Dino Contenti, Gigi Biolcati, Paolo Paliaga - ©ACT / Andrea Piacquadio
Dino Contenti, Gigi Biolcati, Paolo Paliaga - ©ACT / Andrea Piacquadio

Paolo Paliaga, Piano, geboren 1961
Paolo Paliaga begann seine Laufbahn als Jazzpianist in den frühen 1980er Jahren. Nach ersten Erfahrungen mit einer eigenen Band, spielte er viele Jahre in einer Bebop-Formation, wo er die “Regeln” des traditionellen nordamerikanischen Jazz lernte. Gleichzeitig interessierte er sich für die europäische Musiktradition und erforschte zeitgenössischere Stilrichtungen. Ende der 80er Jahre zog er nach Paris, wo er mit vielen Musikern aus unterschiedlichsten Teilen der Welt zusammenarbeitete. Er machte Trio-Aufnahmen mit Marc Buronfosse und war Mitglied der Gruppe “Faena” um den spanischen Gitarristen Marco Quesada, mit der er 1992 durch ganz Frankreich und Spanien tourte.
Dann wandte sich Paliaga der Komposition zu. 1997 begann er, Musik für Stummfilme zu schreiben, so den Soundtrack für Herbert Brenons „Peter Pan“ (1924) und für Vsevolod I. Pudovkins Film “Die Mutter” (1926). Zur selben Zeit gründete er die Latin-Jazz-Band “Horizon Quartet”, die oft mit dem argentinischen Perkussionisten Luis Agudo zusammenarbeitete. Paliaga ist mit seinem Quartett auf zahlreichen Festivals aufgetreten und im Jahre 1999 spielte er mit Enrico Rava beim “Varese in Jazz Festival”.
Schrittweise entfernte sich Paliaga von den traditionellen Swing-Rhythmen, um neue Ausdrucksformen, Melodien und Rhythmen in der Arbeit mit einem akustischen Trio zu erforschen. So gründete er 2003 das Alboran Trio mit Dino Contenti and Gigi Biolcati.
Einspielungen:
• 2008 Near Gale (ACT 9469-2) mit Alboran Trio
• 2006 Meltemi (ACT 9448-2) mit Alboran Trio
• 2004 Donna Lombarda von Elsa Albonico
• 2003 Cà e Gesa von Elsa Albonico
• 2000 Meriggi e ombre, piano solo – guest star: Alberto Borsari, Splas(h) n.2002.2
• 1999 Azul mit seiner Band Horizon Quartet , Splas(h) n.2001
• 1997 Mahnee Pooleeta, Swingsuite Quintet, Old Magic Music - Rome
• 1996 Giro-Vago for CALIGOLA Records 2015-2
• 1993 Faena, BUDA MUSIC Paris
• 1989 Musica targata Varese, Splas(h) Records
Dino Contenti, Bass, geboren 1958
Ursprünglich ein Autodidakt, trat Dino Contenti 1985 zum ersten Mal als professioneller Musiker auf. Nachdem er zunächst Erfahrung als Bassgitarrist in unterschiedlichsten Bereichen der zeitgenössischen Musik gesammelt hatte, wandte er sich schließlich dem Kontrabass zu.
Seither ist er ein äußerst gefragter Sideman sowohl der italienischen, als auch der internationalen Musikszene. So hat er u.a. mit Pietro Tonolo, Antonio Faraò, Enrico Rava, Bob Mover, Barney Kessel, Jimmy Cobb und Norma Winstone zusammengearbeitet und war an folgenden Projekten beteiligt: Gianni Coscia Trio, Uschi Laar Trio, Claudio Fasoli Quartet, dem Trio mit dem amerikanischen Harfenisten Park Stickney und dem französischen Schlagzeuger Manhu Roche sowie dem europäischen Trio des amerikanischen Gitarristen Garrison Fewell. Mit diesem Trio trat er 1998 und 1999 auch beim Montreux Jazz Festival auf.
Von 1987 bis 1999 lehrte Contenti am Centro Jazz in Turin und hat darüber hinaus zahlreiche Kurse für Jazz-Improvisation und Bass an den Musikhochschulen von Barcelona, Saragossa, Genf, München und London abgehalten
Gigi Biolcati, Schlagzeug, geboren 1965
Gigi Biolcati begann im Alter von 11 Jahren, Schlagzeug zu spielen. Zunächst begleitete er verschiedene Tanzgruppen. Dann studierte er bei Enrico Lucchini und spielte einige Jahre Blues, Funk und Soul mit Aida Cooper und Popmusik mit Cristiano DeAndré. Anschließend kam es zur Zusammenarbeit mit dem aus Benin stammenden Tänzer Koffi Kokò, die für ihn einen Wendepunkt bedeutete: Auf der Suche nach dem Ursprung aller Rhythmen ging Biolcati nach Afrika. Er vertiefte dort seine Studien der afrikanischen Rhythmen und verglich sie mit den europäischen, asiatischen und amerikanischen Traditionen. Auf diese Weise verdeutlichten sich ihm die Beziehungen zwischen Körper, Unbewusstem und dem Energiepotential eines jeden Menschen. Biolcati geht es in der Musik vor allem um eins – Kommunikation: Kontrolle des Sounds, Interaktion mit anderen Musikern, Vertrauen und gegenseitiger Respekt – alles Dinge, die notwendig sind, um die magische, rituelle Kraft eines Konzerts entstehen zu lassen.