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Bernard Purdie
Soul To Jazz

Soul To Jazz
Soul To Jazz

Produktinformationen

Besetzung

Bernard ''Pretty'' Purdie  - dr & WDR Big Band - conducted by Gil Goldstein
Eddie Harris -sax
Nils Landgren - tb
Michael Brecker - sax
Dean Brown - g
Randy Brecker - fl-horn
Dave King - b
Martin Moss - voc


Aufnahmedetails

Recorded at WDR Studios, Cologne, Germany
on March 5 - 15, 1996
Recording Engineers: Thomas Sehringer, Reinhold Nickel
Technics: Ruth Witt
Editional Recordings: Chateua du Papa & Peer Studios, Hamburg, Germany
Mixed by W. Hirschmann, S. Loch, R. Nickel, R. Witt (WDR)
and Charlie Jensen, S. Loch (PUK Studio, Denmark)
Mastered by Radu Marinescu at Liquid Gold
Produced by Wolfgang Hirschmann and Siegfried Loch


Auf wen mochte Aretha Franklin keinesfalls verzichten, als sie Anfang der Siebziger ihre inspiriertesten Platten aufnahm? Wer schenkte Steely Dan den Beat für "Aja", wem rückten Isaac Hayes, Donny Hathaway, B.B. King, "Sweet" Lou Donaldson, Joe Cocker und Hank Crawford den Stuhl hinterm Schlagzeug zurecht? Die Liste ist unvollständig, muß es sein, denn kein Drummer hat in den letzten drei Jahrzehnten so häufig ein Studio von innen gesehen wie Bernard "Pretty" Purdie, auf über 3.000 Alben stärkt die Kunst des vor 57 Jahren in Elkton, Maryland geborenen Künstlers seinen Partnern den Rücken.

Hinweise jedoch auf die einzigartigen Qualitäten des Mannes liefert schon dieser kleine Auszug. Nicht umsonst schreiben Kollegen dem Schlagzeuger den "funkiest soul beat" der Szene zu, und folglich hat Purdie sich nie auf’s Genre Jazz allein verlassen, sondern vielmehr neugierig über die Grenzen geschaut. Session mit den Rolling Stones, mit James Brown oder Tom Jones, alles kein Problem für ihn, der bei aller Liebe zum präzisen Spiel Begriffe wie Drive und Groove nicht erst erlernen muß. Auch deshalb wohl finden sich seine Rhythmen als Sampler auf bald jeder Platte der letzten Jahre wieder, die der so erfolgreichen Renaissance des Soul Jazz, geführt zumeist unter dem Label "Acid Jazz", Futter liefert.

Und weil man die Früchte selbstgepflanzter Bäume doch ganz gerne höchstpersönlich erntet, hat Bernard Purdie sich nun eine namhafte Schar geistesverwandter Musiker zusammengerufen und mit ihnen das Album "Soul to Jazz" eingespielt. Es dürfte, soviel sei vorweggenommen, all seine Nachahmer zumindest das Staunen, eher noch das Fürchten lehren. Die Erfinder jener Kreuzung von Jazz, Soul und Funky Tunes sind, das ist nach den zwölf Songs sicher, ihren Epigonen noch heute meilenweit voraus.

Bernard Purdie (dr). Am 11.06.1939 in Elkton, Maryland als elftes von fünfzehn Geschwister geboren. Schon mit sechs Jahren begann Purdie, noch auf behelfsmäßigem Equipment, zu trommeln, mit vierzehn konnte er sich sein erstes Schlagzeug leisten und wurde zum wichtigsten Miternährer der Familie - damals noch in Country- und Karnevals-Bands. Eine Schule, die ihm, so Purdie über Purdie, später dazu verhalf, sich "in fast jede Art von Musik hineinzufühlen, weil ich alle ihre Spielarten, nicht aber irgendwelche Berührungsängste kannte." 1960, nach dem Abschluß der High School, ging Purdie nach New York, spielte unter anderem in der Band von Lonnie Youngblood, bevor er 1963 mit Don Covays "Mercy, Mercy" seinen ersten Hit landete und bei "Motown" Anstellung fand. Die Zusammenarbeit mit King Curtis brachte ihm 1970 das Engagement bei Aretha Franklin ein, der Beginn einer unvergleichlichen Karriere. Seither ist Purdie ein gern wie oft gesehener Gast im Studio der Stars aus Jazz, Soul und Rock, hat mit Paul Butterfield ebenso gearbeitet wie mit Larry Coryell, Miles Davis, Hall & Oates, AI Kooper, Herbie Mann, Todd Rundgren oder Cat Stevens und regelmäßig eigene Alben, unter eigenem Namen veröffentlicht.

Gil Goldstein (dir). Der Keyboarder, Akkordeonist, Komponist, Arrangeur, Produzent und Band-Leader durchschreitet die unterschiedlichsten Klanghorizonte des Jazz, z.B. in der Zusammenarbeit mit Lee Konitz, Stan Getz, Chet Baker oder Jim Hall bis hin zu aktuellen Fusion Sounds mit Danny Gottlieb, Pat Metheny, Leni Stern und Bill Evans. Acht Jahre gehörte er dem Gil Evans Orchestra an und war zuletzt dessen musikalischer Direktor. Im Jahre 1991 wurde Gil Goldstein im Montreux Jazzfestival internationale Anerkennung zuteil: seine Transkription klassischer Gil Evans-Titel bildete den Rahmen für den letzten öffentlichen Auftritt von Miles Davis.

Eddie Harris (ts). Am 20.10.1936 in Chicago, Illinois geboren, spielt neben seinem Paradeinstrument, dem Tenorsaxophon, noch Piano, Posaune und Vibraphon. Auch er hat als Jazzman bereits 1960 mit seinem ersten Erfolgs-Album "Exodus" im Grenzbereich zum Soul gearbeitet und dabei seinem Instrument mit Hilfe der Elektronik zu neuen Klangfarben verholfen. Aufnahmen mit Ron Carter und Cedar Walton, aber auch mit Steve Winwood, Jeff Beck und Les McCann zeigen ihn als Wandler zwischen den Stilen. Er hat den unorthodoxen Gebrauch von Mundstücken für diverse Blasinstrumente und die elektronische Verfremdung seiner Instrumente populär gemacht. Indes erreichte Eddie Harris weniger als "Elektronic-Pioneer" denn als "Funk Goodfather" des Saxophons die Musikfans.

Michael & Randy Brecker (ts & FI-horn). Geboren am 29.03.1949 bzw. am 27.11.1945 in Philadelphia, sind die Brüder nach der Universitäts-Ausbildung bald zur internationalen Bläser-Elite aufgestiegen, deren Arbeit unzählige Produkte aus den Bereichen Jazz und Rock veredelt hat. Der jüngere Michael hat bereits 1969 in New York mit Bernard Purdie gearbeitet, Randy war Mitglied der Bands von Booker T. und Clark Terry, Horace Silver und Duke Pearson, arbeitete aber auch mit Größen des Rocks wie Janis Joplin oder Edgar Winter. Auf "Soul To Jazz" spielt Michael Brecker ein einzigartiges Solo zu "SeriorBlues" in Erinnerung an die frühen Jahre seiner Karriere als Mitglied der Horace Silver Band.

Nils Landgren (tb). 1957 in Schweden geboren. Startete seine Karriere 1981 in der Band von Thad Jones und hat seither konsequent nach der Fusion des Jazz mit Soul und Funk gesucht. Intermezzi als Solist bei den "Crusaders" und Herbie Hancock, vor allem aber seine stetige Präsenz mit eigenen Bands auf der regen, skandinavischen Szene und beim "JazzBaltica Ensemble" haben Landgren Furore nicht nur in Europa verschafft. 1994 hat er mit seiner "Nils Landgren Funk Unit" und dem Gaststar Maceo Parker eine packende Live-Aufnahme veröffentlicht (ACT 9223-2).

Martin Moss (voc). In New York als Sohn einer Gospel-Sängerin und eines Jazzmusikers geboren, dort an der "American Academy Of Dramatic Arts" zum Schauspieler und in seiner Hafenstadt wie in Berlin zum Sänger, später auch Tänzer ausgebildet. Nach eigenen Shows in der Clubszene wechselt Moss ins MusicalFach und tritt in zahlreichen Off-Broadway-Stücken auf, bevor er 1982 nach Deutschland übersiedelt. Hier arbeitet er als Solist und als Mitglied verschiedener Musical-Ensembles. Seit 1995 wird Martin Moss in der Hauptrolle im Musical "Gaudi" von Eric Wolffson gefeiert. Martin Moss ist die eigentliche Entdeckung dieser Platte für den Soul & Jazz Fan.