05.09.2012
ACT New Faces auf Tour im Oktober - Adam Bałdych Quartet & Gábor Bolla Duo
Adam Baldych - © ACT / Maz Bartosz
Sie gehören zweifellos zu den größten Entdeckungen des aktuellen europäischen Jazz - der polnische Geigenvirtuose Adam Bałdych und der ungarische Saxofonist Gábor Bolla. Vom 9. bis 13. Oktober stellen beide Künstler im Rahmen der „ACT New Faces“ Tournee auf vier exklusiven Doppelkonzerten ihre neuen Alben live vor.
„Zweifellos der größte lebende Geigentechniker des Jazz. Von ihm kann man alles erwarten“, schrieb die FAZ nach dem umjubelten Auftritt des erst 26-jährigen polnischen Geigers Adam Bałdych beim Jazzfest Berlin 2011. Auf „Imaginary Room“, seinem ersten Album für das Label ACT, erlebt man einen Jazzgeiger, wie man ihn noch nie gehört hat: Hier klagt und schluchzt nichts, eher erinnern Bałdychs technisch atemberaubende Linien an die eines Bläsers, und mehrstimmige Passagen an das Akkordspiel eines Pianisten, immer unterlegt von einem leicht rauhen, bluesigen Unterton. Auf „Imaginary Room“ vergisst man jedes Geigen-Stereotyp und bekommt eine Ahnung davon, warum Bałdych den Spitznahmen „evil“ trägt - wegen seiner „teuflischen“ Virtuosität, Expressivität und Variabilität. Mit der Live-Premiere von „Imaginary Room“ beeindruckte Adam Bałdych zuletzt auf der Hauptbühne des diesjährigen JazzBaltica Festivals. Mit seiner „Baltic Gang“, einer All-Star Besetzung mit vielen der besten Jazzmusiker aus dem Ostseeraum, brachte er Publikum wie Kritik gleichermaßen mit umwerfender Virtuosität, Improvisation und Interaktion zum Staunen. Kurz danach sorgte er mit einem gefeierten Duo zusammen mit Pianist Iiro Rantala auf dem Montreux Jazz Festival für Furore und macht klar: Europa hat einen neuen Jazz Star!
Das trifft sicher auch auf Gábor Bolla zu. Die FAZ nennt ihn einen „Improvisator von überwältigender Eigenständigkeit“, er spiele „schneller als Coltrane“. Dennoch hat der 1988 geborene ungarische Saxofonist noch nie eine Musikhochschule von innen gesehen, erlangte seine Fähigkeiten am Tenorsaxofon rein autodidaktisch. „Wir Gypsys spielen alles ein bisschen anders. Wie der Jazz basiert sehr viel auf Improvisation, wenn auch auf einer etwas anderen Art.“ sagt Bolla. Nach nur sechs Monaten Üben auf dem Tenorhorn wurde er für das Getxo Jazz Festival im spanischen Bilbao ausgewählt. Mit 15 folgte die Nominierung für das Halbfinale des prestigeträchtigen Saxophon-Wettbewerbs beim Montreux Jazz Festival. Danach öffneten sich viele Türen. Er wurde als Gastsolist für das weltberühmte Vienna Art Orchestra eingeladen und spielte mit US-Stars wie Johnny Griffin, David Murray, Kirk Lightsey sowie Gregory Hutchinson. 2004 gewann Bolla den Hans Koller Preis, eine Art österreichischen Grammy, als „Talent des Jahres“ und 2005 den Publikums- und Jurypreis beim Jazzfestival in Avignon. Für sein ACT-Debüt „Find Your Way“ schöpft er einerseits aus der Tradition des amerikanischen Jazz, aber zugleich auch aus den Wurzeln seiner ungarischen Heimat: „Meine Basis ist, die Sprache des Jazz zu sprechen. Aber ich versuche, immer unsere eigene, einzigartige Musik einzubringen.“ - Django Reinhardt, Bartók, Monk, Rollins und Coltrane, Modern Jazz Quartet oder Stevie Wonder - was auch immer Vorlage oder Inspiration für den jungen Ungarn ist, auf der Suche nach neuen Klängen und einer eigenen musikalischen Identität befindet sich Gábor Bolla mit „Find Your Way“ auf der richtigen Spur.
Termine & Tickets:
Dienstag, 9.10. Frankfurt / Main, Brotfabrik, www.brotfabrik.info
Mittwoch, 10.10. Berlin, Jazzclub A-Trane, www.a-trane.de
Freitag, 12.10. München, Jazzclub Unterfahrt, www.unterfahrt.de
Samstag, 13.10. Wolfsburg, Schloss, www.wolfsburg.de
Besetzung:
1. Set:
Gábor Bolla / Tenorsaxofon
Robert Lakatos / Piano
2. Set:
Adam Bałdych / Violine
Paweł Tomaszewski / Piano
Andrzej Święs / Kontrabass
Krzysztof Szmańda / Schlagzeug
Kurzfristige Änderungen sind möglich
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