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Caecilie Norby - © ACT / Stephen Freiheit
Caecilie Norby - © ACT / Stephen Freiheit

Musikalische Schubladen haben die dänische Sängerin Cæcilie Norby noch nie interessiert. Für sie ist die Melodie die Essenz von Musik und das entscheidende Kriterium, nachdem sie Musik bewertet und auswählt, frei von Genregrenzen. Eine Einstellung, die ein Abbild ihrer erstaunlichen Karriere und wohl auch ihr Erfolgsgeheimnis ist: Als Tochter klassischer Musiker brachte die Entdeckung des Jazz mit seinen bluesigen, swingenden und coolen Momenten die Entscheidung, doch in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten.

Wenig später, noch als Teenager, geriet sie in den Sog der Rock- und Popmusik. Als Reisende zwischen all diesen musikalischen Welten machte sie sich schnell einen Namen, zunächst in ihrer Funk-Jazzband „Frontline“, die in den frühen achtziger Jahren alle verfügbaren dänischen Jazzpreise bekam. Zusammen mit Nina Forsberg bildete sie danach das Pop-Duo „One Two“, das alleine in Dänemark eine Viertelmillion Alben verkaufte.

Hier wie in ihrer seit den frühen neunziger Jahren aufgenommenen Solokarriere war sie in Skandinavien zunächst die vielleicht wichtigste Figur des Brückenschlags zwischen Pop und Jazz, was sie international zur Wegbereiterin von Kolleginnen wie Rebekka Bakken, Silje Nergaard oder Viktoria Tolstoy machte. Als erste dänische Künstlerin wurde Norby vom legendären Blue Note Label unter Vertrag genommen, wo sie vier Alben aufnahm.

Sie arbeitete mit vielen internationalen Stars zusammen, von Bugge Wesseltoft bis zu Mike Stern, Chick Corea oder Kurt Elling. Der wichtigste unter ihnen ist der Bassist Lars Danielsson, der eben nicht nur ihr Ehemann, sondern auch der Produzent und Partner fast aller ihrer Projekte wurde.

„Arabesque“ ist das ACT-Debüt von Norby: Erstmals schrieb sie Songtexte auf klassische Stücke, vor allem aus der Zeit des Impressionismus (u.a. Werke von Satie und Ravel). Doch Norby findet nicht nur in den Melodien der Klassik den jazzigen Ton, es geht auch umgekehrt. Mit zwei Songs veranschaulicht sie zum Beispiel eindrucksvoll, welcher „Klassiker“ Michel Legrand ist.

Cæcilie Norby schlägt mit ihrer Musik eindrucksvoll Brücken: Die Sängerin begeistert nicht nur Klassikfreunde, Jazzfreaks und Popfans – sondern einfach alle, die gute Melodien lieben.

Mit ihrem zweiten ACT-Album „Silent Ways“ (Juni 2013) kehrt Norby vor allem zur Musik ihrer Jugend zurück. Der Titel ist durchaus programmatisch zu verstehen, denn ein Dutzend ihrer Lieblings-Singer/Songwriter-Melodien hat sie dazu in eine fast kammermusikalische, ruhige Form gebracht. In Norbys Stimmtechnik, den Arrangements und den Improvisationen der prominent besetzten Band – neben Lars Danielsson sind Leszek Możdżer, Nguyên Lê, Robert Mehmet Ikiz und als Special Guest Marius Neset zu hören – zeigen sich die jazzigen und von den kulturellen Hintergünden der Musiker gefärbten Einflüsse.

Cæcilie Norby bei ACT:

ACT 9723-2 „Arabesque“
ACT 9725-2 „Silent Ways“