinente: Afrika, Asien, Amerika und Europa. Keine reine Bestandsaufnahme, kein Kopieren, kein Abgleiten in repetitive Trance-Percussion. Wenn sie die Welt der zwölf Töne vorsichtig durch Zwischentöne erweitern, entstehen eigene Strukturen und ganz offene Klangfarben. Wie geniale Klangtherapeuten setzen sie mit gekonnten Handgriffen tiefgehende Reize. Die Elbtonal-eigene Aufnahmetechnik und Produktion mit Hall- und Delay-Geräten und über Filterbänke erweitert den Klanghorizont. Heraus kommt Vielfalt, aber ohne jeden Eklektizismus. Und stets ästhetisch vollendet.
Afrika schimmert durch das Eröffnungsstück "Bamboole", mit vielen  Holzschlaginstrumenten, dem Marimbaphon und dem Bambusspiel. Der  "African Blues" wird von einer afrikanischen Talking Drum eröffnet. "Veddel" stellt ein original afrikanisches Handxylophon vor. Dieser  Titel ist ansonsten stark inspiriert von der Umgebung des Proberaums,  auf der Veddel im Hamburger Freihafen.
Zu Asien, speziell zu Japan, hat das Quartett viele Bezüge. Live trat es  2002 beim Iwamizawa Art Festival Sapporo mit dem Hamburger Ballett von  John Neumeier auf. ElbtonalPercussion hat mit dem Hamburger  Streichquintett G-Strings an einem gemeinsamen Auftritt beim  Schleswig-Holstein Musikfestival 2005 zum Japan-Schwerpunkt des  Festivals gearbeitet. "Squabble", eine Komposition von Stefan Pintev und  Jan-Frederick Behrend, ist ein bleibendes Dokument des Projekts mit  G-Strings. Außerdem ist das Instrumentarium auffällig japanisch. Allen  voran die bassige Fasstrommel O-Daiko, für die Kieler Nachrichten eine  Trommel "Callmund’scher Ausmaße", die Wolfgang Rummel mit großen  Holzknüppeln traktiert. Sie ist aus einem ausgehöhlten Baumstamm geformt  und mit Kuh- oder Ziegenfell bespannt. Für die hellen Klangfarben  verwendet Elbtonal die kleinere Shimi-Daiko.
Amerika und Elbtonal: Blues ist der wichtigste Beitrag der  afro-amerikanischen Kultur, Blues ist das Herz des Jazz. Das schwingt in  "Blues for Gilbert" mit. Und Amerika hat der Welt die Minimalmusik  geschenkt. Komponisten wie Steve Reich, John Cage und Philip Glass sind  Vorbilder für die vier Schlagwerker, in der Art, wie mit kleinen,  wiederholenden Ethnoelementen sehr meditatives Momentum erzeugt werden  kann. In "Minimalectric" von Stephan Krause und Jan-Frederick Behrend  werden kurze Phrasen auf Malletinstrumenten gespielt und geloopt. Diese verdichtende Trance wird aufgelöst durch das Horn als klassisches  Orchesterinstrument und durch die Orgel von Claus Bantzer im Hintergrund.
Europa schließlich ist spürbar durch Elemente des britischen Drum & Bass und  TripHop. Und durch Andrej Kauffmanns Arrangements von Stings "St. Agnes  & The Burning Train" und Wolfgang Dauners "Drachenburg". Und natürlich  durch alle anderen Hamburger Einflüsse. ElbtonalPercussion sind stolz  darauf, in der freigeistigen Stadt an der Elbe beheimatet zu sein. Stolz  auf sie ist auch einer ihrer Förderer: Claus Bantzer. Der Organist, Pianist  und Komponist hat nicht nur zwei Eigenkompositionen beigesteuert - die  Titelmusik aus dem Doris-Dörrie-Film "Paradies" und "Elements Part 1  ‚Earth’"-, sondern wirkt auch selbst als Gast mit.