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Cæcilie Norby
just the two of us

Norby/Danielsson © ACT / Gregor Hohenberg
Norby/Danielsson © ACT / Gregor Hohenberg
Norby/Danielsson © ACT / Gregor Hohenberg
Norby/Danielsson © ACT / Gregor Hohenberg

Produktinformationen

Besetzung

Caecilie Norby / vocals, percussion, Sansula, Udu
Lars Danielsson / bass, cello, guitar, Marimba, percussion


Recorded by Bo Savik at Tia Dia Studios, Mölnlycke (Sweden)
Mixed by Jan Erik Kongshaug at Rainbow Studio Oslo (Norway),
except A01, A04, A05, B01 & B06 mixed by Bo Savik and Lars Danielsson at Tia Dia Studios

Vinyl mastering by Jan Erik Kongshaug, exclusively made from the 24bit studio master files

Produced by Cæcilie Norby & Lars Danielsson
Executive Producer: Siggi Loch
Cover photo by Gregor Hohenberg

Der Bass führt die Melodie ein, so zart, träumerisch und nachklingend, wie das nur ein Lars Danielsson aus dem sonst so schweren Tieftöner zu zaubern vermag. Dann singt Cæcilie Norby „Both Sides Now“, Joni Mitchells Ballade für die Ewigkeit, auf ihre unwiderstehlich-sinnliche, bluesgetränkte und einnehmende Art. Vom ersten Ton an entführen Norby und Danielsson auf „Just The Two Of Us“ den Hörer in ihren persönlichen Musikkosmos, der niemanden kalt lassen kann.

Privat sind sie seit langem ein Paar, aber musikalisch gingen beide lange getrennte Wege: Cæcilie Norby schaffte in den Achtzigern als herausragende dänische Funk- und Jazzsängerin lange vor anderen skandinavischen Kolleginnen den Brückenschlag nach Amerika und wurde die erste europäische Künstlerin beim legendären US-Label Blue Note, für das sie mit Weltstars wie Mike Stern oder Chick Corea zusammenarbeitete. Der Schwede Lars Danielsson kann ebenfalls auf eine lange internationale Karriere an der Seite von Größen wie Charles Lloyd oder den Brecker Brothers verweisen. Vor allem aber als langjähriges Mitglied der ACT-Familie reifte er mit eigenen Projekten, als gefragter Sideman und auch Produzent zu einer der wichtigsten Stimmen im europäischen Jazz. Erst kürzlich wurde er mit dem ECHO Jazz 2015 als bester Bassist international ausgezeichnet.

Seit 2011 hat auch Norby bei ACT mit bislang zwei Alben ihre künstlerische Heimat gefunden. Ihr Mann war naheliegender Weise wesentlich an den Produktionen beteiligt, umgekehrt brachte sie ihr musikalisches Know- How in Danielssons Produktionen ein, wie aktuell auf dem 2014 erschienenen Album „ Liberetto II“. Nun aber wagten sich die beiden erstmals an ein intimes Duett: „Just The Two Of Us.“

„Es war eine große Herausforderung“, sagt Danielsson. „Für einen Bassisten ist die Stimme das ultimative Instrument, mit dem man in einem Duo arbeiten kann. Man muss äußerst delikat bei Intonation und Rhythmus vorgehen. Es geht nur mit zwei Menschen, die sich gut kennen und genau wissen, in welche Richtung sich die Musik bewegt. Caecilie kann sehr schnell auf mein Spiel reagieren, ich hätte es mit niemand anderem machen können.“

Eingerahmt von Joni Mitchell, Leonard Cohens unwiderstehlichem „Hallelujah“ und zwei Songs der großen Abbey Lincoln spielen die Beiden hauptsächlich eigene Kompositionen, von Norbys tiefgründigen Songs wie „Sad Sunday“ bis zur Duo-Bearbeitung des Danielsson-Hit „Liberetto“ (nun mit dem bezeichnenden Zusatz „cantabile“). Verblüffend ist noch ein schwaches Prädikat für die opulente musikalische Ausdrucksvielfalt, die sie dabei erreichen. Von fast klassischen Stücken („Toccata“) geht es bis zum groovenden Gute-Laune-Lied „And It’s Supposed To Be Love“, von lässig und folkig dahinfließenden Balladen („Cherry Tree“) bis zur melodramatischen Soul-Nummer („Wild Juju Child“), von der fast gehauchten melancholischen Miniatur („Wondrous Story“) bis zum afrikanischen Highlife-Spektakel („Wholly Earth“). Danielsson zupft und streicht dabei nicht nur den Bass, er greift auch zum Cello, outet sich als exzellenter Gitarrist und nutzt Percussion-Instrumente bis hin zur Marimba. Und auch Norby begleitet ihren ohnehin vom zartesten Hauch bis zum kraftvollen Shout reichenden Gesang mit Percussion, Udu und Sansula.

Norby beschreibt den Arbeitsprozess bei „Just The Two Of Us“ so anschaulich wie humorvoll: „Wir hören einander zu, passen an, fühlen, spielen herum, hören wieder, lehnen uns an und lassen uns fallen, überraschen und überzeugen uns, bleiben im Hintergrund, stehlen uns die Schau, übertreiben, untertreiben und hören wieder zu.“ Freilich braucht es zwei so virtuose, erfahrene, vertraute und seelenverwandte Künstler wie Norby und Danielsson, um aus dieser trauten Zweisamkeit etwas Drittes zu erschaffen: die pure Magie der Musik.